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Peloponnesischer Krieg 431 - 401 v.Chr.
Makedonien war anfangs neutral.
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Speziellere
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Griechenland
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Kartenpuzzle Griechenland
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Wo waren griechische Intellektuelle wirksam?
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Karte: Handel der Griechen und Phönizier
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Perserreich um 500 v.Chr.
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Perserkriege (Höhepunkte 480/ 479 v.Chr.)
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Attisches Seereich und Peloponnesischer Krieg 431- 404 v.Chr.
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Anklickbare Grundrisskarte von Athen
und Piräus
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Reich Alexanders des Großen
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Griechische und phönizische Kolonisation
Interaktive Karte
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Akropolis Rekonstruktion
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Kulturepochen
- Alte Griechen
Basiswissen:
Ausführlichere Darstellungen der einzelnen Epochen siehe jeweils
rechte Spalte.
Griechische und phönizische Kolonisation
Interaktive Karte
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Grundkarte
Griechenland
Anklicken für Vergrößerung und Umrisskarte
Die alten Griechen
lebten zunächst auf dem Festland, dann rund um die Ägäis und breiteten sich im Zuge der Griechischen
Kolonisation seit etwa 750 v.Chr. v.a. nach Unteritalien
("Großgriechenland"; Neapel = Nea Polis = Neustadt), den Ostteil Siziliens und ins
Schwarzmeergebiet aus. Weitere Kolonien wurden an der Südküste
Kleinasiens, einige in Ägypten, in Südfrankreich (Marseille) und Spanien
gegründet. Im westlichen Mittelmeer konkurrierten die Griechen mit der
phönizischen Gründung Karthago (beim heutigen Tunis).
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2 - Rivalität und Gemeinsamkeiten |

Kopf der Göttin Athene, der Schutzgöttin Athens.
Wenn du möchtest, kannst du das Bild herunterladen und ausmalen.
Bildnachweis

Pferderennen, eine der
olympischen Disziplinen
Wenn du möchtest, kannst du das Bild herunterladen und ausmalen.
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Griechenland war im
Altertum vor der Römerzeit nie politisch geeint, sondern setzte sich aus
rivalisierenden Stadtstaaten zusammen. Die beiden wichtigsten waren
Athen und Sparta, die zugleich unterschiedliche Gesellschaftsformen
repräsentierten. Sprache,
Religion (gemeinsame Götter; wichtigstes Orakel: Delphi) und
religiöse Veranstaltungen (Olympische Spiele u.a.; heutige
Olympische Spiele sind reine Sportveranstaltungen) schufen aber
dennoch ein Gemeinschaftsbewusstsein. Man grenzte sich gemeinsam von den
"Barbaren" (= Krächzern) ab.
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3 - Griechische Ideen und Leistungen |

Theseus vom Ostgiebel des
Parthenon- Tempels auf der Akropolis
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Bildnachweis

Die Statue wird lebendig
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Bildnachweis

Reiter vom Fries des Parthenon-
Tempels auf der Akropolis von Athen
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Bildnachweis
Den
Griechen verdanken wir ein Reihe grundlegender Einrichtungen und Ideen,
die heute einen wichtigen Teil unseres europäischen Bewusstseins
ausmachen: -
die Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles, Zenon. Bekannt ist
auch Diogenes in der Tonne, der dem Armutsideal nacheiferte); Zentrum war
seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. Athen, später auch Alexandria; -
eine Wissenschaft, die immerhin schon die Atomtheorie kannte
(Demokrit) (aber noch nicht streng naturwissenschaftlich experimentierte);
noch heute lernt man den Satz des Thales und den Satz des Pythagoras in
der Schule; -
die Demokratie = Volksherrschaft, die die Herrschaft reicher
Adliger ablöste und Könige und Tyrannen (ebenfalls ein griechischer
Begriff) ablehnte; besonders Athen unter Perikles
entwickelte die Demokratie (im 6. und v.a. 5. Jh. v.Chr.). -
eine vorbildliche, klassische Kunst, die das Individuum in den
Mittelpunkt stellte und Harmonie, Proportion und Schönheit für wichtig
hielt. Griechische Tempelbauten und Statuen (Akropolis) wirkten in
der Kunstgeschichte immer wieder nach (Renaissance, Klassizismus,
Historismus), schon die Römer kopierten griechische Kunst. Phidias
und Praxiteles schufen hervorragende Statuen. Griechische Sagen
(Odyssee, Ilias, Herakles) werden heute noch gelesen und verfilmt und
geben bis in die Gegenwart Theater- und Romanstoffe.
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Relief des persischen
Großkönigs aus den Ruinen von Persepolis
Bildnachweis

Perserreich um 500 v.Chr.
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Perserreich
| 4a
- Ionischer Aufstand (500 oder 499 v.Chr.)
|
Nachdem die Perser die Griechenstädte an der Küste Kleinasiens erobert
hatten, brach dort 500 v. Chr. oder 499 v. Chr. in Milet der gegen die
persische Herrschaft gerichtete „Ionische Aufstand“ aus. Athen und
Eretria unterstützten diesen mit Schiffen. 494 v.Chr aber hatte der
persische Großkönig gesiegt und eine Rechnung mit Athen und Eretria
blieb offen.
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| 4b
- Erster Perserkrieg (490 v.Chr.)
|

Griechischer Hoplit (Schwerbewaffneter)
Beschreibe ihn.
Wenn du möchtest, kannst du das Bild herunterladen und ausmalen.
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Bildnachweis
490 v. Chr.
eroberten die persischen Feldherren des Großkönigs Darius Eretria und
landeten in Attika bei Marathon. Die Spartaner kamen zu spät, aber
Athener und Platäer unter Führung des Feldherrn Miltiades gewannen
die Schlacht bei Marathon mit geringen Verlusten.
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| 4c
-Zweiter Perserkrieg (480 - 479 v.Chr.)
|

