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Entwicklung zum Byzantinischen Reich / Früh- und Mittelbyzanz |
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Auf dem Boden des 476 n.Chr. untergegangenen weströmischen Reiches existieren Germanenstaaten, im Osten besteht das Oströmische Reich weiter. Von Osten wird es vom neupersischen Reich der Sassaniden bedroht. b - Kaiser Justinian (527 - 568 n.Chr.) Kaiser Justinian erstrebt die Wiederherstellung des Römischen Reiches in seiner alten Größe und Ausdehnung. Bis 533 erobert er das Vandalenreich, bis 550 n.Chr. Teile Südspaniens von den Westgoten, in den 20 Jahre währenden, zerstörerischen Gotenkriegen bis 553 n.Chr. das Ostgotenreich. In Konstantinopel erbaut er die mit prächtigen Mosaiken ausgestattete Kuppelkirche "Hagia Sophia". Auf Geheiß Justinians erfolgte die Sammlung und Neuordnung der römischen Gesetze. Dieses Gesetzeswerk, das Corpus Iuris Civilis, fand seit dem späten Mittelalter auch im ganzen lateinisch geprägten Europa Eingang in das Rechtswesen. Doch Justinian (527 - 568 n.Chr.)
hat die Kräfte des Reiches überspannt. 568 n.Chr. fallen die Langobarden
in Italien ein und erobern es bis auf Restbestände. Slawen , Awaren und
Bulgaren dringen über Jahrzehnte in den Balkanraum ein, erobern ihn
teilweise und besiedeln ihn. Beginn des mittelbyzantinischen Reiches Kaiser Heraklios (610 - 641 n.Chr.) reagiert auf die äußeren Bedrohungen durch umfassende innere Reformen. Er (oder seine Nachfolger? umstritten) führt zunächst eine Heeresreform (Themenverfassung) durch: Nach einer Bauernbefreiung auf Kosten der großen adligen Grundbesitzer stellen mit Land versehene freie Wehrbauern statt Söldnern den Kern der neuen Armee. Die Soldaten mussten die Kosten für Uniformen, Ausrüstung, Pferde, usw. aus dem Erlös ihrer Landwirtschaft bestreiten. Die Themen werden zunächst in Grenznähe errichtet, überziehen dann aber auf Dauer das ganze Reich. Heraklios macht auch Griechisch statt des Lateinischen zur Sprache des Ostreichs. Die seit Kaiser Konstantin bestehende spätantike Tradition, dass der Kaiser über dem Oberhaupt der Kirche steht (Cäsaropapismus), bleibt bestehen. Das Oberhaupt der Kirche im Osten ist nicht der römische Papst, sondern der Patriarch von Konstantinopel. Von nun an spricht man nicht mehr vom Oströmischen Reich, sondern vom Byzantinischen Reich, kurz von "Byzanz". Nach einer geläufigen Zeiteinteilung sagt man: Mit Heraklios endet das frühbyzantinische (=oströmische) Reich und mit ihm beginnt das mittelbyzantinische Reich, das 1204 mit der Eroberung Konstantinopels untergeht. Das spätbyzantinische Reich endet 1453 mit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453. Nach diesen Reformen besiegt Heraklios die Sassaniden, aber dann erobern völlig überraschend noch während Heraklios` Regierungszeit die Araber das Sassanidenreich und weite Teile des byzantinischen Ostens. Byzantinisches Kerngebiet werden der Balkan und Kleinasien, die Hauptstadt bleibt Konstantinopel. Mitte des 8. Jhs. haben sich um das Mittelmeer drei Zentren herausgebildet: Im Osten Byzanz, im Süden der Islam, im Nordwesten das Frankenreich. Die ursprüngliche Einheit der Mittelmeerwelt war und ist mit Wirkung bis in die heutige Zeit zerstört. Im 8. Jh. hat das Mittelalter endgültig begonnen. Byzanz wird Bollwerk gegen Islam. d - Die Einteilung der byzantinischen
Geschichte Im 8./9. Jh. brach in Byzanz ein Streit darüber aus, ob bildhafte Darstellungen von Jesus, Maria und den Heiligen verehrt werden dürfen oder nicht, der sogenannte Bilderstreit oder Ikonoklasmus. Diese Auseinandersetzung erschütterte Byzanz im Inneren schwer. Näheres hier f - Slawenmission (seit 9. Jh.) Die in den Balkan eingewanderten Südslawen werden zum großen Teil von Byzanz aus missioniert, und zwar von den Mönchen Kyrillos und Methodios. Noch heute benutzen ein Teil der südslawischen Völker ebenso wie die Russen die nach Kyrillos benannte kyrillische Schrift, die auf die griechische Schrift zurückgeht. Als Folge der Heirat zwischen Anna, der Schwester Kaiser Basileios II. mit dem russischen Großfürsten von Kiew werden auch die Russen orthodox und treten nach dem Untergang von Byzanz als sogenanntes "Drittes Rom" dessen Erbe an. g - Basileios II. (976 - 1025) Basileios II. war 976 - 1025 n.Chr. Kaiser von Byzanz. 985 griff der bulgarische Zar Samuel Byzanz an. Der byzantinische Adel nutzte nun einige Niederlagen Basilelos' II. und erhob sich gegen den Kaiser. Unterstützt vom Stab des Heeres bemächtigte er sich Kleinasiens und bedrohte Konstantinopel (988). Basileios II. rief den russischen Großfürsten Wladimir von Kiew zur Hilfe, dessen Heer dem Kaiser zum Sieg verhalf. Im Gegenzug versprach Basileios II. dem Großfürsten von Kiew seine Schwester Anna zur Frau. Wladimir
akzeptierte die Bedingung, dass er selbst und sein Volk zum Christentum
übertreten müssten. Die neue russisch-orthodoxe Kirche wurde
dem Patriarchat von Konstantinopel und der Leitung griechischer
Metropoliten unterstellt. Die russische Kultur wurde nun stark von Byzanz
beeinflusst. Als Konstantinopel 1453 von den Türken erobert wurde, wurde
Moskau als aufstrebendes russisches Zentrum das "Dritte Rom". Basileios
II. gewann den Kampf gegen den Adel schließlich und zog große Teile von
dessen Ländereien ein. 1018 glückte dem Kaiser der endgültige Sieg
über die Bulgaren.
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Gesamtdarstellung der byzantinischen Geschichte
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