Hoch- und Spätmittelalter


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Literaturgeschichte Wolfgang Pohl - Die deutsche Literatur des Mittelalters (500-1500)
pohlw.de


Minnesang


Die Miniaturen der Manesseschen Liederhandschrift
und andere Bildquellen
diglit.ub.uni-heidelberg.de

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Walther von der Vogelweide


Walther von der Vogelweide
Kurzbiografie und Werke
gutenberg-spiegel.de


Walther von der Vogelweide - Links zu Gedichten
Von Helmut Schulze
www.liberley.it

Literatur recherchiert 1:
Politische Lieder


Walther von der Vogelweide: Ich saz ûf eime steine (Reichston) / Diu krône ist elter danne der künec Philippes sî:
Mittelhochdeutsch und neuhochdeutsche Übersetzung
Wolfgang Pohl
pohlw.de


Walther von der Vogelweide: Ich saz ûf eime steine (Reichston)
de.wikipedia.org


Das Selbst- und Weltverständnis Walthers von der Vogelweide 
am Beispiel des Spruchs 
"Ich saz ûf eime steine" (Reichston): 
Vier Grafiken
Von Dieter Schrey
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Walther von der Vogelweide im WWW
Österreichische Gesellschaft für Literatur
Biografisches, Aufsätze, Essays, Gedichte, ...
ogl.at


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Literatur recherchiert 2:
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Walther von der Vogelweide: Nemt, frouwe, disen kranz
Mittelhochdeutsch
bibliotheca augustana


Walther von der Vogelweide:
Under der linden
Mittelhochdeutsch
sewanee.edu

Vergleiche mit: 
Boccaccio- Novellen 

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Theologie

Thomas von Kempen (um 1380 - 1471)


Thomas von Kempen - Sein Leben
thomas-von-kempen.de


Thomas von Kempen - Auszüge aus dem Hauptwerk
V.a. Memento Mori unten auf der Seite beachten!
thomas-von-kempen.de

Zum Vergleich
Boccaccio- Novellen, insbesondere 10,6.

Zur Vertiefung:


Die Natur des Menschen
Menschenbilder
thur.de

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Devotio Moderna


Devotio Moderna
thomas-von-kempen.de

Vergleiche mit dem Philosophen der Renaissance:


Pico della Mirandola
Arbeitsplattform "Kultur Humanismus und Renaissance"

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Impressum


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Inhalt:

Roter Kasten:

Bildende Kunst:
Frankreich 1000 - 1400 n.Chr.

Niederlande in Spätmittelalter und Renaissance 1400 - 1600 n.Chr.

Linke Spalte: 

Literatur
Literaturgeschichte  
Minnesang  
Walther von der Vogelweide 
Literatur recherchiert 1: Politische Lieder
 
Literatur recherchiert 2: Minnesang
 
Theologie:  
Thomas von Kempen
 
Devotio Moderna | Impressum

Mittlere Spalte:

Bildende Kunst
Übersichten nach Regionen  
Einige herausragende Künstler

Faszination Islam: Der islamische Rationalismus
Basiswissen Faszination Islam


1 - Einführung
2 - Rationalistischer gegen orthodoxen Islam und Aristoteles- Rezeption im Abendland
3 - Übersetzerschulen

4 - Vorarbeit für Humanismus und  Renaissance
5 - Ausblick

Kultur im Königreich Sizilien / Friedrich II. von Hohenstaufen

1 - Politik und Person Friedrichs II.
2 - Falkenbuch
3 - Friedrich II.: Aus der Einleitung zum Falkenbuch
4 - Philosophische Interessen Friedrichs II.
5 - Die erste "sizilianische Frage" des Kaisers
6 - Die vierte "sizilianische Frage" des Kaisers
7 - Friedrich fördert den Averroismus
8 - Naturwissenschaftliche Versuche Friedrichs?
9 - Angeblicher Sprachversuch
10 - Sizilianische Dichterschule

Rechte Spalte

Verwandte Seiten
Lexika  

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Frankreich 1000 - 1400 n.Chr.
Gotik! Viele Schauplätze an der Seite: Vezelay, Chartres, Beauvais, Palais des Papes (Avignon), Bourges, ... Herunterscrollen!
The Metropolitan Museum Of Art
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Niederlande in Spätmittelalter und Renaissance 1400 - 1600 n.Chr.
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Östliches Mittelmeer 1400 - 1600 n.Chr.
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Bildende Kunst: Einige herausragende Künstler


