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Verfassung
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Reichsverfassung 1871

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Politische Bilder

Die Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles
Gemälde von Anton von Werner
www2.tu-berlin.de
Bismarck 1890
Der Lotse geht von Bord
Bild
de.wikipedia.org
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Bilderserie
aus den Jahren 1903 und 1904

Aus
der Ilustrirten Zeitung:

Mittelmeerreise des Kaisers 1905
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Segelregatta auf dem Müggelsee
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Damenwettlauf im Sportpark zu Treptow
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Looping the Loop. Eine amerikanische
sensationsnummer im Zirkus Schumann zu Berlin
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Autorennen: Gordon Bennett Rennen
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Route zum Gordon Bennett Rennen
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Angler auf dem Eise der Havel
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Schlittenfahrt auf der gleislosen
elektrischen Motorbahn Dresden- Klotzsche - Königswald
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Berliner Restaurants: Frühschoppen
beim Pschorr
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Berliner Restaurants: Schifferstube im
Kaiserkeller
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In der Kaschemme
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Lenbachhaus München
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Speisezimmer
Zimmereinrichtungen von Hartmann und Ebert in Chemnitz
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Berliner Verkehr und Freizeitvergnügen

dhm.de
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Personen
König Wilhelm I. von Preußen
preussenchronik.de
Kaiser Wilhelm II.
dhm.de
Otto von Bismarck,
der Begründer des Deutschen Kaiserreiches
preussenchronik.de
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Impressum

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Basiswissen
Supermacht Preußen
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Suchbegriff "Supermacht Preußen" eingeben

Intro
Ab 01:34 min Burg Hohenzollern, Friedrich der Große
Ab 12:52 min Preußen unter Napoleon. Befreiungskriege
Ab 20:46 Revolution von 1848
Ab 25:53 Deutsche Einigung und Gründung des Kaiserreichs
Ab 31:32 Kaiserreich
Ab 36:02 Erster Weltkrieg und Ende der Hohenzollern
zdf.de
---------------
Gründung des Deutschen Reiches
1871
2:19

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---------------
Heil Dir im Siegerkranz
Im Deutschen Kaiserreich gespielt z.B. bei Thronjubiläen, Geburts-
und Todestagen, Sedantag und Reichsgründungsfeiern

ingeb.org
---------------
Die Wacht am Rhein (Lieb
Vaterland, magst ruhig sein)
Häufig bei offiziellen Anlässen gesungen

ingeb.org
---------------

Mittelmeerfahrt Kaiser Wilhelms II.
Frühjahr 1904: Illumination der
kaiserlichen Schiffe im Hafen von Venedig. Das große Schiff ist die
kaiserliche Jacht "Hohenzollern".
Illustrirte Zeitung Nr. 3175 vom 5. Mai 1904
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Die kaiserliche Jacht "Hohenzollern", Längsschnitt
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oben

Beim Kaiserreich
handelt es sich eigentlich um einen Fürstenbund mit preußischer
Dominanz, also keinen
Bundesstaat,
sondern eher einen
Staatenbund;
der Bundesrat als Organ der Monarchen dominiert in der
Verfassung.
Das Kaiserreich wurde am 18. Januar 1871 in Versailles proklamiert, siehe
hier,
vgl. vor allem auch
hier. Die Vorherrschaft Preußens wird ebenfalls verfassungsmäßig
abgestützt. Für Preußen, das zwei Drittel des Reichsgebietes umfasst,
bleibt die
Verfassung von 1850
bis 1918 bestehen, das preußische Militär
wird nach wie vor auf den preußischen König, zugleich deutschen Kaiser,
vereidigt. Die süddeutschen Staaten bekommen einige Sonderrechte. Im
Zuge der Entwicklung wird der nach
allgemeinem Wahlrecht gewählte
Reichstag immer wichtiger.
Kleiner Seitenblick auf die
großen Nachbarstaaten zum Vergleich
1867, nach der 2. Wahlrechtsreform durch Disraeli, erhöhte sich zwar die
Zahl der Wähler von 1,4 auf 2,5 Mill., aber die Arbeitern auf dem Lande
durften weiterhin nicht wählen. Erst 1918 warde das allgemeine Wahlrecht
eingeführt, vorher galt das
Zensuswahlrecht, als dessen Folge bis 1918 nur etwa 52% der Männer das
Wahlrecht besaßen. Wie in Deutschland kam das Frauenwahlrecht in der
Folge des Ersten Weltkriegs.
Im Dezember 1910 billigte das Oberhaus den Parliament Act, der
bestimmte, dass das Oberhaus Gesetze, die vom Unterhaus, demHouse of
Commons, beschlossen wurden, nicht mehr aufheben oder beliebig lang
hinauszögern konnte. (Siehe Wikipedia- Artikel "Allgemeines Wahlrecht"
und "Geschichte des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und
Nordirland")
Bei den italienischen Wahlen 1913 konnten schließlich 8,5 Millionen
Italiener wählen, 27 % der damaligen Bevölkerung. (Wikipedia- Artikel
"Politisches System Italiens")
Das zweite französische Kaiserreich (1851 - 1871) unter Napoleon III.
war ein mehr oder weniger autoritärer Staat, erst 1871 wurde die Chambre
des Députés nach allgemeinem Wahlrecht gewählt.
Dieser Vergleich sollte für die Beurteilung der Verfassung des
Kaiserreichs AUCH herbeigezogen werden.
----------
Quelle: Der englische Schriftsteller
und Journalist Peter Watson bewertet die Verfassung des
Kaiserreiches so:

"Nicht das Volk hatte sich seine Verfassung verdient, sie war
vielmehr durch einen Bundesvertrag der Fürsten von fünfundzwanzig
deutschen Staaten zustande gekommen, die ihre Kronen noch bis 1918 tragen
sollten. Aus heutiger Perspektive betrachtet, hatte das einige höchst
ungewöhnliche Folgen, darunter die, dass das Parlament über keine
wirklichen Vollmachten verfügte, dass die politischen Parteien keine
wirkliche Regierungsverantwortung übernehmen konnten und dass Wahlen
abgehalten wurden, deren Ergebnisse die Zusammensetzung der Regierung
nicht wirklich bestimmten. Das wer ein völlig anderes - und wesentlich
rückständigeres - System als alles, was die westlichen Konkurrenten des
Deutschen Reiches vorzuweisen hatten. Nach wie vor entschied die
großgrundbesitzende Aristokratie staatspolitische Fragen, obwohl
Deutschland inzwischen zu einer Industriemacht herangereift war. Und je
mehr Deutsche an den industriellen, wissenschaftlichen und intellektuellen
Erfolgen ihres Landes teilhatten, desto deutlicher hatte eine geschlossene
kleine Gesellschaft von Traditionalisten das Sagen - Adel,
Großgrundbesitzer, militärische Führung und an der Spitze der
Kaiser." (Peter Watson: Der deutsche Genius, München, 2010, S.422)
Nach
oben
|
1b - Politische Strömungen und Parteien
|

Reichstagsgebäude, im Kaiserreich noch
ohne Glaskuppel und mit anderer Beflaggung.
Vor 1894 musste der Reichstag in einer stillgelegten
Porzellanmanufaktur tagen, erst ab 1894 konnte er
im neuen Reichstagsgebäude tagen.
Die
liberale
Fortschrittspartei, die mit Bismarck wegen des Preußischen
Verfassungskonflikts verfeindet war, spaltet sich 1866, nachdem sich der
deutsche Nationalstaat nach dem Deutsch- Deutschen Krieg 1866 in der Form
des Norddeutschen Bundes abzeichnet. Nach der
Indemnitätsvorlage
1866 bildet sich so 1866 die Nationalliberale Partei, die mit Bismarck
ausgesöhnt ist. Sie unterstützt dessen weitere gewaltsame
Einigungspolitik, tritt für eine parlamentarische Monarchie ein und
unterstützt als Vertreterin des protestantischen Besitz- und
Bildungsbürgertums sowie großindustrieller Interessen die
Industrialisierung. Innenpolitisch wird sie immer konservativer. Die
liberale Strömung ist jetzt dauergaft in zwei Parteien gespalten, die
Fortschrittspartei wird 1884 zur Freisinnigen Partei. Auch
im
konservativen
Lager gibt es nun zwei Parteien. da sich die alten
Konservativen wegen der Einigungskriege spalten.
Die Deutschkonservativen finden traditionell in den
ländlichen Gebieten östlich der Elbe Unterstützung und sind besonders
einflussreich in hoher Beamtenschaft und Militär. Mit dem Haus
Hohenzollern und der lutherischen Kirche sind sie eng verbunden. Aus
grundsätzlichen Gründen lehnen sie die Realpolitik Bismarcks zunächst
ab, damit zunächst auch das Kaiserreich. Die Freikonservativen
dagegen mit ihren Beziehungen zu Industrie und Großgrundbesitz
unterstützen Bismarck bedingungslos.
Der
politische
Katholizismus organisiert sich im Zentrum, der ersten
deutschen Volkspartei in dem Sinne, dass sie als konfessionelle Partei aus
allen Schichten der Bevölkerung Unterstützung und von den Minderheiten
(Polen, Elsässer) erhält. Während Bismarcks Kulturkampf
gegen die katholische Kirche gehört sie zu dessen Feinden, geht dann aber
mit Bismarcks Frontenwechsel im Zuge der Schutzzollpolitik
in den 1880er Jahren zu diesem über. Zu den Liberalen steht sie in
historisch begründetem und ideologischem Gegensatz. Das Zentrum öffnet
sich nach 1890 mit der katholischen Arbeiterbewegung auch nach links. Es
ist der Vorläufer der heutigen CDU/CSU. Der
Sozialismus
als politische Strömung organisiert sich in der SPD (Sozialdemokratische
Partei Deutschlands), wobei reformerischer und revolutionärer
Sozialismus innerhalb der SPD Flügel bilden. Die Spaltung des Sozialismus
in mehrere Parteien erfolgt erst während des Ersten Weltkriegs
(Abspaltung des Spartakusbundes) und in der Anfangsphase der Weimarer
Republik (Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands KPD im
Dezember 1918).
Die SPD bildet sich aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein
(ADAV, gegründet 1863 von Ferdinand Lassalle) und aus der Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei (SDAP, gegründet 1869 in Eisenach von August Bebel
und Wilhelm Liebknecht), die beide 1875 auf dem Vereinigungsparteitag
in Gotha fusionieren. Zwischen 1878 und 1890 werden die
Sozialdemokraten verboten (
Sozialistengesetz 1878-1890, die
Kandidatur zu Wahlen bleibt trotz Parteiverbot aber erlaubt), 1891 geben
sie sich dann das Erfurter Programm. Die SPD ist im Kaiserreich isoliert, wird aber 1912 stärkste Partei.
Fast ausschließlich in der Arbeiterschaft findet sie Rückhalt, ist aber
dadurch und ihrem eigenen Selbstverständnis nach eine Klassenpartei, also
keine Volkspartei. Der SPD geht es um Arbeiterinteressen, insbesondere um
den Sozialstaat. Sie tritt für das allgemeine Wahlrecht und für die
Republik ein, letzteres spielt in der Praxis eine geringe Rolle. Der
revolutionäre Flügel geht auf eine
Diktatur
des Proletariats aus.
Bismarck regierte im
Inneren nicht mit den Mitteln einer modernen
parlamentarischen
Monarchie, sondern nahm sich seine innenpolitischen Gegenspieler als
"Reichsfeinde" vor, das Zentrum zum Beispiel im
Kulturkampf,
die Sozialdemokratie mit Hilfe des
Sozialistengesetzes. Auch
Minderheiten wie Polen oder Elsässer und Lothringer waren in einer
Außenseiterposition. Neben den Parteien üben auch Verbände einen wichtigen politischen
Einfluss aus. Das Gesicht des
Kaiserreiches wird von Monarchie, Adel und
Militarismus und zunehmend
von der Hochindustrialisierung bestimmt. Der
Nationalismus wird immer
konservativer, auch
Antisemitismus gibt es verbreitet.
| Aufgabenvorschlag
zu den politischen Strömungen und Parteien (Mittelstufe)
Arbeitsblatt Politische
Strömungen und Parteien im Kaiserreich
doc-Datei
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe des
Textes
1b - Politische Strömungen und Parteien
im Kaiserreich aus.
|
Oberstufe (rechte Spalte):
Formierung
politischer Interessen: a - Parteien mit Aufgabenvorschlägen
Formierung
politischer Interessen: b - Verbände
Kulturkampf
mit Aufgabenvorschlägen
Antisemitismus
Gesellschaft im Kaiserreich
Nach anfänglich
liberaler Wirtschaftspolitik und einem Kampf gegen Zentrum und katholische
Kirche (
Kulturkampf) geht das Kaiserreich zu
Protektionismus über und
Bismarck verbündet sich mit dem Zentrum gegen die Liberalen.
Nach
oben
|
1c
- Beispiele undemokratischer Innenpolitik
|
Bismarck betrachtete und behandelte einen wichtigen Teil seiner innenpolitischen Gegner nicht als legitime
und notwendige Mitspieler in einem demokratischen System von von Regierungsparteien und
Opposition, die
jeweils ihre notwendige Rolle in einem Spiel mit festgelegten Regeln zu spielen hatte, sondern er bezeichnete
und behandelte sie als Reichsfeinde. Zeitweise spielte er mit dem
Gedanken, den Reichstag dauerhaft aufzulösen.
Nach
oben
| 1c1 - Beispiel
Kulturkampf |
Bildnachweis
Bismarck führte 1871 - 1887 den sogenannten Kulturkampf gegen die katholische Zentrumspartei und den
Katholizismus insgesamt, denen er propagandistisch vorwarf, sich gegen die nationale Einheit zu stellen und
"ultramontan" zu sein, also sich von jenseits der Alpen aus (gemeint war: vom römischen Papst) steuern zu
lassen. Dabei ging es ihm nicht nur darum, eine Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, sondern auch um
Parteitaktik. Denn er wollte einerseits den Einfluss des Zentrums klein halten, andrerseits
die Liberalen auf seine Seite ziehen, deren Unterstützung er im Reichstag brauchte.
Die Liberalen standen dem Katholizismus aus historischen und prinzipiellen Gründen ablehnend gegenüber. So hatte die
Kirche nicht nur immer die Konservativen unterstützt und sich gegen die liberalen Forderungen nach dem
säkularen (weltlichen) Verfassungsstaat gestellt, sondern sie war auch gegen die Aufklärung eingetreten, in
deren Tradition die Liberalen standen. Noch im Dezember 1864 hatte Papst Pius IX. eine Sammlung von (aus
katholischer Sicht) Irrtümern herausgegeben, die sich gegen den Rationalismus der Aufklärung richteten, und auf dem Ersten Vatikanischen Konzil 1869/1870 ließ er verkünden, dass Entscheidungen des Papstes ex cathedra
in Glaubens- und Moralangelegenheiten unfehlbar, frei von Irrtum, seien.
Bismarck griff nun zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen und auch
Schikanen gegen den Katholizismus, von denen zwei langfristige Wirkungen bis heute haben:
-
das preußische Schulaufsichtsgesetz, das der Kirche die Schulaufsicht entzog und sie dem Staat übertrug
-
die Einführung der
Zivilehe, die eine rechtsgültige Ehe nur vor dem Standesamt ermöglichte. Die kirchliche
Eheschließung war Privatsache und erst nach der standesamtlichen Trauung möglich.
Hier findest du den ganzen
Katalog der Maßnahmen
(unter "Maßnahmen").
Da Verstöße gegen Bismarcks Regelungen mit Geld- oder Gefängnisstrafen geahndet wurden, waren zeitweise drei
Viertel der Bischosämter und ein Viertel aller Pfarreien unbesetzt.
Letztlich aber verlor Bismarck den Kulturkampf. Die Katholiken rückten enger zusammen und bekamen Solidarität
auch von protestantischer Seite. Auch die politische Situation veränderte sich. Die Sozialdemokraten, die ja nicht nur reformerische Kräfte, sondern auch
Revolutionäre umfassten, wurden immer stärker und rückten als "Reichsfeinde" in den Vordergrund. Die Liberalen wandten sich von Bismarck ab,
weil er sich in der Wirtschaft vom
Freihandel abwandte und zur
Schutzzollpolitik zugunsten der Großagrarier griff (Verstoß gegen Prinzipien des
Wirtschaftsliberalismus). Das Zentrum wurde immer stärker,
1878 war es zweitstärkste Partei im Reichstag.
So nahm Bismarck alle Maßnahmen, die er im Kulturkampf ergriffen hatte, außer
Schulaufsicht und Zivilehe wieder zurück, söhnte sich mit dem neuen Papst Leo XIII. aus und erklärte den Konflikt 1887 für beendet. Innenpolitisch wechselt er die Fronten,
weil er die Unterstützung des Zentrums für seine Schutzzollpolitik brauchte, und ging nun mit dem Zentrum
gegen die Liberalen vor.
| Aufgabenvorschläge zum Kulturkampf
Kläre mit Hilfe des Textes
1c1 - Beispiel Kulturkampf die
folgenden Fragen:
- Gegen wen richtet sich Bismarcks "Kulturkampf"?
- Warum führt Bismarck den Kulturkampf
- Warum unterstützen die Liberalen Bismarck?
- Welche Gesetze bleiben vom Kulturkampf übrig?
- Warum wird der Kulturkampf beendet?
- Inwiefern ist Bismarcks Verhalten gegenüber Zentrum und Katholiken
undemokratisch?
- Führte Bismarck einen
Kampf gegen die Religionsfreiheit?
|
Nach
oben
| 1c2 -
Beispiel Sozialistengesetz |

Verkauf von gekochtem Fleisch auf dem
Zentralviehhof an arme Leute
Illustrirte Zeitung
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Arbeiter in der Kaiserzeit
0:59 min

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---------------
Anlass für das Sozialistengesetz von 1878 waren zwei erfolglose Attentate auf Kaiser Wilhelm I., für die
Bismarck ohne schlüssige Beweise die Sozialdemokraten verantwortlich machte. Es verbot sozialistische
Organisationen und Parteien, Druckschriften und Versammlungen. Im Reichstag und
in den Landtagen aber blieben sozialistische Abgeordnete weiterhin tätig.
Zugleich wollte Bismarck mit seiner Sozialgesetzgebung den Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln nehmen und
sie so auch politisch schwächen. 1883 wurde die Krankenversicherung und 1884 die Unfallversicherung
eingeführt, 1889 eine Alters- und Invaliditätsversicherung. Aber das schwächte die Sozialdemokraten trotzdem
nicht.
Obwohl das Sozialistengesetz mehrfach verlängert wurde, wurde die Reichstagsfraktion der Sozialdemokraten
immer stärker, was auch vor dem Hintergrund der fortschreitenden
Hochindustrialisierung zu sehen ist.
1890 endlich, nach dem Rücktritt Bismarcks, wurde das Sozialistengesetz unter Kaiser Wilhelm II. nicht mehr verlängert. 1913 stellte die SPD die stärkste Fraktion im Reichstag.
Aufgabenvorschläge
zum Sozialistengesetz
- Inwiefern kam das
Sozialistengesetz einem Parteienverbot gleich, war aber
kein totales Parteienverbot?
- Inwiefern ist es ein
Beispiel für eine Innenpolitik Bismarcks mit undemokratischen
Zügen? Wenn du den Kulturkampf kennst: Wo liegen die
Gemeinsamkeiten zwischen Kulturkampf und Sozialistengesetz?
|
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oben

"Wer will unter die Soldaten." Deutscher Wandfries im Verlage
von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Illustrirte Zeitung
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Lied
"Wer will unter die Soldaten."


ingeb.org

Text zum Lied
"Wer will unter die Soldaten."
altearmee.de
Militarisierung der Deutschen
1:09 min

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Mit
Militarismus, so definiert der englische Militärhistoriker Michel Howard, ist "ein Zustand gemeint, in dem die
Werte
einer militärischen Subkultur (Unterkultur, Teilkultur) zu allgemein-
gesellschaftlichen Leitwerten erhoben sind: so etwa die Befürwortung
hierarchischer Ordnungen und Befehlsstrukturen (Überordnung -
Unterordnung) in Organisationen, die Betonung persönlichen Kampfesmuts
und persönlicher Opferbereitschaft, die Hervorhebung der Notwendigkeit
einer heroischen (heldenhaften) Führerschaft in extremen
Bewährungssituationen sowie, grundlegend für all dies, eine Überzeugung
von der Unausweichlichkeit bewaffneter Konflikte innerhalb des
internationalen Staatensystems und folglich von der Notwendigkeit der Schaffung der für das Austragen solcher Konflikte
erforderlichen Voraussetzungen. Um die Wende zum 20.Jahrhundert war die
europäische
Gesellschaft zu einer in diesem Sinne weitgehend militarisierten
Gesellschaft geworden. Der Krieg wurde nicht länger als Angelegenheit
einer feudalen Herrscherklasse oder einer Gruppe von Berufsmilitärs
betrachtet, sondern als eine Sache des ganzen Volkes. Die Streitkräfte
galten nicht mehr als Bestandteil des königlichen Haushalts, sondern als
Verkörperung der Nation. Monarchen hoben ihre Rolle als nationale
Führergestalten dadurch hervor, dass sie so oft wie möglich in Uniform
auftraten; und Militärparaden, Militärkapellen und militärische
Zeremonien lieferten der Nation ein Selbstverständnis, mit dem sich alle
Klassen identifizieren konnten. Denn der militaristisch geprägte
Nationalismus war kein rein bürgerliches Phänomen (keine rein
bürgerliche Erscheinung)." (Michel Howard: Der Krieg in der
europäischen Geschichte, München 1981, S. 147)
Der preußische Militarismus war also keine isolierte deutsche Sache,
andererseits war der Militarismus im Kaiserreich aufgrund der preußischen
Tradition und der besonderen Umstände der nationalen Einigung durch
Kriege besonders ausgeprägt. Nicht nur der jeweilige Kaiser, sondern auch
Bismarck trat gerne in Uniform auf; Wilhelm II. war ein Uniformliebhaber.
Das Militär war in der Öffentlichkeit überall sichtbar, vergleiche das
Bild "Frühschoppen beim Pschorr" links oben.
Die Armee galt als "Schule der Nation", in der Heiratsanzeige
konnte auch der militärische Dienstgrad erwähnt werden. Der Schutzmann
(Polizist) war Autoritätsperson, wer eine Anstellung wollte, wurde
gefragt, ob er "gedient" hatte (seinen Militärdienst absolviert
hatte). Der Sedansatag, also der Tag der Gefangennahme des französischen
Kaisers Napoleon III. bei Sedan im Deutsch- Französischen Krieg, wurde
jedes Jahr feierlich begangen. Carl Zuckmayers Stück
"Der Hauptmann von Köpenick", in dem
ein Arbeitsloser in geliehener Uniform von der Straße weg Soldaten
rekrutierte und mit ihnen das Rathaus von Berlin- Köpenick besetzte,
beruht auf einer wahren Begebenheit und schildert den täglichen
Militarismus auf unterhaltsame Weise. Man war sich einig, dass ein solcher
Vorfall nur in Preußen möglich war.
Die Aufrüstung zur See und zu Lande passte zwar ins militaristische Bild,
war aber viel eher eine Folge neuer politischer Ziele ("ein Platz an
der Sonne", "Weltpolitik"), des europäischen Wettrüstens,
der geographischen Mittellage Deutschlands zwischen europäischen
Großmächten und konkret des Schlieffenplans, vgl. unten
2c - Deutsches Bündnissystem unter
Bismarcks Nachfolgern
Nach
oben
Aufgabenvorschläge
zum Obrigkeitsstaat Kaiserreich
- Der Begriff
"Obrigkeitsstaat"

Obrigkeitsstaat
de.wikipedia.org

Obrigkeitsstaat
bpb.de
Schlage den Begriff "Obrigkeitsstaat" mit Hilfe der
Links nach und suche die Gemeinsamkeiten der Definitionen
heraus.
- Das Kaiserreich als
Obrigkeitsstaat

Schema zur Einordnung des Kaiserreichs
doc-Datei
Das Schema zeigt den Obrigkeitsstaat zwischen vormodernem Absolutismus einerseits und moderner, entwickelter Demokratie andererseits.
a
Lade das Schema herunter und diskutiere die Begriffe und ihre
Bedeutung, damit Du ein begriffliches Gerüst erhältst. Du
kannst das Schema auch erweitern oder verfeinern.
b
Das Schema zeigt den Obrigkeitsstaat als Zwischending zwischen
Absolutismus und entwickelter Demokratie. Diskutiere zunächst
allgemein, ob bzw. inwieweit das stimmt.
c
Diskutiere, inwieweit das Kaiserreich modern bzw. vormodern bzw.
inwiefern es ein Obrigkeitsstaat war. Beziehe Beispiele Deiner
Wahl mit ein.
|
Nach
oben
Relative
Anteile an der Welt- Industrieproduktion 1880 - 1913
|
1880 |
1900 |
1913 |
| Großbritannien |
22.9 |
18,5 |
13,6 |
| Vereinigte Staaten |
14,7 |
23,6 |
32,0 |
| Deutschland |
8,5 |
13,2 |
14,8 |
| Frankreich |
7,8 |
6,8 |
6,1 |
| Russland |
7,6 |
8,8 |
8,2 |
| Österreich- Ungarn |
4,4 |
4,7 |
4,4 |
| Italien |
2,5 |
2,5 |
2,4 |

Quelle: Bairoch:
International Industrialization Levels from 1750 to 1980, S.296 und 304,
zit. nach: Paul Kennedy: Aufstieg und Fall der großen Mächte, Frankfurt
am Main, Dezember 2000, 2. Auflage Juli 201, S. 311 [Taschenbuchausgabe im
Fischer Verlag]
| Aufgabe:
Erläutere die Tabelle. |
----------
Gesamtbevölkerung der Mächte 1890 -
1913
|
1890 |
1900 |
1910 |
1913 |
| Russland |
116,8 |
135,6 |
159,3 |
175,1 |
| Vereinigte Staaten |
62,6 |
75,9 |
91,9 |
97,3 |
| Deutschland |
49,2 |
56,0 |
64,5 |
66,9 |
| Österreich- Ungarn |
42,6 |
46,7 |
50,8 |
52,1 |
| Japan |
39,9 |
43,8 |
49,1 |
51,3 |
| Frankreich |
38,3 |
38,9 |
39,5 |
39,7 |
| Großbritannien |
37,4 |
41,1 |
44,9 |
45,6 |
| Italien |
30,0 |
32,2 |
34,4 |
35,1 |

Quelle: Zahlen dem
"Correlates of War" - Datenausdruck entnommen, zit. nach: Paul
Kennedy: Aufstieg und Fall der großen Mächte, Frankfurt am Main,
Dezember 2000, 2. Auflage Juli 201, S. 308 [Taschenbuchausgabe im Fischer
Verlag]
| Aufgabe:
Erläutere die Tabelle. |
----------
Eisen- /
Stahlproduktion der Mächte 1890 - 1938
(in Mio. Tonnen; Roheisen 1890, danach Stahl)
|
1890 |
1900 |
1910 |
1913 |
| Vereinigte Staaten |
9,3 |
10,3 |
26,5 |
31,8 |
| Großbritannien |
8,0 |
5,0 |
6,5 |
7,7 |
| Deutschland |
4,1 |
6,3 |
13,6 |
17,6 |
| Frankreich |
1,9 |
1,5 |
3,4 |
4,6 |
| Österreich- Ungarn |
0,97 |
1.1 |
2,1 |
2,6 |
| Russland |
0,95 |
2,2 |
3,5 |
4,8 |
| Japan |
0,02 |
- |
0,16 |
0,25 |
| Italien |
0,01 |
0,11 |
0,73 |
0,93 |

Quelle: Zahlen dem
"Correlates of War" - Datenausdruck entnommen, zit. nach: Paul
Kennedy: Aufstieg und Fall der großen Mächte, Frankfurt am Main,
Dezember 2000, 2. Auflage Juli 201, S. 310 [Taschenbuchausgabe im Fischer
Verlag]
| Aufgabe:
Erläutere die Tabelle. |
----------
Das
Kaiserreich stieg bis zum Ersten Weltkrieg innerhalb Europas zur
führenden Industriemacht auf, vgl. Tabelle
oben, und war, weit hinter Russland, das
bevölkerungsstärkste Land in Europa, vgl. Tabelle
oben.
"Die Kohleförderung stieg von 89 Millionen Tonnen im Jahre 1890 auf
277 Millionen Tonnen im Jahre 1914 - nur etwas weniger als Großbritannien
mit mit 292 Millionen und weit mehr als Österreich- Ungarn mit 47
Millionen, Frankreich mit 40 Millionen und Russland mit 36
Millionen." (Kennedy, S. 323) "Zwischen 1895 und 1913 verdoppelt
sich die deutsche Gewerbeproduktion, die Exporte steigen gar um 180
Prozent. Am Ende dieser Epoche entfallen 12,3 Prozent des Welthandels auf
das Reich - Rang zwei zwischen Großbritannien (14,2 Prozent) und den USA
(11 Prozent). [...] Allein zwischen 1895 und 1900 werden 1551
Aktiengesellschaften mit gut 2,2 Milliarden Mark Kapital gegründet."
(GEO Epoche: "Deutschland um 1900", S. 92) Konzerne
beherrschten die Industrie, Großbanken wiederum hatten durch Aktienbesitz
großen Einfluss auf die Konzerne. Schon 1856 wurde die
Discontogesellschaft umgewandelt, 1870 wurde die Deutsche Bank gegründet,
1872 die Dresdner Bank. 1875 entstand die Reichsbank als Notenbank.
Nach
oben
|
Beispiel Elektroindustrie:
|

Dynamo- elektrische Maschine von Werner
von Siemens 
Bildnachweis und Erklärung der
Funktionsweise
Schon "im Jahr 1851 kündigte Siemens [Werner von Siemens 1816 -
1892] seine größte
Erfindung an - die dynamo- elektrische
Maschine. [...] Immer wieder waren es Siemens & Halske, die nun [...]
neue Anwendungen auf den Markt brachten: 1879 stellten sie auf der
Berliner Gewerbeausstellung die erste elektrische Eisenbahn mit
Fremdstromversorgung vor und installierten die erste elektrische
Straßenbeleuchtung in der Berliner Kaisergalerie; 1880 bauten sie in
Mannheim den ersten elektrischen Aufzug; 1881 ließen sie in Berlin-
Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn fahren; 1886 fuhren auf
dem Kurfürstendamm die ersten Oberleitungsbusse; 1887 ging das Kraftwerk
in der Berliner Mauerstraße ans Netz; 1891 wurtable border="1" cellpadding="5" cellspacing="0" style="border-collapse: collapse" bordercolor="#FF0000" width="100%" id="AutoNumber1" Stoßbohrmaschinen produziert und 1892 wurde der erste elektrische
Stromzähler installiert. [...] Der Name Siemens wurde zum synonym für
Elektrotechnik [...]." (Peter Watson: Der deutsche Genius, München
2010, S. 376)
Das
zweite bedeutende Elektrounternehmen war die AEG, die von Emil und
Walther Rathenau entwickelt wurde. (Ebenda, S. 398)
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|
Beispiel chemische und pharmazeutische
Industrie: |

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Werbung aus "Illustrirte Zeitung", 1903
"Da es in den deutschen Ländern mehr Chemiker gab als irgendwo
sonst, schossen Anilinwerke (Anilin wurde aus Steinkohlenteer gewonnen)
plötzlich wie Pilze aus dem Boden. Schnell entdeckte man eine Fülle von
weiteren Farbstoffen, und im Nu wurden die deutschen Farbenfabriken zu
Weltmarktführern." (Ebenda, S. 377) Die
Bayer AG entwickelte Kunstgummi, 1911 errichtete die BASF ein
Ammoniaksynthesewerk (Oppauer Stickstoffwerk) und konnte damit "ihre
Vorherrschaft in der Düngemittel- und Munitionsproduktion
etablieren". (Ebenda, S. 381)
In der pharmazeutischen Industrie wurde die Produktion von Chloroform und
Äther profitabel. Fieber senkende und Schmerz stillende Mittel wurden
hergestellt. "Außerdem kurbelten die immunologischen Arbeiten von
Robert Koch und Louis Pasteur bei Hoechst auch die Großproduktion von
Seren und Impfstoffen gegen so gefürchtete Krankheiten wie Diphterie,
Thphus, Cholera und Tetanus an. [...] Zur Forschung auf dem neuen Gebiet
der Insektizide wurden Laborgewächshäuser errichtet, wo Botaniker und
Entomologen die tödliche Wirksamkeit von Pestiziden testen konnten. Ein
anderer, sich neu spezialisierender Laborzweig befasste sich mit dem
fotografischen Film, dem Fotopapier und den zur Filmentwicklung nötigen
Chemikalien." (Ebenda, S. 381) 1898 brachte die Bayer AG das
Aspirin auf den Markt, "das erfolgreichste Medikament der Welt"
(Ebenda, S. 384).
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| Beispiel
Glas- und optische Industrie:
|

"Neue Entwicklungen in der Optik waren im 19. Jahrhundert in
Frankreich, Holland, England und den Vereinigten Staaten vorangetrieben
worden, doch drei der führenden Forscher auf diesem Gebiet waren
Deutsche: Carl Zeiss (1816 - 1888), Ernst Abbe (1840 - 1905) und Ernst
Leitz (1843 - 1920). Der in Weimar geboren Carl Friedrich Zeiss [...][
hatte 1846 in Jena] eine Werkstatt für feinmechanische und optische
Fertigungen [...] gegründet. [...] 1884 gesellte sich der wesentlich
jüngere [...] Otto Schott (1851 - 1935) zu Zeiss und Abbe. Er gilt heute
als Vater der modernen Glaswissenschaft." (Ebenda, S. 386)
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Bildnachweis
Alfred Krupp (1812 - 1887) wurde der "Kanonenkönig" genannt,
obwohl er mit der Erfindung des nahtlos geschweißten Stahlradreifens für
die Eisenbahn wohl mehr Geld machte als mit den Kanonen. (Ebenda, S. 389)
"Für Alfred Krupp war der Sieg Preußens über Frankreich [table border="1" cellpadding="5" cellspacing="0" style="border-collapse: collapse" bordercolor="#FF0000" width="100%" id="AutoNumber1"ung gewesen. Die Aufträge strömten nur so herein. Einen
Adelstitel lehnte er ab." (Ebenda, S. 392)
Die
Kanone, "die 1914 die belgischen Festungen dem Erdboden
gleichmachte" (Ebenda, S. 394), die "dicke Bertha", war
nach seiner ersten Enkeltochter benannt worden. Krupp- Stahl wurde
aber auch für den Flottenbau verwendet. Auch am Aufbau des amerikanischen
Schienennetzes verdiente Krupp. "Keiner
der anderen Stahlgiganten, weder August Borsig (1804 - 1854:
Dampflokomotiven) noch Hugo Stinnes (1870 - 1924: Handel. Elektrizität,
Bergwerke und Hütten) oder August Thyssen (1842 - 1926) konnte es mit
Krupps notorischem Ruf aufnehmen, wenn auch durchaus mit seinem
Reichtum." (Ebenda, S. 394. Alles aus dem Kapitel "Billiger
Stahl und der erste Rüstungswettlauf")
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Werbung aus "Illustrirte Zeitung", 1903
Carl Benz (1844 - 1929) erfand zunächst einen Gasmotor, 1885
entwickelte er dann ein "Tricycle", heute bekannt als
Motorwagen
von Carl Benz, mit
Einzylindermotor,
Kurbelwelle und elektrischer Zündung. Gottlieb Daimler (1834 - 1900)
übernimmt im Auftrag von Nikolaus Otto die Leitung der Gasmotorenfabrik
Deutz AG in Köln und entwickelte den Otto-Motor mit. 1882 gründete er in
Bad Cannstatt eine eigene Werkstatt und entwickelte zusammen mit Wilhelm
Maybach die ungesteuerte Daimler`sche Glührohrzündung als eine
Voraussetzung für den schnell laufenden Motor. 1885 schufen sie einen
Reitwagen mit Benzinmotor, das erste Motorrad. 1886 folgte der erste
"Daimler", eine vierrädrige motorisierte Kutsche. Rudolf
Diesel (1858 - 1913) entwickelte den nach ihm benannten Dieselmotor.
(Nach Peter Watson: Der deutsche Genius, München
2010, S. 394 ff.)
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| Beispiel
Luftschiff- und Flugzeugbau:
|
Der
folgende Link gibt einen Einblick in die Entwicklung der Zeppeline bis
1914:

Zeppelin 1900 - 1914 in Friedrichshafen
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| Beispiel
Handelsflotte und Schiffbau:
|

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Werbung aus "Illustrirte
Zeitung", 1903

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"Deutschland" der
Hapag, die Elbe verlassend
Länge 208.5 m, 16.500 BRT, 34.000 PS
Illustrirte Zeitung", 1903
Zwei große Gesellschaften wetteifern miteinander auf dem Gebiet der
Handelsschifffahrt: die 1847 gegründete Hamburg- Amerikanische
Packetfahrt- Actien- Gesellschaft (Hapag) und der 1857 in Bremen
gegründete Norddeutsche Lloyd (NDL). Führender Reeder der Hapag wird
Alfred Ballin. Dieser wird groß durch billige Überfahrten für
Auswanderer aus Europa nach Amerika, aber auch Pakete und Post werden
verschifft. "Die Hapag- Flotte, gut zehn Jahre zuvor die Nummer 22
auf den Meeren, ist nun weit über 330.000 Bruttoregistertonnen groß und
damit mit Abstand die größte der Welt. (Der NDL verfügt über die
drittgrößte Kapazität)." (GEO Epoche "Deutschland um
1900", S. 96.)
Deutschland
verfügt vor dem Ersten Weltkrieg über die zweitgrößte Handelsflotte
der Welt. Hamburg ist der bedeutendste deutsche Hafen. 1877 wird die Werft
Blohm & Voss in Hamburg gegründet, die 1900 bereits 4.400 Männer
beschäftigt. 1895 wird der Kaiser- Wilhelm- Kanal eröffnet, der Nord-
und Ostsee miteinander verbindet. Das hat zwar primär militärische
Gründe, kommt aber auch der Handelsschifffahrt zugute. Der Kanal
verkürzt den Seeweg von der Nord- in die Ostsee um 85%. (Ebenda, S. 95
ff.)
Zum militärischen Flottenbau siehe den Abschnitt
"Deutsches Bündnissystem
unter Bismarcks Nachfolgern".
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Werbung aus "Illustrirte Zeitung", 1903
Forschung und Entwicklung
2:30 min

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video.de.msn.com
Aufgaben:
- Welche Informationen im
nachfolgenden Text fehlen im
Video oben?
- Welche Folgen hat das für
die Vorstellung des Videobetrachters vom Kaiserreich?
|
Das Heft GEO Epoche "Deutschland um 1900" notiert:
"Impfstoffe aus dem Reagenzglas, mysteriöse X-Strahlen
[Röntgen-Strahlen] und die unsichtbare Welt der Atome -
fortschrittsgläubig wie nie zuvor machen sich Mediziner, Physiker und
Chemiker daran, die Rätsel der Natur zu lösen. Großzügig
subventioniert der Staat die Spitzenforschung. Mit Erfolg: Bis 1918 geht
jeder dritte naturwissenschaftliche Nobelpreis an einen Deutschen. Und die
Triumphe der Forscher fördern das Geltungsbewusstsein des jungen
Staates". (S. 125)
Beispielhaft, aber ganz unvollständig seien einige Forscher und ihre Entdeckungen genannt:
-
1883 Robert Koch
entdeckt den Cholera- Bazillus
-
1886 experimentiert
Heinrich Hertz mit elektromagnetischen Wellen
-
1893 Emil von Behring
entwickelt das Diphterie- Serum
-
1895 durchleuchtet
Conrad Röntgen die Hand einer Frau mit den nach ihm benannten
Strahlen
-
1900 Max Planck in
Berlin entdeckt die Quantentheorie
-
1905 Einsteins
Spezielle Relativitätstheorie erscheint
-
Otto Hahn erforscht
gemeinsam mit Ilse Meisner in Berlin Grundlagen der Kernphysik. 1905
entdeckt er das radioaktive Element Radiothor. 1938
gelingt Otto Hahn die Kernspaltung mit Neutronen.
-
1909 Paul Ehrlich
entwickelt mit dem Japaner Hata ein Medikament gegen Syphilis
Industrie und
Wissenschaft treiben sich gegenseitig vorwärts. Brillante Forscher werden
von den Hochschulen gewonnen, indem man ihnen hervorragende
Forschungsmöglichkeiten bietet. Aber nicht nur an Hochschulen wird
geforscht. "Zum 100. Geburtstag der Berliner Friedrich- Wilhelm-
Universität im Oktober 1810 verkündet der Kaiser, dass nahe dem
Botanischen Garten in Berlin- Dahlem die ersten Institute einer neuen
Forschungseinrichtung gegründet werden, die den Namen `Kaiser- Wilhelm-
Gesellschaft (KWG) tragen und der deutschen Forschung ihre weltweite
Spitzenposition erhalten soll. Die klügsten Köpfe des Reiches werden
für die jeweiligen Institute gewonnen." (Ebenda, S. 132) Die KWG
heißt heute Max- Planck- Gesellschaft. Neben
der Errichtung von polytechnischen Hochschulen wird die Einrichtung von
Forschungslabors in den Firmen zukunftweisend.
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|
Wirtschaftliche
Entwicklung 1871 - 1913 im Kaiserreich
|
1871 - 1913 erlebte das Kaiserreich einen beispiellosen Boom, der durch
die französischen Reparationszahlungen nach dem Deutsch- Französischen
Krieg ausgelöst wurde. Man spricht von der "Gründerzeit". Der
sprunghaften Ausdehnung von Kapazitäten und Produktion folgte aber 1873
der "Gründerkrach", der eine Periode verlangsamten
wirtschaftlichen Wachstums und der Preissenkungen einleitete. (Nach F.-W.
Henning: Die Industrialisierung in Deutschland 1800 - 1914, Paderborn, 4.
Auflage 1978, S.203 f.)
Das änderte nichts daran, dass die gewerbliche Produktion bis 1914
gewaltig anstieg: "Das trotz der Gründerkrise vorhandene langfristige
Wachstum der gewerblichen Wirtschaft bis 1914 machte sich in fast
allen Branchen bemerkbar. Gegenüber den beiden vorhergehenden
Perioden wies die Zeit von 1873 bis 1913 sogar eine noch stärkere
Zunahme der Zahl der im sekundären Sektor [= Industrie, Handwerk]
Beschäftigten auf:
| 1800
- 1835 |
+
45 v.H. |
| 1835
- 1873 |
+
67 v.H. |
| 1873
- 1913 |
+
114 v.H. |

(F.-W. Henning: Die Industrialisierung
in Deutschland 1800 - 1914, Paderborn, 4. Auflage 1978, S.217)
| Aufgabe:
Erläutere die Tabelle. |
Seit 1890 überflügelte die Werterzeugung in der Industrie diejenige in der Wirtschaft.
Die langsame Verbesserung der Lebensverhältnisse zeigt die folgende
Tabelle:
Entwicklung der Beschäftigtenzahl und des Volkseinkommens von 1852 bis
1913
| Periode |
Zahl der
Beschäftigten |
Zunahme des realen
Volkseinkommens |
| 1852 bis 1872 |
+ 17 v.H. |
+ 72 v.H. |
| 1873 bis 1893 |
+ 28 v.H. |
+ 58 v.H. |
| 1893 - 1913 |
+ 36 v.H. |
+ 68 v.H. |

(F.-W. Henning: Die
Industrialisierung in Deutschland 1800 - 1914, Paderborn, 4. Auflage 1978,
S.209)
Weitere Informationen zur Sozialen Frage und den Versuche, sie zu
lösen, finden sich auf der Seite "Industrialisierung"
unter
"Soziale
Frage"
Als Reaktion auf das Absinken der Getreidepreise durch die Konkurrenz v.a.
aus den USA ging Deutschland 1879 zu Schutzzöllen über, was die
Preise für den Verbraucher hoch hielt, aber den Bauern, insbesondere den
preußischen Großgrundbesitzern, half.
Die Veränderungen im Verhältnis von primärem Sektor
(Landwirtschaft), sekundärem Sektor (Industrie, Handwerk, Manufaktur,
usw.) und tertiärem Sektor (Dienstleistungen) der deutschen Wirtschaft
zeigt folgende Tabelle:
|
Sektoren in
v.H. aller Beschäftigten |
Beschäftigte
insgesamt |
| Jahr |
primärer |
sekundärer |
tertiärer |
in
Millionen |
| 1780 |
65 |
19 |
16 |
10,0 |
| 1800 |
62 |
21 |
17 |
10,5 |
| 1825 |
59 |
22 |
19 |
12,6 |
| 1850 |
55 |
24 |
21 |
15,8 |
| 1875 |
49 |
30 |
21 |
18,6 |
| 1900 |
38 |
37 |
25 |
25,5 |
| 1914 |
34 |
38 |
28 |
31,3 |
| 1935 |
30 |
38 |
32 |
29,9 |
| 1970 |
5 |
48 |
47 |
30,1 |

(F.-W. Henning: Die
Industrialisierung in Deutschland 1800 - 1914, Paderborn, 4. Auflage 1978,
S.20)
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3 -
Gesellschaft des Kaiserreichs
|

Königin
Luise mit Kronprinz Friedrich Wilhelm
und Prinz Wilhelm, dem späteren König Wilhelm I.
von Preußen und ersten Kaiser des Kaiserreichs
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Bildquelle

Prinz
Wilhelm von Preußen 1856
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für Vergrößerung.
Wilhelm II., der letzte Deutsche Kaiser
21 Bilder

welt.de

Berliner Restaurants: Frühschoppen
beim
Pschorr
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Bilduntertitel:
"Du, der Lehmann ist Fähnrich geworden!" - "Sieh mal an, und sein
Vater lief noch als Landgerichtsdirektor rum."
Aus: Der bunte Rock, Album von E. Thoeny, 1907?
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An der Spitze der Gesellschaft
des Kaiserreichs standen die Monarchen der Einzelstaaten, allen voran der
Preußische König und Deutsche Kaiser, und der übrige Adel. Sie bestimmten durch ihren Lebensstil stark das Erscheinungsbild des Kaiserreiches. Dazu gehörten Uniformen, der
Kaiser, aber auch Bismarck traten gerne in Uniform
auf. Die höheren Offiziers- und Beamtenstellen wurden bevorzugt oder
ausschließlich von Adligen besetzt. Die Teilnahme am Kaisermanöver war eine Ehre,
in der Öffentlichkeit zeigte man
Uniform,
Offiziere galten als ranghöher als Zivilisten, vgl. auch oben das Stichwort
Militarismus. Vor allem in Preußen waren
die adligen Rittergüter nicht nur einfach große Güter, sondern fast
noch feudale Herrschaftsmittelpunkte. Die Gutsbezirke waren der
obrigkeitlichen und polizeilichen Gewalt des Gutsherrn unterstellt, der
Gutsherr war praktisch ein Staatsbeamter. Der Adel wählte konservativ.
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Franz
von Lenbachs Heim in München
Illustrrte Zeitung vom 12. Mai 1904
Franz von Lenbach war unter anderem auch
begehrter Maler von Bildnissen bedeutender
Persönlichkeiten seiner Zeit, z.B.
Bismarcks.
Heute
Städtische
Galerie Lenbachhaus
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Autorennen: Gordon Bennett Rennen
Illustrirte Zeitung, 1904
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Das
neue industrielle Großbürgertum wurde wegen seiner wirtschaftlichen und
militärischen Bedeutung - z.B.
Alfred
Krupp, zunehmend wichtiger und wurde wegen seiner Verdienste häufig
geadelt, z.B.
Werner von Siemens. Gesellschaftlich orientierte es
sich am adligen Lebensstil. Man suchte Adelstitel, war stolz auf die
Stellung als Reserveoffizier, als Student trat man gerne in eine
schlagende Verbindung ein. Wenn man sich kein Schloss leistete, so doch
Villen. Krupps
Villa
Hügel in Essen stand einem Schloss kaum nach.
Aber auch Akademiker, Professoren, Ärzte, Juristen, hohe Beamte und
bekannte Künstler, das Besitz- und Bildungsbürgertum in den Städten
orientierten sich am adligen Lebensstil. Man gönnte sich kleinere Villen,
beispielsweise das
Lenbachhaus, wo der Künstler sich als
Künstlerfürst zeigte; man hatte umfangreiches Personal, das auch
geschlagen werden durfte; man nahm teil an exklusiven kulturellen und
sportlichen Ereignissen vom
Autorennen
bis zur Segelregatta; man kleidete sich mondän, war stolz auf seine und
des Landes künstlerische, wissenschaftliche, technische und
wirtschaftliche Leistungen, hielt die humanistische Tradition hoch, dachte
und empfand zugleich nationalistisch und monarchistisch und mehrheitlich
christlich (Vorwärts mit Gott, König und Vaterland!). Aufkommende
moderne Kunst fand zunächst wenig Anhang in breiteren bürgerlichen
Kreisen. In der Architektur blühten Historismus, später Jugendstil.
Der alte Mittelstand aus Bauern, Handwerkern und kleinen Händlern geriet
durch die Hochindustrialisierung teilweise in eine schwierige Situation.
Diese Kreise fürchteten das Absinken ins Proletariat. Die Angestellten
und Ingenieure stiegen andererseits auf, und die kleinen Beamten sahen
ihre Stellung gesichert. Der Fortschrittsoptimismus war ungebremst.
Das Bürgertum wählte typischerweise nationalliberal oder freisinnig, je
nach Konfession auch das katholische Zentrum. Man organisierte sich in
Interessenverbänden und Vereinen.
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----------
Beispiel "Museum" in Tübingen

Museum Tübingen
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Bild: Geschichtszentrum

Museum Tübingen, mit Eingang an der Stirnseite
Hier beginnt die zur Universität führende klassizistisch gestaltete
Wilhelmstraße
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Bild: Geschichtszentrum
----------
In der Universitätsstadt Tübingen - Tübingen war im 19. Jh. einzige
Universität Württembergs - entwickelte sich im Zusammenhang mit dieser
Institution ein zahlreiches Bildungsbürgertum, das vor dem Hintergrund
des generell aufsteigenden und aufstrebenden Bürgertums auf den Bau
eines repräsentativen Musentempels drängte. So entstand schon 1817
Tübingens "Museumsgesellschaft".
"Gedacht war das Tübinger Haus als bildungsbürgerlicher Musentempel mit
Bibliothek und aktuellen Zeitungen, ausländischen zumal, für Konzerte
und Theateraufführungen, vor allem aber für große Gesellschaften und
Bälle. 1821 begann man zu bauen, und noch im selben Jahr war der
stattliche klassizistische Bau [...] fertig. [...]
Respektabel [war]
allein der Bücherbestand von 25.000 Exemplaren, darunter `Klassiker`wie
die Weimarianer Wieland, Goethe und Schiller oder auch heimische Genien
wie [...] Uhland und Hauff, [... letztere] übrigens Mitglieder des
Museums, wie schon bald 90 Prozent der Tübinger Universitätsprofessoren.
Zeitungen lagen aus. [...] Erdgeschoss und erstes Obergeschoss waren
Gastronomie, Konversation und Billard vorbehalten, seinerzeit ein ganz
wichtiges (Korps-)studentenvergnügen. [...] [Im zweiten Obergeschoss]
waren Bibliothek und Lektürezimmer. [...]
[Von den Tübingern] durfte bei weitem nicht jeder ins Museum, vor allem
keine `Ungebildeten`, keine Handwerker oder sonst niedere Stände,
niemand unter 16 und keine Frauen. Für Exklusivität sorgten auch extrem
hohe Mitgliedsbeiträge." (Denkmalstiftung Baden- Württemberg, 3-2011, S.
1f.)
Zweimal wurde der Bau im 19. Jh. erweitert, 1886 entstand ein nach
Schiller benannter Festsaal. Als Tübingen Garnisonsstadt wurde, änderte
sich auch die Zusammensetzung des Publikums. Die vielen Offiziere
verkehrten ebenfalls im Museum. Im Schillersaal ließ sich 1887 das
Stadttheater nieder.

Denkmalstiftung Baden- Württemberg
denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de
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Blankenstein mit der Wiedeschen Papierfabrik in Rosental
Von der neuem thüringischen Eisenbahn Triptis-Lobenstein-Marxgrün
Illustrirte Zeitung
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Feierabend in Dortmund
Illustrirte Zeitung
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Gegenüber der Frühindustrialisierung verbessern sich der Verhältnisse
für die Arbeiterschaft im Kaiserreich in der Phase der
Hochindustrialisierung. Die Realeinkommen steigen, Bismarcks
Sozialgesetzgebung schafft eine für damalige Verhältnisse weltweit
vorbildliche soziale Absicherung.
Die in den 1860er Jahren entstandenen Arbeiterparteien vereinigen sich
1871 in Gotha. Die Sozialdemokraten erringen immer mehr Sitze im
Reichstag, auch das Verbot der Sozialdemokraten durch das
Sozialistengesetz 1878 - 1890
ändert daran nichts. Die Partei gliedert sich in einen reformerischen,
zentristischen und revolutionären Flügel. Gewerkschaften,
Genossenschaften, Arbeitersportvereine und Arbeiterkulturvereine
erstarken. ES entsteht eine Arbeiterbewegung.
Dennoch bleiben die Sozialdemokraten gesellschaftliche Außenseiter. 1913
wird die SPD stärkste Partei im Reichstag. Die folgenden Links führen zu
den Einzelheiten.
Entwicklung der Beschäftigtenzahl und des Volkseinkommens von 1852 bis
1913
Die Veränderungen im Verhältnis von primärem Sektor
(Landwirtschaft), sekundärem Sektor (Industrie, Handwerk, Manufaktur,
usw.) und tertiärem Sektor (Dienstleistungen) der deutschen Wirtschaft
Lernumgebung Industrialisierung:
Erscheinungsformen der Sozialen Frage
Versuche zur Lösung der Sozialen Frage
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Frauen in der Kaiserzeit
2:03 min

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kostenlose Silverlight- Plugin im Browser installiert sein, das sich
beim Klick auf das Video zum Download anbietet.
video.de.msn.com
---------------
Stimmrecht für Frauen
2:03 min

Für das Abspielen von msn - Videos muss das
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beim Klick auf das Video zum Download anbietet.
video.de.msn.com
---------------
Frauen im Ersten Weltkrieg
1:18 min

Für das Abspielen von msn - Videos muss das
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video.de.msn.com
----------------
Aus: Ilustrirte Zeitung, 19. Februar
1903, Nr. 3112:
Aus der Frauenwelt
"An den deutschen
Universitäten haben im laufenden Winterhalbjahre 1284 Frauen die
Berechtigung zum Hören von Vorlesungen erhalten, und zwar in Berlin 552,
Bonn 113, Breslau 114, Erlangen 10, ..."
mehr
Aus: Ilustrirte Zeitung, 26. Februar 1903, Nr. 3113:

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| 3e -
Nationalismus im Kaiserreich
|
Von Anfang an gab es im 19. Jahrhundert
zwei verschiedene Linien des Nationalismus.
Die eine Linie, der Patriotismus, war weltbürgerlich und liberal gesinnt und verband die liberale Forderung nach Freiheit und Verfassung mit dem Ruf nach nationaler Einheit. Den politischen Höhepunkt für diese Richtung bildete die Revolution von 1848/49, deren Scheitern ihr schadete. Ein mit dieser Richtung verbundener bekannter Name ist Heinrich Heine. Der liberale Patriotismus konnte sich durchaus mit Freidenkerei und antikirchlichen Vorstellungen vereinen, ja sogar republikanisch werden.
Die mit den Namen Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn und Johann Gottlieb Fichte verbundene
andere Linie verstand dagegen die eigene Nation rassisch - völkisch und betonte einen ganz
eigenen, von allen anderen verschiedenen und historisch gewachsenen Volkscharakter. Sie schrieb der eigenen Nation eine kulturelle Überlegenheit und Einzigartigkeit zu, die sie von anderen Nationen nicht nur abgrenzte, sondern über diese erhob. Von Anfang an war aufgrund der besonderen historischen Umstände viel Franzosenhass im Spiel. Sie verengte den Horizont und sonderte von der Welt entweder ab oder trat überheblich auf.
Politisch orientierte sich diese Richtung an Thron und Altar, trat also konservativ auf und diffamierte liberale, weltoffene Einstellungen als "undeutsch". Sie richtete sich mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der Sozialen Frage zunehmend auch
gegen den aufkommenden Sozialismus, der nicht ohne eigene Schuld als antinational gebrandmarkt wurde.
Auch gegen die Emanzipation der Juden wurde diese Art von Nationalismus in Stellung gebracht, so dass ein Nationalismus mit antisemitischem Unterton entstand, der sich auch offen äußerte, zum Beispiel im "Berliner
Antisemitismusstreit". Ein Antisemitismus im Stile Heinrich von Treitschkes, eines führenden Historikers des Kaiserreiches, war aber trotz allem im Unterschied zu Hitlers Antisemitismus nicht auf die physische Vernichtung von Millionen Juden aus.
Gemeinsamer Nenner von Antisemitismus und dieser Art Nationalismus war der biologisch- rassische Denkansatz. Auch der
Rassismus gegen die kulturell unterlegene einheimische Bevölkerung in den Kolonien
("Wilde") passte in das Schema.
Diese Linie des Nationalismus gewann im Kaiserreich zunehmend die politische und ideologische Vorherrschaft in
der Gesellschaft.
Vergleiche hierzu
Quellen
zum Nationalismus.
Aufgaben
zum Nationalismus im Kaiserreich:
-
Stelle die beiden im Text genannten Linien des Nationalismus - reaktionärer Nationalismus und liberaler Patriotismus - einander schlagwortartig gegenüber und erläutere die Gegensätze.
In wiefern ist der Patriotismus eine Spielart des Nationalismus?
Ist Patriotismus "rechts"?
- Erkläre die historischen Umstände, die das Aufkommen des reaktionären Nationalismus im Kaiserreich begünstigten.
|
Nach
oben
| 3f -
Antisemitismus im Kaiserreich |

Antisemitismus im Kaiserreich
Gut verständlicher, einführender Text des Deutschen Historischen
Museums Berlin
dhm.de
Nach
oben
4 - Außenpolitik des
Kaiserreichs
|
| 4a - Berliner Kongress 1878 |
Nach dem
russisch-türkischen Krieg 1877-78
(
Karten; türkische Niederlage, es geht
um die Aufteilung der Beute auf dem Balkan) vermittelt Bismarck auf dem
Berliner Kongress 1878 als so genannter "ehrlicher Makler" zwischen
russischen Interessen einerseits und österreichischen und englischen
Interessen auf dem Balkan andererseits. Folgendes kommt heraus (Karte):
-
Serbien wird
selbstständig und erhält Nisch
-
Montenegro
wird selbständig und vergrößert sich
-
Rumänien wird
selbstständig und erhält die Dobrudscha
-
Bulgarien ist
selbstständiges, aber dem Osmanischen Reich tributpflichtiges Fürstentum
-
Ostrumelien
bleibt osmanisch, erhält aber Autonomie (1885 bulgarisch)
-
Russland erhält
Bessarabien und Kars (im Kaukasus)
-
England darf
Zypern besetzen
-
Österreich-Ungarn
erhält Bosnien und Herzegowina, aber nur zur Verwaltung, nicht als eigenes
Territorium (dies erst 1908: Bosnienkrise)
-
1881 erhält
Griechenland Thessalien.
Im Ergebnis ist
Russland verstimmt, Österreich nähert sich Deutschland an.
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oben
|
4b - Bündnissystem Bismarcks nach dem
Berliner Kongress
|
Fürst Bismarck, im Auftrag Kaiser Wilhelms II.
für das Reichskanzlerpalais in Berlin gemalt
von Franz von Lenbach (Ausschnitt)
Illustrirte Zeitung vom 12. Mai 1904
Anklicken für größeren Ausschnitt
1879 entsteht so der deutsch-österreichische Zweibund, dem
sich Italien 1883 anschließt, so dass der Dreibund entsteht. 1887
gelingt es Bismarck, mit Russland den Rückversicherungsvertrag zu
schließen. Im gleichen Jahr wird das Mittelmeerabkommen zum Schutz
der Türkei geschlossen, an dem England, Italien und Österreich-Ungarn
beteiligt sind. So ist England wenigstens indirekt an Deutschlands Seite.
Ein direktes Bündnis mit Deutschland lehnt Großbritannien dagegen ab.
Bismarcks
Außenpolitik gilt der Einkreisung und Isolierung Frankreichs
und der Sicherung des Erreichten, was ihm mit seiner Bündnispolitik
gelingt. Der deutsch-französische Gegensatz (Elsaß-Lothringen;
Konfliktherde;
Niederlage
Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, vgl.
hier) bestimmt die Außenpolitik
Frankreichs und Deutschlands. Eine russisch-französische Zusammenarbeit ("Alptraum der
Koalitionen") kann Bismarck verhindern. Eine Zusammenarbeit mit
Russland und Österreich gelingt, obwohl beide Mächte auf dem
Balkan konkurrieren (
Konfliktherde;
Verfall des osmanischen Reiches, vgl.
Karte).
Kolonien
(
Karte) erwirbt das Reich nur mit
Bismarcks
Widerwillen unter dem Druck der öffentlichen Meinung, weil Bismarck
dadurch die Ziele seiner Außenpolitik zu Recht gefährdet sieht.
Zu den
Aufgabenvorschlägen
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4c - Deutsches Bündnissystem unter
Bismarcks Nachfolgern
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Kaiser Wilhelm in Rom. Die Rückkehr
des Kaisers und des Kronprinzen vom Vatikan
Illustrirte Zeitung
Nr. 3124, 14. Mai 1903
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Bismarcks Nachfolger
(Rücktritt Bismarcks 1890, siehe
Bild) betreiben eine imperialistische Weltpolitik
(vgl. hier) mit offensivem Kolonialerwerb ("Neuer Kurs", Deutschland wolle auch
seinen "Platz an der Sonne") und
aggressiver
Flottenpolitik, was Deutschland seit 1898 in einen Gegensatz zu
England
bringt. Säbelrasseln und arrogantes Auftreten Kaiser Wilhelms II. (vgl.
Bild
und
Biografie) bringen
keine Sympathien in der Welt. Auch der Bau der Bagdadbahn, begonnen
1898, beendet am 2. Juni 1914, beeinträchtigt Englands Interessen, denn
die Deutsche Bank erwirbt nicht nur 1912 "Konzessionen für alle
Erdöl- und Mineralvorkommen 20 Kilometer beiderseits der Bahn bis Mossul
als Kompensation für ihre Kosten beim Bau der Eisenbahn" (
Schultze-Rhonhof, S.38), sondern
Deutschland kommt so auch den Briten beim Erdölgeschäft im Irak in die
Quere und bedroht potenziell auch strategisch die britischen
Kolonialinteressen in Indien und Ägypten. Generell fürchten Briten, aber
auch Franzosen, Russen und andere Deutschland, dessen Industrie
England und Frankreich vor dem Ersten Weltkrieg überholt hat und dessen Handelsvolumen
ständig wächst (
Industrialisierung). Als Deutschland den Rückversicherungsvertrag
mit Russland nicht erneuert, kommt es 1892 zu einer französisch-
russischen Militärkonvention, "in der das gründliche und
sofortige Zusammenwirken der Heere Frankreichs und Russlands im Falle
eines Krieges gegen Deutschland vereinbart wird" (
Schultze-Rhonhof, S.46), und 1894 zum französisch-russischen Zweibund.
Nach Russlands Niederlage gegen Japan im russisch- japanischen Krieg
1904/05 wendet sich diese Großmacht verstärkt wieder dem Balkan zu in
der Hoffnung, aus dem Niedergang der Osmanen für sich selbst Vorteile
ziehen zu können.
1902 bereinigen Italien und Frankreich ihre Kolonialgegensätze
(Marokko [frz.] gegen Tripolis [ital.] vgl.
Karte), was zu einer nach außen hin noch
nicht deutlich sichtbaren Aufweichung des Dreibunds führt. Italien beansprucht
außerdem Gebiete von Österreich- Ungarn (
"Irredenta",
vgl.
Konfliktherde). 1904 bereinigen
Großbritannien und Frankreich ihre kolonialen Gegensätze in Afrika (1898
Faschodakrise. Faschoda liegt im Sudan, vgl.
Karte
und hier) und praktizieren die Entente cordiale, die 1907
nach Bereinigung des britisch-russischen Gegensatzes in Asien (Persien,
Afghanistan, Tibet, vgl.
Karte
Kolonialreiche) zur
Triple-Entente zwischen Frankreich, England und Russland erweitert
wird. So kommt es zu einer zum Teil selbst verschuldeten Isolierung
Deutschlands, das sich nur noch auf Österreich als zuverlässigen
Bündnispartner stützen kann.
Die Zuspitzung der
Gegensätze in Europa vgl.
Konfliktherde
(Zerfall des Osmanenreiches (
Karte) ->
Bosnische
Annexionskrise 1908 vgl.
Annexion,
Tripoliskrieg 1911,
Balkankriege 1912/13)
und der Welt (
Erste Marokkokrise 1905/06
und
Zweite Marokkokrise 1911, usw.) und die damit wachsenden
Gegensätze zwischen den europäischen Bündnissystemen (z.B. massives
Wettrüsten) münden 1914 in den
Ersten Weltkrieg, während im Windschatten dieser
Entwicklungen die USA zur weltweit größten Wirtschaftsmacht mit weltweit
zweitgrößter Flotte werden.
Aus diesen Gegensätzen zwischen den Lagern folgt ein "Wettrüsten
der Landstreitkräfte auf dem Kontinent. Von 1905 bis 1914 vermehren
-
Russland sein Heer
um etwa 430.000 Soldaten auf 1,640 Millionen Mann,
-
Frankreich um etwa
235.000 Soldaten auf 0,919 Millionen Mann
-
Deutschland um
193.000 Soldaten auf 0,760 Millionen Mann und
-
Österreich um
96.000 Soldaten auf 0,490 Millionen Mann. (
ebenda, S.54)
Unmittelbar vor dem Kriege kam auf je eine Million
Einwohner eine Friedensstärke der Armee von rund 20 000 Mann in Frankreich, von nur 12 300 Mann in
Deutschland, Die Ausgaben für Heer und Flotte waren vor dem Krieg, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet,
in Frankreich und England bedeutend größer als in Deutschland. (Karl
Helfferich: Der Weltkrieg. Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, Berlin
1919, S. 58)
Die Stärke der
deutschen Flotte beträgt etwa 60% der britischen, Deutschland und USA
rüsten von 1901 an bis zum Ersten Weltkrieg von je 17 großen
Schlachtschiffen auf etwa 45 in beiden Ländern, Großbritannien von 43
großen Schlachtschiffen 1901 auf 85 bis zum Ersten Weltkrieg. (ebenda, S.24)
Kriegsschifftonnage
der Mächte 1880 - 1914:
|
1880 |
1890 |
1900 |
1910 |
1914 |
| Großbritannien |
650.000 |
679.000 |
1.065.000 |
2.174.000 |
2.714.000 |
| Frankreich |
271.000 |
319.000 |
499.000 |
725.000 |
900.000 |
| Russland |
200.000 |
180.000 |
383.000 |
401.000 |
679.000 |
| Vereinigte Staaten |
169.000
? |
240.000 |
333.000 |
824.000 |
985.000 |
| Italien |
100.000 |
242.000 |
245.000 |
327.000 |
498.000 |
| Deutschland |
88.000 |
190.000 |
285.000 |
964.000 |
1.305.000 |
| Österreich- Ungarn |
60.000 |
66.000 |
87.000 |
210.000 |
372.000 |
| Japan |
15.000 |
41.000 |
187.000 |
496.000 |
700.000 |

Quelle: Wright: Study
of War, S. 670, zit. nach: Paul Kennedy: Aufstieg und Fall der großen
Mächte, Frankfurt am Main, Dezember 2000, 2. Auflage Juli 201, S. 311
[Taschenbuchausgabe im Fischer Verlag]
Marinetafel des Deutschen Kaisers, 1902 (Ausschnitt)
Illustrirte Zeitung
Nr. 3112, 19. Februar 1903
Anklicken für gesamte Tafel (5,2 MB)

Erläuterung
der Marinetafel durch die Illustrirte Zeitung, mit Aufgaben zur Quelle
Aufgabenvorschläge
Außenpolitik

Arbeitsblatt
Bündnissysteme Kaiserreich
Lade das Arbeitsblatt herunter und trage mit Hilfe der Abschnitte
2b und 2c die Verträge in die Schemata ein.
Blau: Verträge mit Deutschland; entsprechende Staaten bitte blau färben.
Rot: Verträge ohne Deutschland; entsprechende Staaten bitte rot färben.
- Erkläre die Ziele der
Außenpolitik Bismarcks.
- Was hat sich unter
Bismarcks Nachfolgern geändert? Warum?
-
Konfliktherde vor dem Ersten Weltkrieg
Kopiere die Karte nach Word und beschrifte sie mit Hilfe der Legenden in
der Word- Zeichenleiste und der Links in der Karte (Blaue Punkte
anklicken).
- Aufgabe zum Flottenbau in
der rechten Spalte hier.
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| Aufgabenvorschläge
zum Stand der Rüstungen vor dem Ersten Weltkrieg
Der britische
Außenminister Sir Edward Grey am 22. März
1915 im britischen Unterhaus:
"Wir wissen jetzt, daß die deutsche Regierung für den Krieg Vorbereitungen getroffen hat,
wie sie nur ein Volk, das den Krieg beabsichtigt, treffen kann."

(Aus: Karl Helfferich: Der Weltkrieg. Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs,
Berlin 1919, S. 55)
----------
Der britische Schatzkanzler Lloyd George in einer Rede in der Queens Hall am 28. Juli 1908:
"Betrachten Sie Deutschlands Lage! Für Deutschland ist sein Heer, was für uns die Flotte
ist: seine einzige Verteidigung gegen eine Invasion. Deutschland hat keinen
Zwei -Mächte -Standard geschaffen, Deutschland mag ein stärkeres Heer haben als Frankreich, als
Rußland, als Italien, als Österreich; aber es steht zwischen zwei Großmächten,
die zusammen eine weit größere Truppenzahl aufstellen können, als Deutschland sie hat.
Vergessen Sie das nicht, wenn Sie sich wundern, warum Deutschland Allianzen und Ententen
fürchtet und gewisse geheimnisvolle Machenschaften, die in der Presse durchscheinen . . .
Denken Sie sich, wir ständen hier vor einer Kombination, die uns der Invasion preisgäbe,
denken Sie sich, Deutschland und Frankreich oder Deutschland und Rußland oder
Deutschland und Österreich hätten Flotten, die kombiniert stärker wären als die unsrige,
wären wir nicht erschreckt? Würden wir nicht rüsten? — Selbstverständlich
würden wir rüsten!"

(Aus: Karl Helfferich: Der Weltkrieg. Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs,
Berlin 1919, S. 55f.)
Aufgabe:
Setze dich mit der Meinung der beiden britischen Staatsmänner
auseinander und erläutere mit Hilfe der Zahlenangaben im
Basiswissen- Text
Stand der Rüstungen
vor dem Ersten Weltkrieg, auf welche Rüstungstatsachen sich die
beiden beziehen. Du solltest das
deutsche Bündnissystem unter
Bismarcks Nachfolgern kennen.
Der Standpunkt Sir Edward Greys wird nach dem Ersten Weltkrieg zur
Grundlage für den
Kriegsschuld-
Artikel 231 im
Versailler Vertrag, der Deutschland und seinen Verbündeten die
Alleinschuld am Ersten Weltkrieg gibt.
|
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Titelblatt
Illustrirte Zeitung
Nr. 3195
14. Januar 1904
Für das Selbstverständnis des Kaiserreichs aufschlussreiches Bild
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Kaiser Wilhelm II.
Illustrirte Zeitung
Nr. 3107,
15. Januar 1903

Bismarck und Moltke
Hermenbüsten im deutschen reichstagsgebäude. Modelliert von Prof.
Wilhelm von Ruemann
Illustrirte Zeitung
Nr. 3121,
23. April 1903
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Von unserer Kriegsflotte: Neues
Flusskanonenboot in Ostasien. Nach den Plänen gezeichnet von Willy
Stöwer
Illustrirte Zeitung
Nr. 3120,
16. April 1903
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Das Reiterfest des preußischen 1. Garde- Ulanenregiments in Potsdam zu
Ehren des Generalstabschefs Graf von Schlieffen: Die Offiziersquadrille.
Illustrirte Zeitung
Nr. 3120,
16. April 1903
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Revolution von 1848

Kulturepochen: Wende zum 20.
Jahrhundert

Kulturseite Realismus

Kulturepochen: Expressionismus
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Gesamtdarstellungen

Das
Kaiserreich
Lebendiges Virtuelles Museum Online.
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Preußen 1871 - 1918 - Eine Chronologie
preussen-chronik.de

Das
19. Jahrhundert I
Informationen
zur politischen Bildung, Heft 163, bpb. Kann dort auch als Heft bestellt
werden.
bpb.de

Das
19. Jahrhundert II
Schwerpunkt
Industrialisierung und Soziale Frage in Europa. Informationen zur
politischen Bildung, Heft 164, bpb. Kann dort auch als Heft bestellt
werden.
bpb.de
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Gesellschaft
im Kaiserreich

Das preußische Beamtentum
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Militärstaat Preußen - Das preußische Militär: Ein Staat im Staate?
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16. Oktober 1906: Wer Uniform trägt, siegt - Der Hauptmann von
Köpenick
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Bürger - Staat - Heer
in: Das 19. Jahrhundert
bpb.de

Preußens ständische Gesellschaft: König - Junker - Bürger - Volk
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Zur Arbeiterschaft vgl. die
Lernumgebung Industrialisierung
Die deutsche Frauenbewegung
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Oktober 1908 - In Preußen dürfen endlich auch Frauen studieren
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historischen Wilhelm Voigt, der Vorlage für die Hauptfigur des
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Theodor
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Theodor
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Peter
Watson: Der deutsche Genius - Eine Geistes- und Kulturgeschichte von Bach bis Benedikt XVI.
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Gerd
Schultze-Rhonhof: 1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte
Der Autor fragt nach dem internationalen Zusammenhang, in dem
die deutsche Politik vom Kaiserreich bis zu Hitler steht, und kommt
daher zu der Schlussfolgerung, dass der Krieg viele Väter hatte.
Hinsichtlich der Bewertung der Außenpolitik Hitlers vertritt er
eine Minderheitenposition.
buecher.de
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Formierung
politischer Interessen: a - Parteien
Konservative
Parteien

Freikonservative (1866 Loslösung von Altkonservativen) = Deutsche
Reichspartei
de.wikipedia.org

Deutschkonservative
Partei 1876
de.wikipedia.org
Bismarck und die Konservativen: Blick auf ein schwieriges Verhältnis.
jf-archiv.de
Katholizismus

Deutsche Zentrumspartei (Zentrum)
de.wikipedia.org
Liberale Parteien

Schaubild Liberalismus
udo-leuschner.de

Deutsche Fortschrittspartei 1861
de.wikipedia.org

1866 Nationalliberale Partei
de.wikipedia.org

Liberale Vereinigung (Sezession) 1880
de.wikipedia.org

Deutsche Freisinnige Partei 1884
de.wikipedia.org

Fortschrittliche Volkspartei 1910
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Preußischer Verfassungskonflikt
uni-protokolle.de

Indemnitätsvorlage
germanhistorydocs.ghi-dc.org
Sozialismus

Sozialdemokratie
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"Versuche
zur Lösung der Sozialen Frage" (Lernumgebung Industrialisierung)

Sozialdemokratie
de.wikipedia.org
Wahlergebnisse im Kaiserreich
Wahlen
im Kaiserreich
PDF- Datei
Tabelle auf Seite 2!
bundestag.de
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Aufgabenvorschläge
Parteien

Arbeitsblatt
Parteien (Teil 1 und Teil 2. Ausführliche Fassung)
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe der
Links unter
Formierung
politischer Interessen a - Parteien aus.
Eventuell arbeitsteilig vorgehen.
- Wenn
du die politischen Strömungen Konservatismus, politischer
Katholizismus, Liberalismus und Sozialismus
nicht mehr kennst, erkundige dich unter
"Begriffe".
- Bei
der Spaltung der Liberalen 1866 als Folge von Bismarcks
Politik spielt die "Indemnitätsvorlage" im
Zusammenhang mit dem "Preußischen Verfassungskonflikt"
eine Rolle. Notiere mit Hilfe des
Links,
was man darunter versteht, und erläutere den Zusammenhang.
- Über
Bismarcks Politik spalteten sich auch die Konservative. Notiere
aus dem Link
"Bismarck
und die Konservativen: Blick auf ein schwieriges Verhältnis",
was man unter Bismarcks Realpolitik versteht, gegen
welche Prinzipien sie sie richtete und weshalb sie zum Bruch
mit den Altkonservativen führte.
- Mache
Notizen zu den
Wahlergebnissen
im Kaiserreich und diskutiere:
a
Welche Tendenzen sind bei den einzelnen Parteien festzustellen?
b
Wie sind diese zu erklären?
|
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Formierung
politischer Interessen: b - Verbände

Bund
der Landwirte (BdL)
de.wikipedia.org

Centralverband Deutscher Industrieller
de.wikipedia.org

Alldeutscher Verband
de.wikipedia.org

Deutscher Flottenverein
de.wikipedia.org
Vgl. unten unter "Ereignisse":
Flottenbau

Postkarte Deutscher Flottenverein
dhm.de
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Antisemitismus

Antisemitismus
dhm.de
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Kulturkampf
Kulturkampf
dhm.de
Syllabus Errorum
Liste von 80 Aussagen, die von Papst Pius IX. 1864 als falsch verurteilt
wurden
heiligenlexikon.de
Unfehlbarkeitsdogma und 1. Vatikanisches Konzil 1870
heiligenlexikon.de
Antimodernisteneid
von 1910 (kein Druckfehler!)
payer.de
Index Librorum Prohibitorum
Verzeichnis verbotener Bücher, 1967 (kein Druckfehler!) abgeschafft.
de.wikipedia.org
Aufgabenvorschläge
zum Kulturkampf
- Kläre mit Blick auf die
Menschenrechte das Verhältnis von Staat und Religion.

Arbeitsblatt Kulturkampf
a)
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe des
Links "Kulturkampf"
aus.
b)
Handelt Bismarck aus aufklärerischer Überzeugung? Erläutere
seine Motive.
c)
Streiche auf dem Arbeitsblatt diejenigen Maßnahmen Bismarcks in
verschiedenen Farben an, die Du unter dem Gesichtspunkt der
Trennung von Staat und Religion für gerechtfertigt bzw. nicht
gerechtfertigt betrachtest.
d)
Erläutere die Ziele und Reaktionen der katholischen Kirche.
e)
Diskutiere: Welche Gründe veranlassten Bismarck dazu, den
Kulturkampf einzustellen?
f)
Diskutiere: Gab es Gewinner bzw. Verlierer des Kulturkampfs?
g)
Führte Bismarck einen Kampf gegen die Religionsfreiheit?
- Die katholische Kirche
zur Zeit Bismarcks und des Kaiserreichs

Arbeitsblatt Katholische Kirche zur Zeit Bismarcks und des
Kaiserreichs
a)
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe der Links
Syllabus Errorum,
Unfehlbarkeitsdogma,
Antimodernisteneid und
Index
Librorum Prohibitorum aus.
b)
Erläutere die einzelnen Punkte und erkläre, weshalb die (National)liberalen
beim Kulturkampf Bismarck unterstützten.
|
| Buchtipp

Wilhelm Busch: Die fromme
Helene (1872)
Geschrieben vor dem Hintergrund des Kulturkampfs
gutenberg.spiegel.de
|
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Ereignisse
Innenpolitik
Proklamation des Deutschen Reiches in Versailles
Weitere Links schlüsseln das Kaiserreich auf. Alles
da, ganz hervorragend!
Von Preussenchronik.de.

Die Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles
Gemälde von Anton von Werner größerfür den Beamer
www2.tu-berlin.de
Sozialistengesetz
de.wikipedia.org
Der
Reichstag und die "Hottentottenwahl" von 1907
dhm.de
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oben
Flottenbau
Flottenbau
dhm.de
Flottengesetze
dhm.de
Schlachtflottenbau
de.wikipedia.org
Sammlungspoplitik
de.wikipedia.org
Vgl. auch oben sogenannte
"Hottentottenwahl"
und unten
Nationalismus im
Kaiserreich
| Aufgabenvorschlag
zum Flottenbau
Erstelle
mit Hilfe der
eine
Präsentation Deiner Wahl (Wandzeitung, Plakat, Powerpoint-
Präsentation, ...) zum Thema "Der Flottenbau als Beispiel für
konservative Sammlungspolitik und Massenmobilisierung im
Kaiserreich".
|
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Außenpolitik
Russisch- Türkischer Krieg (Russisch- Osmanischer Krieg) 1877/78
de.wikipedia.org
Erste Marokko- Krise 1905/06
de.wikipedia.org
Bosnische Annexionskrise 1908
lexikon.freenet.de

Die bosnische Krisis (Bosnische Annexionskrise)
de.wikipedia.org
Der Tripoliskrieg (Italienisch-Türkischer Krieg)

de.wiki-videos.com
Zweite Marokko- Krise 1911
de.wikipedia.org
Erster und zweiter Balkankrieg 1912/13
de.wikipedia.org
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oben
Türkei / Osmanen
Lernumgebung
"Reformsultane und Ende des Osmanischen
Reiches"
Vgl. insbesondere die Abschnitte
Die wirtschaftliche Durchdringung des Osmanenreiches durch die europäischen Staaten,
Deutscher militärischer Einfluss,
Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg
Völkermord an den Armeniern
Russisch- Türkischer Krieg (Russisch- Osmanischer Krieg) 1877/78
de.wikipedia.org
Berliner Kongress 1878
de.wikipedia.org
Nach
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