Kreuzzüge (1095 - 1291)
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Karte Rumseldschuken
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Karte 1. Kreuzzug
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Satellitenbild des Nahen Ostens
University of North Florida
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Europe at the Time of the First Crusade
Einzelne Regionen zum Vergrößern anklickbar. University of North Florida
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Ausschreitungen gegen Juden im Zusammenhang mit dem Ersten Kreuzzug
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Assassinengebiete und politische Struktur im Nahen Orient im 11. und 12. Jahrhundert
Kreuzfahrerstaaten
Türkisch- muslimische Staatsbildung
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Kleinasien und der Balkan um 1214
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Das byzantinische Reich, 9. - 12. Jh. 
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Karte Byzanz um 1000 n.Chr.


Karte Lateinisches Kaiserreich
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Umrisskarte Kreuzfahrerstaaten
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Karte Kreuzfahrerstaaten
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Karte Kreuzzfahrerstaaten
MGH: Droysen, Historischer Handatlas. In 2 Teilen  vergrößerbar; anklickbarer ausführlicher Kommentar zur Karte
141.84.81.24


Reich Saladins nach 1187
MGH: Droysen, Historischer Handatlas.
141.84.81.24



Reich Saladins
Teachsam
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Spanien im 12. Jahrhundert
MGH: Droysen, Historischer Handatlas.
141.84.81.24


Das Osmanische Reich bis 1556
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Aufstieg und Fall des Osmanischen Reiches - Ottoman Empire 1300 - 1922
Interaktive Karte
Encyclopaedia of the Orient
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Hinweis 1:
Bei Microsoft Encarta gibt es eine interaktive Karte zur Reconquista ("Wiedereroberung") in Spanien.
-> Stichwort: Reconquista

Hinweis 2:
Bei Microsoft Encarta gibt es Karten zum Ersten Kreuzzug ("Kreuzzüge") und zu den Kreuzfahrerstaaten.
-> Stichwort: Kreuzzüge

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Schriftliche Quellen

Quellentexte zum ersten Kreuzzug

 
Quellentexte zum ersten Kreuzzug
Manfred Hiebl
u.a. 
- Brief des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos  an den Grafen Robert von Flandern, in dem er die Kreuzfahrer herbeirief und um Hilfe im Kampf gegen die Ungläubigen bat
- Wilhelm von Tyrus: Historia rerum in partibus transmarinis gestarum mit dem berühmten Aufruf Papst Urbans zum Kreuzzug
- Albert von Aachen: Geschichte des ersten Kreuzzuges, mit den Judenmorden in Köln und Mainz
- Reihe arabischer Quellen
- u.v.m.
manfredhiebl.de

Eroberung Jerusalems


Darstellung eines Anonymus in den Gesta Francorum, Buch X Kapitel [xxxvii]
Der Anonymus nahm am Ersten Kreuzzug teil, ist also Augenzeuge.
Herunterscrollen!
manfredhiebl.de


Fulcher von Chartres, Buch I, Kapitel XXVII ff.
Der Verfasservwar Teilnehmer und einer der wichtigsten Chronisten des Ersten Kreuzzuges.

manfredhiebl.de


Raimund von Agiles (Raimund von Aguilers): Historia Francorum qui ceperunt Iherusalem, Kapitel XIV.
Er war Augenzeuge des Ersten Kreuzzuges. Aus der Zeit der Belagerung Jerusalems hören wir von seiner Person allerdings nichts.
manfredhiebl.de


Guibert von Nogent: Gesta Dei per Francos, Buch VII
Herunterscrollen bis zum Abschnitt "Sie konnten während der Belagerung kein Brot kaufen"
Guibert stützt sich auf das Werk des Anonymus.
manfredhiebl.de


Radulf von Caen: Die Taten Tankreds, Kapitel 128 und 129
Radulf kam erst kurz nach dem Ende des ersten Kreuzzugs in den Nahen Osten, er ist kein Augenzeuge.
manfredhiebl.de


Albert von Aachen: Geschichte der Kreuzzüge, Sechstes Buch, 21. Kapitel
Albert stützt sich auf ältere Quellen und nahm am Ersten Kreuzzug nicht teil.

