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Literaturgeschichte

Literaturgeschichte Wolfgang Pohl - Die deutsche Literatur des
Mittelalters (500-1500)
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Minnesang

Die Miniaturen der Manesseschen
Liederhandschrift
und andere Bildquellen
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Walther von der Vogelweide

Walther von der Vogelweide
Kurzbiografie und Werke
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Walther von der Vogelweide - Links zu Gedichten
Von Helmut Schulze
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Thomas von Kempen
(um 1380 - 1471)

Thomas von Kempen - Sein Leben
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Thomas von Kempen - Auszüge aus dem Hauptwerk
V.a. Memento Mori unten auf der Seite
beachten!
thomas-von-kempen.de
Zum Vergleich:
Boccaccio- Novellen, insbesondere 10,6.
Zur Vertiefung:

Die Natur des Menschen
Menschenbilder
thur.de
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Devotio Moderna

Devotio Moderna
thomas-von-kempen.de
Vergleiche mit dem
Philosophen der Renaissance:

Pico della Mirandola
Arbeitsplattform "Kultur Humanismus und Renaissance"
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Impressum

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Frankreich
1000 - 1400 n.Chr.
Gotik! Viele Schauplätze an der Seite:
Vezelay, Chartres, Beauvais, Palais des Papes (Avignon), Bourges, ...
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Niederlande in Spätmittelalter und
Renaissance 1400 - 1600 n.Chr.
The Metropolitan Museum Of Art
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Östliches Mittelmeer 1400 - 1600 n.Chr.
Herrscherdynastien etc. anklicken!
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Bildende Kunst: Einige
herausragende Künstler |

Von Van Eyck bis Bruegel: Ausgewählte Objekte
Die großen Niederländer!
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| Faszination
Islam: Der islamische Rationalismus |
Basiswissen
Faszination Islam 1
- Einführung
Im frühen und im Hochmittelalter war die christlich- abendländische
der islamischen Zivilisation weit unterlegen. Obwohl in der Begegnung
der Zivilisationen Djihad und Kreuzzug überwogen, kam es doch an den
Rändern beider Welten auch zu einem Austausch, bei dem die christlich-
abendländische Zivilisation der nehmende Teil war. Insbesondere ging es
um den islamischen Rationalismus, dessen zentrale Probleme die Rolle
von Glauben und Vernunft und ihr Verhältnis zueinander waren: Galt
allein die göttliche Offenbarung (Koran, in Europa Bibel) oder war
Erkenntnis auch außerhalb der göttlichen Offenbarung mit Hilfe der
Vernunft möglich? Dass diese Fragestellung überhaupt aufkommen konnte,
hing damit zusammen, dass sich die islamische Zivilisation mit dem
griechisch- römischen Erbe auseinander setzte, mit dem sie durch die
arabische Expansion in Berührung kam.
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2
- Rationalistischer
gegen orthodoxen Islam und Aristoteles- Rezeption im Abendland Im
Mittelalter existierten im islamischen Bereich die entgegen gesetzten
islamischen Traditionen der rationalistischen Philosophie, die Aristoteles
(siehe hier,
Seitenwechsel!) als Ersten Lehrer der Muslime
ehrte, und der vernunftfeindlichen
"Rechtgläubigkeit" (Orthodoxie), die Logik als Quelle der
Ketzerei verdammte. Die
Entstehung einer islamischen rationalistischen Theologie ("Kalam"),
die versuchte, Glauben und Vernunft miteinander zu verbinden und
die sich von der islamischen Orthodoxie abhob, ging ebenfalls auf
die Verarbeitung hellenistischer Gedanken zurück. Die Kalam- Theologie
wandte sich gegen die Lehre von der Prädestination (Vorherrbestimmung
des Menschen zur ewigen Seligkeit oder Verdammnis, Cu) und gegen den
Kismet- Glauben (das unabänderlich von Gott verhängte Schicksal)
und betonte den freien Willen des Menschen und seine Verantwortung.
Auch ging sie davon aus, dass der Koran geschaffen und nicht, wie von
der Orthodoxie behauptet, präexistent (Urtext des Koran vor seiner
Verkündigung im Himmel, Cu) sei.
Bitte
hier weiterlesen:

Arabische Aristoteles- Rezeption: Avicenna (980 - 1037), Averroes (1126 - 1198), Maimonides (1135 - 1204)

Einströmen des Aristotelismus in das Abendland (Scholastik) und Formierung der konservativen Gegenreaktion

Thomas von Aquin und der kirchlich zurechtgebogene Aristoteles

Wilhelm von Ockham (1298 - 1349)

