Deutschland: Besatzung, Spaltung, zwei deutsche Staaten

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Quellen zur Nachkriegszeit (SWR)
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Amtliche Verlautbarung über die Konferenz von Potsdam vom 17. Juli bis 2. August 1945.
Auszug
dhm.de

Aufgabenvorschlag Potsdam


Konferenz von Potsdam: Arbeitsblatt
Material Geschichtszentrum

  1. Fülle das Arbeitsblatt mit Hilfe der Amtlichen Verlautbarung über die Konferenz von Potsdam aus (ab "Der Text dieser Übereinkunft lautet"). Kürze so, dass alles auf das Blatt passt.

  2. Ziehe die Karten Besatzungszonen und Berliner Sektoren zu Rate. Erläutere den Begriff "unter polnischer Verwaltung" im Vergleich zu dem Begriff "polnisch".

  3. Was bedeutet der Begriff "Grundsätzen der Demokratie" nach westlichem bzw. sowjetischem Verständnis? Vgl. dazu Walter Ulbricht: "Leben auf demokratischer und friedlicher Grundlage"


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"Leben auf demokratischer und friedlicher Grundlage" Walter Ulbricht auf der KPD- Landeskonferenz Thüringen am 5. August 1945
In indirekter Rede wiedergegeben nach dem DDR- Lehrbuch "Geschichte 10", S. 56


Handzettel zum Volksentscheid in Sachsen
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Wortlaut der von den Militärgouverneuren den elf deutschen Ministerpräsidenten in Frankfurt am Main übergebenen drei Dokumente
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Inhalt:

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Roter Kasten mit einführenden Links  

Basiswissen
Basiswissen

a - Flucht, Vertreibung, Umsiedlung
 
b - Lebensverhältnisse
 

mit Aufgabenvorschlägen zu b und c  
c - Konferenz von Potsdam Juli/August 1945   
mit Aufgabenvorschlägen  
d - Politik der westlichen Besatzungsmächte
 
e - Sowjetische Besatzungspolitik

mit Aufgabenvorschlägen zu d und e  

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- Entnazifizierung und Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse
- Neubeginn und Weg zur Teilung
Nationalismus

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Einführende Links

 
Zerstörtes Dresden 1945

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Flüchtlinge 1945

dhm.de


Die Großen Drei
auf der Potsdamer Konferenz
dhm.de


Gründungsparteitag der SED in Berlin
Der Vorsitzende Wilhelm Pieck trägt das Banner mit dem Emblem der Einheitspartei
dhm.de


Berlin-Blockade
Amerikanische Flugzeuge im Anflug auf Tempelhof, 17.10.1948

dhm.de


Mediathek: Deutsche Geschichten 1945 - 1949
Videos, Audios, ...
deutschegeschichten.tv

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Basiswissen 

a - Flucht, Vertreibung, Umsiedlung

Millionen Menschen werden nach dem Krieg vertrieben, fliehen oder siedeln um: nicht nur Deutsche  (zum Teil unter so nicht vereinbarten Bedingungen), sondern z.B. auch Polen - Ostpolen wird von der Sowjetunion geschluckt, die Bevölkerung in die ehemals deutschen Gebieten unter polnischer Verwaltung umgesiedelt: "Westverschiebung Polens" - und überlebende Juden, von denen viele nach Israel emigrieren (1948 Staatsgründung Israels), und viele andere.

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b - Lebensverhältnisse

Deutschland, v.a. die Städte,  war durch den Luftkrieg stark zerstört. Da viele Männer noch in Kriegsgefangenschaft waren (letzte Russlandrückkehrer nach Adenauers Moskau-Besuch 1955!), wurden die Aufräumarbeiten vielfach von Frauen durchgeführt ("Trümmerfrauen"). Es herrschten Inflation ("Zigarettenwährung"), Hunger, Kälte und Schwarzmarkt. Viele lebten in den Trümmern ihrer Häuser.

 
Aufgabenvorschläge zu Abschnitt b und c
  1. Notiere in Abschnitt a und b die Ausgangslage, von der aus 1945 der Wiederaufbau seinen Ausgang nahm (sogenannte „Stunde Null“). 

  2. Rufe das Material "Flucht und Vertreibung" in der rechten Spalte auf.

    1. Das Potsdamer Abkommen wollte einen "ordnungsgemäßen und humanen Transfer" der Bevölkerung. Wie war die Wirklichkeit? Warum? 

    2. Welche Probleme verursachten Flucht und Vertreibung?

    3. Stimmst du der Ansicht zu, dass es sich bei der Certreibung um ein himmelschreiendes Unrecht gehandelt hat?

    4. "Wir (Vertriebene) sehnen uns in unsere geliebte Heimat zurück und hoffen, dass uns das geraubte Menschenrecht wiedergegeben wird."

      Wie stehst du zu dieser Hoffnung? Begründe deine Meinung. Beachte verschiedene Blickwinkel.

