Bundesrepublik Deutschland

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Kartenraum


Besatzungszonen in Deutschland
de.wikipedia.org


Besatzungszonen in Österreich
de.wikipedia.org


Berliner Sektoren 
upload.wikimedia.org


Berlins Verkehrsanbindung
Luftkorridore
salvator.net


Deutschland physische Karte

wanderbares-deutschland.de


Deutschland nach der Wiedervereinigung 
Mit Bundesländern
de.wikipedia.org


Warschauer Pakt und NATO
cla.calpoly.edu


Europa heute ohne Staatennamen
für die Hausaufgabe
mapsofworld.com


Europa heute mit Staatennamen
welt-atlas.de


Kartenreihe Deutschland vom 19. Jahrhundert (Rheinbund) bis zur Gegenwart
zum.de

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Quellen

 
Aufgabenvorschläge zum Grundgesetz 


Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Schema
schule-bw.de

Löse die dort gestellten Aufgaben.

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Aufgabenvorschläge zur Wiedervereinigungspolitik Adenauers

Aus Konrad Adenauers Heidelberger Rede vom 1. März 1952:

"Ich möchte Ihnen sagen, daß ich der festen Überzeugung bin, auf dem eingeschlagenen Wege auch die Wiedervereinigung Deutschlands zu erreichen. Kann einer glauben, daß Sowjetrußland jemals, ohne dazu genötigt zu sein, die Ostzone wieder freigeben wird? Ich glaube nicht. Aber ich denke mir die Entwicklung folgendermaßen: Wenn der Westen stärker ist als Sowjetrußland, dann ist der Tag der Verhandlungen mit Sowjetrußland gekommen. Dann wird man auch Sowjetrußland klarmachen müssen, daß es so nicht geht, daß es unmöglich halb Europa in Sklaverei halten kann, und daß im Wege einer Auseinandersetzung, nicht einer kriegerischen Auseinandersetzung, die Verhältnisse in Osteuropa neu geklärt werden müssen. Ich bin auch der Auffassung, daß Sowjetrußland zu solchen Verhandlungen alsdann bereit sein wird, denn, glauben Sie mir, auch Sowjetrußland hat schwere innere Probleme, sogar außerordentlich schwere innere Probleme, nämlich das Nahrungsmittelproblem."

Aufgabenvorschlag:

Erläutere, auf welchem Wege Adenauer die Sowjetunion zu Verhandlungen bringen will!

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Aufgabenvorschläge zur eingeschränkten Souveränität der Bundesrepublik Deutschland

  1. Besatzungsstatut 1949
    dhm.de


    Arbeitsblatt Besatzungsstatut und Deutschlandvertrag

    Lade das Arbeitsblatt herunter. Notiere und erläutere, inwiefern und warum die Souveränität der frühen Bundesrepublik erheblich eingeschränkt war.


  2. Deutschlandvertrag
    dhm.de

    Notiere und erläutere, inwiefern der Deutschlandvertrag Verbesserungen in der Frage der Souveränität der Bundesrepublik bringt. 

    Erläutere den Zusammenhang mit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

    Diskutiere die Position der SPD im Hinblick auf die Wiedervereinigung.

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Aufgabenvorschläge zur Stalin-Note

  1. Karikatur zur Stalin-Note
    hdg.de

    Beschreibe die Karikatur und erläutere deren Aussage.
     


  2. (Erste) Stalin-Note
    Vereinigungsangebot Stalins
    Bearbeite den Text ab dem Abschnitt "Grundlagen des Friedensvertrages mit Deutschland".
    hdg.de


    Aufgaben:

    1.
    Vor welchem politischen Hintergrund und mit welcher Absicht wird die Stalin- Note formuliert?

    2.
    Kommentiere die einzelnen in der Note formulierten politischen Leitsätze. 
    Wäre ein neutrales Deutschland damals deiner Meinung nach möglich gewesen? 
    Wäre ein demokratisches Deutschland im Sinne einer parlamentarischen Demokratie möglich gewesen?

    3.
    Hätte die Bundesrepublik Deutschland mit der Sowjetunion über das Angebot Stalins verhandeln sollen?

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DDR- Werbeplakat für die Stalinnote 1952
bildindex.de


DDR- Plakat gegen die EVG, 1954
bildindex.de

Zu den Pariser Verträgen samt Aufgabenstellung vgl. rechte Spalte "Wiederbewaffnung und Souveränität"


Vorschlag W. Ulbrichts zur Entspannung ...
DDR- Propagandaplakat
1958
bildindex.de


Geteilt - Vereint
50 Jahre Deutsche Frage in Karikaturen des Hauses der Geschichte
hdg.de

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Quellen des DHM zur Neuen Ostpolitik


Moskauer Vertrag
dhm.de


Warschauer Vertrag
dhm.de


Viermächte-Abkommen über Berlin
dhm.de


Grundlagenvertrag
dhm.de

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Die 68er -  Bilder, Text,  Songsamples und Video


Notstandsgesetze
Mit den Stimmen der "Großen Koalition" verabschiedete der Deutsche Bundestag am 30. Mai 1968 die sogenannten "Notstandsgesetze". 
de.wikipedia.org


Rudi Dutschke
Rudi Dutschke war eine der charismatischsten Figuren der 1968er Studentenbewegung. 
dhm.de


Rudi Dutschke spricht auf einer Studentenkundgebung 1967
Foto
dhm.de



Der Tod von Benno Ohnesorg 1967
Foto
dhm.de


Alle reden vom Wetter. Wir nicht.
Plakat
dhm.de


Verwandelt Euren Hass in Energie! Che
Plakat
dhm.de


Enteignet Springer
Plakat
dhm.de


Als der Hass auf Axel Springer eskalierte
Zu den Fotos hinabscrollen
welt.de


Demonstration gegen den Vietnam- Krieg
dhm.de


Make love not war
Plakat
humanities.mcmaster.ca


Mitglieder der "Kommune 1" beim gemeinsamen Essen
Foto
West-Berlin, 1968
dhm.de


Unruhige Jahre: Suche nach einer neuen Frauenrolle
Text und Bilder
hdg.de


Sexuelle Revolution
Text und Bilder
dhm.de


30 Jahre Kinderladenbewegung - Wurzeln - Widerstände - Wirkungen
Mit Bildern und Summerhill- Grundsätzen
kita-museum.de


The Rolling Stones Lyrics
Bilder, Text, Musiksamples
rolling-stones-lyrics.com


The Beatles
planet-wissen.de


Woodstock Festival 
de.wikipedia.org


Rockgeschichten 1968
Text; Heintje contra Beatles.
(Vor)lesenswerter Text
oldiehitparade.de


Easy Rider
Filmplakat
starstore.com


Deutscher Herbst - Die Geschichte der RAF
Interaktive Seite mit viel Quellenmaterial
20min.ch


Ulrike Meinhof
Biografie mit Bildern
20min.ch


Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Erzählung: Heinrich Böll
Film: Volker Schlöndorff

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Personen

 
Konrad Adenauer
dhm.de

 
Ludwig Erhard
dhm.de

 
Willy Brandt
dhm.de

 
Helmut Schmidt
dhm.de

 
Helmut Kohl
dhm.de

 
Hans Dietrich Genscher
dhm.de

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Impressum


Impressum

Das Geschichtszentrum ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich.