Querschnitt durch eine griechische Triere,
ein Ruderschiff mit drei übereinander liegenden Ruderreihen. Wie es
funktioniert, erfährst du unter dem Bildnachweis.
Wenn du möchtest, kannst du das
Bild herunterladen und ausmalen.
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Bildnachweis
480 v. Chr.
startete Dareios' Nachfolger Xerxes I. mit ca. 100.000 Soldaten und 1.000
Schiffen einen weiteren Feldzug. Ein Teil Griechenlands verbündete sich
entweder mit dem Angreifer oder verhielt sich neutral. Ein von der
Seemacht Athen mit ihrem Feldherrn Themistokles sowie von Sparta geführtes
Bündnis leistete Xerxes Widerstand.
Bei dem Engpass
der Thermopylen kam es zur Schlacht. Als die Griechen, durch Verrat
gezwungen, sich zurückziehen mussten, deckten 300 Spartaner unter ihrem König
Leonidas zusammen mit 700 weiteren Griechen (Thespiern) erfolgreich den Rückzug und starben.
Die Seeschlacht
bei Kap Artemision endete unentschieden und konnte den persischen
vormarsch nicht aufhalten. Deshalb wurden die Bewohner Athens auf nahe
liegende Inseln evakuiert und die Perser zündeten die Stadt an.
Themistokles zerstörte
nun mit Hilfe einer Kriegslist die persische Flotte in der Schlacht von
Salamis und zerstörte die meisten ihrer Schiffe. Xerxes, der vom Land aus
dem Untergang seiner Flotte zusehen musste, und die Reste seiner Flotte flüchteten
nach Asien und ließen das persische Landheer über den Winter in
Griechenland zurück.
479 v. Chr.
siegten die griechischen Reiter und Hopliten in der Schlacht von Plataea
endgültig, die Reste des persischen Heeres mussten Griechenland
verlassen. Im gleichen Jahr (479 v. Chr.) zerstörte die griechische
Flotte die persische Restflotte bei Mykale in Kleinasien.
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Die List des Themistokles vor der Schlacht bei
Salamis
Aus:
Die Geschichten des Herodotos, Buch
Urania, S. 279, Abschnitte 70 (Seitennummer der PDF-Datei: 279) und 74
(Seitennummer der PDF-Datei: 280)
----------------
70. Und wie der Befehl zum Aufbruch gegeben war , gingen sie
(die Perser) in See nach Salamis und ordneten und stellten sich in aller Ruhe. Derselbige Tag aber war nicht mehr lang genug, eine Schlacht zu liefern, denn die Nacht kam heran; daher rüsteten sie sich auf den folgenden Tag. Die Hellenen aber waren in Furcht und Angst, vornehmlich aber die aus dem Peloponnesos
(Halbinsel Peloponnes); sie fürchteten sich aber, dass sie selbst bei Salamis fest säßen und für die Athener sich schlagen sollten; verlören sie, so würden sie abgeschnitten und auf der Insel
(Salamis) belagert werden und ihre Heimat ohne Verteidigung sein.“ [...]
Ein Teil der Peloponnesier baute in der Zischenzeit eine Mauer quer über den Isthmos, um die Perser aufzuhalten.
74. [...] Die bei Salamis aber, als sie solches erfuhren, waren in großer Angst, nicht sowohl aus Furcht vor sich, als für den Peloponnesos. Erst nun besprach sich einer mit dem andern insgeheim [...]. Der eine Teil sagte, man müsste nach dem Peloponnesos segeln und für jenes Land den entscheidenden Kampf wagen, nicht aber bleiben und kämpfen für ein unterjochtes Land
(Die Perser hatten zu diesem Zeitpunkt schon Athen erobert und angezündet.); die Athenäer
(= Athener) und die Äginaten und die Megarer (sie wohnten VOR dem Wall zum Schutz des Peloponnes) meinten hingegen, man müsste bleiben und hier abwehren.
Da ging Themistokles (der Anführer der Athener), als er von den Peloponnesiern überstimmt wurde, heimlich aus der Versammlung, und wie er hinaus war, schickte er zu Schiffe in das Lager der Meder
(= Perser) einen Mann mit dem Auftrage, was er sagen sollte. [...] Nachdem dieser dazumal angelangt mit seinem Fahrzeuge, sprach er zu seinen Feinden also:
Mich sendet der Oberst der Athenäer ohne Vorwissen der anderen (denn er ist auf des Königs
(der Perser) Seite und wünscht lieber, dass ihr als dass die Hellenen
(= Griechen) die Oberhand gewinnen), euch zu sagen, dass die Hellenen voller Furcht sind und sich berathen über ihre Flucht. Und jetzo könnt ihr die herrlichsten Taten tun, wenn ihr nicht zugebet, dass sie entfliehen. Denn sie sind nicht einig untereinander und werden euch keinen Widerstand mehr leisten, und ihr werdet sehn, dass sie wider einander streiten, die für und die gegen euch sind.“
Aufgaben:
- Themistokles erklärt
seinem Vertrauten, warum er den Perserkönig Xerxes vom Streit
bei den Griechen unterrichten ließ und was er mit der Botschaft
des Boten bezwecken wollte. Führe ein Rollenspiel auf.
- Die Perser halten Kriegsrat. Die einen sind dafür, den Rat des Themistokles anzunehmen, die anderen sind dagegen. Xerxes begründet seinen Entschluss, dem
Rat des Themistokles zu folgen.
Führe ein entsprechendes Rollenspiel auf.
|
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| 4d
- Weitere Kämpfe bis 449/ 448 v.Chr
|
In den folgenden
Jahren gingen die Kämpfe weiter, erst um 449 v. Chr./448 v. Chr. wurde
mit Unterstützung des führenden athenischen Politikers Perikles der
sogenannte „Kalliasfrieden“ mit den Persern geschlossen. Im Ergebnis
wurden die Griechen in Kleinasien sowie Zypern von Persien unabhängig. In
der Ägäis durften keine persischen Kriegsschiffe fahren.
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| 5
- Vom Attischen Seebund 479/ 78 v.Chr. zum Attischen Seereich (ca. 454 v.Chr.) |