  3. Recherchiere in der rechten Spalte unter „Trümmerleben / Stunde Null“ entsprechende Bilder. Halte einen bildergestützten Vortrag vor der Klasse zum Thema „Stunde Null“.

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c - Konferenz von Potsdam Juli/August 1945

Die Verhältnisse in Deutschland nach Kriegsende werden auf den Konferenzen von Jalta (Februar 1945; Erklärung) und Potsdam (Juli/August 1945) ( Weiteres Material rechte Spalte). In Potsdam werden die Demilitarisierung, die Denazifizierung und Demokratisierung Deutschlands vereinbart. 

Deutschland wird in vier Besatzungszonen eingeteilt ( Karte), Berlin wird Vier-Sektorenstadt ( Karte) (analog verfährt man mit Österreich und Wien, siehe Karte). Die Ostgebiete östlich von Oder und Neiße fallen nach dem Text bis zum Abschluss eines Friedensvertrags unter polnische und sowjetische (nördliches Ostpreußen) Verwaltung, siehe Karte "Westverschiebung Polens". Die Deutschen sollen aus Polen, aus Ungarn und der Tschechoslowakei umgesiedelt werden, und zwar in "ordnungsgemäßer und humaner Weise".

Der Alliierte Kontrollrat sollte über alle Fragen beraten, die Deutschland als Ganzes betreffen. Deutschland wird als wirtschaftliche Einheit betrachtet, die Behandlung der deutschen Bevölkerung soll in ganz Deutschland gleich sein. Die deutsche Wirtschaft soll dezentralisiert werden. Es werden Reparationen und die Demontage von Industrieanlagen vereinbart. 

Die Interpretation des Potsdamer Abkommens ist nachher strittig, die faktische Entwicklung verläuft hin zur Spaltung Deutschlands in zwei Staaten 1949.  

1945/46 findet der Nürnberger Prozess zur Verurteilung der Hauptkriegsverbrecher statt, weitere Kriegsverbrecherprozesse folgen. Viel Deutsche müssen sich  einem Spruchkammerverfahren unterziehen. ( Näheres siehe hier) Siehe insbesondere Re- Education.

Aufgabenvorschläge zu Abschnitt c
  1. Zu Potsdam siehe den Aufgabenvorschlag in der linken Spalte.

  2. Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse: 

    1. Notiere die Anklagepunkte ( Material OLG Nürnberg) und zeige, worin deren Problematik bestand. 
    2. Zitat 1: "Im Allgemeinen werden die Prozesse heutzutage jedoch positiv bewertet, da erstmals die individuelle Schuld der Angeklagten untersucht wurde und Politiker und Militärs persönlich bestraft wurden."

      Zitat 2: "Nach Meinung der Prozesskritiker hätten auch die Alliierten Angriffskriege geführt und Kriegsverbrechen begangen."

      Zitat 3: Die amerikanische „TIME“ schon im November 1945: „Was immer für Gesetze die Alliierten für die Zwecke des Nürnberger Prozesses aufzustellen versuchten, die meisten dieser Gesetze haben zur Zeit, als die Taten begangen wurden, noch nicht existiert. Seit den Tagen Ciceros ist eine Bestrafung ex post facto von den Juristen verdammt worden“.

      Nimm Stellung zu diesen Zitaten aus der Wikipedia- Seite zu den Nürnberger Prozessen.

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d - Politik der westlichen Besatzungsmächte

Die USA behandelten Deutschland zunächst als besiegten Feindstaat ("Non-Fraternization"), es gab ursprünglich sogar regelrechte Pläne zur Zerstückelung Deutschlands ("Dismemberment", Karte "Morgenthau-Plan"). Außerdem wurden Demontagen vorgenommen. Schon früh aber schickten Amerikaner Care-Pakete zur Unterstützung der Bevölkerung, auch wurde Parteien und Presse usw. zugelassen. 

Je mehr sich der Kalte Krieg herausbildete (Truman-Doktrin 23.3.1947), je mehr die USA über die Sowjetunion desillusioniert wurden, je mehr sich die Einsicht durchsetzte, dass man Deutschland vor dem Verhungern bewahren musste, ohne den amerikanischen Steuerzahler zu belasten, je mehr man in den USA auch wirtschaftliche Vorteile eines wirtschaftlich gesunden Deutschland sah, desto mehr wandelte sich aber die amerikanische und mit ihr die britische und französische Besatzungspolitik. 