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Inhalt:

Arbeitsmittel

Roter Kasten


Basiswissen

a - 1949 - 1963 Regierung Adenauer
 

Grundgesetz und Wiedervereinigungspolitik Adenauers mit Aufgabenvorschlägen vgl. linke Spalte "Quellen"

b - 1963 - 1966 Regierung Erhard 
c - Große Koalition 1966 - 69
 

d - Die 68er - Bewegung mit Aufgabenvorschlag

  1. Ursachen
  2. Träger
  3. Ausbruch
  4. Gewaltanwendung 
  5. Charakteristische Erscheinungsformen mit Aufgabenvorschlag
    1. Linke (marxistische oder marxistisch inspirierte) Utopien
    2. „Internationalismus“
    3. Antifaschismus (Antifa) und Antinationalismus
    4. "Antimilitarismus" und Kriegsdienstverweigerung
    5. Hochschulpolitik
    6. Emanzipation gegen gesellschaftliche Zwänge
    7. Neue Kultur (im engeren Sinne)
  6. Scheitern der politischen Utopie, Zersetzung der Bewegung und neue Entwicklungen mit Aufgabenvorschlag
  7. Linksterrorismus der Baader- Meinhof- Gruppe (Rote Armee Fraktion, abgekürzt RAF)
  8. Die Partei "Die Grünen" als Haupterben der 68er mit Aufgabenvorschlag
  9. Der "Lange Marsch durch die Institutionen" mit Aufgabenvorschlag

e - 1969 - 1974 Regierung Willy Brandt / Neue Ostpolitik  mit Aufgabenvorschlag   
f - 1974 - 1982 Regierung Helmut Schmidt 
g - 1982 - 1998 Regierung Helmut Kohl  

h - 1998 - Gegenwart: Rot-Grüne Koalition

Linke Spalte

Kartenraum  

Quellen   

Quellen des DHM zur Neuen Ostpolitik 
Die 68er -  Bilder, Text,  Songsamples und Video
 

Personen 
Impressum


Rechte Spalte

Arbeitsmittel
Verwandte Seiten      
Buchtipps     
Material der Bundeszentrale für politische Bildung  
Überblick 1949 - 89    
Wiedergutmachung  
Wirtschaftswunder  
Österreich 

Mauerbau  
Neue Ostpolitik  
Die 1970er Jahre  
Wiedervereinigung  

Nationalismus
Speziellere Themen  
Europäische Integration mit
Aufgabenvorschläge zur Europäischen Integration  

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Der millionste Gastarbeiter
dhm.de


Enteignet Springer
dhm.de


Brandts Kniefall in Warschau
goethe.de


Bilderserie Mauerfall
Zu den Bildern hinunterscrollen
welt.de


Mauerfall
dradio.de


Schild der Leipziger Montagsdemonstrationen
DDR, 1989
, dhm.de


Warteschlange zum Geldumtausch (Juli 1990) 
germanhistorydocs.ghi-dc.org


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Basiswissen 


a - 1949 - 1963 Regierung Adenauer



Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer
bundesarchiv.de


a1 - Soziale Marktwirtschaft und Wirtschaftswunder


In der Bundesrepublik wird die "Soziale Marktwirtschaft praktiziert. Diese bedeutet, dass der Aufbau eines Sozialstaats mit einem in diesem Umfang noch nie da gewesenen sozialen Netz Hand in Hand mit einer kapitalistischen Marktwirtschaft geht. 

Nach Gründung des Weststaates kann dieser einen rasanten Aufschwung mit jährlich 8% Wachstumsrate verbuchen. Westdeutschland wird motorisiert, der Massentourismus beginnt, die Deutschen werden immer wohlhabender. Die hohe Arbeitslosenquote der Nachkriegszeit weicht der Vollbeschäftigung, trotz zunehmender Zahl von Gastarbeitern fehlen 1960 über 400.000 Arbeitskräfte, bald wird der 1.000.000ste Gastarbeiter begrüßt. Zugleich geht die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten um zwei Drittel zurück. Das Wirtschaftswunder dauert bis in die Mitte der 1960er Jahre.

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a2 - Europäische Integration


Wesentlichen Anteil am westdeutschen Aufschwung hat auch die europäische Integration. Der Marshall-Plan bildet einen zentralen Ausgangspunkt, die OEEC verteilt seine Mittel. 1951 wird die Montan-Union (EGKS) gegründet, 1957 werden in den Römischen Verträgen die EURATOM (Nutzung der Atomenergie) und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Die politische Integration verläuft über den Europarat (1949), die militärische über die NATO (Gegründet 1949). Maßgeblich für das Zusammenrücken der europäischen Staaten ist die Angst vor dem Kommunismus.

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a3 - Wiederbewaffnung und Souveränität


Als die Bundesrepublik als Staat entstand, war sie nicht voll souverän. Ein Besatzungsstatut legte die  Stellung der Besatzungsmächte fest. Danach waren
Eingriffe der Siegermächte in die Politik der Bundesrepublik Deutschland ohne deutsche Zustimmung in den Bereichen Außenpolitik, Abrüstung und Entmilitarisierung, Reparationen, Dekartellisierung und DEvisenwirtschaft möglich. Die Ausübung der vollen Regierungsgewalt durften die Sieger ganz oder teilweise wieder aufnehmen, wenn dies für Sicherheit oder Aufrechterhaltung der demokratischen Ordnung in Deutschland für unerlässlich erachtet wurde.

Das  Ruhrstatut schuf 1949 eine Ruhrbehörde aus 7 westlichen Staaten zur Verteilung von Kohle, Koks und Eisen des Ruhrgebiets und zur Überwachung der Unternehmensleitungen. 

Erst als die Bundesrepublik sich bereit erklärt, einen Verteidigungsbeitrag zu leisten, wird 1952 der Deutschlandvertrag zwischen USA, Frankreich, Großbritannien und BRD abgeschlossen, der die Besatzung beendet, der Bundesrepublik die Souveränität zugesteht, aber vorbehaltlich der Rechte und Verantwortung der Alliierten "in Bezug auf Berlin und Deutschlands als Ganzes einschließlich der Wiedervereinigung und einer friedensvertraglichen Regelung". Die Alliierten erhielten das Recht zur Stationierung von Streitkräften. 

Die deutsche Wiederbewaffnung, die vor dem Hintergrund des Koreakriegs 1950 - 53 und der amerikanischen containment-Strategie (Truman-Doktrin!) im westlichen Ausland diskutabel wurde, sollte als deutscher Verteidigungsbeitrag zunächst im Rahmen der EVG (Europäische Verteidigungsgemeinschaft, vorgesehen war eine integrierte europäische Armee statt verbündeter nationaler Armeen) stattfinden, als die EVG aber 1954 am Widerstand der französischen Nationalversammlung scheiterte, wurde die Bundesrepublik am 5. Mai 1955 in die NATO aufgenommen (Pariser Verträge). Die Bundeswehr war während des Ost-West-Konflikts fest in die Gliederung der NATO eingebunden. Außerdem verzichtete die Bundesrepublik darauf, atomare, biologische und chemische Waffen herzustellen.

Dies konnte auch die Stalin-Note von 1952 nicht verhindern.

Der Osten antwortete mit der Ersetzung seiner zweiseitigen Beistandspakte durch den Warschauer Pakt, das östliche Gegenstück zur NATO, dem auch die DDR beitrat. Die Stalin-Note von 1952, die eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik gegen das Angebot eines wiedervereinigten, neutralen Deutschlands angeboten hatte, hatte damit ihren Zweck nicht erreicht. Bundeskanzler Adenauer setzte im Hinblick auf die Wiedervereinigung auf eine Politik der Stärke bei enger Westintegration. 

Aufgabenvorschläge
  1. Inwiefern war die Bundesrepublik 1949 noch nicht voll souverän? Inwiefern war sie es auch nach dem Deutschlandvertrag von 1952 noch nicht ganz?