Karte Attisches Seereich und Peloponnesischer Krieg 431- 404 v.Chr.
wps.ablongman.com

Akropolis von Athen, Rekonstruktion
Die Akropolis ist ein Symbol der athenischen Macht, teilweise erbaut mit
Geldern aus der Bundeskasse des Attischen Seebundes, vgl. unten
"Umstrittenes
Bauprogramm des Perikles (Bericht des Plutarch)".

Bildnachweis
Der
Attische Seebund wurde von Athen und vielen griechischen Städten rings um
die Ägäis und auf den ägäischen Inseln 478/77 v. Chr. als Schutz gegen
die Perser zur Fortführung des Krieges gegründet. Dabei schlossen die Bündnispartner
zweiseitige Verträge mit Athen, das wegen seiner Flotte im Unterschied zu
Sparta Schutz gegen die Perser gewähren konnte. Für Athen ging es auch
darum, seine Handelsrouten in der Ägäis und nach dem Schwarzen Meer zu
schützen, von wo aus für Athen lebenswichtige Getreidelieferungen kamen.
Da
die Bundesversammlung zuerst auf Delos statt fand, wo zunächst auch die
Bundeskasse aufbewahrt wurde, spricht man vom "Delisch -
Attischen
Seebund". In die Bundeskasse zahlten ursprünglich nur diejenigen Bündnispartner
Beiträge ein, die keine eigenen Schiffe für die Bundesflotte zahlen
konnten, aber bald zogen es die allermeisten Städte und Inseln vor, auf
Bau und Unterhalt teurer Schiffe zu verzichten und dafür Geld in die
gemeinsame Kasse zu bezahlen. Nach und nach kam es so dazu, dass Athen
immer mächtiger und die Bündnispartner immer abhängiger von Athen
wurden. Wer aus dem Bündnis austreten wollte, wurde von Athen teilweise
mit bewaffneter Macht gezwungen, im Bund zu verbleiben. Auch setzte Athen
bei manchen Bündnispartnern die Demokratie mit Mitteln des Zwangs durch.
Zuletzt
entwickelte sich der“ Attisch- Delische SeeBUND“ zu einem „Attischen
SeeREICH“, aus gleichberechtigten Bündnispartnern wurden von Athen
abhängige Städte und Inseln. 454 v. Chr. wurde die Bundeskasse dann nach
Athen überführt und Perikles ließ mit Bundesgeld z. B. die von den
Persern zerstörte Akropolis neu und viel prächtiger als vorher wieder
aufbauen. Athen hatte nun die Vorherrschaft (= „Hegemonie“) in
Griechenland errungen, was zu einem Krieg mit Sparta und dem von diesem
gegründeten „Peloponnesischen Bund“ führen musste.
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Töpferwerkstatt
Links ein Handwerker, der wohl mit Hilfe zweier Stöckchen ein Gefäß vom
Ofen holt; rechts ein weiterer Handwerker, der wahrscheinlich versucht,
einem fertig gebrannten Gefäß die letzte Politur zu geben.
Bildnachweis

Griechische Vasen waren begehrte
Exportartikel. Die athenioschen schwarzfigurigen und später rotfigurigen
Vasen waren berühmt.
Bildnachweis
Weitere
Bilder vgl. Bilderserie
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|
7a -Staatsformen der antiken Welt
Griechenlands und Persiens |
Als in Persien ein unrechtmäßiger Nachfolger des persische Großkönigs
Kambyses von Verschwörern gestürzt wurde, berieten diese über die beste
Staatsform für das Land. Im seinem dritten Buch der Geschichte berichtet
Herodot darüber.
Den ersten Verschwörer, Otanes, lässt Herodot Folgendes sagen:
"Ich bin der Meinung, dass nicht wieder ein Einiger [Einzelner] unser Herr werden muss, denn das ist weder erfreulich noch gut. Denn ihr wisset, wie weit Kambyses Übermut gegangen ist, so habt ihr auch des Magers Übermut gekostet.
Wie kann auch die Alleinherrschaft etwas Gutes sein, die da tun kann, was ihr beliebt, ohne Verantwortlichkeit? Ja, wenn man auch den besten Mann an diese Stelle setzte, so würde sie ihn bald von seinen gewohnten Bestimmungen abbringen. Denn der Übermut entsteht aus der gegenwärtigen Herrlichkeit, und der Neid ist von Natur schon den Menschen eingepflanzet. Wer die beide [Übermut und Neid] hat, der hat alles mögliche Übel. Denn nun tut er vielleicht entsetzliche Dinge, zum Teil aus Übermut, zum Teil aus Neid.
[...] [Der Alleinherrscher] beneidet die Besten, dass sie wohl und am Leben sind, und hat sein Gefallen an den schlechtesten Bürgern. Verleumdungen nimmt er begierig an, und das Allersonderbarste ist: Wenn man ihn mit Maßen lobt, so wird er böse, dass man ihm nicht alle mögliche Achtung bezeiget, und wenn man ihm alle mögliche Achtung bezeigt, so wird er böse, dass man ihm schmeichelt.
Das Ärgste aber kommt noch: Er stößt die väterlichen Gesetze um, er tut den
Frauen Gewalt an, er tötet ohne Urteil und Recht.
Wenn aber das Volk [Demos = das Volk; Demokratie = Volksherrschaft] herrscht, so hat das schon zum ersten den allerschönsten Namen, nämlich Freiheit und Gleichheit; zum andern tut es nichts von dem, was der Alleinherrscher tut, sondern es setzt die Obrigkeit durch das Los, es gibt Rechenschaft von seiner Verwaltung, alle Beschlüsse fasst das Volk. Ich bin also der Meinung, wir tun die Alleinherrschaft ab und erhöhen das Volk; denn zum Volke gehört alles."
(Herodot, Drittes Buch (Thalia), 80; Text vorsichtig modernisiert.)