Beschreibungen der Eroberung Jerusalems nach Steven Runciman und Bassam Tibi


Die islamische Eroberung Jerusalems 638 
nach Steven Runciman, wiedergegeben von Bassam Tibi


Die christliche Eroberung Jerusalems 1099 nach Steven Runciman
wiedergegeben von Bassam Tibi


Eroberung Jerusalems 1187 durch Sultan Saladin
nach Bassam Tibi

Vierter Kreuzzug nach Runciman


Steven Runciman über den Vierten Kreuzzug
zitiert nach Bassam Tibi

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Bilder


Bildersammlung Jerusalem
informationen-bilder.de


Tempelberg - Felsendom
Bild mit Beschreibung
Projekt Judentum
staff.uni-marburg.de


Übersicht über den Tempelberg
home.schule.at

Bild Felsendom auf dieser Seite


Grabeskirche
uni-stuttgart.de

Bild Grabeskirche auf dieser Seite


Grabkapelle
in der Grabeskirche
Material Geschichtszentrum


Bilder Heiliges Land 
home.schule.at

Vergleiche auch Jerusalem


Ritter
gzg.fn.bw.schule.de

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Kreuzfahrerburgen 


Kreuzfahrerburgen im Libanon
Bilder, Video
libanon-info.de


Festung Kerak
Bild
Jordanien. Das aus mehreren Bildern zusammengesetzte Panoramabild zeigt das Ausmaß der Befestigung
Material Geschichtszentrum


Kerak Mauerbauweise
Bild
Material Geschichtszentrum


Kreuzfahrerfestung Belfort (1)
Bild
Oberhalb des Jordan südlich des Sees Genezareth. Mauern und Graben
Material Geschichtszentrum


Bild Kreuzfahrerfestung Belfort (2) 
Mauergröße im Vergleich zum Menschen
Material Geschichtszentrum


Krak des Chevaliers
Der Krak des Chevaliers zwischen Homs und Tartus. Angebot von Archäologie online. Beispiel für einen Krak im Zusammenhang mit einer UE "Kreuzzüge". Text und Bilder.

archaeologie-online.de


Vergleiche Lernumgebung "Orte mittelalterlichen Lebens"

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Bücherecke


Bücher zum Thema Mittelalter
in der KMG- Schülerbücherei

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Impressum


Impressum

Das Geschichtszentrum ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich.

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Inhalt:

Arbeitsmittel

Basiswissen

1 - Einleitung
2 - Die Bedeutung Jerusalems für Juden, Moslems und Christen  
3 - Vorgeschichte mit Aufgabenvorschlägen 

4 - Aufruf zum Kreuzzug auf dem Konzil von Clermont 1095 mit Aufgabenvorschlägen  
5 - Die Situation des Adels und der Bauern in West- und Mitteleuropa: Motive für die Teilnahme am Kreuzzug mit Aufgabenvorschlägen  
6 - Der 1. Kreuzzug 1096 - 1099  mit Aufgabenvorschlägen  

7 - Instabile Kreuzfahrerstaaten mit Aufgabenvorschlägen  
8 - Islamische Einigung und Erfolge
 
9 - Kreuzzüge außerhalb Palästinas: Sizilien, spanische Reconquista, ..  
10 - Der Vierte Kreuzzug mit Aufgabenvorschlägen 
11 - Das Ende der Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten  
12 - Kulturelle Folgen der Kreuzzüge

13 - Theologische Rechtfertigung der Kreuzzüge mit Aufgabenvorschlägen   
14 - Literatur

Linke Spalte
Kartenraum  

Schriftliche Quellen

Bilder  
Kreuzfahrerburgen
Bücherecke  
Impressum

Rechte Spalte
Arbeitsmittel

Bilderserie  
Thematisch verwandte Seiten  
Überblick  
Reconquista in Spanien  
Ritterorden  

Schlachten
Jerusalem

Und außerdem
Buchtipps

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Basiswissen 

 
Die Kreuzzüge im historischen Zusammenhang – ein Datenüberblick

1 - Einleitung

"Bis zum heutigen Tag sind die Kreuzzüge ein Dauerthema in der islamischen Welt. Die europäische Expansion und ihre kolonialen Unternehmungen werden generell als Salibiyya/ Kreuzzüglertum beschrieben. Ein einstiger Scheich der Azhar (Universität in Kairo, Cu), der höchsten Instanz des sunnitischen Islam, , Mohammed al- Bahi, verfemt alle europäischen Orientalisten und Islamkundler als "moderne Kreuzzügler". (...)

