Reformsultane und Ende des Osmanischen Reiches (19. Jh. - 1924)

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Biografien


Biografien
Osmanische Herrscher und andere Persönlichkeiten im Zusammenhang mit der osmanischen Geschichte
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Die Sultane 3
Von Mustafa III. (gest. 1774) bis Mehmed VI (Vahideddin)  (reg. bis 1922) und dem letzten Kalifen Abdülmecid II (-1924). 
Mit Bildern und Quellenmaterial
Von Uwe Becker
osmanischesreich.com


Kemal Atatürk
dhm.de

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Bilder


Bilder aus Alt- Constantinopel
jaduland.de

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Impressum


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Inhalt

Arbeitsmittel

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Fragestellungen zum Thema

Kurzüberblick  

Basiswissen
1. Die Ausgangssitution für die Reformen nach westlichem Vorbild

2. Reformen unter Selim III. (1789 - 1807) und Mahmud II. (1808 - 1839)

- Heeresreform und Vernichtung der Janitscharen
- Beseitigung der feudalen Anarchie
- Abschaffung der restlichen Timare
- Ausbildungsmaßnahmen
- Symbolische Maßnahmen
- Tanzimat- Reformen
- Weitere kulturelle Reformen

3 - Die Verfassung von 1876 und Alleinregierung Abdülhamits

4. Die wirtschaftliche Durchdringung des Osmanenreiches durch die europäischen Staaten

5 - Ägypten wird faktisch britisch
6 - Deutscher militärischer Einfluss

7 - Überblick über die Außenpolitik des Osmanischen Reiches im 19. Jh.

8 - Die Armenier vor dem Ersten Weltkrieg
9 - Opposition gegen Abdülhamit II.

10 - Die Jungtürken
11 - Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg

12 - Das Ende des Osmanenreiches und Entstehung der Türkischen Republik

13 - Thesen

Linke Spalte
Kartenraum  
Biografien

Bilder
Impressum

Rechte Spalte

Arbeitsmittel 
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Buchtipps
Gesamtdarstellungen
Balkankriege/ Balkankrisen

Erster Weltkrieg
Völkermord an den Armeniern
Ende nach dem Ersten Weltkrieg

Nationalismus
Recht
Moderne

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Fragestellungen zum Thema  
  • Modernisierungsstrategien im Vergleich etwa mit Japan: Gründe für das Scheitern der osmanischen Modernisierung
  • Inwieweit war das Osmanenreich schon vor Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) verwestlicht? Islamische Fundamentalisten sehen eine Verwestlichung erst durch Atatürk.
  • Das Osmanische Reich als Beispiel für imperialistische informelle Herrschaft (informal empire)
  • Kontinuität und Diskontinuität zwischen Osmanenreich und Türkischer Republik
  • Welche der verschiedenen oppositionellen Strömungen zu Abdülhamit II. hat echt: Panislamismus, Osmanismus, türkischer Nationalismus oder Modernismus? Wie lässt sich die Position des Sultans beschreiben? Die vier genannten Modelle sind vor dem Hintergrund der Tendenz zur "Entwestlichung der Welt", besonders der islamischen, auch heute noch aktuell.

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Kurzüberblick Reformsultane und Ende des Osmanischen Reiches

Ausgangssituation 

Rückständigkeit und Schwäche  

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Rückständigkeit und daher rührende Schwäche des Osmanenreiches unübersehbar geworden. Feudale Anarchie, wirtschaftliche Krise, militärische Schwäche, Reformfeindlichkeit im Islam selbst, außenpolitisch der Verlust der Großmachtstellung und vom Ausland unterstützte Unabhängigkeitsbestrebungen der Balkanvölker in Verbindung mit Nationalismen kamen zusammen und machten das Osmanische Reich zum "Kranken Mann am Bosporus".  Das erste Volk, das auf dem Balkan seine Unabhängigkeit erkämpfte, war  Griechenland. Aber auch der Statthalter des Sultans in Ägypten, Muhammad Ali, machte sich unabhängig und führte erfolgreiche Reformen durch. 

Damit standen wichtige Gegner fest:

  • Kräfte der Dezentralisierung (feudale Oberschicht) 
  • Nationalismen im Reich
  • Aggressive, zunehmend imperialistische  europäische Mächte 
  • Reformgegner im islamischen Lager

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Reformperiode bis 1876

Reformen unter Selim III. (1789 - 1807) und Mahmud II. (1808 - 1839)

Um mit Reformen beginnen zu können, mussten aber zuerst die

entmachtet werden, die sich jeder Öffnung und Reform widersetzten. Dies waren die Ulema und deren militärische Stütze, die Janitscharen. Die Sultane glaubten, einen weniger traditionalistischen Islam als bisher mit Errungenschaften der europäischen Moderne vereinbaren zu können ("halbe Moderne"). Vorbild der Reformen war Europa, aber die modernen Weltbilder sollten nicht mit übernommen werden. Die Reformsultane  stützten sich nach wie vor auf den Osmanismus, weil sie den Völkern im Osmanischen Reich eine Perspektive durch Zugeständnisse bieten wollten.

Mahmud II. ergriff Reformmaßnahmen, die unter dem Namen "Tanzimat"- Reformen bekannt wurden. Dazu gehörten:

Abdülmecid I. (1839 - 1861) setzte die Tanzimat- Reformen fort.

Höhepunkt der Reformen des 19. Jahrhunderts im Osmanenreich war die Verfassung von 1876, die aber schnell wieder durch die Alleinregierung Abdülhamits abgelöst wurde.

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Die Reformen  können trotz Erfolgen Niederlagen und Abhängigkeit insgesamt nicht abwenden

- Wirtschaftliche Abhängigkeit
Die europäischen Staaten durchdringen das Osmanenreich wirtschaftlich und drücken es auf den Status einer Art Halbkolonie herab (Rechte Spalte Imperialismus). Dies gelingt auch mit Hilfe der Kapitulation von 1839, die auf viele europäische Mächte ausgedehnt wurde. Höhepunkt der Entwicklung sind der auch selbst verschuldete Staatsbankrott von 1875 und die anschließende ausländische Staatsschuldenverwaltung

Danach macht sich aber auch im Osmanischen Reich die Industrialisierung bemerkbar. Stichwort ist die Bagdadbahn.


- Militärische Abhängigkeit
Diese wird im wachsenden deutschen militärischen Einfluss sichtbar.

- Außenpolitische Niederlagen und Gebietsverluste
Außenpolitisch macht sich die Schwäche des Reiches in der zunehmenden Autonomie bzw. Unabhängigkeit der europäischen Völker und der Armenier im Reich sowie in einer Reihe bedeutender Gebietsverluste als Folge des Nationalismus und des Imperialismus bemerkbar. Nordafrika und Ägypten gehen verloren. Beachte auch den Kartenraum.

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Opposition gegen Abdülhamit / Jungtürken / Erster Weltkrieg

Angesichts dieser Situation bildet sich eine Opposition gegen Abdülhamit. Gegen die europäischen Nationalismen und den armenischen Nationalismus bildet sich ein rabiater türkischer Nationalismus, der seinerseits auch wieder den arabischen Nationalismus stärkt. Gleichzeitig erstarkt der Modernismus.

Höhepunkt der Oppositionsbewegung sind die Jungtürken, die 1908 die Macht ergreifen und Sultan Abdülhamit 1909 absetzen. Aber auch sie können den weiteren Niedergang des Reiches nicht aufhalten. Sie verlieren in der Bosnienkrise 1908 Bosnien an Österreich- Ungarne und in den Balkankriegen fast den ganzen restlichen europäischen Reichsteil. An der Seite Deutschlands und Österreich- Ungarns ziehen sie in den Ersten Weltkrieg, den sie aber ebenfalls verlieren.

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Ende des Osmanenreiches und Türkische Republik 1923

Nach dem Ersten Weltkrieg muss das Osmanische Reich den Vertrag von Sèvres akzeptieren, der nur Teile Anatoliens noch beim Reich belässt. Im Nahen Osten entsteht eine neue Landkarte, die in den Grundzügen bei einigen Veränderungen bis heute gültig ist. Syrien und Libanon werden französisches, Palästina, Transjordanien und Irak britisches Mandatsgebiet. Kartenraum

Gegen diese Verhältnisse bildet sich eine bewaffnete türkische Nationalbewegung, an deren Spitze bald Mustafa Kemal steht (Atatürk). Diesem gelingt es, die Griechen aus Anatolien und von der kleinasiatischen Küste zu vertreiben (Bevölkerungsaustausch), das Vorfeld Istanbuls leicht zu erweitern, einen kurdischen Staat zu verhindern (Kurdenfrage) und die Abtrennung des Nordostens an Armenien zu verhindern. Italien (Teile Kleinasiens gegenüber von Rhodos) und Frankreich (Gebietsstreifen im Südosten) verlieren ihre kleinasiatische Beute. 1923 wird das Sultanat abgeschafft und die säkulare Türkische Republik ausgerufen, 1924 fällt auch das Kalifat. Die neuen Verhältnisse werden im Vertrag von Lausanne 1923 festgeschrieben.