  2. Vor welchem Hintergrund fand die Wiederbewaffnung der Bundeswehr statt?

  3. Was war die EVG? Warum war eine Bundeswehr in der NATO für die Franzosen akzeptabler?

  4. Aufgabenvorschläge zur Stalin-Note in der linken Spalte


Kalter Krieg (Lernumgebung "Kalter Krieg")

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a4 - 13. August 1961 Mauerbau



Mauerbau siehe Basiswissen DDR 

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b - 1963 - 1966 Regierung Erhard



Bundeskanzler Dr. Ludwig Erhard
bundesarchiv.de

1963 - 1966 regierte Bundeskanzler Erhard, unter Adenauer als Wirtschaftsminister Architekt des Wirtschaftswunders. Es häuften sich wirtschaftliche und politische Krisensymptome, die 1966 zur Bildung der Großen Koalition von CDU/CSU und SPD unter Bundeskanzler Kiesinger führte.

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c - Große Koalition 1966 - 69



Bundeskanzler Dr. Kurt- Georg Kiesinger
bundesarchiv.de

Die Wirtschaftskrise wurde durch das Stabilitätsgesetz 1967 (Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller) erfolgreich bekämpft. 1968 wurden die Notstandsgesetze beschlossen. Aus verschiedenen Ursachen, u.a. wegen einer fehlenden starken Opposition, kam es zur Entstehung einer außerparlamentarischen Opposition (APO). Nach dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg brachen 1967 Studentenunruhen aus. Ein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke führte zu den Osterunruhen
1968, die sich v.a. gegen den Springer Verlag (BILD) richteten. An den Universitäten gewann der Marxismus Einfluss, die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit begann mit neuer Intensität, auf den Straßen sah man Demonstrationen gegen den Krieg in Vietnam. Eine Kulturrevolution veränderte die Bundesrepublik bis heute.

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d - Die 68er- Bewegung


Ursachen für die "Bewegung" der "68er" gab es viele. Häufig genannt wird die Große Koalition, die als einzige Oppositionspartei nur die FDP übrig ließ und so zur Bildung der APO (Außerparlamentarische Opposition) als Sammelbecken vieler, vor allem linker und linksliberaler Kritiker, beitrug. Sie wurde gestärkt durch den "Kampf" gegen die Notstandsgesetze, den Augstein- Prozess und Missstände an den Hochschulen ("unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren"). Viele empfanden die Auseinandersetzung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft mit dem Faschismus als völlig ungenügend, was auch durch den Auschwitzprozess ins Bewusstsein gehoben wurde sowie durch die Tatsache, dass nicht wenige ehemalige Nazis in der Bundesrepublik wieder zu Amt und Würden gekommen waren. Nicht zuletzt unter dem Einfluss der amerikanischen und britischen Kultur (Elvis Presley, James Dean, Pop Art, ...), die mit zunehmend seichteren deutschen Schlagern kontrastierte, kam ein allgemeines kulturelles Unbehagen auf.

Träger der Bewegung waren vor allem bürgerliche Studenten und Jugendliche, die einer Generation angehörten, die den Krieg nicht mehr erlebt hatte, sondern bereits im Wohlstand aufgewachsen war und in den Schulen mit einer Erziehung zur Demokratie Bekanntschaft gemacht hatte, während die im Nationalsozialismus sozialisierten Eltern mit Wiederaufbau und der Schaffung des Wirtschaftswunders beschäftigt waren.

Zum Ausbruch kam die Studentenrevolte bei den Demonstrationen gegen den Besuch des iranischen Schah in Berlin 1967, der dagegen seine Sicherheitsleute einsetzte ("Prügel-Perser"). Bei diesen Kundgebungen wurde der Student Benno Ohnesorg von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen. "Das besondere Über-das-Ziel-hinaus-Schießen führte bei Kurras dazu, dass er nicht nur prügelte, sondern, eingeschlossen von einer Masse von Studenten, in Panik schoss. Er wurde später freigesprochen beziehungsweise nur wegen Überschreitung der Notwehr und fahrlässiger Tötung verurteilt." ( Röhl, S. 134) Man muss wissen, dass die "Frontstadt" Berlin, die ja von der kommunistischen DDR umgeben war, 1948/49 blockiert worden war und immer noch Schikanen erdulden musste, natürlich besonders antikommunistisch gesinnt war und dass die Demonstranten als Kommunisten galten. "Das grobe Raster von Polizei, Regierung und Presse sah nur rot, wo junge Leute nicht mehr braun oder schwarz sein wollten, wo sie sich eine eigene Meinung bilden wollten, höchst differenziert und höchst skeptisch auch gegenüber dem Osten [...]", schreibt Röhl (S. 30) über die 1950er Jahre, aber es galt auch noch in den 1960ern.  Vom Tod Benno Ohnesorgs an wurde aus dem Protest weniger ein studentischer Massenprotest.


Mehr: Der Urknall der 68er-Bewegung
20min.ch

Die deutschen Medien antworteten mit massiven Kampagnen gegen die Studenten, bei denen sich insbesondere die Springerpresse (Medienzar Axel Springer) hervortat. Als am Gründonnerstag 1968 durch den jungen Hilfsarbeiter Josef Bachmann ein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke vor dem SDS-Büro am Kurfürstendamm verübt wurde, wurde das zum Anlass zu Boykottmaßnahmen gegen den Springer Verlag, wobei z.B. die Auslieferung der BILD- Zeitung behindert wurde. Man spricht von den "Osterunruhen" 1968, die Parole war: "Enteignet Springer". 

Die Begründung für diese Gewaltanwendung war - in falscher Beurteilung der Situation -  angeblich "Notwehr" und ein "Zurückschlagen" gegen die sogenannte "Repression" bzw. Staat und Polizei: "Wir sind auf die Straße gegangen, und die Polizei hat uns niedergeknüppelt. Wir haben größere Demonstrationen gemacht, und es wurde auf uns geschossen. Jetzt sind zwei Menschen bei unseren Demonstrationen ums Leben gekommen (Gemeint: Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke, wobei letzterer gar nicht auf einer Demonstration war, als das Attentat auf ihn verübt wurde). Halten wir fest: Es sind Steine geflogen, nachdem zum zweitenmal  auf uns geschossen worden ist. Solange Springer seine Mordhetze, die schon zwei Mordanschläge zur Folge hatte, weiterverbreiten darf, solange sich die Parteien hinter Springer stellen, handeln wir in Notwehr" (Artikel "Gewalt in den Metropolen" in der führenden linken Zeitschrift "konkret", zit. nach Röhl, S. 159) 

Ebenfalls in "konkret" erfolgt dann der Aufruf zum bewaffneten Kampf: " (...) Wir wehren uns jetzt. Den Sozialismus werden wir nur bekommen, wenn wir unsere Feinde wissen lassen, dass wir alle Mittel anwenden werden, die nötig sind, ihn zu bekommen." (Zit. nach Röhl, S. 159) Ulrike Meinhof dann bündig: "Natürlich kann auf Bullen geschossen werden!" (Röhl: Linke Lebenslügen, S. 192)

Es kam also erst zur "Gewalt gegen Sachen", dann ging es um Gewalt gegen Personen, die dann im Terror der Baader- Meinhof- Gruppe, auch RAF (Rote Armee Fraktion) genannt, in den 1970er Jahren endete, siehe Regierung Schmidt.

Propaganda ("faschistischer Staat", "Repression", "Bullen" als Gegner, "Bullenstaat", "Kampf gegen rechts", usw. usf.), sozialistische Ziele und Gewaltanwendung setzen sich aber fort bis zur heutigen Antifa und den heutigen Autonomen. 


Deutscher Herbst - Die Geschichte der RAF
Interaktive Seite mit viel Quellenmaterial
20min.ch

 
Bild: autonomer Gewalttäter

Aufgabenvorschlag zur 68er Bewegung

  1. Arbeitsblatt: Die 68er - Bewegung

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe der Abschnitte Ursachen der 68er- Bewegung, Träger der Bewegung, Ausbruch und Gewaltanwendung aus.

