Dreißigjähriger Krieg (1618 - 1648)

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Kartenraum


Böhmischer Krieg 1618 - 1623
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Dänemark greift ein 1625 - 1629
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Schweden greift ein 1630 - 1635
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Frankreich greift ein 1635 - 1648
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Westfälischer Frieden 1648
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Gewinne im Westfälischen Frieden
Hither Pommerania = Hinterpommern;
Farther Pommerania = Vorpommern;
Upper Palatinate = Oberpfalz
lib.utexas.edu


Bevölkerungsverluste im Dreißigjährigen Krieg
wps.ablongman.com


Schweden um 1658
lib.utexas.edu

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Quellen und Texte


Ein Kriegsbericht, 1638
teachsam.de


Die Finanzierung der Söldner
Von teachsam.de


Der Dreißigjährige Krieg: Materialien
Von teachsam.de

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Impressum


Impressum

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Inhalt:

Arbeitsmittel

Roter Kasten
Prager Fenstersturz, Schrecken des Krieges

Basiswissen
Hintergrund und Anlass  
Böhmisch- Pfälzischer Krieg (1618 - 1623)  
Niedersächsisch- Dänischer Krieg 1625 - 1629  
Schweden greift ein (1630 - 1635)  
Frankreich greift ein (1635 - 1648) (schwedisch- französischer Krieg)
Der Westfälische Friede 1648  
Verwüstung Deutschlands; Kriegsgräuel

Linke Spalte
Kartenraum  
Quellen und Texte  
 
Impressum

Rechte Spalte
Arbeitsmittel 

Verwandte Seiten
Buchtipps
Gesamtdarstellung  
Spezielles  
Personen 

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Prager Fenstersturz
baden-chronik.de


Die Schrecken des Krieges
Bilder von Callot
de.academic.ru

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Basiswissen:

Hintergrund und Anlass

Vor Kriegsausbruch organisierte sich das protestantische Lager 1608 in der "Union", das katholische 1609 in der "Liga". Beide Gruppierungen lagen sich misstrauisch gegenüber.

Den Hintergrund für den Krieg bildeten Zugeständnisse des Kaisers an die böhmischen Stände (Religionsfreiheit, Recht auf Königswahl), die Kaiser Matthias (1612 - 1619) wieder rückgängig zu machen versuchte. Der Zorn des böhmischen Adels entlud sich im  "Prager Fenstersturz": Die kaiserlichen Räte Martinitz und Slavata wurden aus dem Fenster der Prager Burg (Hradschin) gestürzt, überlebten aber.

Als Matthias 1619 stirbt, wird Ferdinand II. sein Nachfolger. Er war zugleich (katholischer) böhmischer König. Die protestantischen böhmischen Stände setzen ihn nun ab und rufen den Führer der "Union", den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz,  zum König von Böhmen aus.

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Böhmisch- Pfälzischer Krieg (1618 - 1623)


Johann Tserclaes Graf von Tilly (1559 - 1632)
Vgl. auch die Bilder rechts

Bildnachweis Mehr zu Tilly

Kaiser Ferdinand II. (1619 - 1637), gestützt auf Maximilian I. von Bayern und die "Liga" mit ihrem Feldherrn Tilly, besiegen Friedrich V. von der Pfalz in der Schlacht am Weißen Berg 1620 bei Prag. Der wegen seiner kurzen Regierungszeit so genannte "Winterkönig" muss fliehen. Böhmen wird rekatholisiert, der böhmische Adel enteignet, seine Güter werden verteilt, die "Union" wird aufgelöst, 1621 wird ein blutiges Strafgericht in Böhmen abgehalten, ein Teil der böhmischen Bevölkerung emigriert, hauptsächlich nach Franken und Mitteldeutschland. Maximilian I. von Bayern besetzt die Pfalz und erhält die ihm versprochene pfälzische Kurwürde, Tilly rückt mit der Liga gegen antikaiserliche Truppen nach Westfalen vor und siegt (1623).

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Niedersächsisch- Dänischer Krieg 1625 - 1629


Wallenstein (Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein), 1583 - 1634

Bildnachweis Mehr zu Wallenstein

Die gestärkte Stellung des Kaisers und der katholischen Sache ruft nun andere Mächte auf den Plan.