Von Van Eyck bis Bruegel: Ausgewählte Objekte
Die großen Niederländer!
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Faszination Islam: Der islamische Rationalismus

Basiswissen Faszination Islam

1 - Einführung

Im frühen und im Hochmittelalter war die christlich- abendländische der islamischen Zivilisation weit unterlegen. Obwohl in der Begegnung der Zivilisationen Djihad und Kreuzzug überwogen, kam es doch an den Rändern beider Welten auch zu einem Austausch, bei dem die christlich- abendländische Zivilisation der nehmende Teil war. Insbesondere ging es um den islamischen Rationalismus, dessen zentrale Probleme die Rolle von Glauben und Vernunft und ihr Verhältnis zueinander waren: Galt allein die göttliche Offenbarung (Koran, in Europa Bibel) oder war Erkenntnis auch außerhalb der göttlichen Offenbarung mit Hilfe der Vernunft möglich? Dass diese Fragestellung überhaupt aufkommen konnte, hing damit zusammen, dass sich die islamische Zivilisation mit dem griechisch- römischen Erbe auseinander setzte, mit dem sie durch die arabische Expansion in Berührung kam.

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2 - Rationalistischer gegen orthodoxen Islam und Aristoteles- Rezeption im Abendland

Im Mittelalter existierten im islamischen Bereich die entgegen gesetzten islamischen Traditionen der rationalistischen Philosophie, die Aristoteles (siehe hier, Seitenwechsel!) als Ersten Lehrer der Muslime ehrte,  und der vernunftfeindlichen "Rechtgläubigkeit" (Orthodoxie), die Logik als Quelle der Ketzerei verdammte. 

Die Entstehung einer islamischen rationalistischen Theologie ("Kalam"), die versuchte, Glauben und Vernunft miteinander zu verbinden und die sich von der islamischen Orthodoxie abhob, ging ebenfalls auf die Verarbeitung hellenistischer Gedanken zurück. Die Kalam- Theologie wandte sich gegen die Lehre von der Prädestination (Vorherrbestimmung des Menschen zur ewigen Seligkeit oder Verdammnis, Cu) und gegen den Kismet- Glauben (das unabänderlich von Gott verhängte Schicksal) und betonte den freien Willen des Menschen und seine Verantwortung. Auch ging sie davon aus, dass der Koran geschaffen und nicht, wie von der Orthodoxie behauptet, präexistent (Urtext des Koran vor seiner Verkündigung im Himmel, Cu) sei.

Bitte hier weiterlesen:


Arabische Aristoteles- Rezeption: Avicenna (980 - 1037), Averroes (1126 - 1198), Maimonides (1135 - 1204)



Einströmen des Aristotelismus in das Abendland (Scholastik) und Formierung der konservativen Gegenreaktion



Thomas von Aquin und der kirchlich zurechtgebogene Aristoteles
 


Wilhelm von Ockham (1298 - 1349)


Siger von Brabant und die "Zwei Wahrheiten" der Averroaner

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3 - Übersetzerschulen

"Die Hellenisierung des Islam wurde mit der Übertragung griechischer Werke ins Arabische eingeleitet. Es waren zunächst arabische Christen, die als Übersetzer alt-griechischer Philosophen wirkten und die islamische Rezeption (Aufnahme bzw. Übernahme von und mit Gedankengut, Cu) der Antike, die als "Hellenisierung" in der islamischen Zivilisation beschrieben wird, initiierten." (Bassam Tibi: Kreuzzug und Djihad, S. 175) 

Der ersten großen Bibliothek in Bagdad war ein Zentrum zur Übersetzung griechischer Werke angeschlossen. Weitere große Übersetzerschulen gab es in Cordoba, Toledo und Sizilien. An der Übersetzerschule von Toledo wirkten der Deutsche Hermannus Alemannus und der Schotte Michael Scotus. Hierzu mehr unter "Kultur im Königreich Sizilien" unten.