  2. Diskutiere

    Welche Stufen durchlief die Gewaltanwendung? 
    Waren die Begründungen haltbar? 
    Ist Gewalt gegen Sachen gerechtfertigt? 
    War der Terrorismus der RASF integraler Bestandteil der 68er Bewegung? 
    Diskutiere die politischen Nachwirkungen der Einstellung der 68er zur Gewalt bis heute.

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Charakteristische Erscheinungsformen der 68er Bewegung 

waren:

  • Linke (marxistische oder marxistisch inspirierte) Utopien 

    Die Führer und Vorbilder kamen aus dem SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) wie Dutschke oder aus Übersee wie Che Guevara aus Kuba und Ho Chi Minh aus Nordvietnam, beide Kommunisten und Führer erfolgreicher "antiimperialistischer Befreiungsbewegungen". Geistige Inspiratoren waren die Philosophen Marcuse, Adorno, Horkheimer sowie vor allem die geistigen Väter des Kommunismus Marx und Engels. Es bildete sich die sogenannte "Neue Linke", die sich gegen die "Alte Linke" der Stalinisten ("moskauorientiert") und Maoisten ("pekingorientiert") absetzte, die aber beide ebenfalls erstarkten. Das Feindbild war der demokratische Staat der Bundesrepublik, typischerweise ging es "gegen staatliche Repression", gegen "Kapitalismus" und "Imperialismus". Übliche Aktionsformen waren Demonstrationen, Blockaden, Streiks, Go Ins und Sit Ins, womit gerne missliebige Lehrveranstaltungen gesprengt wurden. Kennzeichnend waren auch endlose Diskussionen über marxistische Positionen in Uni- Seminaren und Veranstaltungen.

  • „Internationalismus“

    Es ging gegen das Engagement der USA und ihrer Verbündeten und Unterstützer im Vietnamkrieg, was wiederum im Zusammenhang mit Antiimperialismus und Antikapitalismus und damit mit der marxistischen oder marxistisch inspirierten Ideologie stand. Die USA wurden vom Freund, der die Care-Pakete geschickt hatte und die Sicherheit der BRD gegen das wirkliche oder angebliche sowjetische Expansionsstreben garantierte, zum imperialistischen Feind, was bei vielen eine Tradition bis heute begründen sollte.

    Antiimperialistische Befreiungsbewegungen wie die Vietcong oder die Unternehmungen eines Che Guevara in Bolivien oder die PLO und ihre antiisraelischen Aktionen wurden romantisch verklärt. während man nach einem kurzen Höhepunkt 1968 mit den revolutionären Bestrebungen in Europa zunehmend schleppender vorankam. 

    Im Zuge der Proteste gegen den Vietnamkrieg kam in manchen Teilen der "Bewegung", v.a. im Zusammenhang mit den Hippies, ein Pazifismus auf, der sich in der verbreiteten Parole "Make Love Not War" oder im Song  von John Lennon "Give Peace a Chance" äußerte. Dahinter steckte auch eine ziemliche flache Aneignung von psychologischen Theorien im Umkreis der Freudschen Psychoanalyse, die im Triebstau und in restriktiver Sexualmoral ("Libidounterdrückung") eine Ursache für Aggression sah, was z.B. von Wilhelm Reich, einem Theoretiker der Weimarer Zeit, auch politisch verstanden wurde (Wilhelm Reich: "Massenpsychologie des Faschismus", 1933, Versuch der Vereinigung von Marxismus und Psychoanalyse). 

    Für palästinensische Terroristen gab es viele offene Sympathien, die auch heute noch höchst virulent vorhanden sind. Damals bekannte die Fatah noch offen, Israel vernichten zu wollen. Dass die Fatah damals und die antisemitische Hamas heute offen die Vernichtung Israels, also den zweiten Holocaust, und die Errichtung eines terroristisch orientierten Gottesstaats ansteuert ( Hamas-Charta), spielte und spielt dabei keine Rolle, und das, obwohl man den Holocaust als unüberbietbares Verbrechen und unauslöschliche Schuld des deutschen Volkes versteht. Die sympathisierende Haltung gegenüber dem palästinensischen Terrorismus gehört zu den Langzeitfolgen der 68er.

  • Antifaschismus (Antifa) und Antinationalismus

    Beim Antifaschismus ging es um eine Reaktion auf die mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Die einen sahen im Nationalsozialismus mehr "den Faschismus" als "System", die anderen mit Wilhelm Reich erklärten sich die Sache psychologisch. Damals schon ging es um einen „Kampf gegen rechts“ ganz allgemein, wobei in der Tendenz kein wirklicher Unterschied mehr zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus gemacht wurde, was seine Auswirkungen bis heute hat, denn viele Vertreter dieser Generation sitzen heute in Politik und Medien. Generell verkürzte sich für viele die deutsche Geschichte auf den Nationalsozialismus.

    Auch wandte sich die Studentenbewegung nicht nur gegen einen übersteigerten (chauvinistischen) oder rassistisch begründeten  Nationalismus, sondern gegen Patriotismus und Nationalgefühl überhaupt. Die deutsche Trikolore war verpönt, die Rote Fahne dagegen im Schwange. Auf Deutschland und deutsche Leistungen stolz zu sein galt als erzreaktionär und gilt es vielen bis heute. Internationalismus,  Antiimperialismus und Antifaschismus bilden die Wurzeln des Antinationalismus und Multikulturalismus als antinationaler, gegen die europäische Zivilsation gerichteter Bewegung. Hier sind die Langzeitfolgen der 68er besonders deutlich zu spüren. Vaterlandsliebe gilt vielen schon als verdächtig oder gar faschistisch, zumindest als faschistoid (vorfaschistisch).

    Mehr zur Antifa

  • "Antimilitarismus" und Kriegsdienstverweigerung

    Der "Antimilitarismus" war die logische Folge des "Antiimperialismus" und gewann als Kriegsdienstverweigerung Masseneinfluss. Bis heute leiden Bundeswehr und Militäreinsätze unter Imageproblemen, der Pazifismus ist eine verbreitete Gefühlslage, der Zusammenhang zwischen militärischer Stärke und außenpolitischem Einfluss wird in der deutschen Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

  • Hochschulpolitik

    Tatsächliche Verkrustungen und Misstände wurden kritisiert. Man setzte auf die "Verfasste Studentenschaft", ein Vertretungsmodell für Studenten, das keine allgemeinen Wahlen außer zu den Asten vorsah. Es war eine Art Rätesystem im Kleinen, jeder, der im Studentenrat mitmachte, war ein (selbst ernannter) Vertreter der Studenten. Mit Hilfe des "Politisches Mandats" formulierte man ganz allgemeine Ziele sozialistischer Politik. Mitbestimmung in den Gremien war eine umstrittene, aber häufig gehörte Zielsetzung. In den Vorlesungen und Seminaren ging es um die Verankerung marxistischer Inhalte. Selbstverständlich versuchte man, und zwar mit  Erfolg, Marxisten in Lehrfunktionen zu bekommen.

  • Emanzipation gegen gesellschaftliche Zwänge

    Der einzelne Mensch sollte aus den Bindungen an Familie, Tradition, Religion und kulturelle Werte herausgelöst werden; denn die "Kritische Theorie" der Frankfurter Schule sah in ihnen nur Anstalten der Sozialisation in das verhasste kapitalistische System, deren Einfluss geschwächt oder zerschlagen werden sollte. Man entwarf also ein kulturrevolutionäres Programm. 

    Dazu gehörte die Frauenemanzipation, die von nun an einen enormen gesellschaftlichen Schub entwickelte, weit über die Universitäten hinaus, trotz der Tatsache, dass auch das Führungspersonal der Studentenbewegung doch überwiegend aus Männern bestand.