Zur Fortsetzung auf der Lernumgebung "Türkei seit 1923" (rechte Spalte)

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Basiswissen:

1. Die Ausgangssitution für die Reformen nach westlichem Vorbild

1a - Feudale Anarchie

Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Zentralmacht im Osmanischen Reich immer schwächer, was mit zunehmender feudaler Anarchie Hand in hand ging. Lokale Machthaber übten unumschränkte Herrschaft aus, gestützt auf oft illegale Aneignung großer Ländereien, die nun vererbbar und verpachtet wurden. Zudem erwarben sie die Steuerpacht für ihren Landbesitz auf Lebenszeit und erwarben höhere Ämter. Teilweise leisteten sie sich private Armeen. Sie wurden "Talfürsten" (derebeyi) genannt oder waren ayan (örtliche Notabeln). 

Insgesamt  entstand eine Schicht feudaler Grundherren mit vererbbarem Großgrundbesitz, die Verhältnisse herbeiführte, die Parallelen zum europäischen Mittelalter aufwiesen. Die Bauern wurden an die Boden gebunden und hatten Frondienste und Steuern zu leisten. Aus selbstständigen Hofbauern wurden häufig einfache Pächter. (Nach Matuz, S. 204)

Vergleiche auch:


Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches: Verfall der Staatsverwaltung

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1b - Wirtschaftliche Krise

Vergleiche hier:


Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches: Wirtschaftliche Krise

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1c - Militärische Schwäche

Vergleiche hier:


Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches: Verfall des Timar- Systems und militärische Schwäche

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1d - Verlust der Großmachtstellung und "Orientalische Frage" (Vertrag von Küçük Kaynarca)

Im 18. Jahrhundert entstand dem Osmanischen Reich neben Österreich ein neuer, mächtiger Gegner: Russland. "In den Kriegen von 1737 - 1739, 1768 - 1774 und 1788 - 1792 gingen Gebiete im Nordkaukasus und entlang der Nordküste des Schwarzen Meeres verloren, darunter die Halbinsel Krim, was die militärische Schwäche des Reiches weiterhin offen legte und den Verlust seiner Großmachtstellung bedeutete. 

Im Friedensvertrag von Küçük Kaynarca (nordöstliches Bulgarien) 1774 verhinderte nur die Rivalität der europäischen Mächte, dass das Osmanenreich gänzlich aufgeteilt wurde. Man spricht in diesem Zusammenhang fortan von der "Orientalischen Frage". Insbesondere Großbritannien brauchte das Osmanenreich, um Russland an einem Eindringen ins Mittelmeer zu hindern, was dieses im 19. noch mehrmals versuchte.

Im selben Friedensvertrag erhielt das Zarenreich ein Schutzrecht für die orthodoxen Christen auf osmanischem Boden analog zu Frankreich, das dasselbe Recht schon 1740 für die Katholiken erhalten hatte. Russland durfte zu diesem Zweck im ganzen Osmanischen Reich Konsulate einrichten. Russland benutzte dieses Recht im 19. Jahrhundert, um sich als Schutzmacht der Orthodoxen aufzuspielen und mehrmals zu deren Gunsten gegen die Hohe Pforte einzugreifen.

Russland bekam in Küçük Kaynarca die gleichen Handelsprivilegien wie Frankreich und England in ihren jeweiligen "Kapitulationen" (Kapitelweise abgefasste Verträge). 

Im Osten des Reiches waren Gebietsverluste an Persien zu verzeichnen.

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1e - Aufkommender Nationalismus und Unabhängigkeitskeitsbetrebungen im Reich

Der in Europa aufkommende Nationalismus veränderte die europäische Landkarte grundlegend und führte zunächst zu wachsenden Unabhängigkeitsbestrebungen im europäischen Reichsteil, dann auch zum türkischen und arabischen Nationalismus und zuletzt zum Untergang des Vielvölkerstaats der Osmanen. Es begann mit dem erfolgreichen Freiheitskampf der Griechen 1821 - 1829, der sich großer Sympathien in der europäischen Öffentlichkeit erfreuen konnte, aber zunächst nur zur Abtretung eines Teils Griechenlands führte (1827 Versenkung der ägyptisch- osmanischen Flotte bei Navarino). Nach und nach entrissen die Griechen den Osmanen weitere Reichsteile. Dass Griechen und Türken bis heute eine Antipathie hegen, ist auf diese Auseinandersetzung zurückzuführen, die erst  nach dem Ersten Weltkrieg mit der gegenseitigen Umsiedlung der Griechen und Türken aus ihrem jeweiligen Siedlungsgebiet endete.


Nationalismus - Ein historischer Längsschnitt 
lbsneu.schule-bw.de

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1f - Aufstieg und Fall Muhammad Alis von Ägypten (1805 - 1848)

Mohammed Ali war albanischer Offizier im Heer des Sultans, kam 1798 im Kampf gegen das Invasionsheer Napoleons nach Ägypten und übernahm dort 1805 als Statthalter die Macht. Er führte nach dem Vorbild Napoleons, also nach dem Vorbild einer europäischen Macht, eine erfolgreiche Heeresreform durch. Mit diesem unterstützte er Sultan Mahmud II. mit Erfolg im Kampf gegen aufständische Wahhabiten auf der arabischen Halbinsel und zeitweise erfolgreich gegen die aufständischen Griechen. Der Sultan machte ihn dafür zum Vize- König von Ägypten,  was Mohammed Ali aber nicht hinderte, auf Istanbul zu marschieren. Er wurde jedoch von den Westmächten gestoppt, die den "Kranken Mann am Bosporus" retteten, siehe "Orientalische Frage".

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2. Reformen unter Selim III. (1789 - 1807), Mahmud II. (1808 - 1839) und Abdülmecid I. (1839 - 1861)

2a - Ziele und Gegner der Reformen

Nach Lage der Dinge war klar, dass nur Reformen nach dem Vorbild der erfolgreichen europäischen Staaten, insbesondere natürlich Frankreichs (Sogar europäische Staaten wie Preußen hatten ja Nachholbedarf gegenüber Frankreich!) unter Napoleon, das Reich noch retten konnten. Insoweit sahen sich die Osmanen vor dieselben Herausforderungen gestellt wie die Herrscher anderer Länder, z.B.  Japan oder China. 

Doch Reformen waren nur gegen den Widerstand der traditionellen religiösen Kräfte von Janitscharen und Ulema durchzusetzen, die durch Reformen nur verlieren konnten und über militärische Macht (Janitscharen), das Bildungswesen und wichtige Ämter (Ulema) enormen Einfluss im Staat ausübten, vgl. hier. Zugleich mussten die Sultane gegen die  Kräfte der Dezentralisierung (feudale Oberschicht), gegen Nationalismen und aggressive europäische Mächte kämpfen. Darüber hinaus sollten sie auch noch den wirtschaftlichen Niedergang aufhalten bzw. umdrehen.

Die Sultane beabsichtigten aber nicht, die mit der westlichen Wissenschaft und Technik verbundenen säkularen Weltbilder zu übernehmen, ihr Selbstverständnis als Kalifen (Nachfolger des Propheten Mohammed) und den damit verbundenen Status als Oberhaupt aller Muslime abzulegen oder gar sich selbst völlig zu entmachten.

So machten sie sich an das Überlebenswichtige zuerst: Sie versuchten eine Heeresreform nach europäischen Vorbildern.


Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches, siehe insbesondere:
8. Die Ulema
10. Die osmanische Armee
13 - Tiefer reichende Ursachen für den militärischen, technologischen und wirtschaftlichen Rückfall hinter den Westen


Japan im 19. und 20. Jahrhundert


Zum Vergleich: Preußische Reformen
Interaktiv

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2b - Die Heeresreform Selims III. (1789 - 1807) scheitert

Selim III. erließ 1793 eine Verordnung zur Heeresreform. Ohne die Janitscharen abzuschaffen, schuf er doch neue miltärische Einheiten, die mit Hilfe französischer Militärinstrukteure nach europäischen Prinzipien organisiert, europäisch ausgerüstet und ausgebildet, diszipliniert und uniformiert waren.

Prompt traf er auf den Widerstand der Janitscharen, der Talfürsten und der Ulema. Als nun sämtliche Truppen auf diese Weise organisiert werden sollten, erhoben sich im Mai 1807 die Janitscharen und setzten den Sultan ab, der später erdrosselt wurde. Die neuen Truppen wurden wieder aufgelöst. Der von ihnen eingesetzte Nachfolger wurde aber schon 1808 ebenfalls gestürzt und der reformorientierte Mahmud II. (1808 - 1839) wurde Sultan.

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2c - Die Reformen Mahmuds II. (1808 - 1839)

Mahmud II. sicherte seine Maßnahmen führte folgende Reformen durch:

Heeresreform und Vernichtung der Janitscharen
Eine neue, modern organisierte Truppe  (e
şkinci = Kämpfer) ging bei diesem Anlauf aus den reihen der Janitscharen hervor. Dennoch rebellierten diese 1826, womit die Regierung gerechnet hatte: Sie ließ den Janitscharenaufstand zusammenschießen und die Janitscharen mit Rückendeckung des reformfreundlichen Şeyhülislam Tahir Effendi auflösen. Dieses Ereignis wird in der türkischen Geschichtsschreibung Vaka-ı Hayriye = "Heilsamer Vorfall" genannt. Zugleich wurde der erzkonservative, reformfeindliche Bektaşi- Orden aufgelöst. 

Damit war ein entscheidender Schlag gegen das traditionalistische Lager gelungen. Allerdings litt durch die Vernichtung der Janitscharen kurzfristig die osmanische Wehrkraft. Griechenland ging endgültig verloren, ebenso 1830 Algerien an Frankreich, Serbien wurde faktisch nur noch tributpflichtig.

Erst in der zweiten Hälfte der 1830er Jahre kamen wieder europäische Militärberater ins Reich: preußische Offiziere unter Leitung von Helmuth von Moltke, der nachher in den Deutschen Einigungskriegen berühmt wurde. (Nach Matuz, S. 219f.)

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Beseitigung der feudalen Anarchie

Mit Hilfe einer reformierten Vorläufertruppe der e
şkinci wurden die ayan (Notabeln) und "Talfürsten" (derebeyi) ausgeschaltet und die feudale Anarchie beseitigt. Das Reich wurde also wieder zentralisiert. (Nach Matuz, S. 222 f.)

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Abschaffung der restlichen Timare

zur Finanzierung militärischer reformen. Schon unter Selim III. waren viele Timare enteignet worden. Die bisher geduldeten Landgüter (
çiftlik) gingen in das Privateigentum der Besitzer (Agas) über (Ein Drittel der Gesamtertragsfläche des osmanischen Reiches!) (Nach Matuz, S. 223)

Vergleiche hier:


Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches: Verfall des Timar- Systems und militärische Schwäche


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Ausbildungsmaßnahmen

1827 wurde eine Militärmedizinalschule und 1834 eine Kriegsschule gegründet. Für die Zivilverwaltung wurden ebenfalls zwei höhere schulen errichtet. Außerdem wurden v.a. angehende Militärs als Stipendiaten in europäische Staaten geschickt.

Die Masse der Bevölkerung wurde allerdings in den traditionellen Koranschulen (mektep) und Medresen (Islamische Hochschulen) erzogen, so dass das Bildungsmonopol der Ulema nicht wirklich gebrochen oder gar ein grundlegender kultureller Wandel in der Bevölkerung eingesetzt hätte. (Nach Matuz, S.223f.)

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Symbolische Maßnahmen

Es gab eine Bekleidungsreform. In den Städten wurde europäische Kleidung eingeführt, an die Stelle des nunmehr verbotenen Turbans trat der Fez.

Die obersten Regierungsbehörden wurden in Ministerien (lediglich) umbenannt. (Nach Matuz, S. 224)

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Tanzimat- Reformen (Tanzimat-ı Hayriye = "Heilsame Neuordnung") 1839
Verkündet wurde die Reform  durch Verkündung des "Edlen Großherrlichen Handschreibens" (Hatt-
ı Şerif) von Gülhane am 3.11.1839. Hintergrund war, dass der Sultan die Hilfe der Westmächte gegen seinen ägyptischen Vasallen Mohammed Ali brauchte, der Mekka und Medina und Syrien besetzt hielt und seinen Einfluss in den Irak ausdehnen wollte. Tatsächlich retteten die Westmächte das zum Spielball gewordene Reich. 

Der "Vater der Tanzimat" Mustafa Re
şit Pascha war als Botschafter mehrere Jahre lang in Paris und London tätig gewesen und wurde dann Außenminister.

Die Tanzimat verkündete folgende Prinzipien:

a
Sicherheit des Lebens, der Ehre, des Privateigentums
b
Einführung einer gerechten und öffentlichen Rechtsprechung
c
Gleichheit für die Anhänger aller Religionsgemeinschaften. Nichtmuslime sollten im Prinzip ohne Einschränkung osmanische Staatsbürger werden. (Europäer sollten sich nicht mehr einmischen können, vgl. Kü
çük Kaynarca hier.)
d
Einführung eines gerechten Steuersystems (Abschaffung von Sondersteuern und Steuerpacht, es dauerte aber)
e
Gerechtes Rekrutierungsverfahren für die Armee (allgemeine Dienstpflicht auf Zeit; 1843 umgesetzt)

Bewertung:
Die Tanzimat- Reformen stellen eine Absage an den islamischen Traditionalismus und eine Hinwendung zu europäischem liberalem politischem Gedankengut, allerdings bei weitem nicht vollständig. (Vergleiche!) Auch wurde die Bedeutung der Religion betont, um die konservativ- religiösen Kräfte nicht vollkommen zu verprellen. (
Nach Matuz, S. 224 ff.)

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Weitere kulturelle Reformen

Zeitungsgründung, 1841 Gründung eines Progymnasiums in der Hauptstadt, 1845 Gründung der Universität in Istanbul, 1849 Gründung eines Gymnasiums, 1850 Gründung einer Akademie der Wissenschaften. (Nach Matuz, S. 228)

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2d - Die Reformen Abdülmecids I. (1839 - 1861)

  • Großherrliches Handschreiben (Hatt-ı Hümayun) von 1856
    Es wurde von Abdülmecid I. vor dem Hintergrund des Krimkrieges erlassen in der Absicht, die Unterstützung der Westmächte gegen Russland bei dem anstehenden Friedensvertrag von Paris zu erlangen, was wiederum wie 1839 gelang.

    Inhalt
    Inhaltlich ging es um die Bekräftigung des großherrlichen Handschreibens von 1839, vgl. hier. Insbesondere wurden bekräftigt:

    a
    Uneingeschränkte Religionsfreiheit der christlichen Bevölkerung
    b
    Bekleidung sämtlicher Zivilämter auch für Christen
    c
    Militärdienst auch für Christen zugänglich (bisher nur Muslime), zugleich Möglichkeit, sich von diesem frei zu kaufen
    d
    Abschaffung der Steuerpacht wird verwirklicht, Erhebung des zehnten wird aber weiter praktiziert
    e
    Recht für Ausländer, auf osmanischem Territorium Besitz zu haben
    f
    Striktes Folterverbot
    g
    Ankündigung einer Öffnung gegenüber der europäischen Zivilisation (Nach Matuz, S. 230)

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3 - Die Verfassung von 1876 und die Alleinregierung Abdülhamits

a- Hintergrund der Verfassung 
war eine Balkankrise: Unruhen in der Herzegowina 1875 und Aufstand in Bulgarien 1876. Der Sultan berief eine Konferenz der wichtigsten europäischen Mächte nach konstantinopel ein, um die Situation zu beraten. Der neue Sultan Abdülhamit II. (1876 - 1909) suchte die Unterstützung der Mächte zu gewinnen, indem er die Verfassung von 1876 verkündetete. 

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b - Inhalt der Verfassung
- Wiederholung der Grundprinzipien der Tanzimat
- Unteilbarkeit des Reiches
- Islam als Staatsreligion
- Religionsfreiheit für Nichtmuslime
- Politische Gleichberechtigung der Nichtmuslime
- Amtssprache Osmanisch- Türkisch
- Zulassung von Christen und Juden zu allen öffentlichen Ämtern
- Gesetzgebendes Organ nach belgischem Vorbild, bestehend aus Senat und Abgeordnetenhaus
- Direkte Berufung des Senats durch den Sultan
- Wahl der Abgeordneten zum Abgeordnetenhaus
- Direktwahl in den Großstädten
- Indirekte Wahl auf dem Land
- Beteiligung sämtlicher Religionsgemeinschaften am Parlament
- Nur der Sultan hat Recht der Gesetzesinitiative
- Abgeordnete dürfen nur abstimmen
- Sultan darf das Parlament jederzeit auflösen

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c - Gegner der Verfassung
gab es in allen gesellschaftlichen Schichten, besonders aber bei Ulemas, Militär und natürlich Ulemas. Der aus Intellektuellen bestehenden westlich orientierten Gruppierung der Jungosmanen ging die Verfassung nicht weit genug: Sie bewirke keine Demokratisierung in der Gesellschaft.

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d - Alleinregierung Abdülhamits
Als die in Konstantinopel versammelten Mächte sich in unerträglicher Weise in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches einmischten (Londoner Protokoll 1877), lehnte der Sultan deren Forderungen ab. Das führte zum Russisch- Türkischen Krieg 1877/78, der auf dem Berliner Kongress 1878 entschieden wurde. 

Vor diesem Hintergrund stellte der Sultan im Februar 1878 die absolutistische Regierungsweise wieder her, indem er das Parlament auf unbestimmte Zeit auflöste, die Verfassung aber der Form nach bestehen ließ, um die europäischen Mächte nicht zu sehr zu reizen. Er herrschte durch Bespitzelung und Terror und unterdrückte auch die Jungosmanen.

Einerseits gründete er Hoch- und Fachhochschulen, andererseits ließ er die Medresen bestehen. Seine Absicht war, die Religion mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften in Übereinstimmug zu bringen, so die Rückständigkeit zu überwinden und gegenüber Europa zu bestehen. Diese Konzept, das sich an dem islamischen reformer al-Afghani orientierte,  scheiterte.
(Nach Matuz, S. 236 ff.)

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4 - Die wirtschaftliche Durchdringung des Osmanenreiches durch die europäischen Staaten

Die den europäischen Mächten zugestandenen "Kapitulationen" (siehe hier: Seitenwechsel!) öffneten den osmanischen Markt für europäische, insbesondere englische industriell hergestellte Billigwaren. Die Industrialisierung hatte in England schon im 18. Jahrhundert begonnen. Nun sucht England nach Absatzmärkten und zwang das schwache Osmanische Reich zur wirtschaftsliberalen Öffnung seiner Märkte. Hierzu diente auch die "Kapitalation" von 1839, deren Bestimmungen in der Folge auf fast alle wichtigen europäischen Länder ausgeweitet wurden. 

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4a - Die Kapitulation von 1839

Inhalt
a
Ungehinderte Handelstätigkeit britischer Kaufleute im gesamten Osmanischen Reich: Bisheriges osmanisches Binnenhandelsmonopol und Genehmigungspflicht entfallen.
b
Niedriger Warenzoll bzw. niedrige Warenbesteuerung (maximal 5% des Warenwerts)

Folgen
Exportzölle von 12% auf Rohstoffe und Grundnahrungsmittel halten den Abfluss von Rohstoffen und Getreide nicht auf. Das osmanische Handwerk ist nicht mehr wettbewerbsfähig: Rückgang der handwerklichen Produktion. Auch ohnehin rare Manufakturen mussten schließen und Kapital wanderte ins Ausland ab.
( Matuz, S. 231 f.)

"Jüdischen und griechischen Handelsherren verblieb nur noch die Rolle von Kompradoren, d.h. Vermittlern zwischen dem inländischen osmanischen Markt und dem ausländischen Kapital." "Der halbkoloniale Status des reiches als Absatzmarkt und Rohstoffquelle wurde auf diese Weise vollends besiegelt."
(Beide Zitate bei Matuz, S. 232)

Im Laufe der Zeit durften europäische Botschaften und Konsulate sogar eigene Postämter auf dem Boden des Osmanischen Reiches unterhalten!

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4b - Der Staatsbankrott von 1875 

Ursachen des osmanischen Staatsbankrotts waren die Verschwendungssucht der Sultane Abdulmecit (1839 - 1861) und Abdülaziz (1861 - 1876,  wegen Verschwendung gestürzt), die ständigen Kriege sowie die Modernisierung der Armee, Finanzmanipulationen und Vergeudung von Auslandsanleihen. "In der ersten Hälfte der 70er Jahre hatte der osmanische Fiskus rund 80% der Gesamteinnahmen des Staates für die Tilgung der Auslandsanleihen und die Zinszahlungen zu verwenden. erschwerend fiel noch ins Gewicht, dass der osmanische Staat über keinen Haushaltsplan verfügte." So kam es 1875 zum Bankrott. (Nach
Matuz, S. 246)

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4c - Ausländische Staatsschuldenverwaltung

1881 wurde eine internationale osmanische Staatsschuldenverwaltung unter Führung englischer und französischer Finanzkreise eingeführt. Stempelrecht, Steuer auf Spiritus und Seide, Fischereiabgaben, Salz- und Tabakmonopol  musste das Reich an diese Einrichtung abtreten. Auf diese Weise wurde das Finanzwesen saniert, ohne dass die Schulden ganz getilgt worden wären.. Aber weitere Anleihen und Steuerbegünstigungen verstärkten die völlige Abhängigkeit des Reiches vom europäischen Finanzkapital. Das Osmanenreich war faktisch Halbkolonie europäischer Mächte, die dort miteinander um Einfluss konkurrierten. (Nach
Matuz, S. 246f.)

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4d - Bagdadbahn, beginnende Industrialisierung, weitere Reformen

Die Deutsche Bank erhielt Konzessionen für den Bau der Bagdadbahn. Der erste Abschnitt zwischen Istanbul und Konya war 1896 fertig gestellt (Anatolische Bahn). Mit der technischen Durchführung war die Philipp Holzmann AG betraut. Der letzte Abschnitt wurde erst 1940 fertig gestellt. Sie erschloss den asiatischen Teil des Reiches, sollte den deutschen Kapitalexport unterstützen und Deutschland im Wettlauf um das irakische Öl positionieren, hatte aber natürlich auch militärische Bedeutung. Allmählich setzte nun die Industrialisierung auch im Osmanischen Reich ein. 

Abdülhamit II. schuf auch Erziehungsmöglichkeiten für Frauen, eröffnete weitere Schulen und schuf ein System staatlicher Bibliotheken, ließ Straßen und Telegrafenlinien bauen und verbesserte die Verwaltung.

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4e - "Friedliche Durchdringung" des Nahen Ostens durch England und Frankreich

England konzentrierte sich im Vorderen Orient auf den heutigen Irak, Frankreich auf Syrien und Libanon. Neben der Suche nach Rohstoffen (Erdöl!) ging es um Absatzmärkte für industriell gefertigte Billigwaren, aber auch um Kulturexport (Kulturimperialismus). So wurden zahlreiche englische und französische Schulen gegründet. Die einheimischen Oberschichten sollten sich geistig an Frankreich und England orientieren.  (Nach
Matuz, S. 248)

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5 - Ägypten wird faktisch britisch

Der Gouverneur des seit Muhammad Ali praktisch unabhängig regierten Ägypten, Ismail, bekam 1867 vom Sultan den Titel eines Khedive (Vizekönigs) verliehen, durfte Verträge mit anderen Staaten abschließen und eigene Ausleihen im Ausland aufnehmen. Faktisch war Ägypten souverän, nach außen gehörte es noch zum Osmanischen Reich. 

Wegen der ägyptischen Baumwollproduktion, des viel versprechenden Marktes und mit dem Suezkanal drang ausländisches Kapital ins Land. Zugleich verschuldete sich der ägyptische Staat immer mehr. Gründe waren die Verschwendungssucht des Khedive, Reformen im Bereich von Bildung und Verkehr, ein jährlicher Tribut an den Sultan. 1869 war der Bau des Suezkanals abgeschlossen, aber schon 1875 musste der Khedive seine Aktien weit unter Wert an England verkaufen, das dadurch die Verfügung über den Kanal erhielt, der nun die schnellste Verbindung nach Britisch Indien darstellte.

Wegen des nun folgenden Staatsbankrotts, der auch durch Steuererhöhungen nicht aufzuhalten war, wurde 1876 wie in Istanbul eine internationale Schuldenverwaltung eingerichtet, die die ägyptischen Staatsfinanzen weitgehend kontrollierte. 1878 erzwangen die europäischen Großmächte eine Regierung, in der ein Engländer und ein Franzose die für Wirtschaft und Finanzen wichtigen Ämter übernahmen. 1879 wurde Ismael auf Betreiben der europäischen Mächte wegen finanz- und wirtschaftspolitischen Unvermögens abgesetzt. 

Als Frankreich 1881 Tunesien, einen osmanischen Vasallenstaat, besetzte, reagierte England 1882 mit der militärischen Besetzung Ägyptens (Bombardierung Alexandrias, ägyptische Niederlage bei Tell el Kabir) und der Unterdrückung der national gesinnten Kräfte Ägyptens. Der Nachfolger Ismails als Khedive durfte weiter regieren, auch die Oberhoheit des Sultans wurde anerkannt, aber das Sagen hatte von nun an der englische Konsul. So wird die britische Herrschaft in Ägypten ein weiteres Beispiel für indirekte Herrschaft (informal empire). 

Erst 1922 wird Ägypten selbstständig, erst 1936 ziehen sich britische Truppen aus der Kanalzone zurück, erst 1956 verstaatlich der ägyptische Präsident Nasser den Suezkanal, was prompt ein (erfolgloses) militärisches Eingreifen Englands, Frankreichs und Israels hervorruft (Zweiter Nahost-Krieg: Suez- Invasion 1956). (Nach
Matuz, S. 241 f.)

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6 - Deutscher militärischer Einfluss

Ein weiteres Kapitel in der imperialistischen Durchdringung des Osmanischen Reiches besteht in der deutsch- osmanischen "Waffenbrüderschaft". Schon in den 1830er Jahren waren preußische Offiziere unter der Leitung von Helmuth von Moltke - bekannt durch die Deutschen Einigungskriege in den 1860er Jahren - als Militärberater im Reich tätig.  
1883 - 1895 reorganisierte Colmar Freiherr  von der Goltz die osmanische Armee. Die deutsche Firma Krupp übernahm nach der Niederlage im Russisch- Türkischen Krieg 1877/ 78 die Neuausrüstung der osmanischen Armee. Osmanische Elite- Offiziere kamen zur Ausbildung nach Potsdam.

"Als Deutschland am 2. August 1914 Russland den Krieg erklärte, war das Osmanische Reich zu einem Spielfeld deutscher Offiziere geworden, die sich schon lange nicht mehr damit begnügt hatten, nur als Ausbilder zu dienen; sie hatten inzwischen Kommandoposten im osmanischen Heer übernommen." ( Tibi, S. 225)

Im Vorfeld des osmanischen Beitritts zum Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite wurden die deutschen Schiffe "Breslau" und "Goeben" in die Dardanellen entsandt und am 12. August an die Osmanen übergeben. Aber "die Befehlshaber der islamischen Streitkräfte (waren) deutsche Christen, und zwar Admiral Wilhelm Souchon und General von Sanders." ( Tibi, S. 226)

(Nach
Matuz, S. 219, 247; Tibi S. 225)

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7 - Überblick über die Außenpolitik des Osmanischen Reiches im 19. Jh.

Das Osmanische Reich geriet außenpolitisch im 19. Jahrhundert von verschiedenen Seiten unter Druck: 

a - durch den Aufstieg des Westens, 
also der europäischen Großmächte, gestützt auf Wissenschaft, Technik, waffentechnisch und taktisch überlegene Heere und Flotten und eine florierende Wirtschaft. Seit dem 18. Jahrhundert begann in England die Industrialisierung , die sich im übrigen Europa fortsetzte.

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b - durch den wachsenden Nationalismus, 
zunächst im europäischen Reichsteil ("Pulverfass Balkan"), vor dem Ersten Weltkrieg aber auch bei den Türken selbst (türkischer Nationalismus, während die Osmanen den Osmanismus dagegen hielten, eine nicht nationalistische Ideologie) und bei den Arabern (arabischer Nationalismus). Ständige Auseinandersetzungen, zunächst um Autonomie (Selbstbestimmungsrechte im bestehenden Staat), dann um Unabhängigkeit. So kam es zu einer Reihe von Kriegen und Aufständen, angefangen mit dem Freiheitskampf der Griechen, weiter mit Serben, Bulgaren, Rumänien (Fürstentümer Moldau und Walachei), usw.

Dabei mischten sich die europäischen Mächte zunehmend ein und spielten sich als Beschützer christlicher Minderheiten auf: die Franzosen für die Katholiken, die Russen für die Orthodoxen. Insbesondere die Russen, die sich zunehmend am Panslawismus (Bestrebungen zum politischen und kulturellen Zusammenschluss aller Slawen) orientierten, machten den Osmanen mit ihrem drang zu den Meerengen (Bosporus und Dardanellen, siehe Karte Meerengen) zu schaffen.

Stanford J. Shaw schreibt: "Geheimgesellschaften, von denen die der Bulgaren der Griechen, der Serben und der Armenier besonders aktiv waren, wurden mit dem Ziel gegründet, die Erfüllung ihrer Wünsche durch Terrorismus zu erzwingen.  Ihre Ziele und Methoden waren immer die gleichen: Sie verübten Terrorakte, um die Osmanen zu Konzessionen zu zwingen, behinderten und schwächten die osmanische Verwaltung und versuchten insbesondere die Osmanen zu Unterdrückungsmaßnahmen zu provozieren, um eine europäische Intervention zu erzwingen. Osmanische Politiker und Steuereintreiber wurden ermordet, auf öffentlichen Plätzen Bomben gelegt, einzelne Muslime grundlos getötet und ganze muslimische Dörfer verwüstet. mit Terror wurden auch hilflose christliche Bauern, die nur wünschten, in Ruhe gelassen zu werden, [...] zur Mitarbeit und Unterstützung gezwungen. [...] Wenn aber die osmanische Regierung etwas unternahm, um die Ordnung wieder herzustellen und dem Terror Einhalt zu gebieten, hallten Rufe wie "Polizeibrutalität" und "Massaker" durch Europa, wo den Muslimen alle Schuld zugeschoben wurde, während die Christen in jedem Fall schuldlos zu sein schienen." (Stanford J. Shaw in: Fischer Weltgeschichte - der Islam II - Die islamischen Reiche nach dem Fall von Konstantinopel, S. 135 f.)

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c - durch den Imperialismus  
der europäischen Mächte. So nahm Frankreich 1830 Algerien und 1881 Tunesien in Besitz und machte sich im Libanon und Syrien breit ( hier), England erwarb 1878 auf dem Berliner Kongress Zypern, besetzte 1882 Ägypten ( hier) und zielte auf den Irak (hier). Italien eignete sich 1911/12 auf osmanische Kosten Libyen an. Nur Deutschland hatte keine Kolonien auf osmanischem Boden, was die Hinwendung Abdülhamits II. zu Deutschland teilweise erklärt.  Österreich ergatterte 1878 die Verwaltung Bosniens, 1908 annektierte es Bosnien. Die Europäer machten das Osmanenreich faktisch zu einer Halbkolonie. Es handelt sich um eine "informelle Herrschaft" der europäischen Großmächte, siehe oben die Punkte 4 bis 6.

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d - Selbstständigkeitsbestrebungen osmanischer Statthalter 
Paradebeispiel ist Mohammed Ali mit seine Nachfolgern in Ägypten. Das imperialistische Ausland mischte sich ein, die Hohe Pforte (Regierung in Istanbul) war zunehmend machtlos und vom Ausland abhängig.

Warum keine Aufteilung des Osmanenreiches?
Dass das Reich nicht völlig aufgelöst wurde, lag daran, dass sich die europäischen Großmächte nicht einigen konnten. Sie rivalisierten untereinander und banden so die Osmanen in das auf "Gleichgewicht" zielende "Konzert der europäischen Mächte" ein. Dies sicherte den Osmanen ein starkes Jahrhundert lang das Überleben.

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Die wichtigsten Krisen auf dem Balkan waren

1821 - 1830/32 Griechischer Unabhängigkeitskrieg
1853 - 1856 Krimkrieg
1877 - 1878 Russisch- Türkischer Krieg -> Berliner Kongress
1908   Bosnische Annexionskrise
1912   Erster Balkankrieg
1913   Zweiter Balkankrieg

Bis 1912 hatten die Osmanen alle nordafrikanischen Besitzungen verloren, 1913 alle europäischen Besitzungen mit Ausnahme Istanbuls und seines Vorfelds.

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8 - Die Armenier vor dem Ersten Weltkrieg

Auf dem Berliner Kongress 1878 wurde für die Armenier ein Sonderstatut innerhalb des Osmanischen Reiches festgelegt, das aber nicht durchgeführt wurde. In den 1890er Jahren erwachte der armenische Nationalismus, geleitet von einem Revolutionskomitee und unterstützt von Armeniern, deren Wohngebiete an Russland gefallen waren. Der Sultan griff zu Unterdrückungsmaßnahmen, christenfeindliche Kurden verübten Gewalttaten. 1895 kam es bei einer Armenier- Demonstration zu Zusammenstößen mit der Polizei, die auf die Demonstranten schoss. Türkische Gegendemonstranten ermordeten daraufhin viele Armenier. Der türkische Nationalismus griff nun zu terroristischen Mitteln (Überfall auf osmanische Bank 1896, Attentatsversuch auf den Sultan 1905), was ihn bei den Muslimen isolierte. Dies ist der Hintergrund für den Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges.
( Matuz, S. 244 f.)

Zu einem großen Massaker kam es im April 1909. Rund 20.000 Armenier wurden in der Gegend um Adana im Süden der heutigen Türkei niedergemetzelt.


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9 - Opposition gegen Abdülhamit II.
Folgende oppositionelle Strömungen waren neben den völlig reformunwilligen Traditionalisten zu verzeichnen:

a - Pansislamismus
"Die Anhänger des Panislamismus glaubten, dass der Niedergang des reiches darauf zurückzuführen sei, dass es mit der Übernahme westlicher Ideen und Institutionen, die mit dem Geist des Islam nicht zu vereinbaren waren, die ursprünglichen islamischen Grundlagen des Reiches aufgegeben hatte. Sie waren der Ansicht, dass der Islam durchaus den Erfordernissen der Wissenschaft und des Fortschritts angepasst und damit zu Grundlage der sozialen Entwicklung auf allen Ebenen gemacht werden könne, und dass deswegen nur die Technologie des Westens, nicht aber seine angeblich unterlegenen kulturellen, religiösen und sozialen Vorstellungen übernommen werden dürften. Sie forderten darum, dass alle kulturellen Reformen der Tanzimat  rückgängig gemacht, besonders die zivilen Schulen geschlossen würden und in allen Lebensbereichen zur Anwendung der Scharia zurückgekehrt werde."  ( Fischer Weltgeschichte - der Islam II, S. 136 f.)

Der gleichen Ansicht sind die heutigen Islamisten. Bassam Tibi spricht von deren Glauben an die "halbe Moderne": Technik und Naturwissenschaft ja - damit verbundene Weltbilder, Aufklärung  und Demokratie nein.

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b - Osmanismus
"Die Vertreter des Osmanismus dagegen waren überzeugt, dass das Reich nur wiedererstarken könne, wenn allen Untertanen absolute Gleichheit garantiert werde, so dass sie gemeinsam für das Gemeinwohl zu arbeiten bereit wären. Einige befürworteten ein föderatives  Reich autonomer millet -Staaten als einziges Mittel, die verschiedenen Minoritäten von Revolten abzuhalten." ( Fischer Weltgeschichte - der Islam II, S. 137)

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c - Modernisierung/ Verwestlichung
"Eine dritte Gruppe von Gegner Abdülhamits wurde durch verschiedene Verwestlichungs- und Modernisierungsideen  zusammen gehalten, wenn auch die Ansichten über das ausmaß, in dem der Westen als Modell dienen sollte, ziemlich weit auseinander gingen. Die extremen Verfechter der "Verwestlichung" meinten, dass das Osmanische Reich den westlichen Entwicklungsstand erreichen und, um auch die Achtung des Westens zu gewinnen, bei jeder Maßnahme westliche Vorbilder zugrunde legen müsse. Diese Westler waren zwar antiklerikal eingestellt, glaubten aber doch an den Islam als eine Religion mit universalen Werten; darüber hinaus hielten viele von ihnen den Osmanismus für ein geeignetes Instrument, den multinationalen osmanischen Staat zusammen zu halten. Da sie einsahen, dass ihr Programm nur durchgeführt werden konnte, wenn alle Menschen im Reich eine aufgeklärte Erziehung genossen, traten sie für den Ausbau des Erziehungswesens ein. Auch die Frauen wollten sie emanzipieren, so dass diese ihren Teil zur nationalen Entwicklung beitragen konnten. Ein bürgerliches Gesetzbuch nach europäischem Modell sollte die Scharia in allen Bereichen ersetzen. Einer schnellen Industrialisierung und Verbesserung des Kommunikatuionswesens sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. ( Fischer Weltgeschichte - der Islam II, S. 137)

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d - Türkischer (ethnischer) Nationalismus
Der türkische Nationalismus ging vom Studium der osmanischen Literatur und Geschichte aus. "Da die Minoritäten sich weigerten, den osmanismus zu akzeptieren, und auf ihrer Unabhängigkeit beharrten,begann der türkische Nationalismus als ein türkisches Gegenstück zu den Nationalismen der Nichtmuslime [...] den Osmanismus zu verdrängen. [...] Erst als die Minoritäten sich gegen Versuche der Jungtürken, den Osmanismus nach ihrer Machtergreifung einzuführen, zur Wehr setzten, wurde der Osmanismus durch die Idee eines zentralisierten, nach türkischer Tradition und Kultur aufgebauten und von Türken dominierten osmanischen Staates ersetzt." ( Fischer Weltgeschichte - der Islam II, S. 137 f.)

Vor diesem Hintergrund muss man auch den Völkermord an den Armeniern und die Kurdenpolitik der türkischen Republik sehen. Die Folge war, dass auch die Araber auf einen arabischen Nationalismus einschwenkten, was im Ersten Weltkrieg maßgeblich mit zum Untergang der Osmanen beitrug.

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10 - Die Jungtürken

Bassam Tibi deuet die Reformen im osmanischen Reich als "The Kings`s Dilemma [...]:Modernisiert der traditionelle Herrscher, dann trägt er zur Entstehung neuer sozialer Schichten bei, die seine Ordnung unterminieren. Unterlässt er die Reformen, dann scheitert er und geht unter." ( Tibi, S. 230)

Diese neuen sozialen Schichten "bestanden aus Türken und anderen Osmanen, die über eine europäische Ausbildung verfügten. Hierzu gehörten die Armee- Offiziere und Bürokraten sowie die neue, westlich gebildete Intelligenz. Eben aus diesen Kreisen stammten auch die Jungtürken." ( Tibi, S. 230)

Die jungtürkischen Offiziere verfügten über keinen Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Ulema, aber kontrollierten wichtige Teile der Armee.

Die Jungtürken setzten sich anfangs aus verschiedenen der oben genannten Strömungen, aber nicht des Panislamismus, zusammen. 1908 ergriffen sie die Macht und zwangen Abdülhamit zur Wiederinkraftsetzung der Verfassung von 1876.  Als dieser nach jungtürkischen Misserfolgen (1908 Bulgarien unabhängig, es annektiert die osmanische Provinz Ostrumelien; 1908 Bosnische Annexionskrise) eine Wiedererrichtung seiner Alleinherrschaft versuchte, wurde er von Armee- Einheiten abgesetzt und die Jungtürken ernannten nun Mehmed V. (1909 - 1918) zum völlig entmachteten Nachfolger. 

Stanford J. Shaw fasst die Zeit der Jungtürken so zusammen: "So haben denn schließlich die Jungtürken auch nichts anderes getan, als das Werk der Tanzimat- Reformer und Abdülhamits II. fortzusetzen. Sie hatten die Macht ergriffen mit dem Ziel, das Land weiter zu modernisieren, aber die Diktatur zu beseitigen. Doch wegen der außerordentlichen politischen Zersplitterung, die durch die demokratischen Institutionen hervorgerufen wurde, wegen der anhaltenden Habgier der europäischen Mächte und wegen der Sonderwünsche der Minoritäten waren sie gezwungen, die Verfassung praktisch aufzuheben und zu Abdülhamits Diktatur zurückzukehren, die es ihnen wie zuvor ihm ermöglichte, die Entwicklung des Reiches voranzutreiben. Das einzig wirklich Neue am jungtürkischen Regime war der Nachdruck, der auf den türkischen Nationalismus und auf den Säkularismus gelegt wurde; doch die Zeit, die ihnen noch bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs verblieb, war zu kurz, als dass sie mehr als erste Schritte in dieser Richtung hätten leisten können."
( Fischer Weltgeschichte - der Islam II, S. 143)

Immerhin wurde die Scharia durch ein Zivilrecht ersetzt, die Polygamie abgeschafft und mit der Sicherung der vollen Emanzipation der Frau begonnen: In noch geringem Maße kam es zur  Berufstätigkeit von Frauen Die Medresen wurden abgeschafft, zahlreiche Schulen nach europäischem Vorbild wurden eröffnet. 

Die Diktatur wurde von 3 Männern geführt: Enver Bey, Talat Bey - beide deutschfreundlich - und Cemal Bey.

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11 - Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg

(Vergleiche auch Lernumgebung Erster Weltkrieg)

a - Geheimbündnis mit Deutschland
Am 2. August 1914 schloss Deutschland mit dem Osmanischen Reich ein Geheimbündnis. Dieses Defensivabkommen vom 2. August sperrte der russischen Schwarzmeer-Flotte die Durchfahrt durch den Bosporus und sah den militärischen Schutz Deutschlands für das Osmanische Reich vor, im Falle dieses angegriffen würde. 

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b - Deutsche Absichten und Versprechungen
Deutschland brauchte Bündnispartner und versprach den Jungtürken deshalb als Gegenleistung für einen Kriegseintritt die Aufhebung der Kapitulationen, den Rückgewinn der ägäischen Inseln, Grenzverschiebungen zu Lasten Russlands und Grenzverschiebungen auf Kosten Bulgariens und Rumäniens zu.

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c - Osmanische Hoffnungen und Kriegsziele
Die Jungtürken wollten die im 1. Balkankrieg verloren gegangen Gebiete zurückgewinnen, die freie Durchfahrt russischer Schiffe (von England damals unterstützt) dauerhaft verhindern, die überwiegend von Turkvölkern bewohnten kaukasischen Gebiete Russlands, der Krim und Turkestans. Enver wollte die Grenzen über Persien bis nach Indien ausdehnen, was völlig unrealistisch war.

Die Jungtürken hofften, noch eine Zeit neutrale bleiben zu können, wurden aber in den Krieg hineingezogen, weil sie zwei deutschen Kriegsschiffen ("Goeben" und "Breslau", siehe oben) Schutz vor Verfolgung gewährten und die Meerengen schlossen und sogar die Kapitulationen mit England und Frankreich kündigten.

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d - Fronten und Kriegsverlauf
Osmanische Truppen kämpften im Kaukasus gegen Russland, im Irak und am Suezkanal gegen Großbritannien, welches später in Palästina und Syrien nach Norden vorstieß, an den Dardanellen und auf der Halbinsel Gallipoli ( Karte) gegen die Flotte und Streitkräfte der Franzosen und Briten, außerdem auf dem Balkan. An den Dardanellen konnten sie sich 1915 behaupten, im Kaukasus zunächst nicht. Die Russen stießen 1916 bis nach Trabzon vor, was den Völkermord an den Armeniern (zwischen 600.000 und 1,6 Mio Tote) auslöste, siehe oben und rechts, ein bis heute von der türkischen Regierung bestrittener Vorgang. Spätere Erfolge im Kaukasus blieben vorübergehend. 

Die arabisch besiedelten Teile des Reiches gingen verloren, weil die Briten Husain, dem Scherifen von Mekka, weit gehende territoriale Versprechungen machten (siehe Karte), die sie aber nicht zu halten gedachten (siehe unten). Das wussten die Araber nicht, und so kam es 1916 zum Aufstand der Araber gegen die Oberhoheit des Osmanischen Reiches, das sich mit seinem von den Jungtürken betriebenen Nationalismus und  rigorosen Maßnahmen verhasst gemacht hatte und seinerseits die Entstehung des arabischen Nationalismus entscheidend mit ins Leben gerufen hatte. Husain erklärte sich zum "König von Arabien", und im Süden begann der "Aufstand der Wüste", in dem der berühmte englische Oberst und Geheimagent Lawrence ("Lawrence von Arabien") eine führende Rolle spielte.

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e - Das Sykes- Picot- Abkommen 1916
Mittlerweile teilten sich England und Frankreich im - natürlich geheimen- nach den Unterhändlern benannten Sykes- Picot- Abkommen den Nahen Osten samt dem dort lagernden Erdöl unter sich auf, vgl. Karte. Damals wurde die im Kern trotz einigen Veränderungen heute noch gültige Landkarte des Nahen Ostens gezeichnet.

Da Palästina als "Heimstätte" für jüdische Einwanderer dienen sollte und da tatsächlich massenhaft jüdische Einwanderer kamen, was zu Zusammenstößen mit der einheimischen arabischen Bevölkerung führte und 1948 in die Gründung des Staates Israel mündete, stellt das Sykes- Picot- Abkommen zugleich einen zentralen Ausgangspunkt für den heutigen Nahost- Konflikt dar.

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f - Kriegsende
Am 30. Oktober 1918 musste das Osmanische Reich im Waffenstillstand von Mudros die Waffen strecken, das Reich wurde von den Siegern entsprechend dem Sykes- Picot- Abkommen besetzt, eine alliierte Flotte ankerte in Istanbul. Italien setzte sich im Südwesten Kleinasiens fest, Griechenland besetzte Smyrna (Izmir).

(Weltkrieg nach Matuz, S. 262 ff.)

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12 - Das Ende des Osmanenreiches und Entstehung der Türkischen Republik

Der letzte Sultan war seit Juli 1918 Mehmet VI. Vahideddin (1918 - 1922). Er war ein machtloser Befehlsempfänger der Sieger, dessen Machtbereich sich kaum über Istanbul hinaus erstreckte.

12 a - Auflösung und Todeskampf des Osmanischen Reiches
Nach der Niederlage sieht man überall Auflösungserscheinungen. Die Armee löst sich auf, es gibt Banden und Freikorps, fremde Mächte versuchen ihre Einflusszonen abzustecken und sich Teile aus dem Reich herauszuschneiden. Die verbleibenden Minoritäten streben nach völliger Unabhängigkeit.

12b - Herausbildung einer türkischen Nationalbewegung. Mustafa Kemal Pascha
Insbesondere in Anatolien beginnt sich eine bewaffnete Nationalbewegung zu bilden, die gegen fremde Besatzung und Unabhängigkeitsbestrebungen vorgeht. Um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, schickt der Sultan General Mustafa Kemal Pascha (später Atatürk = Vater der Türken) nach Anatolien, aber dieser schließt sich der Nationalbewegung an und setzt sich an deren Spitze. Einem Befehl, nach Istanbul zurückzukehren, kam er nicht nach.

1919 hielten die Nationalisten einen Kongress in Sivas ab, auf dem das "Repräsentativkomitee", das Mustafa Kemal zum Vorsitzenden hatte, gegründet wurde. Dieses war der Sache nach eine Gegenregierung zu der des Sultans. Sie konnte nach und nach alle nicht von Entente- Mächten besetzten Gebiete unter ihre Kontrolle bringen. Anfang Dezember 1919 erbrachten Wahlen eine Zweidrittelmehrheit für die Nationalisten. Das Repräsentativkomitee wurde nach Ankara, der zukünftigen neuen Hauptstadt verlegt.

Ende April 1920 wurde die "Große Türkische Nationalversammlung" nach Ankara einberufen, deren Präsident Mustafa Kemal war. Zugleich war er Vorsitzender der Nationalen Regierung. Die Türkei war faktisch Republik geworden, der Sultan eine Randfigur.

12c - Warum schreiten die Entente- Mächte nicht ein?
Trotz verstärkter Militärpräsenz und Druck auf den Sultan konnten sich die Entente- Mächte letztlich nicht zum Krieg gegen die Nationalbewegung entschließen. Die Bevölkerung Großbritanniens und Frankreichs war kriegsmüde, Gr0ßbritannien hatte auch Angst vor der Reaktion der muslimischen Bevölkerung seiner indischen Kolonien, wenn es gegen Muslime in Anatolien vorgehen würde. Auch auf die Unterstützung der Dominions war nicht zu rechnen, und in dieser Situation wollte man die türkischen Nationalisten nicht den russischen Kommunisten in die Arme treiben. Frankreich räumte 1921 seine Besatzungszone in Südostanatolien, auch Italien zog sich aus Antalya zurück und beschränkte sich auf den Dodekanes (Inselgruppe im Südosten der Ägäis vor der türkischen Küste).

12d - Diktatfrieden von Sèvres August 1920
Gemäß diesem Friedensvertrag (siehe Karte)

  • verbleibt der Türkei in Europa das Vorfeld von Istanbul 
  • Thrakien und die Ägäisinseln fallen an Griechenland
  • Der Dodokanes bleibt italienisch
  • Das Gebiet um Smyrna (Izmir) fällt unter griechische Verwaltung, mit Volksabstimmung nach fünf Jahren
  • Armeniens Unabhängigkeit wird anerkannt, es darf die ehemals armenisch besiedelten Gebiete im Nordosten Kleinasiens annektieren
  • Kurdistan wird autonom und später unabhängig 
  • Kilikien kommt unter französische Verwaltung
  • Die arabischen Gebiete werden gemäß Sykes- Picot- Abkommen aufgeteilt
  • Die Meerengen werden geöffnet und kommen unter internationale Kontrolle und Verwaltung
  • Die von den Jungtürken aufgehobenen Kapitulationen treten wieder in kraft
  • Die Siegermächte richten eine Finanzkontrolle ein
  • Die Türkei zahlt reparationen
  • Das Verkehrswesen steht unter alliierter Aufsicht
  • Die Streitkräfte werden auf 50.000 Mann beschränkt, einschließlich 35.000 Polizeikräften
  • Die Flotte erhält nur wenige Schiffe

( Matuz, S. 273 f.)
Der Sultan musste unterzeichnen, aber die Nationalregierung in Ankara unterschrieb niemals. Diese setzte statt dessen den Befreiungskampf fort, nachdem sie sich mit einem Vertrag mit der sowjetischen Regierung den Rücken frei gemacht hatte.

12e - Krieg gegen Armenien
Von Ende September bis Anfang November  1920 führten die Türken erfolgreich Krieg gegen Armenien, das gemäß Friedensvertrag von Sèvres das auf osmanischem Gebiet gelegene westliche Armenien militärisch in Besitz zu nehmen, obwohl die Türken die dort ansässigen Armenier schon während des Ersten Weltkrieges vernichtet oder deportiert hatten ( Völkermord an den Armeniern). Armenien musste auf die Gebiete verzichten, die Türkei erhielt Kars und Ardahan zurück.

Auch ein vom Sultan angezettelter Aufstand in Konya wurde niedergeschlagen.

12f - Krieg zwischen Griechen und Türken
Die Griechen hatten Edirne und Bursa besetzt. Nun wurden sie von Ismet Pascha bei Inönü 1921 zweimal schwer geschlagen. Ihr Vorstoß auf Ankara wurde im August/ September 1921 abgeschlagen. Daraufhin wollte es Istanbul besetzen und verkündete die Unabhängigkeit Ioniens (türkische Ägäisküste beiderseits von Izmir), was diese bei den Alliierten isolierte. Bis Mitte September waren sie von den Türken völlig geschlagen. Die ganze griechische Bevölkerung musste die Westküste Kleinasiens und Ostthrakien verlassen, es kam zu einem generellen  Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, vgl. auch Karte.

12g - Der Vertrag von Lausanne (24. Juli 1923)
Der mit den Alliierten ausgehandelte Vertrag revidierte den Vertrag von Sèvres und sah folgende Bestimmungen vor, vgl. Karten:

  • Ganz Anatolien fällt an die Türkei, einschließlich Türkisch- Armenien und Türkisch- Kurdistan
  • Ostthrazien mit Edirne fällt an die Türkei
  • Meerengen entmilitarisiert und unter türkischer Souveränität
  • Ägäisinseln außer Dodekanes, Imbros (Imroz) und Tenedos (Bozcaada) entmilitarisiert an Griechenland
  • Dodekanes bleibt italienisch
  • Bevölkerungsaustausch mit Griechenland, siehe oben
  • Kurden nicht als Nationalität eingestuft (kein Kurdenstaat im Gegensatz zu Sèvres)
  • Verzicht der Entente- Mächte auf reparationen
  • Aufhebung der Kapitulationen

( Matuz, S. 277 f.)
Fazit: Die Türkei wird anerkannt und erhält politische und wirtschaftliche Souveränität. Nachdem die Armenier ermordet oder vertrieben, die Griechen vertrieben und die Kurden als Nationalität nicht anerkannt sind , geht die neue Republik zur Türkisierung der Kurden über: Sie seien "Bergtürken". Die Türkische Republik bezahlt dafür mit einem lang anhaltenden Bürgerkrieg in den 1980er und 1990er Jahren, das Kurdenproblem ist immer noch nicht ausgestanden.
(Schlussphase des Osmanischen Reiches nach
Matuz, S. 269 ff.)

12h - Errichtung der Türkischen Republik Oktober 1923
Im Oktober 1922 waren die türkischen Nationalisten in Istanbul eingezogen, am 1. November 1922 hatten schafften sie das Sultanat abgeschafft, am 29. Oktober 1923 wurde die Türkische Republik ausgerufen, im März 1924 das Kalifat abgeschafft. Der neue Staat praktizierte die Trennung von Staat und Religion.

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13 - Thesen

These 1
"Kemal Atatürk war ein uneingeschränkter Bewunderer Europas. Nicht nur hat er die letzte islamische Ordnung aufgelöst und 1924 das Kalifat beendet, er rief auch, im Kernland des Osmanischen Reiches, die Republik der Türkei aus und wollte diesem Land eine europäische Identität geben. Diese Ereignisse und Entwicklungen bilden den Hintergrund der Kampfreden der Islamisten gegen Kemal Atatürk. Die Tatsache, dass er der Begründer der ersten säkularen Republik in der Welt des Islam war, bringt ihm von den militanten Islamisten den Vorwurf ein, er habe als "Vollstrecker einer Verschwörung der Kreuzzügler" gewirkt. sie werden ihm niemals verzeihen, dass er das Kalifat abgeschafft hat Die ihm unterstellte Salibiyya/ Kreuzüglertum bestehe vor allem darin, dass er eine Politik der Verwestlichung des islam eingeleitet habe. In einer von der für den Sunna- Islam autoritativen Al- Azhar (Universität, Cu) in Kairo herausgegebenen schrift mit dem Titel Ahdaf al- taghrib / Die Ziele der Verwestlichung lesen wir folgendes hierüber:

"Die Verschwörung der Verwestlichung, mit der die Errichtung einer Fremdherrschaft über die Welt des Islam angestrebt wird, hat eine lange Geschichte. Nach dem Ende der Kreuzzüge erkannte der Westen, dass er es mittels des Krieges nicht schaffen würde, über die Welt des Islam zu herrschen [...] Das ist der Hintergrund der Verschwörung der Verwestlichung. Der Krieg des Wortes soll nun den Krieg mit dem Schwert ersetzen. Der Krieg mit dem Wort dient dem Ziel, den Islam und den djihad zu deformieren. In einer Kombination von Missionierung und Verwestlichung sollte dieses Ziel erreicht werden.""
( Tibi, S.214)

These 2
"Gewiss hat der Islam einen Anteil an der fehlenden Entwicklung einer Zivilgesellschaft. Aber damit kann nicht alles erklärt werden. Die religiös- kulturellen Weltanschauungen und auch die Tatsache, dass diese Religion keine "institutionelle Kirche" kennt, sind als Hindernisse zu nennen. Weil eine solche Institution fehlt, die sich hätte verselbständigen können, ist eine Säkularisierung des politischen Gemeinwesens stets eine schwere Aufgabe im Islam. [...] Parallel zu den politischen Tanzimat- Reformen gab es in der Türkei weder kulturelle Reformen oder umfassende gesellschaftliche Wandlungen noch eine geistige Mobilisierung. Aber trotz allem - dies wiederhole ich - lassen sich diese Fehlentwicklungen im Osmanischen Reich allein mit einem Rückgriff auf den Islam nicht erklären." ( Tibi, S. 227)

These 3
Unter Modernisierung verstanden die türkischen Djihad- Sultane, dass europäische Instrukteure die Re- Organisation der osmanischen Streitkräfte nach modernen Standards vornahmen. Hierbei sollte nur eine Aneignung der Instrumente der Moderne als Militärreform erfolgen. Vorrangig ging es um die "Einführung der europäischen Armee". Die deutschen Offiziere, die hierfür in das Osmanische Reich reisten,  verteilten jedoch hinsichtlich des Ergebnisses schlechte Noten. Das Problem war gleichermaßen damals wie heute, wie man sich die technisch- wissenschaftlichen Instrumente der Moderne durch Anleihen von Europa aneignen könnte, ohne die mit ihnen verbundenen rationalen Weltbilder zu übernehmen. Meine Leser sind mit meiner Bezeichnung dieser Einstellung als "islamischer Traum von der halben Moderne" vertraut."
( Tibi, S. 229)

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Balkankriege/ Balkankrisen


Der Griechische Unabhängigkeitskrieg 1812 - 1832
mypage.bluewin.ch/ pickelhaube


Krimkrieg 1853 - 1856
mypage.bluewin.ch/ pickelhaube


Russisch- Türkischer Krieg 1877 - 1878
mypage.bluewin.ch/ pickelhaube


Berliner Kongress 1878
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1908   Bosnische Annexionskrise
de.wikipedia.org


Erster Balkankrieg 1912
de.wikipedia.org


Zweiter Balkankrieg 1913
de.wikipedia.org

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Erster Weltkrieg


Bündnis mit dem Osmanischen Reich
dhm.de


Dardanellen- Offensive 1915
dhm.de

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Völkermord an den Armeniern


Der vergessene Völkermord
stern.de

 
Karte zum Völkermord an den Armeniern
hist.net


Ralph Giordano
Rede zur 90. Wiederkehr des Völkermords an den Armeniern in der Frankfurter Paulskirche am 24. April 2005

d-armenier.de


Türken gegen Armenier
arte-tv.com


Deutsche Beteiligung am Völkermord an den Armeniern
dradio.de

 
Kunst zwischen vier Fronten: 
Der türkische Historiker Cem Özgönül liest die deutschen Akten zum Armenier-Massaker neu und entdeckt erstaunliche Retuschen

welt.de

Siehe auch Karte "Massenmord an den Armeniern"

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Ende nach dem Ersten Weltkrieg


Die Entstehung der modernen Türkei
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Nationalismus


Nationalismus - Ein historischer Längsschnitt 
lbsneu.schule-bw.de

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Recht


Scharià (Islamisches Recht)
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Die Grundrechte (Artikel 1 - 19 GG)
Zum Vergleich
gesetze-im-internet.de


Artikel 20 GG
Staatsstrukturprinzipen, Widerstandsrecht
datenschutz-berlin.de


Artikel 79,3 GG
gesetze-im-internet.de

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Moderne


Aufklärung


Der Begriff der Moderne
Begriffsdefinition

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