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4 - Vorarbeit für Humanismus und  Renaissance

Mit dem Anstoß zur Auseinandersetzung mit Aristoteles öffnet sich im Ergebnis im Abendland eine Tür für säkular- weltliches, rationales Denken, das in Humanismus und Renaissance weitergeführt wird und in der Aufklärung endet, die die Grundlage für unsere heutige, säkulare westliche Zivilisation gelegt hat.

Siehe dazu hier:


Humanismus und Renaissance (14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts)


Aufklärung

Leider verlief die Entwicklung im islamischen Bereich in die entgegengesetzte Richtung: Der Rationalismus, die Grundlage jeglicher echten Wissenschaft, der sich ja gegen JEDE Religion, also auch gegen den Islam richtet, wurde von der islamischen Orthodoxie unterdrückt. Dies führte auf Dauer zu einer Erstarrung der islamischen Kultur und zu deren Niedergang, die mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches und des Kalifats einherging. Versuche der osmanischen Sultane im 19. Jh., westliche Technik mit einer vormodernen Kultur zu vereinbaren, scheiterten. 

Erst die moderne Türkei unter Atatürk beendete das Kalifat und trennte Staat und Religion, versäumte aber - wie auch die arabischen Staaten - eine grundlegende geistige Auseinandersetzung mit dem Islam.

Siehe dazu folgende Seiten:


Arbeitsplattform "Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches


Arbeitsplattform "Ende des Osmanenreiches"

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5 - Ausblick

In der Gegenwart stellt sich das Problem neu: einerseits als Alternative zwischen rational- säkularer (weltlicher) Modernisierung oder als Rückfall ins geistige Mittelalter mit totalitärer Religionsdiktatur in den islamischen Staaten; andererseits als Integrationsproblem islamischer Migranten in Staaten der westlichen Zivilisation, das den inneren Zusammenhalt, ja die kulturelle Existenz dieser Staaten mittelfristig in Frage stellen kann.

Der " `offene Islam` wurde gleichermaßen in Vergangenheit und Gegenwart von der Orthodoxie bekämpft und zum Schweigen gebracht. Im Zeitalter der Migration und der Islam- Diaspora gilt diese Aussage auch als Warnung an Europa." (Bassam Tibi, Kreuzzug und Djihad, S. 177)

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Kultur im Königreich Sizilien / Friedrich II. von Hohenstaufen

1 - Politik und Person Friedrichs II.

Dieses Thema steht in engem Zusammenhang mit dem Thema "Faszination Islam: Islamischer Rationalismus", siehe oben. Nicht nur Averroes geriet mit den Orthodoxen seiner Zeit aneinander, auch Friedrich musste eine harte Auseinandersetzung mit dem Papsttum und den christlichen Traditionalisten seiner Zeit führen. 

Dahinter steckten nicht nur religionspolitische (Investitur in Sizilien) und machtpolitische (Umklammerung des Kirchenstaats, Vorherrschaft in Italien, Kaiserkrone und Krone von Sizilien, vgl. hier), sondern auch geistige Gegensätze, wie die folgenden Beispiele erweisen sollen. In der päpstlichen Propaganda erschien Friedrich II. als Epikuräer (abfällig: Genussmensch, Cu), Gottloser und Ketzer, in der heutigen Geschichtsschreibung dagegen liest man im Zusammenhang mit ihm den Begriff "modern".

Zur Veranschaulichung hier die Stimmen zweier zeitgenössischer Gegner des Kaisers. Der Chronist und Franziskanermönch Salimbene von Parma schreibt:

"Denn er war ein Epikureer; und so suchte er jede Stelle auf, die er selbst oder die seine Gelehrten in der Heiligen Schrift finden konnten, wenn sie nur dem Beweise diente, dass es nach dem Tode kein zweites Leben gebe." 

Ein anderer Chronist schreibt: "Dieser Friedrich führte ein geradezu epikureisches Leben und glaubte nicht an ein anderes Leben." 

(Beide Beispiele zitiert nach Eberhard Horst, Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 180) 

Zur Politik und Person Friedrichs II. von Hohenstaufen vergleiche die 


Arbeitsplattform "Staufer und Welfen": Friedrich II. von Hohenstaufen (1212-1250) 

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2 - Falkenbuch

Friedrich II. schrieb ein Buch über die Falknerei, das sogenannte "Falkenbuch". Der Originaltitel lautet:  De arte venandi cum avibus" (Von der Kunst, mit Vögeln zu jagen). Es entstand  aus der "Verbindung von praktischer Tätigkeit mit theoretischem Forschen und Fragen". (1) Friedrich selbst pflegte die Falkenschaft leidenschaftlich, beobachtete das Verhalten der Vögel persönlich und wusste deshalb aus eigener Praxis, worum es ging. "Der Abfassung des Falkenbuchs gingen jahrzehntelange Beobachtungen, Erfahrungen, Verhaltensforschungen vorauf." (1)

In der Einleitung legt Friedrich seine empirisch- naturwissenschaftliche Methode dar. Der Kaiser schreibt in der Wir-Form (pluralis majestatis):

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3 - Friedrich II.: Aus der Einleitung zum Falkenbuch

"Beim Schreiben sind Wir auch, wenn es erforderlich war, dem Aristoteles gefolgt; in manchen Dingen scheint er jedoch, wie Wir aus Erfahrung lernten, besonders bezüglich der Natur bestimmter Vögel, von der Wahrheit abzuweichen. Deshalb folgen Wir dem Fürsten der Philosophen nicht in allem; denn selten oder niemals hat er die Jagd mit Vögeln ausgeübt. Wir aber haben sie immer geliebt und immer betrieben. Bei vielem aber, was er in seinem Buche über die Tiere erzählt, sagt er, so hätten es andere berichtet; das aber, was andere so sagten, sah er weder selbst, noch haben es seine Gewährsmänner gesehen; eine sichere Gewissheit erlangt man nicht durch Hörensagen (durch das Ohr)."

"Unsere Absicht ist aber in diesem Buch über die Falknerei, das, was da ist, auch so zu zeigen, wie es ist, und als zuverlässige Kunst darzustellen: denn bisher fehlte es dabei sowohl an der Wissenschaft wie an der Kunst." 

(Zitiert nach
Eberhard Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 195f.)

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4 - Philosophische Interessen Friedrichs II.

Friedrich II., der Provenzalisch (Französisch), Latein, Italienisch, Griechisch und Arabisch, Deutsch nur schlecht sprach, war bekannt für seine Korrespondenz mit Philosophen seiner Zeit. Überliefert sind neben verschiedenen Fragebriefen  beispielsweise fünf "sizilianische Fragen" des Kaisers, wovon hier zwei vorgestellt werden sollen.

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5 - Die erste "sizilianische Frage" des Kaisers

Die erste, von dem islamischen Philosophen  Ibn Sabin beantwortete Frage des Kaisers lautet: "Der weise Aristoteles bezeichnet in allen seinen Schriften die Existenz der Welt einfach mit >von Ewigkeit her<; kein Zweifel, dass er dieser Ansicht war. Indessen welches sind, falls er es bewiesen hat, seine Beweisgründe? und wenn er es nicht bewiesen hat, welcher Art ist seine diesbezügliche Überlegung?" 

(Zitiert nach
Eberhard Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 187)

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6 - Die vierte "sizilianische Frage" des Kaisers

Eberhard Horst schreibt:

"Die vierte Frage (...) bezog sich wie die erste auf die averroistische Lehrmeinung, die der orthodoxe Islam wie das christliche Lehramt verwarfen: 

»Welches ist der Beweis für die Unsterblichkeit der Seele? Und ist sie überhaupt unsterblich? Und wo befindet sich der weise Aristoteles im Gegensatz zu Alexander von Aphrodisias?« 

Die Frage nach Alexander von Aphrodisias, der am Anfang des dritten Jahrhunderts in Athen lehrte, war verständlich: denn der griechische Philosoph galt wegen seiner Verneinung der persönlichen Unsterblichkeit als Vorläufer des Averroismus. Er gehörte zu den bedeutenden Kommentatoren des Aristoteles."

(Eberhard Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 188)

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7 - Friedrich fördert den Averroismus

Wie man sieht, war der Kaiser an Averroes interessiert. Kein Wunder, ließ er dessen Schriften  un die des Aristoteles doch  durch seine Hofgelehrten und die Professoren seiner Universität Neapel übersetzen, kommentieren und verbreiten. Der Legende nach soll Averroes sogar am Hofe Friedrichs II. gelebt haben, was aber nicht sein kann, da dieser verstarb, als Friedrich im Alter von vier Jahren 1198 in Palermo zum König von Sizilien gekrönt wurde.

Friedrich engagierte aber auch den Philosophen, Mathematiker und Astrologen Michel Scotus als Hofphilosophen. Dieser hatte in der Übersetzerschule von Toledo gewirkt (vgl. hier) und war im Gelehrtenkreis um Friedrich II. die einflussreichste und bedeutendste Persönlichkeit.

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8 - Naturwissenschaftliche Versuche Friedrichs?

Der christlichen Welt der Zeit Friedrichs II. waren wissenschaftliche Versuche aus rein diesseitig- naturwissenschaftlichem Interesse genauso suspekt wie der islamischen Orthodoxie damals oder heute. Der papsttreue Franziskanermönch Salimbene von Parma, der allerdings in diesem Punkt  wenig zuverlässig und voreingenommen ist und vielleicht ältere antike Berichte von Versuchen auf den Kaiser überträgt, überliefert eine Reihe solcher Versuche, die Friedrich angeblich durchführen ließ. Immerhin traut man dem Kaiser einiges zu.

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9 - Angeblicher Sprachversuch

Um herauszufinden, ob die hebräische, griechische, lateinische, arabische die älteste Sprache sei oder ob Kinder ursprünglich die Sprache  der Eltern sprechen, habe der Kaiser Kinder aufziehen lassen, die mit niemandem Sprachkontakt aufnehmen durften. Allerdings starben die Kinder Salimbenes Bericht zufolge.

Wenn diese Geschichte vielleicht auch "nur" Rufmord war, so sind doch naturwissenschaftliche Fragen des Kaisers  an Gelehrte zuverlässig überliefert. Indes: "Die Frage nach der Ungläubigkeit oder Rechtgläubigkeit Friedrichs geriet durch Verleumdungen, Unterstellungen, Missverständnisse und besonders durch Wiederholungen seiner Gegner in ein kaum durchschaubares Dunkel. Dass Friedrich selbst Anlass zum Ärgernis oder zum Zweifel an seiner Rechtgläubigkeit  bot, wurde mehrfach erwähnt. (...) Doch blieben diejenigen, die die auf der Behauptung von Friedrichs Ungläubigkeit bestanden, letztlich ihre Beweise schuldig."
(Eberhard Horst: Friedrich der Staufer - eine Biographie, Düsseldorf 1975, S. 193)

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10 - Sizilianische Dichterschule

Die Renaissancedichter Dante und Petrarca loben die sizilianische Dichterschule am Hofe Friedrichs, die zum erstenmal in Italien im Volgare, der Volkssprache, und nicht mehr in Latein dichtete und dem "wahrhaft Menschlichen gefolgt" sei (Horst, a.a.o., S. 203). 

Die zweite bedeutende Neuerung war die Erfindung des Sonetts. Die Dichter dieser Schule übernahmen inhaltliche und formale Elemente von provencalischen Vorbildern. Es ging um höfisches und ritterliches Leben und um den Minnedienst (vgl. Minnesang). 

Viele der Hofdichter bekleideten bedeutende Staatsämter, z.B. Petrus de Vinea, Friedrichs Großhofjustitiar, der auch hervorragenden lateinischen Stil schrieb. Weitere Namen sind Rainald von Aquino, übrigens ein Bruder des Philosophen Thomas von Aquin (siehe hier), Jakob von Morra, Jacob Mostacci, Roger de Amicis, Folco Ruffo, u.a..

Auch Friedrich selbst trat als Dichter hervor, aber eher im Sinne einer höfisch- galanten Übung, während sein Vater Heinrich VI. als bedeutender Minnesänger galt. Auch die Kaisersöhne Manfred und vor allem Enzio dichteten, letzterer in bolognesischer Gefangenschaft aus persönlichem Schicksal heraus. Noch Konradin, der letzte Staufer - er wurde in Neapel 1268 enthauptet - schmiedete Verse. 

Die Leistung Friedrichs II. bestand aber v.a. darin, "Initiator und Mittelpunkt dieses jenes Kreises" zu sein, "der seit Dante die scuola poetica siciliana, die sizilianische Dichterschule, genannt wird. (Horst, a.a.o., S. 201)

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