Aber erst der Golfkrieg von 1991 wird kollektiv als unmittelbare Fortsetzung der sieben Kreuzzüge wahrgenommen, er wird in diesem Sinne als (...) "Der achte Kreuzzug" sogar im Titel eines arabischen Bestsellers (...) bezeichnet. Alle darauffolgenden Kriege gegen Muslime, ob in Bosnien oder Tschetschenien,  werden als Kreuzzüge gebrandmarkt.

Als schlimmster Kreuzzug gilt aber für die Muslime die auf Verwestlichung der Welt des Islam abzielende geistige Invasion (...) als Bestandteil der Globalisierung; sie rufen als Antwort zum Djihad auf." ( Tibi, S. 113)

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2 - Die Bedeutung Jerusalems für Juden, Moslems und Christen


Religionen in Jerusalem
Mit Aufgabenstellungen und Arbeitsblatt

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3 - Vorgeschichte der Kreuzzüge im Nahen Osten


Die Kreuzzüge im historischen Zusammenhang – ein Datenüberblick

3a - Neue Landkarte im Nahen Osten 

Im 11. Jahrhundert stießen die Seldschuken, türkische Moslems, die ursprünglich in Mittelasien ansässig waren, nach Westen vor und eroberten Iran und Bagdad.  Den ägyptischen Fatimiden, die 969 Ägypten erobert und in Kairo ein Kalifat errichtet hatten, nahmen sie 1055 Syrien und 1070 Jerusalem ab und störten zunehmend die Pilgerwege nach Jerusalem.

Karte Großseldschuken

1071 besiegten sie im Zuge ihres Dschihad in der Schlacht von Mantzikert im östlichen Kleinasien die Byzantiner: "Ab 1071 ändert sich die politische Landkarte des Nahen Ostens. Nach den Angriffen der Turkvölker verliert Byzanz fast alle seine asiatischen Territorien, während Malik Schah ein riesiges Reich erobert, das den Iran, Anatolien und den ganzen Nahen Osten außer Ägypten, das weiterhin unter fatimidischer Kontrolle ist, umfasst. Nach dem Tod Malik Schahs im Jahr 1092 spaltet sein Sohn das Reich in (sechs) große Teile. Sein Regierungssitz ist Bagdad; sein Bruder beherrscht das östliche Persien; in Syrien werden seine Neffen zu Prinzen von Damaskus und Aleppo ernannt; der westliche Teil Anatoliens untersteht Kilidsch Arslan, und der östliche geht an die Danischmenditen. (Die Türken erobern vor dem Ersten Kreuzzug sogar noch Smyrna und Nicäa.) Am Vorabend der Kreuzzüge ist das Byzantinische Reich geschwächt, das islamische Reich zersplittert." ( Tate, 26)


Karte Rumseldschuken


Vergleiche Lernumgebung "Byzanz im Zeitalter der Kreuzzüge": Seldschuken: "Neue äußere Feinde im 11. Jahrhundert"
 

Aufgabenvorschläge zur Vorgeschichte der Kreuzzüge im Nahen Osten

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3b - Byzantinische Hilferufe an den Westen und byzantinische Kriegsziele 

Schon nach der Niederlage von Mantzikert hatte der byzantinische Kaiser Michael VII. sich an Papst Gregor VII. um Unterstützung gewandt. Tatsächlich arbeitete dieser einen Kreuzzugsplan aus, der aber wegen des Investiturstreits zwischen Gregor VII. und Heinrich IV. nicht verwirklicht werden konnte.