Siger von Brabant und die "Zwei Wahrheiten" der Averroaner
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3 - Übersetzerschulen "Die
Hellenisierung des Islam wurde mit der Übertragung griechischer Werke
ins Arabische eingeleitet. Es waren zunächst arabische Christen, die
als Übersetzer alt-griechischer Philosophen wirkten und die islamische
Rezeption (Aufnahme bzw. Übernahme von und mit Gedankengut, Cu) der
Antike, die als "Hellenisierung" in der islamischen
Zivilisation beschrieben wird, initiierten." (Bassam Tibi: Kreuzzug
und Djihad, S. 175) Der
ersten großen Bibliothek in Bagdad war ein Zentrum zur Übersetzung
griechischer Werke angeschlossen. Weitere große
Übersetzerschulen gab es in Cordoba, Toledo und Sizilien. An der Übersetzerschule von Toledo wirkten der Deutsche Hermannus Alemannus und der Schotte Michael Scotus.
Hierzu mehr unter
"Kultur im Königreich Sizilien"
unten.
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4
- Vorarbeit
für Humanismus und Renaissance
Mit dem Anstoß zur Auseinandersetzung mit Aristoteles öffnet sich im
Ergebnis im Abendland eine Tür für säkular- weltliches, rationales
Denken, das in Humanismus und Renaissance weitergeführt wird und in der
Aufklärung endet, die die Grundlage für unsere heutige, säkulare
westliche Zivilisation gelegt hat.
Siehe dazu hier:

Humanismus und Renaissance (14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts)

Aufklärung Leider
verlief die Entwicklung im islamischen Bereich in die entgegengesetzte
Richtung: Der Rationalismus, die Grundlage jeglicher echten
Wissenschaft, der sich ja gegen JEDE Religion, also auch gegen den Islam
richtet, wurde von der islamischen Orthodoxie unterdrückt. Dies führte
auf Dauer zu einer Erstarrung der islamischen Kultur und zu deren
Niedergang, die mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches und des
Kalifats einherging. Versuche der osmanischen Sultane im 19. Jh.,
westliche Technik mit einer vormodernen Kultur zu vereinbaren,
scheiterten. Erst
die moderne Türkei unter Atatürk beendete das Kalifat und trennte
Staat und Religion, versäumte aber - wie auch die arabischen Staaten -
eine grundlegende geistige Auseinandersetzung mit dem Islam.
Siehe dazu folgende Seiten:

Arbeitsplattform "Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches

Arbeitsplattform "Ende des Osmanenreiches"
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5
- Ausblick In
der Gegenwart stellt sich das Problem neu: einerseits als Alternative
zwischen rational- säkularer (weltlicher) Modernisierung oder als
Rückfall ins geistige Mittelalter mit totalitärer Religionsdiktatur in
den islamischen Staaten; andererseits als Integrationsproblem
islamischer Migranten in Staaten der westlichen Zivilisation, das den
inneren Zusammenhalt, ja die kulturelle Existenz dieser Staaten
mittelfristig in Frage stellen kann.
Der " `offene Islam` wurde gleichermaßen in Vergangenheit und
Gegenwart von der Orthodoxie bekämpft und zum Schweigen gebracht. Im
Zeitalter der Migration und der Islam- Diaspora gilt diese Aussage auch
als Warnung an Europa." (Bassam Tibi, Kreuzzug
und Djihad,
S. 177)
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| Kultur
im Königreich Sizilien / Friedrich II. von Hohenstaufen |
1
- Politik und
Person
Friedrichs II.
Dieses Thema steht in engem Zusammenhang mit dem Thema "Faszination
Islam: Islamischer Rationalismus", siehe
oben.
Nicht nur Averroes geriet mit den Orthodoxen seiner Zeit aneinander,
auch Friedrich musste eine harte Auseinandersetzung mit dem Papsttum und
den christlichen Traditionalisten seiner Zeit führen.
Dahinter
steckten nicht nur religionspolitische (Investitur in Sizilien) und
machtpolitische (Umklammerung des Kirchenstaats, Vorherrschaft in
Italien, Kaiserkrone und Krone von Sizilien, vgl.
hier),
sondern auch geistige Gegensätze, wie die folgenden Beispiele erweisen
sollen. In der päpstlichen Propaganda erschien Friedrich II. als
Epikuräer (abfällig: Genussmensch, Cu), Gottloser und Ketzer, in der
heutigen Geschichtsschreibung dagegen liest man im Zusammenhang mit ihm
den Begriff "modern".
Zur Veranschaulichung hier die Stimmen zweier zeitgenössischer Gegner
des Kaisers. Der Chronist und Franziskanermönch Salimbene von Parma
schreibt:
"Denn er war ein Epikureer; und so suchte er jede Stelle auf, die er selbst oder die seine Gelehrten in der Heiligen Schrift finden konnten, wenn sie nur dem Beweise diente, dass es nach dem Tode kein zweites Leben gebe."
Ein anderer Chronist schreibt: "Dieser Friedrich führte ein geradezu epikureisches Leben und glaubte nicht an ein anderes Leben." (Beide
Beispiele zitiert nach Eberhard Horst, Friedrich
der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975,
S. 180)
Zur
Politik und
Person
Friedrichs II. von Hohenstaufen vergleiche die
Arbeitsplattform "Staufer und Welfen": Friedrich II. von Hohenstaufen (1212-1250)
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2 - Falkenbuch
Friedrich
II. schrieb ein Buch über die Falknerei, das sogenannte
"Falkenbuch". Der Originaltitel lautet: De arte venandi
cum avibus" (Von der Kunst, mit Vögeln zu jagen). Es
entstand aus der "Verbindung von praktischer Tätigkeit mit
theoretischem Forschen und Fragen". (1)
Friedrich selbst pflegte die Falkenschaft leidenschaftlich, beobachtete
das Verhalten der Vögel persönlich und wusste deshalb aus eigener
Praxis, worum es ging. "Der Abfassung des Falkenbuchs gingen
jahrzehntelange Beobachtungen, Erfahrungen, Verhaltensforschungen
vorauf." (1)
In
der Einleitung legt Friedrich seine empirisch- naturwissenschaftliche Methode
dar. Der Kaiser schreibt in der Wir-Form (pluralis majestatis):
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3 - Friedrich II.: Aus der
Einleitung zum Falkenbuch
"Beim Schreiben sind Wir auch, wenn es erforderlich war, dem Aristoteles gefolgt; in manchen Dingen scheint er jedoch, wie Wir aus Erfahrung lernten, besonders bezüglich der Natur bestimmter Vögel, von der Wahrheit abzuweichen. Deshalb folgen Wir dem Fürsten der Philosophen nicht in allem; denn selten oder niemals hat er die Jagd mit Vögeln ausgeübt. Wir aber haben sie immer geliebt und immer betrieben. Bei vielem aber, was er in seinem Buche über die Tiere erzählt, sagt er, so hätten es andere berichtet; das aber, was andere so sagten, sah er weder selbst, noch haben es seine Gewährsmänner gesehen; eine sichere Gewissheit erlangt man nicht durch Hörensagen (durch das Ohr)."
"Unsere Absicht ist aber in diesem Buch über die Falknerei, das, was da ist, auch so zu zeigen, wie es ist, und als zuverlässige Kunst darzustellen: denn bisher fehlte es dabei sowohl an der Wissenschaft wie an der Kunst."
(Zitiert nach Eberhard
Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S.
195f.)
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4
- Philosophische Interessen Friedrichs II.
Friedrich II., der Provenzalisch (Französisch), Latein,
Italienisch, Griechisch und Arabisch, Deutsch nur schlecht sprach, war
bekannt für seine Korrespondenz mit Philosophen seiner Zeit.
Überliefert sind neben verschiedenen Fragebriefen beispielsweise
fünf "sizilianische Fragen" des Kaisers, wovon hier zwei
vorgestellt werden sollen.
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5 - Die erste
"sizilianische Frage" des Kaisers
Die erste, von dem islamischen Philosophen Ibn Sabin beantwortete Frage des Kaisers lautet:
"Der weise Aristoteles bezeichnet in allen seinen Schriften die Existenz der Welt einfach mit >von Ewigkeit her<; kein Zweifel, dass er dieser Ansicht war. Indessen welches sind, falls er es bewiesen hat, seine Beweisgründe? und wenn er es nicht bewiesen hat, welcher Art ist seine diesbezügliche Überlegung?"
(Zitiert nach
Eberhard Horst:
Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 187)
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6
- Die vierte "sizilianische Frage" des Kaisers
Eberhard Horst schreibt:
"Die vierte Frage (...) bezog sich wie die erste auf die averroistische Lehrmeinung, die der orthodoxe Islam wie das christliche Lehramt verwarfen:
»Welches ist der Beweis für die Unsterblichkeit der Seele? Und ist sie überhaupt unsterblich? Und wo befindet sich der weise Aristoteles im Gegensatz zu Alexander von Aphrodisias?«
Die Frage nach Alexander von Aphrodisias, der am Anfang des dritten Jahrhunderts in Athen lehrte, war verständlich: denn der griechische Philosoph galt wegen seiner Verneinung der persönlichen Unsterblichkeit als Vorläufer des Averroismus. Er gehörte zu den bedeutenden Kommentatoren des Aristoteles." (Eberhard
Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S.
188)
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7 - Friedrich fördert den
Averroismus
Wie man sieht, war der Kaiser an Averroes interessiert. Kein Wunder,
ließ er dessen Schriften un die des Aristoteles doch durch seine Hofgelehrten und die Professoren seiner Universität Neapel
übersetzen, kommentieren und verbreiten. Der Legende nach soll Averroes
sogar am Hofe Friedrichs II. gelebt haben, was aber nicht sein kann, da
dieser verstarb, als Friedrich im Alter von vier Jahren 1198 in Palermo
zum König von Sizilien gekrönt wurde.
Friedrich engagierte aber auch den Philosophen, Mathematiker und
Astrologen Michel Scotus als Hofphilosophen. Dieser hatte in der
Übersetzerschule von Toledo gewirkt (vgl. hier)
und war im Gelehrtenkreis um Friedrich II. die einflussreichste und
bedeutendste Persönlichkeit.
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8
- Naturwissenschaftliche Versuche Friedrichs?
Der christlichen Welt der Zeit Friedrichs II. waren wissenschaftliche
Versuche aus rein diesseitig- naturwissenschaftlichem Interesse genauso
suspekt wie der islamischen Orthodoxie damals oder heute. Der papsttreue
Franziskanermönch Salimbene von Parma, der allerdings in diesem
Punkt wenig zuverlässig und voreingenommen ist und vielleicht
ältere antike Berichte von Versuchen auf den Kaiser überträgt,
überliefert eine Reihe solcher Versuche, die Friedrich angeblich
durchführen ließ. Immerhin traut man dem Kaiser einiges zu.
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9 - Angeblicher Sprachversuch
Um herauszufinden, ob die hebräische, griechische, lateinische,
arabische die älteste Sprache sei oder ob Kinder ursprünglich die
Sprache der Eltern sprechen, habe der Kaiser Kinder aufziehen
lassen, die mit niemandem Sprachkontakt aufnehmen durften. Allerdings
starben die Kinder Salimbenes Bericht zufolge.
Wenn diese Geschichte vielleicht auch "nur" Rufmord war, so
sind doch naturwissenschaftliche Fragen des Kaisers an Gelehrte
zuverlässig überliefert. Indes: "Die Frage nach der
Ungläubigkeit oder Rechtgläubigkeit Friedrichs geriet durch
Verleumdungen, Unterstellungen, Missverständnisse und besonders durch
Wiederholungen seiner Gegner in ein kaum durchschaubares Dunkel. Dass
Friedrich selbst Anlass zum Ärgernis oder zum Zweifel an seiner
Rechtgläubigkeit bot, wurde mehrfach erwähnt. (...) Doch blieben
diejenigen, die die auf der Behauptung von Friedrichs Ungläubigkeit
bestanden, letztlich ihre Beweise schuldig."
(Eberhard
Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S.
193)
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10
- Sizilianische Dichterschule
Die Renaissancedichter Dante und Petrarca loben die sizilianische
Dichterschule am Hofe Friedrichs, die zum erstenmal in Italien im Volgare,
der Volkssprache, und nicht mehr in Latein dichtete und dem
"wahrhaft Menschlichen gefolgt" sei (Horst, a.a.o., S.
203). Die
zweite bedeutende Neuerung war die Erfindung des Sonetts. Die
Dichter dieser Schule übernahmen inhaltliche und formale Elemente von
provencalischen Vorbildern. Es ging um höfisches und ritterliches Leben
und um den Minnedienst (vgl.
Minnesang). Viele
der Hofdichter bekleideten bedeutende Staatsämter, z.B. Petrus de Vinea,
Friedrichs Großhofjustitiar, der auch hervorragenden lateinischen Stil
schrieb. Weitere Namen sind Rainald von Aquino, übrigens ein Bruder des
Philosophen Thomas von Aquin (siehe
hier),
Jakob von Morra, Jacob Mostacci, Roger de Amicis, Folco Ruffo, u.a..
Auch Friedrich selbst trat als Dichter hervor, aber eher im Sinne einer
höfisch- galanten Übung, während sein Vater Heinrich VI. als
bedeutender Minnesänger galt. Auch die Kaisersöhne Manfred und vor
allem Enzio dichteten, letzterer in bolognesischer Gefangenschaft aus
persönlichem Schicksal heraus. Noch Konradin, der letzte Staufer - er
wurde in Neapel 1268 enthauptet - schmiedete Verse.
Die Leistung Friedrichs II. bestand aber v.a. darin, "Initiator und
Mittelpunkt dieses jenes Kreises" zu sein, "der seit Dante die
scuola poetica siciliana, die sizilianische Dichterschule, genannt wird.
(Horst, a.a.o., S. 201)
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