    Mit der Kinderladenbewegung, mit der Verherrlichung der Summerhill- Schule („antiautoritäre Erziehung“)
    und mit Hilfe der Pädagogik als Studienfach versuchte man Einfluss auf die Erziehung zu gewinnen und den "Neuen Menschen" als von allen Zwängen befreiten Menschen zu schaffen. In diesen Zusammenhang gehörte die Berliner "Kommune 1", die medial zum Schrecken des Normalbürgers zu einem neuen Gesellschaftsmodell hochgespielt wurde, das gesellschaftliche Rollen von Mann, Frau und Kind völlig neu definierte und eine Alternative zur angeblich "bürgerlichen" Familie werden sollte. In abgeschwächter Form wurde daraus die Wohngemeinschaft  und der Drang nach Selbstverwirklichung, über die man geteilter Meinung sein kann.

    Sexuelle Selbstbestimmung und freie Liebe waren hohe Ziele, wenn auch oft mehr in der Theorie als in der Praxis. Der "Bewusstseinserweiterung" dienten auch Haschisch und LSD.

    Der Bruch mit traditionellen Werten wie Pünktlichkeit, Gehorsam, Anstand, Manieren, Leistung, Sprachbeherrschung  war "in", wie man nun zu sagen pflegte, der Unterschied zwischen echter Autorität und autoritärem Wesen verwischte. Man spricht von der "antiautoritären Bewegung". Der ehemalige Parteichef der LINKEN, Oskar Lafontaine, tat den berühmten Ausspruch, "dass Tugenden wie Fleiß, Ordnung , Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit Sekundärtugenden seien, mit denen man auch ein KZ leiten könne." (Röhl, S. 286)

    Mehr zur Frankfurter Schule in verständlicher Form: 

     
    Die Ideologen der Frankfurter Schule
    deutschland-bewegung.de


    Die Geschichte der Politischen Korrektheit
    Die Aussagen zu den 1950er Jahren, zur Homosexualität usw. sind leicht anfechtbar, die eigentliche Untersuchung zur Frankfurter Schule ist aber lesenswert.  Ein Werk der konservativen Free Congress Foundation. Der Übersetzer bekennt sich zu den Republikanern, es geht aber um den Inhalt der Schrift, nicht um parteipolitische Bekenntnisse von Übersetzern.
    in-kuerze.de

  • Neue Kultur (im engeren Sinne)

    In diesen Zusammenhang gehören die antibürgerliche Hippie- Bewegung mit langen Haaren und Dreckspatzigkeit und natürlich die neuen musikalischen Richtungen wie "Beat" und "Rockmusik" mit Bands wie Beatles, The Who, Rolling Stones und anderen, deren Fans so manches Stadion demolierten, was es vorher auch noch nicht gegeben hatte. "Woodstock", ein Festival und Konzert, wurde legendär. Der wohl populärste Film war Easy Rider. Das Dokumentartheater von Rolf Hochhuth ("Der Stellvertreter") und Peter Weiss ("Die Ermittlung") feierte Erfolge.

    Mit ihrer Kulturrevolution hatten die 68er nachhaltigen Erfolg, wie man heute sieht, siehe Der lange Marsch durch die Institutionen. Der Grund liegt darin, dass die einzelnen Stoßrichtungen isoliert verfolgt wurden, so dass sich viele Nichtmarxisten einzelnen Forderungen anschließen konnten, die dann, oft in verwässerter Form, als neue Muster realisiert wurden.

Aufgabenvorschlag zu den charakteristischen Erscheinungsformen der 68er

  1. Arbeitsblatt: Charakteristische Erscheinungsformen der 68er – Bewegung

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe der Zwischenüberschriften   Linke (marxistische oder marxistisch inspirierte) Utopien, Internationalismus,   Antifaschismus (Antifa) und Antinationalismus, "Antimilitarismus" und Kriegsdienstverweigerung, Hochschulpolitik, Emanzipation gegen gesellschaftliche Zwänge und Neue Kultur (im engeren Sinne) aus.

  2. Diskutiere und bewerte anhand der einzelnen Abschnitte die Auswirkungen der 68er in den einzelnen Themenbereichen bis heute.


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Scheitern der politischen Utopie, Zersetzung der Bewegung und neue Entwicklungen 


In den 1970er Jahren gehen die marxistische Gruppierungen mangels Erfolgen (gesellschaftliche Isolierung, Berufsverbote, Novellierungen der Hochschulgesetze, Willy Brandts Programm "Mehr Demokratie wagen", usw.), aber auch durch Gegenmaßnahmen des Staates (Abschaffung des "politischen Mandats" der Asten an den Hochschulen, Berufsverbote, usw.) ein, die Bewegung löst sich in einzelne politische Bewegungen auf: Frauenemanzipation, Friedensbewegung, Dritte- Welt- Bewegung (heute: Eine-Welt), Unterstützung von Migranten, Antifa,Gewerkschaften, usw. Der Antikapitalismus bleibt erhalten.

Hintergrund dafür sind auch neue technische Entwicklungen in den Betrieben ("Roboter", Computer), die die klassische Industriearbeiterschaft verschwinden und den Ingenieur auch in der Produktion in den Vordergrund treten lassen, so dass der Bezugspunkt der sozialistischen Ideologie, die "Arbeiterklasse", sich auflöst. An die Stelle der klassischen Industriegesellschaft tritt zunehmend die Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft.

Die 68er wandten sich also - unter Beibehaltung antikapitalistischer Rhetorik - allgemein allen angeblich oder wirklich Unterdrückten dieser Welt zu und vereinigten sich dabei mit allen "Gutmeinenden", "Progressiven" in Politik, Kirchen und weiteren Bereichen der Gesellschaft, insbesondere im Sozial- und Bildungsbereich, in Deutschland und weltweit. Dass viele, mit denen man nun zusammenarbeitete, dabei mehr christlich oder säkular- humanistisch inspiriert waren, aber auch dass die Ziele so edel klangen, machte (und macht) dieses nun entstehende gesellschaftlich- politische Bündnis nur einflussreicher. Feindbilder blieben der Westen, der Kapitalismus, die USA, Israel, "Rechts" (nicht etwa nur rechtsextrem, auch konservativ, ja alles, was in der alten Bundesrepublik noch "Mitte" bedeutete), Nationalismus (auch in der Form des Patriotismus), "Faschismus" und "Rassismus" oder was man dafür ausgab bzw. ausgibt. Bündnispartner sind unterschiedslos alle Bewegungen weltweit mit einem oder mehreren dieser Feindbilder, auch extremistische, gewalttätige und dezidiert demokratiefeindliche.

Aufgabe:

Diskutiere die folgende These: "Die alte Bundesrepublik (vor der Wiedervereinigung bis Ende der 1970er Jahre) war auf dem rechten Auge blind, die neue Bundesrepublik (nach der Wiedervereinigung) auf dem linken."

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Linksterrorismus der Baader- Meinhof- Gruppe (Rote Armee Fraktion, abgekürzt RAF)


Aus dem linksradikalen Milieu der 68er bildete sich auch der Linksterrorismus der Baader- Meinhof- Gruppe (Rote Armee Fraktion, abgekürzt RAF) und ihrer Nachfolger, der aber am resoluten Widerstand des Staates ("wehrhafte Demokratie") scheiterte (mehr dazu vgl. Regierung Helmut Schmidt). 

Meist verdrängt, wenig bekannt, aber leider wahr: Der erste schwere judenfeindliche Anschlag auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland kam von linker Seite. Am 9. November (!) 1969 versuchte die Sponti-Gruppe "Tupamaros West-Berlin" eine Bombe im vollbesetzten jüdischen Gemeindezentrum in Charlottenburg zu zünden. Manche linksradikale Gruppen begrüßten das Olympia-Massaker von 1972 in München. Bei der Flugzeugentführung von Entebbe im Jahre 1976 nahm der deutsche Terrorist Wilfried Böse, Mitglied der “Revolutionären Zellen”, eine Selektion der Flugzeuginsassen in jüdische und nicht-jüdische Passagiere vor. 