1946 wurde aus der US-amerikanischen und britischen Zone die Bi-Zone, unter Einschluss der französischen Zone entstand die Trizone. Die westlichen Besatzungszonen kamen ab 1947 in den Genuss des Marshall-Plans, auf der Londoner Sechs-Mächte-Konferenz (23.2. - 3.6.1948; USA, GB, F, Benelux, ohne Sowjetunion) wurde nach Austritt der Sowjetunion aus dem Alliierten Kontrollrat (20.3.1948) die Errichtung eines westdeutschen Teilstaates geplant, im Juni 1948 erfolgte in den westlichen Besatzungszonen die Währungsreform (Einführung der D-Mark. Folge:   Berliner Blockade Juni 1948 - Mai 1949; Währungsreform Ost), im Juli 1948 werden die "Frankfurter Dokumente" der Besatzungsmächte (Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung) vorgelegt. Heraus kommt ein Parlamentarischer Rat, der das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausarbeitet. Dieses wird am 23.  Mai 1949 verabschiedet, die Bundesrepublik wird nun durch Ruhrbehörde, siehe Ruhrstatut, und Besatzungsstatut kontrolliert. Im August 1949 finden dann die ersten Wahlen zum Bundestag statt. Bundeskanzler wird Konrad Adenauer von der CDU. Provisorische Hauptstadt wurde Bonn. Näheres zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland hier.

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e - Sowjetische Besatzungspolitik

Während in den Westzonen die Entwicklung in Richtung Parlamentarische Demokratie verlief, verlief sie in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) in Richtung Kommunismus.

Wegen der Zerstörungen in der Sowjetunion durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg sind die Demontagen in der SBZ besonders intensiv. Es gibt auch Reparationsentnahmen aus der laufenden Produktion.

Schon im Juli 1945 werden auf Anweisung der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) alle privaten Banken und Versicherungen geschlossen. Im September 1945 wird eine Bodenreform durchgeführt. Grundbesitz über 100 ha wird zu Gunsten von etwa 200.000 Landarbeitern und Vertriebenen und etwa 125.000 landarmen Bauern enteignet und in Parzellen zu  5 - 25 ha aufgeteilt. Dies bedeutet das Ende des Großgrundbesitzes auf dem Territorium der SBZ. Bei den brutal durchgesetzten Enteignungen kam es zu vielen Rechts- bzw. Menschenrechtsverletzungen.

Am 30. Juni 1946 wird ein Volksentscheid in Sachsen (nicht in anderen Ländern) durchgeführt. Im Ergebnis stimmt eine Dreiviertel-Mehrheit für die Enteignung der Großindustrie ("Enteignung von Kriegsverbrechern"). Diese werden in VEB (Volkseigene Betriebe) verwandelt. "In den anderen, weniger industriereichen Ländern und Provinzen erfolgt die Enteignung durch Gesetze und Verordnungen. Nach der Enteignungswelle sind nur mehr Mittel- und Kleinbetriebe sowie sowjetische Aktiengesellschaften übrig, die Eigentum des NS-Staates, der NSDAP und der Wehrmacht übernommen haben. Der private Sektor umfasst 1946 nur noch 40 Prozent der Bruttoproduktion." ( Telekolleg Bayerischer Rundfunk

Es werden durch die Deutsche Wirtschaftskommission für gesamtstaatliche Planung Grundlagen der Planwirtschaft gelegt.

Im Bereich der Politik werden die Schlüsselstellungen mit Kommunisten besetzt ("Gruppe Ulbricht").  Am 22. April 1946 setzen die Kommunisten die Gründung der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) aus KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) durch, die anschließend durch Säuberungen zu einer "Partei Neuen Typs" wird (keine innerparteiliche Opposition). Weitere, bürgerliche Parteien (CDU, LDPD, etc.) auf SED-nahen Kurs gebracht und zu einer "Blockpolitik" mit der SED gezwungen (schon 1945 "Block antifaschistischer Parteien"). 

Der Weg zur Staatsgründung der DDR führt über den im Dezember 1947 gewählten Deutschen Volkskongress und den von diesem gewählten Deutschen Volksrat, der sich zu einer vorläufigen Deutschen Volkskammer erklärt, die die Verfassung der DDR am 7. Oktober 1949 in Kraft setzt. Am 15. Oktober finden Wahlen statt, bei denen sich die Blockparteien (Nationale Front) aber vorher auf ihre Sitzanteile geeinigt hatten (SED 25%, CDU und LDP je 15%, andere weniger): Der Wähler konnte nur die gemeinsame Liste wählen.

Die DDR zählt zum Typus der "Volksdemokratien".

 
Aufgabenvorschläge zu Abschnitt d und e
  1. Notiere unter d und e die Besatzungspolitik der Westmächte und der SU in zwei Spalten. Zeige, von welchen Grundsätzen die jeweilige Politik ausgeht.

  2. Zeige, was 1945 von den in der Potsdamer Konferenz festgelegten Grundsätzen noch übrig geblieben ist.

  3. Untersuche die Vorteile und Nachteile, die Stalin von einer Teilung Deutschlands hat. Liegt die Teilung Deutschlands in seinem Interesse?

  4. Diskutiere mit Hilfe eines Stichwortzettels: Wer ist schuld an der Teilung Deutschlands:

    a. Der unüberbrückbare Systemgegensatz zwischen Ost und West, Kommunismus und parlamentarischer Demokratie?

    b. Die Politik Stalins?

    c. Die Politik des Westens?

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