Frankreich (französisch- habsburgischer Gegensatz), England (antikatholisch, gegen das habsburgische Spanien) und die Niederlande bilden eine Allianz, ohne allerdings direkt in Deutschland einzugreifen. Das protestantische Dänemark unter König Christian IV., Oberster des niedersächsischen Landfriedenskreises, tritt in der Hoffnung auf territoriale Gewinne in Norddeutschland an die Spitze der Protestanten.

In dieser Situation bietet der böhmische Graf Albrecht von Wallenstein ein Heer aus eigenen Mitteln für den Kaiser an. Tilly und Wallenstein rücken nach Norden vor, Dänemark wird besiegt, 1627 stehen die Kaiserlichen in Jütland, 1628 besetzen sie Mecklenburg und Pommern. 1629 kommt es zum Frieden von Lübeck mit Dänemark, das seine besetzten Gebiete zurückerhält, auf ein Bündnis mit norddeutschen Fürsten verzichtet und dauerhaft aus dem Krieg austritt.

Der Kaiser steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die Hoffnung auf eine Erneuerung des Katholizismus steigt bei den Kaiserlichen, eine Gewichtsverschiebung zu dessen Gunsten in Deutschland ist unübersehbar.  Ferdinand II. erlässt 1629 das sogenannte "Restitutionsedikt", das die Rückgabe aller seit 1552 von Protestanten eingezogenen Kirchengüter anordnet. Da die Protestanten heftigen Widerstand leisten, bricht der Krieg erneut aus. Die Protestanten werden von Schweden unterstützt.

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Schweden greift ein (1630 - 1635)


Gustav II. Adolf, König von Schweden (1594 - 1632)

Bildnachweis Mehr zu Gustav Adolf

Schweden beherrschte damals ein Reich, das sich beiderseits der Ostsee erstreckte, Eroberungen in Deutschland würden die Verwirklichung des Traums von einem Reich um die Ostsee näher bringen (vgl. Karte Schweden um 1658). Schweden ist protestantisch.

1630 landet der schwedische König Gustav II. Adolf, gebeten von den Protestanten Norddeutschlands, mit nur 14.500  Mann auf der Insel Usedom in Vorpommern. Da Wallenstein zur selben Zeit auf Betreiben der Reichsfürsten - er war ihnen zu weit aufgestiegen und der Kaiser war ihnen damit zu mächtig geworden - auf dem Kurfürstentag zu Regensburg abgesetzt und das kaiserliche Heer verkleinert wird, kann sich der Schwedenkönig halten und in Ruhe Verbündete suchen, z.B. Sachsen, das 20.000 Söldner stellt.

So gestärkt, marschiert Gustav II. Adolf nach Süden vor, besiegt Tilly vernichtend am Lech  und erobert München, so dass der Kaiser Wallenstein reaktiviert. Dieser zwingt Gustav Adolf zum Abzug. Der Schwedenkönig fällt in der Schlacht bei Lützen 1632, die Schweden werden aber nicht besiegt. 1634 wird Wallenstein wegen aus kaiserlicher Sicht zweideutiger Verhandlungen mit dem Feind und wegen seiner für den Kaiser gefährlichen Machtfülle abgesetzt, geächtet und - auf kaiserlichen Befehl -  ermordet.

1635 schließen der Kaiser und Sachsen den Prager Frieden, die meisten protestantischen Kriegsteilnehmer, z.B. Brandenburg, treten bei: Sachsen wechselt die Seite und kämpft gegen Schweden, der Kaiser verzichtet auf die Durchführung des Restitutionsedikts.

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Frankreich greift ein (1635 - 1648) (schwedisch- französischer Krieg)


Kardinal Richelieu (1585 - 1642)

Bildnachweis Mehr zu Richelieu

Nunmehr greift das katholische Frankreich unter Kardinal Richelieu offen an der Seite Schwedens gegen den Kaiser in den Krieg ein, um Habsburg zu schwächen (französisch- habsburgischer Gegensatz). Der Krieg zieht sich immer mehr in die Länge, Deutschland liegt immer mehr darnieder. 1637 tritt Ferdinand III. Seit 1644 werden Friedensverhandlungen geführt, da keine Seite einen entscheidenden Sieg erringen kann. Die Verhandlungen mit Schweden finden in Osnabrück, die mit Frankreich in Münster statt.

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Der Westfälische Friede 1648

enthält folgende Festlegungen:

  • Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 (vgl. Basiswissen "Reformation in Deutschland") wird wieder hergestellt, auch die Reformierten (Anhänger Calvins) werden miteinbezogen.
     

  • Die Reichsstände bestimmen in allen Reichsangelegenheiten mit, erhalten die volle Landeshoheit in weltlichen und geistlichen Dingen sowie das Recht zu Bündnissen mit ausländischen Partnern, vorbehaltlich der (lehensrechtlichen) Verpflichtungen gegenüber dem Kaiser.

  • Territoriale Bestimmungen (vgl. Karte "Gewinne im Westfälischen Frieden"):
     

    • Schweden erhält Vorpommern und Stettin (Kontrolle der Odermündung), Wismar und die  Herzogtümer Bremen (ohne die Stadt) und Verden (Kontrolle der Elbe- und Wesermündung).
       

    • Frankreich erlangt endgültig Toul, Metz und Verdun, Besatzungsrecht in Philippsburg, bisherige österreichische Hoheitsrechte im Elsaß und die Entmilitarisierung des Oberrheins.
       

    • Brandenburg unter dem Großen Kurfürsten erhält Hinterpommern und einige Städte.
       

    • Bayern behält die Kurwürde und die Oberpfalz, die Rheinpfalz erhält erneut eine eigene (achte) Kurwürde.
       

    • Die (reformierten nördlichen) Niederlande scheiden endgültig aus dem Reich aus.
       

    • Desgleichen die Schweiz.

Die Reichsstände haben sich dauerhaft gegen den Kaiser im Reich durchgesetzt, der Kaiser ist  geschwächt durch eine Vielzahl kleinerer und größerer selbstständiger Herrschaftsgebiete. Nach außen hin ist das Reich ohnmächtig, da kaum einheitlich handlungsfähig: endgültiger Verlust der alten Machtstellung. Schweden steht auf dem Höhepunkt seiner Macht, Frankreich steigt auf und schiebt sich gegen den Rhein vor.

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Verwüstung Deutschlands; Kriegsgräuel

Die Bevölkerungsgesamtverluste in Deutschland betragen etwa ein Drittel, regional allerdings ungleich verteilt (vgl. Karte "Bevölkerungsverluste"). In manchen Gebieten starben über 50% der Bevölkerung. Der wirtschaftliche Aderlass war entsprechend furchtbar, das Ausmaß der Kriegsgräuel durch Söldnerheere, die sich im Umland selbst "versorgten", bis dahin unbekannt. Der Dreißigjährige Krieg bedeutete aber auch das Ende der Glaubenskriege. Manchenorts, in Preußen z.B., begann eine Zeit religiöser Toleranz.

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Johann Tserclaes Graf von Tilly
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Tillygruft in Altötting: Altarbild
Tilly umschlingt auf Knien das Kreuz
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Tilly ruht mit Blick auf das obige Altarbild
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Tillygruft in Altötting: 
Blick in Tillys Sarkophag
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Gesamtdarstellung


Wer war wer im Dreißigjährigen Krieg?
Umfassend, auch mit Personenlexikon
Von Dr. Klaus Koniarek, koni.onlinehome.de

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Spezielles


Der Söldner im Dreißigjährigen Krieg
Umfassend, speziell
krieg.historicum.net


Das »Edikt von Potsdam«
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Personen


Ferdinand II. von Habsburg
wikipedia.org


Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (Wallenstein)
de.wikipedia.org


Johann Tserclaes Graf von Tilly
de.wikipedia.org


Gustav II. Adolf von Schweden (1)
Kurzbiografie
heiligenlexikon.de


Gustav II. Adolf von Schweden (2)
Weitere Biografie, weitere Würdigung
de.wikipedia.org


Kardinal Richelieu 
Kurze Einführung
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Kardinal Richelieu 
Armand Jean du Plessis (Herzog von Richelieu)

de.wikipedia.org

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