Originale Übersetzung
books.google.de
Aufgaben:
- Für welche Staatsform
plädiert Otanes?
- Notiere die Argumente des
Otanes für ein Streitgespräch.
|
Den zweiten Verschwörer,
Megabyzos, lässt Herodot dies sagen:
„Was Otanes sagt, das wir keinen König mehr haben sollen, das sage ich auch; dass er aber rät, dem Volk die Macht in die Hand zu geben, da hat er die beste Meinung nicht getroffen. Denn nichts ist unverständiger, nichts ist übermütiger als so ein unnützer Haufe, und wenn man eines Herrn Übermut entgangen ist undund nun dem Übermut eines ungezügelten Volkes in die Hände fallen soll, so ist das gar nicht zu ertragen. Denn wenn jener [der Alleinherrscher] etwas tut, so tut er es doch mit Einsicht. Bei dem Volke aber ist gar keine Einsicht. Denn woher soll ihm die Einsicht kommen? Hat ihm doch niemand das Gute beigebracht, noch hat es selber Verstand dazu. [...]
Wer also den Persern Böses gönnt, der halte es mit dem Volk. Wir aber wollen einen Ausschuss der besten Männer [Die Besten = Aristoi; Herrschaft der Besten = Aristokratie] auswählen und denen die Herrschaft übertragen, denn darunter werden auch wir mit sein. Hoffentlich werden doch die besten Männer auch die besten Beschlüsse fassen.“
(Herodot, Drittes Buch (Thalia), 81; Text vorsichtig modernisiert.)

Originale Übersetzung
books.google.de
Aufgaben:
- Für
welche Staatsform plädiert Megabyzos?
- Notiere
die Argumente des Otanes für ein Streitgespräch.
|
Den dritten Verschwörer,
Dareios, lässt Herodot sagen:
„Mir kommt das, was Megabyzos in Bezug auf die Menge gesagt hat, ganz wahr und richtig vor; aber das über den Ausschuss, das ist nicht richtig. Denn von den drei Regierungsformen, die wir vor uns haben, und ich will annehmen, eine jede in der höchsten Vollkommenheit: die beste Volksherrschaft, die beste Aristokkratie, die beste Alleinherrschaft - davon, behaupte ich, hat die letzte [die Alleinherrschaft] bei weitem den Vorzug.
Denn nichts kann offenbar besser sein, als wenn ein Mann allein herrscht, der der Beste ist. Denn wenn er von dieser Beschaffenheit ist, so wird er seines
Volkes Wohl ohne Tadel wahrnehmen. Seine Beschlüsse gegen den Feind werden so am besten geheim bleiben. Bei dem Ausschuss aber [= der aristokratischen Regierungsform], wo viele nach dem Verdienst um das Gemeinwohl trachten, pflegen heftige Feindschaften unter den Einzelnen zu entstehen. Denn da ein jeder selbst der Vorderste sein und seine Meinung durchsetzen will, so geraten sie miteinander in große Feindschaft. Daraus entstehen Parteiungen, aus den Parteiungen Mord und Totschlag. Von
Mord und Totschlag kommt es dann immer wieder zur Alleinherrschaft, und daraus ist
zu schließen, dass diese das Beste ist.
Wiederum wenn das Volk herrscht, so ist es gar nicht anders möglich: Es muss sich das
Schlechte einschleichen. Hat sich nun das Schlechte eingeschlichen in die öffentlichen Geschäfte, so entstehen zwar keine Feindschaften unter den Schlechten, wohl aber feste Freundschaften; denn diejenigen, die das Gemeinwohl verderben, die stecken unter einer Decke.
Auf die Art geht es so lange, bis einer an die Spitze des Volkes kommt und die anderen fortjagt. Gerade darum wird dann dieser von dem Volke bewundert, und der Bewunderte wird sich bald als Alleinherrscher zeigen. Und das beweist wieder, dass die Alleinherrschaft das Beste ist. [...]
[Wenn wir die Alleinherrschaft beibehalten], müssen wir den guten Brauch unserer Väter nicht abschaffen, denn das taugt nicht.“
(Zitiert aus: Herodot: Die Bücher der Geschichte I-IV, Stuttgart 1988, S.
103ff.)
Dareios wird übrigens in Persien neuer Großkönig. (Herodot, Drittes
Buch (Thalia), 82; Text vorsichtig modernisiert.)