Als Reaktion auf das weitere Vordringen der Türken wandte sich nun der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos 1095 auf dem Konzil von Piacenza ein weiteres Mal an einen Papst, diesmal Urban II., mit der dringenden Bitte um Hilfe gegen die islamischen Angriffe. Dass im Ergebnis ganze Heerhaufen durch sein Reich nach Osten ziehen und Kreuzfahrerstaaten errichten würden, damit rechnete er nicht. Sein Ziel und das seiner Nachfolger war es, die Türken aus Kleinasien zu vertreiben und möglichst viel ehemals byzantinisches Gebiet zurückzugewinnen.


Vergleiche Lernumgebung "Byzanz im Zeitalter der Kreuzzüge": Seldschuken: "Der Hilferuf Kaiser Alexios I. Komnenos an den Westen"


Vergleiche Lernumgebung "Byzanz im Zeitalter der Kreuzzüge": Seldschuken: "Byzantinische Politik gegenüber den Kreuzfahrerstaaten "

 
Aufgabenvorschläge zur Vorgeschichte der Kreuzzüge im Nahen Osten
  1. Du bist Gesandter des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos auf dem Konzil von Piacenza ( Text 3b) und bittest um militärische Hilfe gegen die Seldschuken. Zur Unterstützung deines Vortrags zeigst du eine Präsentation mit Karten zur Situation im Vorderen Orient und zur Situation des Byzantinischen Reiches. (Powerpoint oder Folie. Wir tun so, als hätte es damals schon moderne Präsentationen gegeben :-). Man kann natürlich auch Wandkarten zeichnen, aber das dauert einigermaßen.)

    a)
    Gehe von der Karte Byzanz um 1000 aus, erläutere dann die Bedeutung der Schlacht von Mantzikert 1071 (Text 3a) und zeige dann die Situation im Jahr 1095

    b)
    Situation im Jahr 1095: Lade dazu das Satellitenbild des Nahen Ostens herunter und trage die sechs Schwerpunkte türkischer Herrschaft nach Malik Schahs Tod als Kreise ein. Diese sollten beschriftet werden, z.B. "Regierungssitz". Trage auch die Fatimiden in Ägypten als beschrifteten Kreis ein, sowie Konstantinopel, jeweils in anderen Farben.

    c)
    Zeige an der Karte Rumseldschuken, welche beiden Städte, die dort noch als byzantinisch eingezeichnet sind, bis 1095 auch noch von den Türken erobert wurden, und schließe mit der Bitte um Unterstützung ab.

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4 - Aufruf zum Kreuzzug auf dem Konzil von Clermont 1095: Päpstliche Kriegsziele 

Die Kreuzzüge nach Palästina begannen mit dem Aufruf des Papstes Urban II. auf dem Konzil von Clermont 1095. Der Papst begründete das Ziel den Kreuzzug mit der Bedrohung der Christen des byzantinischen Reiches und mit der Unterbrechung der Pilgerwege nach Jerusalem. Es gehe um das Schicksal des Heiligen Grabes in Jerusalem, also um die Eroberung Jerusalems, und darum, den bedrängten Byzantinern zu Hilfe zu kommen.

Nach dem Chronisten Fulcher von Chartes sagte der Papst: "Es ist unabweislich, unseren Brüdern im Orient eiligst die so oft versprochene und so dringend notwendige Hilfe zu bringen. Die Türken und die Araber haben sie angegriffen und sind in das Gebiet von Romanien (=Byzanz) vorgestoßen, bis zu jenem Teil des Mittelmeers, den man den Arm St. Georgs (=Bosporus) nennt; und indem sie immer tiefer eindrangen in das Land dieser Christen, haben sie diese sieben Mal in der Schlacht besiegt, haben ein große Anzahl von ihnen getötet und gefangen genommen, haben die Kirchen zerstört und das Land verwüstet. Wenn ihr ihnen jetzt keinen Widerstand entgegensetzt, so werden die treuen Diener Gottes im Orient ihrem Ansturm nicht länger gewachsen sein. Deshalb bitte und ermahne ich euch, und nicht ich, sondern der Herr bittet und ermahnt euch als Herolde Christi, die Armen wie die Reichen, dass ihr euch beeilt, dieses gemeine Gezücht aus den von euern Brüdern bewohnten Gebieten zu verjagen." (zit. nach Zöllner, 49f.)