Auf dem kulturellen Sektor sind die Nachwirkungen der 68er- Bewegung offensichtlich, vgl. auch Die 68er -  Bilder, Text,  Songsamples und Video  in der linken Spalte. 

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Die Partei "Die Grünen" als Haupterben der 68er


Aus der Konkursmasse der 68er entstanden auch die Grünen. Am 13. Januar 1980 wurden Die Grünen als Bundespartei gegründet, wo viele Linke eine neue politische Heimat fanden, was sich sowohl in der Programmatik als auch im Personal dieser Partei ausdrückte. Ein "Realo"- Flügel stand gegen einen "Fundi"- Flügel, wobei führende Realos durchaus einen ehemaligen linksextremistischen Hintergrund haben konnten, wie etwa

  • der spätere Außenminister Joschka Fischer (Bis 1975 Mitglied der linksradikalen und militanten Gruppe Revolutionärer Kampf, Mitglied der sogenannten Putztruppe, eine in Waldlagern des Taunus im Faustkampf und Karate ausgebildete Schlägertruppe, warf Steine auf Polizisten und wollte sich laut Wikipedia als Außenminister nicht davon distanzieren)

  • Hans- Christian Ströbele (ehemals RAF- Anwalt, redete seine Mandaten als "Genossen" an, 1975 wegen Missbrauchs der Anwaltsprivilegien noch vor Prozessbeginn von der Verteidigung vor dem Gericht in Stuttgart-Stammheim ausgeschlossen, 1980 wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung als Verteidiger für die Gefangenen aus der RAF in den Jahren 1970 bis 1975 von der 2. Großen Strafkammer beim Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zunächst 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Dieses Urteil wurde 1982 von der 10. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts auf 10 Monate reduziert. Befürwortet heute einen muslimischen Feiertag, will hierfür einen christlichen streichen. Tritt dafür ein, dass deutsche Polizistinnen und Polizisten Turbane und Kopftücher tragen dürfen) ( Quelle: Wikipedia). 

  • Daniel Cohn Bendit (prominentester Sprecher der Pariser Mai-Revolution, Ausweisung aus Frankreich, in den 1970ern Herausgeber des Stadtmagazins Pflasterstrand („Unter dem Pflaster liegt der Strand“, beteiligt an den Ausschreitungen in Frankfurt 1973 mit über 50 schwer verletzten Polizisten; heute Abgeordneter im Europäischen Parlament) ( Quelle: Wikipedia und Röhl: Linke Lebenslügen, S. 187)) 

Die in den 1970er Jahren neu entstandene Umweltbewegung und die allein erfolglose Linke fusionierten und veränderten dauerhaft die alte Parteienlandschaft durch eine vierte Partei: Die Grünen. Viele Positionen aus der 68er Bewegung wie der Antikapitalismus, der Antiimperialismus, der Antinationalismus und Antifaschismus, der "Antimilitarismus" und Pazifismus, die Romantisierung der außereuropäischen Welt (Internationalismus, heute Multikulturalismus), die antiisraelische Einstellung, der Antiamerikanismus,  in den Anfängen auch das Eintreten für basisdemokratische Positionen, fanden dort eine neue Heimat und begannen im Bündnis mit der Ökobewegung die Fünf- Prozent- Hürde zu überspringen. Aus dem Antifaschismus, Internationalismus bzw. Multikuturalismus entwickelte sich die Befürwortung einer sogenannten "Antidiskriminierungspolitik" als Instrument politischer Correctness, die sich ihrerseits inzwischen in allen Parteien und in den Medien mehr oder weniger etabliert hat. Die politische Correctness wirkt wiederum verstärkend auf den Multikulturalismus und linke Denkansätze, während im rechten politischen Spektrum die Unterschiede zwischen Konservatismus und Rechtsradikalismus systematisch verwischt werden. 

Aufgabenvorschlag: 
  1. Diskutiere:
    Inwieweit kann man die Partei Die Grünen als Produkt der 68er verstehen?


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Der "Lange Marsch durch die Institutionen"


Klaus Rainer Röhl, früher Leiter der linken Zeitschrift "konkret", schreibt heute in seiner Lebensbilanz: "So begann der `Lange Marsch durch die Institutionen` [...], zu dem nach der Aufforderung von Rudi Dutschke Hunderttausende aufbrachen, ihr Studium beendeten und in die Berufe strebten [die überwiegende Mehrzahl wurde Lehrer] oder ein politisches Betätigungsfeld bei den etablierten Parteien suchten, vornehmlich bei der SPD, später auch bei den Grünen. Als Folge diese sich über mehr als vier Jahrzehnte hinziehenden `langen Marsches` hat sich heute eine gutbezahlte Generation von C4- Professoren an Deutschlands Universitäten unkündbar etabliert. Der Rest der Eliten findet sich mittlerweile in den höheren und mittleren Rängen der Parteihierarchien, in einflussreichen Positionen bei Funk- und Fernsehanstalten, Tageszeitungen, Werbefirmen und Filmproduktionen; das Fußvolk hat immerhin als Lehrer; Pfarrer, Leiter von Volkshochschulen oder SPD- Ortsgruppen sein Etappenziel erreicht. Die Verheißung des Endkommunismus `Jedem nach seinen Bedürfnissen` haben sie für sich schon einigermaßen verwirklicht, sind aber trotzdem unzufrieden." ( Röhl, S. 285)

Aufgabenvorschlag: 
  1. Diskutiere:
    Inwieweit kannst Du der Einschätzung Klaus Rainer Röhls hinsichtlich des Langen Marsches durch die Institutionen zustimmen?


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e - 1969 - 1974 Regierung Willy Brandt / Neue Ostpolitik



Bundeskanzler Willy Brandt
bundesarchiv.de

"Mehr Demokratie wagen" war Willy Brandts (SPD) Programm. Im Inneren der Bundesrepublik wurden viele Reformen verwirklicht, z. B. in der Bildungspolitik oder im Bereich der betrieblichen Mitbestimmung. 

Brandts  politische Hauptleistung aber war die "Neue Ostpolitik", mit der auch Westdeutschland die Entspannung, die seit der Kubakrise zwischen den Supermächten herrschte, nachvollzog. Die Hallstein- Doktrin wurde aufgegeben. 

Die Ostverträge waren der Moskauer Vertrag vom August 1970 zwischen der BRD und der Sowjetunion sowie er Warschauer Vertrag vom Dezember 1970 zwischen der BRD und der Volksrepublik Polen. Darin enthalten waren folgende Punkte: Gewaltverzicht; Anerkennung der bestehenden Grenzen in Europa einschließlich der Oder-Neiße-Grenze; keine völkerrechtliche Anerkennung der DDR. Berühmt wurde Brandts Kniefall von Warschau: Brandt legte vor dem Ehrenmal der Helden des Ghettos in Warschau einen Kranz nieder und verharrte knieend.  Es gelang eine Normalisierung der Beziehungen mit Polen.

Im September 1971 regelte das Viermächteabkommen über Berlin zwischen den USA, Großbritannien und Frankreich einerseits und der Sowjetunion andererseits den Status Westberlins. Das Abkommen sah Folgendes vor: Ungehinderter Transitverkehr  zwischen BRD und West-Berlin; die Sowjetunion akzeptiert die faktische Zugehörigkeit West-Berlins zur Wirtschafts-, Gesellschafts- und Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland, aber andererseits sollte der Westteil Berlins "wie bisher kein Bestandteil" der BRD sein. 

Das Transitabkommen zwischen der BRD und der DDR vom Dezember 1971 legte fest, dass der Personen- und Güterverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin künftig ohne Behinderungen und in der "einfachsten, schnellsten und günstigsten Weise" erfolgen solle. Die Schikanen beim Transitverkehr wie stundenlange Wartezeiten usw. sollten also aufhören.

Das Abkommen zwischen dem Senat von West-Berlin und der DDR verbesserte die Reise- und Besuchsmöglichkeiten für West-Berliner. Pro Jahr konnte sich ein Westberliner nun insgesamt dreißig Tage im Ostteil der Stadt oder in DDR, ohne dies begründen zu müssen; zusätzliche Reisen aus dringenden humanitären und familiären Gründen waren möglich.

Der Grundvertrag mit der DDR vom 21. 12.1972 zwischen der BRD und der DDR sah die Anerkennung der DDR als selbstständiger, unabhängiger, territorial integrer Staat vor. Das bedeutete aber aus Sicht der BRD keine völkerrechtliche Anerkennung der DDR. Uneinigkeit gab es über die Frage der Staatsangehörigkeit und über die Gültigkeit des Vertrags für West- Berlin. Statt einer Botschaft wurde eine Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ostberlin eingerichtet , die Grenze zwischen den beiden Staaten galt nach westdeutscher Auffassung als innerdeutsche Grenze, die Bundesregierung beharrte auf besonderen Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten. 


Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Deutschen Demokratischen Republik in Ostberlin
bundesarchiv.de

Nach Ansicht der SPD/FDP- Bundesregierung waren die Ostverträge Voraussetzung und Grundlage für Zusammenarbeit und Frieden in Europa. Man könne nur so ein Auseinanderleben der Menschen in den beiden Staaten verhindern. Man sprach von einer "Politik der kleinen Schritte" und von"Wandel durch Annäherung".

Die CDU/CSU sah in den Ostverträgen einen "Ausverkauf deutscher Interessen".  Sie kritisierte die Oder- Neiße- Grenze als endgültige Grenze zwischen Deutschland und Polen und befürchtete, dass auch die DDR auf Dauer faktisch anerkannt würde. Die Interessen der Heimatvertriebenen würden nicht berücksichtigt.

Brandt konnte die Ostverträge unbeschadet überstehen, ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU/CSU unter Fraktionsführer Rainer Barzel scheiterte knapp. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Verfassungsmäßigkeit des Grundlagenvertrags, wies aber auf das Wiedervereinigungsgebot und das Selbstbestimmungsrecht aller Deutschen hin.

Die weitere Politik gegenüber der DDR bis zur Wiedervereinigung findest du im Abschnitt 1982 - 1998 Regierung Helmut Kohl.


Aufgabenvorschlag zur Neuen Ostpolitik

  1. Arbeitsblatt "Neue Ostpolitik"

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe des Abschnitts e des Basiswissentextes aus.

  2. Handelte es sich um einen "Ausverkauf deutscher Interessen" (CDU/CSU)?

    Gehe so vor / überlege:

    a - Wiederhole nochmals die Präambel des Grundgesetzes und vergleiche die Neue Ostpolitik mit der Präambel.

    b - Zeige, in welcher neuen politischen Großwetterlage sich die Bundesrepublik Anfang der 1970er Jahre im Unterschied zur Amtszeit Adenauers befand ( Basiswissen Kalter Krieg und Entspannung; zu Adenauers Wiedervereinigungs- politik vgl. Heidelberger Rede)

    c - Was wäre passiert, wenn die Bundesrepublik mit ihrer Deutschlandpolitik weitergemacht hätte wie bisher?

    d - Zeige, wie die Bundesrepublik mit ihrer Neuen Ostpolitik einerseits den neuen Realitäten Rechnung trug, andererseits den Auftrag der Präambel juristisch und politisch berücksichtigte.

    e - Fasse zusammen und beantworte abschließend die Ausgangsfrage: Handelte es sich um einen Ausverkauf deutscher Interessen? Anschließend bietet sich die Durchführung einer simulierten Bundestagsdebatte an.

 

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f - 1974 - 1982 Regierung Helmut Schmidt



Bundeskanzler Helmut Schmidt
bundesarchiv.de

Nach dem Rücktritt Willy Brandts trat Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) die Regierung an. Die 1970er Jahre sahen die Ölkrise, die Entstehung der Anti-Atomkraftbewegung und der Partei der Grünen. Der
Kampf gegen den Terrorismus der aus der Studentenbewegung und der APO hervorgegangenen Baader-Meinhof-Gruppe (RAF = Rote Armee Fraktion) und ihrer Nachfolger hielt die Bundesrepublik in Atem. 

Die RAF entstand nach der Befreiung von Andreas Baader im Mai 1979, der sich als Kaufhaus- Brandstifter ("Gewalt gegen Sachen") hervorgetan hatte. Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Jan Carl Raspe und Holger Meins bildeten den Kern der ersten Generation von Terroristen. Sie arbeiteten zuerst mit Sprengstoffanschlägen und Banküberfällen, später ging man zu gezielten Mordaktionen gegen herausragende Repräsentanten des "Systems" über. 1977 wurde zum Beispiel Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine Begleiter ermordet. Insgesamt fielen der RAF 34 Menschen zum Opfer.


RAF - Fahnudungsplakat 1972
bundesarchiv.de

Als die erste Generation von Terroristen 1972 verhaftet und zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt war,  versuchte die zweite Generation, die einsitzenden Genossen mit Hilfe von Entführungen freizupressen.  Zu diesem Zweck wurde Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt. Hilfe erhielten die deutschen Terroristen dabei von palästinensischen Terroristen. Diese entführten die Lufthansa- Maschine "Landshut" bis nach Mogadischu in Somalia, wo die deutsche Spezialeinheit GSG 9 die Geiseln befreien konnte. Die Häftlinge in Stuttgart Stammheim begingen Selbstmord, Hanns Martin Schleyer wurde ermordet. 1998 löste sich die RAF, nunmehr in der dritten Generation aktiv, selbst auf.

Nach der Stationierung sowjetischer SS-20-Mittelstreckenraketen in Osteuropa regte Helmut Schmidt mit Erfolg die NATO-Nachrüstung (vgl. Kalter Krieg und Entspannung) an, was im Westen eine starke Friedensbewegung auf den Plan rief.


Zum Wendejahr 1979 (Lernumgebung "Kalter Krieg")

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g - 1982 - 1998 Regierung Helmut Kohl



Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl
bundesarchiv.de

1982 kam es zum Regierungswechsel. Helmut Kohl (CDU) wurde Bundeskanzler, unterstützt von einer Koalition aus CDU/CSU und FDP. Außenminister wurde Hans-Dietrich Genscher (FDP).

Seit den Ostverträgen hatte eine allmähliche Abwendung von der Idee der deutschen Einheit stattgefunden, zwar nicht überall gleichmäßig, aber doch fühlbar, wobei ein Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Zweifel an der Wiedervereinigung bestand. In tonangebenden Kreisen geriet die Idee der Nation zunehmend in Vergessenheit oder gar in Misskredit, umso mehr, je weiter links die betreffenden Kräfte standen. Führende SPD- Politiker distanzierten sich von der Wiedrevereinigung. Willy Brandt erklärte die sie zur "Lebenslüge der zweiten deutschen Republik", Egon Bahr sprach von "politischer Umweltverschmutzung", Peter Glotz meinte, am Ziel der Wiedervereinigung festzuhalten sei "Opportunistisch und widerwärtig". Erhard Eppler meinte 1988, Europa brauche "um seines Friedens willen eine stabile, lebensfähige, selbstbewusste DDR". Klaus Bölling und Jürgen Schmude traten für die Beseitigung des Wiedervereinigungsgebots in der Präambel des Grundgesetzes ein. 

Im Entwurf eines Programms der CDU vom Februar 1988 hieß es: "Die Überwindung der Teilung Europas und damit Deutschlands setzt eine Überwindung des Ost-West- Konflikts voraus. Die Lösung der Deutschen Frage ist daher gegenwärtig nicht zu erreichen." Dieser Passus im Programm wurde zwar geändert, aber er formulierte doch weit verbreitete Überzeugungen. Die Einheit schien angesichts der Kräfteverhältnisse in der Welt unerreichbar.

Die Regierung Kohl setzte die Entspannungspolitik der Regierungen Brandt und Schmidt im Wesentlichen fort. Man kam der DDR entgegen, verlangte und bekam aber immer Gegenleistungen. So gewährte die Bundesrepublik dem Oststaat im Juni 1983 einen Kredit in Höhe von einer Milliarde D-Mark, wofür dieser die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze abbaute. Ein Jahr später übernahm die BRD die Garantie für einen weiteren Kredit in ähnlicher Höhe, was die DDR mit Erleichterungen im Reiseverkehr und der Senkung des Zwangsumtauschs für Rentner quittierte. 1986 wurde mit einem Kulturabkommen, 1987 einem Umweltabkommen und 1988 mit dem Beginn innerdeutscher Städtepartnerschaften die "Normalisierung" zwischen den beiden deutschen Staaten fortgesetzt. Im September 1987 besuchte Erich Honecker sogar die Bundesrepublik in einer Art Staatsbesuch. Während Bundeskanzler Kohl dabei die Notwendigkeit der Wiedervereinigung betonte, kam das SED- Organ "Neues Deutschland" (heute das Organ der Partei Die Linke) zu dem Schluss: "Die Teilung hat sich vollendet." (Fakten und Zitate der letzten drei Absätze nach dem Artikel "Einheitsverfechter wurden immer einsamer" von Karlheinz Weissmann in der JF vom 27.11.2009)

Erst der Mauerfall eröffnete völlig unerwartet eine realistische Perspektive für die Wiedervereinigung.

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g1 - Mauerfall 9. November 1989 und Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990



Mauerfall und Wiedervereinigung
schule-bw.de

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g2 - Schwieriger Vereinigungsprozess


Berlin wird 1990 Hauptstadt Deutschlands. Zwei Drittel der NATO-Verbündeten ziehen bis 1995 aus Deutschland ab ("Friedensdividende"), 1994 verlassen vertragsgemäß die letzten russischen Truppen Deutschland.

1990 versprach Bundeskanzler Kohl für die neuen Länder "blühende Landschaften", aber trotz enormer nach Osten transferierter Summen lassen diese noch auf sich warten. Die neugegründete Treuhandanstalt in Berlin hatte die Aufgabe, rund 8000 Volkseigenen Betrieben (VEB)  zu privatisieren oder stillzulegen ("Abwicklung"). Da diese weithin nicht konkurrenzfähig waren und die traditionellen Kunden in Osteuropa wegbrachen, gingen Millionen Arbeitsplätze verloren, sehr viele junge Arbeit Suchende wandern bis heute (2003) nach Westen ab. Trotz Ansiedlung moderner Industriebetriebe konnte die teilweise Entindustrialisierung Ostdeutschlands nicht verhindert werden. Nach anfänglichem Aufholen konnte die Wirtschaft der östlichen bis heute nicht mit der der westlichen Bundesländer gleich ziehen.

Als 1992 das Stasi-Unterlagengesetz den Opfern das Recht auf Einsicht in ihre Akten gab, spielten sich menschliche Tragödien ab.

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g3 - Verschleppte Reformen und Ansehensverlust


Durch die hohen Transferleistungen nach Osten, aber vor allem auch durch die Verkrustung und den Reformstau in den westlichen Bundesländern - der sich schon in den 1980er Jahren anbahnte,  durch einen kurzen Vereinigungsboom am Anfang der 1990er Jahre überdeckt wurde und seither aus komplexen Gründen nicht wirklich überwunden wurde - stieg die deutsche Staatsverschuldung in ungeahnte Höhen, die Wachstumsraten rutschten an das Ende der europäischen Volkswirtschaften, viele Entwicklungen wurden schlicht verschlafen, das deutsche Ansehen wurde gründlich ramponiert. Dennoch hielt Deutschland seine Spitzenposition in der Welt als Exportnation.

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h - 1998 -  Rot-Grüne Koalition


Unzureichende Reformen mit handwerklichen Mängeln kennzeichnen über Jahre die Rot-Grüne Koalition. Der Ernst der Lage, die Notwendigkeit eines Systemwechsels auf allen Gebieten drang erst langsam ins Bewusstsein der Bevölkerung.  

Außenpolitisch wandelte sich die Weltlage durch den Angriff von Terroristen auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York und auf das Pentagon am 11. September 2001. Bundeswehreinsätze im Ausland (Afghanistan u.a.) wurden danach - nach Einsätzen z.B. im ehemaligen Jugoslawien - fast schon Routine. Die neue Doktrin des militärischen Präventivschlags der Regierung George W. Bush und der Irakkrieg von 2003  führten zu einer anhaltenden Störung in den transatlantischen Beziehungen. 

Die Koordinaten des gesamten politischen Betriebes verschoben sich nach links. Insgesamt tut sich Deutschland offenkundig schwer damit, sich auf die neuen Erfordernisse der Gegenwart einzustellen. 

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Informationen zur politischen Bildung, Heft 256, bpb. Kann dort auch als Heft bestellt werden.
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Zeiten des Wandels
Deutschland in den 60er und frühen 70er Jahren.
Informationen zur politischen Bildung, Heft 258, bpb. Kann dort auch als Heft bestellt werden.
bpb.de


Deutschland in den 70er/80er Jahren
Informationen zur politischen Bildung, Heft 270, bpb. Kann dort auch als Heft bestellt werden.
bpb.de


DOSSIER: Deutsche Teilung - Deutsche Einheit
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Überblick 1949 - 89 


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Mauerbau 

Siehe "Basiswissen DDR"

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Neue Ostpolitik
Gute Darstellung der Rechtsproblematik (Präambel des GG!) Aus:
Deutschland in den 70er/80er Jahren. Informationen zur politischen Bildung, Heft 270, bpb. 
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Die Verträge von Moskau und Warschau
Kurze Zusammenfassung des DHM. Vgl. unter "Quellen" die Vertragstexte.
dhm.de


Kampf um die Ostverträge
Kurze Zusammenfassung des DHM.
dhm.de


Viermächte-Abkommen über Berlin Sept. 1971
Kurze Zusammenfassung des DHM.
dhm.de


Transitabkommen Dez. 1971
Kurze Zusammenfassung des DHM.
dhm.de


Der Grundlagenvertrag
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Die 1970er Jahre


Die Spiele der XX. Olympiade München 1972: Geiselnahme
de.wikipedia.org


Rote Armee Fraktion - Die Geschichte der RAF
stern.de

 
Wer waren die Mitglieder der RAF?
welt.de

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Wiedervereinigung


Mauerfall und Wiedervereinigung
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Deutsche Wiedervereinigung
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Deutsche Einheit
Lebendiges Museum Online (LeMO). Kompetent, multimedial, Biographien, Chronik, ...
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Wege in die Gegenwart
Lebendiges Museum Online (LeMO). Kompetent, multimedial, Biographien, Chronik, ...
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DOSSIER: Deutsche Teilung - Deutsche Einheit
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Nationalismus - Ein historischer Längsschnitt 
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Europäische Integration
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Die Aufgaben sind in die interaktiven Seiten eingearbeitet.

Erläutere außerdem Hintergrund und Bedeutung der Europäischen Integration: 

a - Warum Integration gerade nach dem Zweiten Weltkrieg?

b - Warum erfolgreiche Integration?

c - Worin liegt die Bedeutung der Europäischen Integration?

d - Wie weit sollte sie gehen? Entwerfe und diskutiere mögliche Modelle mit Vor- und Nachteilen (Stichwörter).


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