Lernumgebung Islam im Zeitalter der Kreuzzüge

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Karte 1. Kreuzzug
Mit politischer und religiöser Situation im Nahen Osten
de.wikipedia.org


Satellitenbild des Nahen Ostens
University of North Florida
fordham.edu


The Middle East
Mit den im Basistext genannten Städten (Hims = Homs)
globalsecurity.org

 
Assassinengebiete und politische Struktur im Nahen Orient im 11. und 12. Jahrhundert
Kreuzfahrerstaaten
Türkisch- muslimische Staatsbildung
bmlv.gv.at


Seldschukenreich
de.wikipedia.org


Rum- Seldschuken in Kleinasien
Muslim Conquest of Anatolia
princeton.edu


Karte Syriens 
mit Dschebal Ansarya, dem Sitz der Assassinen, nordwestlich von Homs
eur.i1.yimg.com



Europe at the Time of the First Crusade
Einzelne Regionen zum Vergrößern anklickbar. University of North Florida
fordham.edu


Karte Kreuzzfahrerstaaten
MGH: Droysen, Historischer Handatlas. In 2 Teilen  vergrößerbar; anklickbarer ausführlicher Kommentar zur Karte



141.84.81.24


Reich Saladins nach 1187
MGH: Droysen, Historischer Handatlas.



141.84.81.24



Reich Saladins
Teachsam
teachsam.de


Spanien im 12. Jahrhundert
MGH: Droysen, Historischer Handatlas.



141.84.81.24

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Bilder


Bild der Zitadelle von Aleppo
und weitere Bilder von syrischen Städten
damascus-online.com


Luftaufnahme von Akkon
nördlich von Haifa, Israel
www2.rgzm.de

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Impressum


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Inhalt:

Arbeitsmittel

Basiswissen

Zersplittertes islamisches Gebiet 
Die Seldschuken
Die Fatimiden
Zengi  und Nur ed-Din einigen Syrien
Salah ed-Din (Saladin) und die Ayyubiden (1171 - 1250)
Die Mamelucken (1250 - 1517) 


Linke Spalte
Kartenraum  

Bilder
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Rechte Spalte
Arbeitsmittel

Thematisch verwandte Seiten  
Dynastien
Assassinen
Schlachten

Reconquista in Spanien
Jerusalem

 

Basiswissen 

 
Zersplittertes islamisches Gebiet 


Als die ersten Kreuzfahrer im Nahen Osten eintrafen, fanden sie einen politisch zersplitterten Islam vor. Zwar existierte das Abbasiden- Kalifat noch, die Kalifen waren jedoch von ihren Wesiren völlig entmachtet und spielten nur noch eine religiöse Rolle. Ein einheitliches islamisches Staatsgebiet existierte nicht, was den Kreuzfahrern ihr Vorhaben natürlich entscheidend erleichterte. Ein wichtiger Machtfaktor waren die Seldschuken.

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Die Seldschuken



Rum- Seldschuken in Kleinasien (Karte)
Muslim Conquest of Anatolia
princeton.edu

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Bauwerke der Seldschuken
Bilder



galenfrysinger.com

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Assassinengebiete und politische Struktur im Nahen Orient im 11. und 12. Jahrhundert
Kreuzfahrerstaaten
Türkisch- muslimische Staatsbildung
bmlv.gv.at

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Die Seldschuken oder Seldschuk- Türken sind ein nomadisches Turkvolk.  Der Name leitet sich von ihrem Anführer Seldschuk her.  Um 960 tritt er mit seinem Volk zum Islam über.

Seine Enkel Toghrul-Beg (1038–1063) und Chagri (1038–1060) erobern Khorasan (Mittelasien zwischen Aralsee und Hindukusch) und Persien. Danach wird das Reich zwischen beiden geteilt.

1055 erobert Togrul-Begh, der im Westiran herrscht (Regierungssitz: Isfahan), den Irak und zwingt den Abbasiden- Kalifen dazu, ihm den Titel eines Sultans zu verleihen (Sultanat der Großseldschuken). Er will das schiitische Fatimiden- Kalifat (siehe unten) ausschalten und so das sunnitische Kalifat von Bagdad wieder zum alleinigen Kalifat erheben.

Alp Arslan (1060–1072), der Sohn Chagris, vereinigt das Reich wieder.
1071 besiegt er mit seinen Seldschuken  die Byzantiner bei Mantzikert und nimmt den byzantinischen Kaiser Romanos IV. Diogenes gefangen. Die Seldschuken gründen nun das unabhängige Reich der Rum- Seldschuken (Sultanat von Rum) als ein Reich, das die Nachfolge Ostroms (Rum = Rom) beansprucht (vgl. hier), besetzen Kleinasien und dringen zum Marmarameer vor. Byzanz hält sich noch in Küstenregionen, vgl. hier. Alp Arslan erobert auch Syrien von den Fatimiden. 

Ebenfalls im Jahre 1071 erobern die Seldschuken Jerusalem von den Fatimiden.

Unter Malik Schah (1072–1092), dem Nachfolgers Alp Arslans, umfasst das Reich Anatolien, Iran und den ganzen Nahen Osten außer Ägypten, die Seldschuken stehen auf dem Höhepunkt. 

Bei seinem Tod zerfällt das Reich: 1118 wird es in Chorasan einerseits und Iran/Irak andererseits geteilt. Die Rum- Seldschuken in Kleinasien sind bereits selbstständig (siehe oben). Syrien wird unabhängig und zerfällt in mehrere von sogenannten Atabegs regierte Fürstentümer, v.a. in Damaskus und Aleppo jeweils unter einem Neffen von Malik Schah, sowie Tripoli. Auch Mossul (unter Kerbogha) im Nordirak ist faktisch unabhängig ebenso wie die ostanatolische Region um Diyarbakir (Danischmeniden).

Von den Ansariya- Bergen starten die terroristische Schiitensekte der Assassinen ihre Aktionen gegen die Sunniten. Die Assassinen gehorchen ihrem Führer unbedingt und verüben Selbstmordattentate auf Herrscher sunnitischer Reiche und bekämpfen mit terroristischen Methoden auch die Kreuzfahrer. Der Name kommt aus dem Französischen: assassin = Mörder, Attentäter, Killer.

Religiös dominieren die Sunniten in Südsyrien und Palästina, die Schiiten in Nordsyrien, daneben gibt es Drusen und eine große Zahl von Nicht- Muslimen, insbesondere Juden und Christen, die sich wiederum vor allem in griechisch- orthodoxe Christen einerseits und monophysitische (vgl. hier) Jakobiten andererseits aufspalten.

In dieser Situation betreten die Kreuzritter Kleinasien, Syrien und Palästina.


Vergleiche Lernumgebung "Byzanz im Zeitalter der Kreuzzüge": Neue äußere Feine im 11. Jahrhundert


Vergleiche Lernumgebung "Byzanz":  Kaiser Justinian

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Die Fatimiden


Die ismailitischen (Ismailiten = ein Zweig der Schiiten) Fatimiden aus Nordafrika, die ihre Abstammung auf Mohammeds Tochter Fatima zurückführen, nehmen im 10. Jahrhundert den Kalifentitel an, was sich gegen das sunnitische Kalifat der Abbasiden in Bagdad richtet. 

969 n.Chr. erobern sie Ägypten und regieren von Kairo aus. Noch im 10. Jahrhundert erobern sie Palästina und Syrien und kontrollieren Mekka und Medina., Syrien und Palästina verlieren sie aber 1076 an die Seldschuken. 

Im 11. Jahrhundert gründen sie die Al-Azhar- Universität in Kairo.

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Zengi  und Nur ed-Din einigen Syrien



Karte Zengiden in Mossul und Edessa, 1146
de.wikipedia.org

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Zengi, der Emir von Mossul, vereinigt seit 1128 Mossul und Aleppo und erobert in der Folge alle islamischen Städte und Festungen östlich des Orontes. Den nördlichen Kreuzritterstaaten nimmt er über die Hälfte ihres Territoriums ab, die Eroberung von Damaskus aber scheitert. 1144 aber erobert er Edessa, was den Zweiten Kreuzzug (1147 - 1149) auslöst. 1146 wird er ermordet.

Sein Nachfolger Nur ed-Din erobert Homs, den größten Teil des Kreuzfahrerstaates und Fürstentums Antiochia sowie 1155 Damaskus: Syrien ist geeinigt. Sein Herrschaftsgebiet umfasst darüber hinaus den Nordirak (Mossul) und reicht bis Ostanatolien. Die Kriege Zengis und Nur ed-Dins werden im Zeichen des Dschihad geführt, wobei die Einigung der die Kreuzfahrerstaaten umgebenden arabischen Welt als Voraussetzung für die Vernichtung der Kreuzfahrerstaaten gesehen wird.

So beginnen seit 1164 die Angriffe auf das fatimidische Ägypten unter dem Kommando von Shirquh und und dessen Neffen Salah ad-Din (Saladin). 1169 vertreiben sie die in Ägypten eingefallenen Kreuzritter und erobern das Land am Nil.

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Salah ed-Din (Saladin) und die Ayyubiden (1171 - 1250)



Auf dem Tempelberg in Jerusalem
Saladin erobert Jerusalem zurück.
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Bild: Geschichtszentrum

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Reich Saladins (Karte)
Teachsam
teachsam.de

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Nach dem Tode Shirquhs ergreift Salah ad-Din in Ägypten die Macht und begründet die Dynastie der Ayyubiden, er schafft das fatimidische (schiitische) Kalifat ab und macht Ägypten wieder sunnitisch. Wegen der wirtschaftlichen und militärischen Stärke Ägyptens stellt er eine Gefahr für Nur ed-Din dar, der aber 1174 an einer Krankheit stirbt, bevor er seinem Befehlshaber die Macht in Ägypten entreißen kann.

Zwischen 1174 und 1183 gelingt Salah ed-Din nun gegen den Widerstand der Nachkommen Zengis (Zengiden), der Kreuzfahrer und der Ismailiten, die die Fatimiden rächen wollen, ganz Syrien mit Ägypten zu vereinen

Jetzt konzentriert er sich auf die endgültige Ausschaltung des Königreichs Jerusalem. In der Schlacht von Hattin 1187 gelingt es ihm, die Kreuzfahrer vernichtend zu schlagen und anschließend Jerusalem einzunehmen, wobei er sich als großzügiger und milder Eroberer zeigt.

Der dadurch ausgelöste Dritte Kreuzzug (1189 - 1192) führt lediglich dazu, dass die Kreuzfahrer einen Küstenstreifen in Palästina behaupten. Die Eroberung der heiligen Stätten gelingt ihnen dagegen nicht. Ihre wichtigste Stadt wird jetzt Akkon. Erst Friedrich II. kann im Fünften Kreuzzug (1228- 1229) auf dem Vertragswege  erreichen, dass Jerusalem mit Ausnahme der Omar- Moschee (Felsendom) und der al-Aqsa- Moschee für 10 Jahre in christlicher Hand bleibt.

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Die Mameluken (1250 - 1517)


Nach dem Tod des Ayyubiden-Sultans asch-Schalih 1249 und der Ermordung seines Sohnes Thuran Schah ergriff der Mamlukengeneral Aybak 1250 die Macht in Ägypten. Die Memeluken waren ursprünglich Militärsklaven an orientalischen Höfen und bildeten dort die Leibwache, so auch unter den Ayyubiden.

1243 erobern die Mongolen Konya und versetzen den Rum- Seldschuken den Todesstoß. 1258 erobert der Mongole Hülegü, der im Iran ein Reich gegründet hat und nun versucht, Mesopotamien und Syrien zu erobern,  Bagdad und beendet damit das abbasidische Kalifat. 1260 erobern die Mongolen Syrien, werden aber von den Mamelucken, unterstützt von den ebenfalls bedrohten Kreuzrittern, besiegt. 

Sultan Baibars (1260 - 1277) festigt seine Herrschaft in Ägypten und Syrien und erobert die Grafschaft Tripolis. In Kairo setzen sie ein neues sunnitisches Kalifat ein. 

Am 18. Mai 1291 erobern die Mameluken Akkon, die Kreuzfahrer müssen endgültig den Nahen Osten verlassen. Zypern bleibt aber zunächst ein Kreuzfahrerstaat. 

Die Mameluken existieren ihrerseits in mehreren Dynastien weiter, bis sie 1517 von den Osmanen besiegt werden, die nun das Kalifat übernehmen.

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Lernumgebung "Byzanz im Zeitalter der Kreuzzüge"


Zur Lernumgebung "Kreuzzüge"


Lernumgebung "Normannen in Unteritalien und Sizilien"


Kultur Hoch- und Spätmittelalter: Faszination Islam

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Dynastien


Seldschuken
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Fatimiden
de.wikipedia.org


Ayyubiden
de.wikipedia.org


Mamelucken
de.wikipedia.org

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Assassinen


Assassinen
de.wikipedia.org

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Schlachten


Die Eroberung Jerusalems 1099
de.wikipedia.org


Schlacht bei Hattin 1187
Sultan Saladin besiegt die Kreuzfahrer
de.wikipedia.org

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Reconquista in Spanien


Bollwerk gegen den Islam oder Modell multikulturellen Zusammenlebens?
Von Franzpeter Messmer

 
Auf dem Weg zum Djihad 
Die Toleranz im islamischen Spanien ist nur ein multikultureller Mythos

von Francisco Garcia Fitz
Der Autor lehrt Mittelalterliche Geschichte an der Universität von Extremadura in Cáceres. 
Aus presserechtlichen Gründen gekürzte Fassung. Der Autor kommt zu folgendem Schluss: 

"Doch es ist ein Irrtum, kulturellen Austausch mit "convivencia" und Toleranz gleichzusetzen. Gleichheit oder Respekt sind dafür keine zwingende Voraussetzung. Die Herrschaft einer Gemeinschaft über eine andere, Marginalisierung, Intoleranz oder sogar Verfolgung und Versklavung einer Gruppe waren niemals ein Hindernis für kulturellen Austausch. [...] Aus alledem läßt sich schließen, daß die Beziehungen zwischen Christen, Muslimen und Juden in ihrer Gesamtheit kaum von Toleranz zeugen, zumindest nicht im Sinne des Verständnisses, das wir heutzutage von diesen Konzepten haben. Unbestreitbar hat es kulturelle Anleihen und Einflüsse und friedliche wirtschaftliche Beziehungen gegeben, aber keine Beziehungen auf der Basis von Gleichheit und voller Akzeptanz der Unterschiede. Die Koexistenz verschiedener Gemeinschaften war relativ, denn zugleich wurden die persönlichen, familiären und politischen Kontakte zwischen den einen und den anderen behindert oder sogar verhindert."
europenews.dk

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Jerusalem

Hinweis:
Bei Microsoft Encarta gibt es unter Features/Virtuelle Reisen/ Jerusalem eine interaktive virtuelle Tour durch die Stadt mit ihren Heiligen Stätten.


Vergleiche Lernumgebung "Kreuzzüge": Jerusalem


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