Die Forschung geht davon aus, dass der Papst noch einen Hintergedanken hatte: dass er sich von einem Sieg über die Muslime, von der Sicherung von Byzanz und von der Eroberung Jerusalems außerdem die Möglichkeit versprach, die byzantinische Ostkirche zur Anerkennung des päpstlichen Anspruches auf Oberhoheit bewegen und damit die Kirchenspaltung von 1054 überwinden zu können: "Nicht Jerusalem, Byzanz war das Ziel." ( Pörtner, 108)

Außerdem, so Urban II. in seinem Aufruf, hätten es "die Ungläubigen" gewagt, "die Heilige Stadt Christi (=Jerusalem), die geweiht worden ist durch sein Leiden und durch Seine Auferstehung, unerträglicher Knechtschaft zu unterwerfen. Die Ungläubigen müssen für ihr dreistes Verbrechen, für ihr barbarisches Wüten bestraft werden." (zit. nach Konzelmann, S. 376)

Um die Kreuzfahrer zu motivieren, machte der Papst verlockende Angebote: In Europa herrsche kein Überfluss an Reichtümern, das Land sei zu eng für die große Zahl an Menschen. Statt sich untereinander zu bekriegen, solle man das Land erobern, in dem laut Bibel Milch und Honig flössen. Wer bei der Befreiung des Heiligen Landes helfe, dem würden von Gott die Sünden vergeben und von der Kirche die Sündenstrafen erlassen, unvergänglicher himmlischer Ruhm sei ihm gewiss. "Und wenn einer dort in wahrer Buße fällt, so darf er fest glauben, dass ihm Vergebung seiner Sünden und die Frucht ewigen Lebens zuteil werden wird." (Wilhelm von Tyrus)

Bei den religiös erregten Menschen der Zeit löste der Aufruf des Papstes eine Massenbewegung aus, die in den Ersten Kreuzzug 1096 - 1099 mündete.

 
Aufgabenvorschläge zum Konzil von Clermont 1095

  1. Arbeitsblatt zum Konzil von Clermont (1095)

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von Abschnitt 4 aus.

  2. Was hältst du von dem Grund, der im gesperrt hervorgehobenen Absatz genannt wird? Begründe.

  3. Die Darstellung der Moslems
    "Die Wiege unseres Heils nun, das Vaterland des Herrn, das Mutterland der Religion, hat ein gottloses Volk in seiner Gewalt. Das gottlose Volk der Sarazenen drückt die heiligen Orte, die von den Füßen des Herrn betreten worden sind, schon seit langer Zeit mit seiner Tyrannei und hält die Gläubigen in Knechtschaft und Unterwerfung. Die Hunde sind ins Heiligtum gekommen, und das Allerheiligste ist entweiht." (Aus der Papstrede auf den Konzil von Clermont in der von Wilhelm von Tyros überlieferten Form.)

    Wie werden die Moslems bezeichnet (Stichworte)? Was steckt dahinter? Nimm in Stichworten ausgewogen Stellung. Vgl. den Erlass des Abbasidenkalifen al-Mutawakkil gegen die Dhimmis

  4. Von muslimischer Seite werden die Kreuzzüge als Angriffskrieg mit dem Ziel einer christlichen bewaffneten Mission hingestellt. Die Moslems seien Opfer einer Aggression geworden. Untersuche diese Behauptung, bedenke auch 3a und 3b. (Stichworte bzw. kurze Sätze!)

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5 - Die Situation des Adels und der Bauern in West- und Mitteleuropa:  Motive für die Teilnahme am Kreuzzug 

Der kriegerische Adel Europas lebte nach den Gesetzen des Faustrechts: "Jedermann war jedermanns Feind. Jeder sah es als sein gutes Recht an, nach Leben und Besitz des Nachbarn zu trachten, sich im Kampf Mann gegen Mann als der Stärkere zu erweisen. Jeder glaubte, nach Herzenslust erschlagen, erbeuten, erobern zu dürfen. Tapferkeit galt als höchste aller Tugenden, Feigheit als unentschuldbare Schmach." ( Pörtner, 52)

Diese Zustände wurden durch die Gottesfriedenbewegung etwas eingeschränkt, die unter dem Einfluss der Kirche ein allgemeines Fehdeverbot von Mittwoch Abend bis Montag früh erzwang. 

Viele zweitgeborene oder noch später geborene Adlige erbten wegen des Erstgeburtsrechts wenig, da man die Güter dadurch zusammenzuhalten suchte, dass der Erstgeborene erbte. Diese mussten sich nun andere Felder der Bewährung suchen, wenn sie ein standesgemäßes Leben führen wollten. So nahmen viele französisch- normannische Adlige, die immer auf Land und Beute aus waren, an der Eroberung Englands, an der Reconquista in Spanien oder an der Eroberung Unteritaliens und Siziliens teil, danach auch an den Kreuzzügen in den Nahen Osten. 

So bemühte sich die Kirche, dieser Rauf- und Beutelust eine religiöse Zielsetzung zu geben. Aus dem Ritter wurde ein Soldat seines Lehensherrn Christus, der in dessen Auftrag die Kirche, Arme, Schwache, Witwen und Waisen schützen und vor allem gegen die Ungläubigen kämpfen sollte. Es war das Ideal des "christlichen Ritters", dem nun viele Adlige folgten, die dabei ihrer misslichen Situation zu entkommen suchten.

Die Bauern "lebten auf der Schattenseite des Lebens, in elenden, fensterlosen, strohgedeckten Hütten, die weder Wärme noch Behaglichkeit boten, in schmutzigen Weilern und armseligen Dörfern." (
Pörtner, 73) Ihr Dasein war Mühsal und Plage, ständig waren sie von Missernten, Krankeit und Seuchen bedroht. Bildung besaßen sie keine, die Religion bestimmte den Jahresverlauf, ihr Leben und Denken.

Bei den Teilnehmern des Armenkreuzzugs handelte es sich um militärisch ungeübte Leute, einen wild zusammengewürfelten Haufen mit recht unterschiedlichen, oft recht zweifelhaften Motiven für die Teilnahme am Kreuzzug. Neben religiösen Motiven ging es oft darum, Armut und Schulden zu entfliehen, sich dem Herrendienst zu entziehen oder einer Strafe für Verbrechen zu entgehen. Oft handelte es sich um Abenteurer. 

Für viele bot die Teilnahme am Kreuzzug einen Ausweg aus ihrer Situation und erschien zugleich als frommes Werk. 

 
Aufgabenvorschläge zur Situation des Adels und der Bauern in West- und Mitteleuropa und zu den Motiven für die Teilnahme am Kreuzzug

  1. Arbeitsblatt Situation des Adels und der Bauern in West- und Mitteleuropa:  Motive für die Teilnahme am Kreuzzug

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von Abschnitt 5 aus.

  2. Nahmen die Kreuzritter aus edlen Motiven am Kreuzzug teil? Notiere Argumente in Stichworten für eine Diskussion. 

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6 - Der 1. Kreuzzug 1096 - 1099

Der päpstliche Aufruf war beim französischen Adel, im Rheinland und in Süditalien über Erwarten erfolgreich. Es bildeten sich zwei Gruppierungen; der Armenkreuzzug und der Ritterkreuzzug. Beide strebten über Konstantinopel nach Jerusalem.

Karte des Ersten Kreuzzugs

6a - Armenkreuzzug: Schon in Nordfrankreich und im Rheinland gab es schwere Pogrome gegen Juden mit mehreren hundert Toten. ( Karte Auschreitungen / Pogrome)

Auf dem Landweg nach Konstantinopel über Ungarn kam es zu Plünderungen und Ausschreitungen, der König von Ungarn musste militärisch einschreiten. Der byzantinische Kaiser ließ die Kreuzugsarmee der Armen aus Sorge um die Ordnung schnellstmöglich über den Bosporus setzen, wo sie in kürzester Zeit auf türkischem Gebiet von den seldschukischen Truppen fast komplett vernichtet wurden. Von 20.000 zu Beginn des Armenkreuzzugs überlebten nur wenige.

6b - