| Adel und Bauern beim Übergang zur Neuzeit | |||||
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Zum einen waren neue, modernere Waffen und entsprechende Befestigungen erforderlich (vgl. hier), wenn er militärisch Erfolg haben wollte. Zum anderen stieg allenthalben der Luxus, der von den Städten und aus dem Ausland kam. Schon aus Gründen des Prestiges musste man mit dem steigenden Luxus des städtischen Bürgertums mithalten. Die Preise für Luxusgüter waren aber überhöht. weil die Nachfrage das Angebot überstieg. Auf der anderen Seite waren die Bodenpreise verhältnismäßig niedrig. Das Vermögen des Adels bestand aber vorwiegend in der Form von Liegenschaften. Daher musste der Adlige Geld leihen. Dies und eine inflationäre Tendenz trieben wiederum die Zinsen in die Höhe, was das ohnehin knappe Geld weiter verteuerte. Tendenziell steigenden Ausgaben standen tendenziell sinkende Einnahmen gegenüber. Da Söldnerheere die Ritterheere abzulösen begannen, waren die Dienste des Ritters weniger gefragt als früher. Im staatlichen Bereich wurden Adlige zunehmend durch bürgerliche Beamte mit juristischer Ausbildung verdrängt, auch da sich der durchschnittliche Adlige mit den Wissenschaften wenig anfreunden konnte. Von Seiten der großen Landesherren sah sich der kleinere reichsfreie Adlige in seiner Unabhängigkeit bedrängt. Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen sind dafür sprechende Beispiele. Der Ritter begann sich also zunehmend auf gewöhnlichen Straßenraub zu verlegen. was aber wiederum Landesherren, Städte und andere auf den Plan rief. Ein konsequent durchgesetzter Landfrieden beschränkte auch das Raubrittertum zunehmend. Zum anderen versuchte der Ritter, mehr aus seinen Gütern herauszuholen. Er verschärfte den Druck auf die Bauern, um die Verschlechterung seiner Situation zu kompensieren.
Die Bauern bewirtschafteten nicht nur das von ihnen geliehene Land, sondern auch Land im Gemeindebesitz, die sog. Allmende, vielfach in Viehwirtschaft. Auch der Wald wurde beweidet und als Bezugsquelle für Holz. aber auch Wildbret benutzt. In den Gewässern wurde Fisch gefangen. Am Ende des Mittelalters wird auf den Bauern wachsender Druck ausgeübt. Die Grundherren steigern Gülten und Zinsen und die ungemessenen Fronen und breiten mit Hilfe des Römischen Rechtes die Leibeigenschaft aus. Zugleich werden alle Herrschaftsrechte wie Forst-, Allmend-, Jagd- und Fischrechte konsequent genutzt. Dies führt zu spürbaren Einschränkungen für die Bauern, weil Bauern nicht mehr jagen sollen, weil die Waldnutzung begrenzt wird und die Allmende verkleinert oder eingezäunt und für die Viehwirtschaft unbenutzbar gemacht wird. Zugleich sieht sich der Bauer Steueranhebungen und einer korruptionsanfälligen Beamtenschaft ausgesetzt, ohne seine Belange vor Gericht wirksam vertreten zu können. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer Bevölkerungsvermehrung, durch die mehr Personen bei fast gleichbleibender Landfläche ernährt werden müssen, und führt zu Verschuldung und wirtschaftlichem Substanzverlust der Höfe. Der Adel kombiniert die
Ausschöpfung vorhandener Rechtstitel mit unrechtmäßigem Vorgehen. Das
neue Römische Recht wird gegen überkommenes deutsches Recht zugunsten
der Herren gegen den Bauern eingesetzt. Zugleich wächst die Arroganz des
Adels, der z.B. bei der Jagd häufig wenig Rücksicht auf Frucht und
Felder der Bauern nimmt.
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