Originale Übersetzung
books.google.de
Aufgaben:
- Für
welche Staatsform plädiert Dareios?
- Notiere
die Argumente des Otanes für ein Streitgespräch.
|
Nach
oben
|
7b - Wer darf bei der Demokratie in Athen
mitmachen? |
(Der Abschnitt "Demokratie in Athen" basiert überwiegend auf
einer starken Kürzung und Zusammenfassung von Teilen eines Artikels aus
Wikipedia dar, der
hier zu finden
ist, sowie eines weiteren Artikels "Attische Demokratie:
Funktionsweise, Bewertung", der
hier anklickbar ist.)
In einer Demokratie (demos = Volk, kratein = herrschen; Demokratie =
Volksherrschaft) können die Regierenden nur mit freiwilliger Zustimmung
des Volkes regieren.
Nur männliche Vollbürger besaßen in Athen das Recht, in der
Volksversammlung über Gesetze und wichtige Entscheidungen
abzustimmen.
Als Vollbürger galten nur Männer über 18 Jahre, die auch das athenische
Bürgerrecht besaßen. Folglich waren Frauen, Sklaven und in Athen
wohnende Fremde (Metöken) sowie die übrigen Bewohner des attischen
Seereichs von den Entscheidungen in der Volksversammlung ausgeschlossen.
Man schätzt die Bevölkerung Attikas damals auf 270.000-300.000 Personen,
davon war etwa ein Viertel wahlberechtigt. Die Zahl der Männer, die sich
tatsächlich an den Volksversammlungen beteiligten, lag immer unter
10.000, meist eher um die 2.000 bis 3.000. Es existierten keine Parteien.
Nach
oben
| 7c
- Oligarische Partei gegen Volkspartei - Methoden der Politik im antiken Athen |

Oligarische Partei gegen Volkspartei - Methoden der Politik
schule-bw.de
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oben
|
7d - Maßnahmen zur Sicherung der Demokratie |
Athen unter der Adelsherrschaft
latein-pagina.de
Schema der Verfassung des Kleisthenes
latein-pagina.de
Die meisten Beamten wurden nicht gewählt, sondern durch ein Losverfahren bestimmt. Auch in den Geschworenengerichten saßen per Los ausgewählte Laienrichter, deren Urteile die Volksversammlung allerdings in der Regel nicht aufheben konnte.
Alle Schichten außer den Besitzlosen (Theten) sind für alle Ämter, auch für das höchste Staatsamt, zugelassen. Die Beamten durften ihr Amt nur ein Jahr ausüben (Annuität) und nicht wiedergewählt werden. Ausgenommen davon waren die Strategen, die auch nicht gelost wurden. Der Oberbefehl im Krieg wechselte täglich unter den zehn Strategen. Politiker konnten auch auf Zeit aus Athen verbannt werden, indem man in der Volksversammlung ihre Namen auf Tonscherben notierte (Scherbengericht).
Seit Perikles erhalten Ratsmitglieder und Beamte, Geschworene und die Teilnehmer an den Volksversammlungen Tagegelder, aber nicht mehr als den Tagelohn eines Lohnarbeiters.
Seit Perikles ist auch der Areopag, ursprünglich das wichtigste Entscheidungsgremium, in dem v.a. Adlige den Ton angaben, entmachtet. Er durfte aber über Fälle entscheiden, in denen es um Todesurteile ging.
Nach
oben
sind wegen der Größe der Staaten und der großen Zahl der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger sogenannte "Indirekte Demokratien". Das bedeutet, dass die Bürger Abgeordnete als ihre Vertreter in eine Volksvertretung (das "Parlament") wählen, die über die Gesetze abstimmt.
In regelmäßigen Abständen wählen Bürger des Landes für einen begrenzten Zeitraum Abgeordnete. Die Volksvertretung beschließt im Namen des gesamten Volkes und bildet eine Regierung. Bei der nächsten Wahl kann das Volk die gewählten Volksvertreter wieder abwählen und damit eine andere Regierung erzwingen.
Heute dürfen alle erwachsenen Bürger wählen, natürlich auch Frauen. Die grundlegenden Rechte der Bürger, die sogenannten "Grundrechte", werden dadurch gesichert, dass Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung in unterschiedlichen Händen liegen und sich gegenseitig kontrollieren. Man spricht von "Gewaltenteilung". Die heutige Rechtslage ist so kompliziert, dass Beamte bzw. Richter nicht mehr erlost werden können. Auch ist eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich, um Beamter/in zu werden.
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oben
| 7f
- Perikles (um 490 - 429 v.Chr.) in Quellen (Herkunft / Verhältnis zur
Volkspartei / über seine Heimatstadt Athen) |

Der korinthische Helm wird bei Nichtgebrauch in den Nacken geschoben.
Perikles wurde so abgebildet, um sein etwas entstelltes Hinterhaupt zu
kaschieren.
Bildnachweis

Perikles geht in die Politik
Seine Herkunft; Verhältnis zur Volkspartei
Aus Plutarchs vergleichenden Lebensbeschreibungen, 3 und 7
(Quelleninterpretation)
Perikles
über seine Heimatstadt Athen:
Perikles war der führende Politiker Athens im 5. Jahrhundert vor
Christus. Unter ihm erreicht Athen seinen Höhepunkt. Im Peloponnesischen
Krieg hält er im Winter 431-430 eine Rede für die im Kampf gegen Sparta
gefallenen Athener, in der er verdeutlicht, warum es sich gelohnt hat,
für diese Stadt zu sterben. Er schreibt:
„Was also unsere Staatsverfassung betrifft, so suchen wir uns darin nicht nach den Einrichtungen anderer Völker zu richten. Nein, wir dienen vielmehr anderen zum Muster, als dass wir andere nachahmen sollten. Sie [unsere Staatsverfassung] heißt eine Demokratie, weil sie nicht auf einigen wenigen, sondern auf dem großen Haufen beruhet. Die Gesetze gewähren in Ansehung besonderer Angelegenheiten einem jeden gleiche Rechte, in Ansehung der Würde aber diejenige Stufe, die ihm nicht eine gewisse Abkunft [sichert], sondern die gute [...]. Der einfachste Bürger, wenn er nur dem Staat nutzen kann, wird durch seinen unansehnlichen Stand nichrtt gehindert, zu Ehren und Würden zu gelangen. [...]
Die Größe der Stadt verursacht einen beständigen Zufluss von von allerlei Gütern dieses Lebens aus allen Gegenden der Welt, und wir können die Vorteile anderer Völker ebenso gut als unser Eigentum genießen als unsere eigenen Landesfrüchte. [...]
Wir lieben die Artigkeit und den Wohlstand, allein ohne starken Aufwand. Wir treibn die Wissenschaften, allein ohne Verzärtelung. Und wenn es die Gelegenheit erfordert, so suchen wir von unserem Reichtum lieber zu rechter Zeit werktätigen Gebrauch als viel Wortgepränge zu machen.
Athen ist der einzige Staat, wo man jemanden, der an demselben gar keinen Teil nimmt, nicht für einen [...] Ruhe liebenden Menschen, sondern für ein unnützes Glied des Gemeinwesens hält. [...]
Um mich endlich kurz zu fassen, so behaupte ich, dass [...] unsere ganze Stadt überhaupt als eine Schule von Griechenland anzusehen sei, und dass auch in Ansehung einzelner Personen meines Erachtens nicht leicht sonst jemand so viel Geschicklichkeit und Tüchtigkeit mit einer gewissen Anmut und Artigkeit in seiner Person vereinige. Dass dies nicht prächtige Worte sind [...], sondern durch die Tat bewährte Wahrheiten, das bezeugt die Höhe der Macht, zu welcher wir den Staat eben durch ein solches Verhalten gebracht haben.“
(Aus:
Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges, Zweites Buch, 35 -
46. Übersetzung vorsichtig modernisiert.)

Originale Übersetzung
books.google.de
Umstrittenes
Bauprogramm des Perikles (Bericht des Plutarch)

Akropolis Rekonstruktion
mlahanas.de

Akropolis Rekonstruktion
Ersatzlink
teachers.sduhsd.k12.ca.us

Parthenon-Tempel auf der Akropolis: Auch er gehörte zu
Perikles` Bauprogramm
Anklicken für Vergrößerung
Was aber für Athen der höchste Reiz und Schmuck war und das größte Staunen aller Welt [...]: der geweihten Bilder und Gebäude Pracht: Das griffen in Perikles Staatsverwaltung die Gegner am gehässigsten an, lästerten darüber in den Versammlungen und schrien: Das Volk sei in Misskredit und üblen Ruf geraten, seit es den Bundesschatz der Griechen von Delos zu sich genommen habe. Den Vorwand aber, man habe ihn aus Furcht vor dem Feinde zur Verwahrung an sicherem Ort von dort weggeflüchtet: Diese anständigste Rechtfertigung gegen allen Tadel habe Perikles aufgehoben. Nun scheine es, als würde Griechenland mit frechem Übermut und offenbarer Tyrannei verhöhnt, da es sehen müsse, wie die Athener mit seinen Einlagen für den Notfall eines Krieges ihre Stadt vergoldeten und ausschmückten, die wie ein hoffärtiges Weib überhangen sei mit edlem Gesteine, Bildern und unerschwinglich kostbaren Tempeln.
Dagegen stellte Perikles dem Volke vor, für das Geld sei man den Bundesgenossen keine Rechenschaft schuldig, verteidige man sie doch und weise den Feind zurück, während sie kein Pferd, kein Schiff, keine Mannschaft gäben, sondern nur Geld, das nicht dem Geber, vielmehr dem Empfänger gehöre, wenn er leiste, wofür er es empfangen. Da nun die Stadt mit dem Nötigen zum Kriege genugsam ausgerüstet sei, so verwende man ihren Überfluss billig [zu Recht) zu dem, dessen Dasein in Ewigkeit Ehre bringe [= Kunst und Architektur] und sein Werden Wohlstand im Augenblick, weil mannigfache Beschäftigung sich finde und [weil] allerlei Bedürfnis [...] beinahe für die ganze Stadt zur Erwerbsquelle werde, die sich zugleich verschönere und ernähre.
Denn wer das Alter und die Kraft hatte, bekam im Kriegsdienst den öffentlichen Wohlstand zu genießen; nun sollte aber auch der nicht kriegspflichtige Handwerkerstand weder leer ausgehen noch in trägem Müßiggang erhalten werden. Also brachte er [Perikles] rasch große Bauentwürfe und Pläne zu kunstreichen, Zeit erfordernden Werken vor das Volk [...].
Bauvorhaben unter Perikles:
(Aus:
Plutarch: Vergleichende Lebensbeschreibungen, 12)

Originale Übersetzung
books.google.de
Aufgaben:
- Informiere dich über die
Bauvorhaben unter
Perikles mit Hilfe der Links.
- Führe ein
Streitgespräch zwischen einem Athener und einem athenischen
Bundesgenossen über die Finanzierung der Bauvorhaben des
Perikles. Erstelle dazu eine Liste der Argumente aus dem
Bericht des Plutarch ("Umstrittenes
Bauprogramm des Perikles"). Führe die Diskussion mit
zusätzlichen eigenen Argumenten weiter.
- Es gibt bei Dr. Pallaske
ein
Rollenspiel
"Scherbengericht" (PDF) zum Bauprogramm des
Perikles.
|
Nach
oben
|
8a
- Gesellschaft Spartas
|
Die Gesellschaft
Spartas war wie eine Pyramide aufgebaut: An der Spitze standen die
Spartiaten (ca. 10.000 Männer) , die nach dem Prinzip der Gleichheit
(keiner darf reicher sein als der andere) das Land aufteilten und ihren
Staat regierten.
Darunter standen
die Periöken, freie Menschen im Umland Spartas. Sie betrieben Handel und
Handwerk, waren wirtschaftlich deshalb sehr bedeutend, besaßen aber keine
politischen Mitspracherechte. Es handelte sich um ca. 50.000 – 60.000
Menschen.
Die Masse der Bevölkerung
(ca. 200.000 Menschen, bestanden aus Heloten. Diese waren die ursprüngliche
einheimische Bevölkerung und wurden nach ihrer Unterwerfung durch die
einwandernden Spartiaten zu Staatssklaven gemacht. Sie bestellten das Land
der Spartiaten und lieferten an diese Abgaben. Heloten durften von jungen
Spartiaten im Zuge der Kriegsertüchtigung getötet werden.
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An der Spitze
Spartas standen zwei Könige, die im Krieg den Oberbefehl über die Armee
führten. Der Ältestenrat mit 30 Mitgliedern, die das 60. Lebensjahr
erreicht haben mussten, stand den Königen gleichberechtigt gegenüber.
Die eigentlichen Leiter der spartanischen Politik waren aber die 5 Ephoren,
die sogar die Entscheidungen der Könige blockieren konnten. Allerdings
hatten sie nur eine einjährige Amtszeit.
Kulturell hatten die Spartaner im Vergleich zu Athen wenig zu bieten, weil
sich alles um den Krieg und die Unterwerfung der Heloten drehte. Sie
wurden darin geschult, wenige Worte zu machen („lakonische“ Redeweise:
Die Landschaft, in der die Spartaner wohnten, hieß Lakonien). Das Leben
der Spartiaten war ganz auf die Kriegsertüchtigung ausgerichtet.
Vgl. ausführlicher:
Sparta
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| 9 - Peloponnesischer
Krieg (431 - 404 v.Chr.) |
Im Peloponnesischen
Krieg (431 - 404 v.Chr.) kam es zum Endkampf zwischen Sparta und
Athen. Athen verlor, aber Sparta konnte seine Vorherrschaft nicht lange
halten.

Peloponnesischer Krieg
Ausführlicherer Artikel mit Karte von
de.wikipedia.org
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|
10 - Makedonien / Alexander der Große
/ Hellenismus |

Alexander der Große (356 - 323
v.Chr.) mit Ammonshorn
Bild anklicken für Vergrößerung
Bildnachweis
Aus
weiteren Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in Griechenland ging Makedonien
unter König Philipp II. als Sieger hervor (338 v.Chr. Schlacht von
Chäroneia).
Dessen Sohn Alexander der Große (336 - 323 v. Chr.) eroberte das
Perserreich und gründete Alexandria, starb aber schon früh in Babylon.

Philipp II. von Makedonien und Alexander der Große
Hervorragender Kurzüberblick, enthält auch eine ausgezeichnete
Karte
antikefan.de 
Alexander der Große als Feldherr
Ausführlichere Darstellung von Klaus Hylla.
meinebibliothek.de

Bild einer Phalanx
zdf.de

Palastruinen von Persepolis, der
Hauptstadt des Perserreiches
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|
10b
- Zwei dramatische Höhepunkte des Alexanderzuges in Augenzeugenberichten |
Die
beiden folgenden, kursiv geschriebenen Zitate stammen aus dem lange vergriffenen Jugendbuch von Otto Kampe: Alexander der Große.
Alexander
der Große in der Oase
Siwa
Aus dem Tagebuch des Feldherrn Parmenion
Mitte März 330
Seit Alexanders Rückkehr aus Siwa nur noch größere Verwirrung. Einander widersprechende Gerüchte über die geheimen Sprüche des dortigen Orakels. Doch in einem stimmen sie alle überein: die Priester von Siwa haben Alexander dort als „wahrhaftigen Sohn des Gottes Ammon" begrüßt. Der Makedone Philipp sei nicht sein Vater. - Das könnte diesen Ägyptern so passen! - Aber damit nicht genug, die Orakelmänner haben gefordert, alle Welt müsse dem Alexander göttliche Ehren erweisen! Das wäre so ungefähr das Letzte für einen Makedonen!
Alexander selbst schweigt. Aber er trägt ein höchst seltsames neues Betragen zur Schau. Sitzt meist träumerisch in sich versunken da, spricht man ihn an, so kommt sein Blick aus weiter Ferne, völlig fremd. Das wirkt derartig verwirrend, daß wir zunächst den alten kameradschaftlichen Ton ihm gegenüber nur mit Mühe wiederfinden.
Mein armer Hektor ist wie berauscht von der neuen Würde Alexanders. Gestern hielt er mir einen langen Vortrag über einen Lehrsatz des griechischen Philosophen Aristoteles, der Alexanders Lehrer war: „Der höchste Gott Zeus ist zwar der Vater aller Menschen, aber die, die übermenschliche Taten vollbringen, beweisen damit, daß sie in besonderer Weise Söhne Gottes, ja selbst Götter unter den Menschen sind." Von Philosophie verstehe ich zwar nichts, aber wo dies alles hinaus soll, das sehe ich nur allzu deutlich. Hüte dich, Alexander!
Aus: Otto Kampe: Alexander der Große, Göttingen o.D., S.51
Im Dezember 330 v. Chr. wird in Drangiana ein erfolgloser Mordanschlag auf
Alexander verübt, in den der Gardekommandeur Philotas, der Sohn des
Generals Parmenion, verwickelt ist. Das gesteht dieser unter Folter. Er
wird hingerichtet, ebenso - ohne Verhör - Parmenion.
Massenhochzeit zu Susa 324 v.Chr.
Aus den Aufzeichnungen des Königs Ptolemaios
Ptolemaios, der einstige General Alexanders und spätere König von Ägypten, schrieb im Jahre 284 v. Chr..
So heiratete nun Alexander selbst nicht nur eine Tochter des letzten Perserkönigs Darius, sondern zugleich auch die Tochter einer anderen persischen Königsfamilie, die vor Darius geherrscht hatte. Eine zweite Tochter des Darius wurde mit Alexanders innigstem Freund Hephaistion vermählt. Die Kinder Alexanders und Hephaistions würden dann engste Verwandte sein. Auch seine übrigen Gefährten wünschte Alexander dadurch zu ehren, daß er sie am gleichen Tage mit anderen Fürstentöchtern des Reiches vermählte.
Fünf Tage lang folgte damals Fest auf Fest. Das Lager war voll Leben. Hier Sänger und Harfenspieler aus Griechenland, da Gaukler und Seiltänzer aus Indien, dort Magier und Kunstreiter aus den persischen Ländern, dann wieder hellenische Tänzerinnen, Flötenbläserinnen, Schauspielertrupps. Dieses prachtvolle Hochzeitsfest in Susa war in Alexanders Augen ein Höhepunkt seiner Politik. Es bewies vor aller Welt, daß er mehr wollte als fremde Reiche zertrümmern und Völker versklaven.
Seit dem Tode des Darius fühlte sich Alexander vielmehr als dessen Nachfolger in der Verantwortung für Asien. Die gleiche Aufmerksamkeit, die er im Kriege darauf verwandt hatte, die Schwächen seiner Feinde zu erspähen, richtete er nun darauf, ihre eigentümlichen Vorzüge zu entdecken und zu entfalten. Aber hierfür fand er nur wenig Verständnis bei seiner Umgebung.
Auch meine Erfahrungen als König von Ägypten haben mich gelehrt, daß man für Werke der Zerstörung leichter die Bewunderung und Unterstützung anderer findet als für aufbauende Pläne. Dies mag nach Menschenverachtung klingen. Aber es entspricht meiner Erfahrung.
Selbst in meiner eigenen Familie genieße ich zwar den Ruf eines guten Außenpolitikers, doch für den Fleiß und die peinliche Sorgfalt meiner Verwaltungsarbeit finde ich meist nur ein mitleidiges Achselzucken. Aber ich hatte 40 Jahre Zeit, mich mit dieser Tatsache abzufinden. Ich bin heute 80 Jahre, Alexander aber war 32, als ihn die Meuterei von Opis aus der Höhe der Begeisterung für seine Aufbaupläne herabstürzte.
Aus: Otto Kampe: Alexander der Große, Göttingen
o.D., S.92
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| 10c
- Diadochenreiche und Hellenismus |
Seine
Nachfolger (Diadochen) gründeten die Diadochenreiche, darunter das
Ptolemäerreich in Ägypten mit der Weltstadt Alexandria, das Seleukidenreich
und noch später Pergamon (vgl. Pergamonaltar im Pergamonmuseum in
Berlin).
Aus der gegenseitigen Beeinflussung
griechischer und vorderasiatischer Kultur entstand der Hellenismus.
Verkehrssprache war dort das Griechische in der Form der Koiné, so wie
heute Englisch weltweit Verkehrssprache ist. Die wichtigsten Diadochenreiche bestanden bis zur Eroberung durch die
Römer.
Alexandria/ Hellenismus
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| 10d
- Bewertung Alexanders des Großen |
Alexander der Große erfuhr traditionell in der Geschichtsschreibung eine
hohe Wertschätzung. Heute ist diese unter Historikern umstrittener. Als
Beispiel für die traditionelle Wertschätzung soll der folgende Auszug
aus einem Magazin des 19. Jahrhunderts dienen:
"Unter der großen Zahl berühmter Könige und Krieger haben nur wenige auf der Bühne der
Welt eine so bedeutende Rolle gespielt als Alexander, der 19. makedonische König und der dritte dieses Namens, gewöhnlich der Große genannt. Ein anderer großer Eroberer des Altertums, Caesar, der dem Alexander an Talent wenigstens gleich kam und nicht minderen [= geringeren] Ruhm erlangt hat, hatte doch auf die Geschicke der Welt einen weit geringeren Einfluss [...]; das Leben Alexanders dagegen bildet eine jener kritischen Epochen, welche die ganze politische Gestalt der Erde veränderten, da er die mächtigsten Reiche der Erde stürzte und neue Dynastien, neue Sitten und eine neue Sprache in den Besitz des reichsten Teils der damals bekannten Welt setzte. Als Wendepunkt der Geschichte hat daher Alexander ganz unabhängig von dem Zauber, der sich an seine glänzenden Taten knüpft, ein großes und dauerndes Interesse."
(Aus: Das Pfennig-Magazin für Verbreitung gemeinnütziger Erkenntnisse, 19. Oktober, 1839)
Quellennachweis
Aufgaben:
- Nenne die Kriterien, nach
denen die Bewertung Alexanders des Großen im obigen Artikel
vorgenommen wird, und erläutere sie.
- Nimm selbst Stellung zur
Bewertung Alexanders des Großen im obigen Text:
Nenne deine Beurteilungskriterien.
Kann man ihn nach heutigen Wertmaßstäben beurteilen?
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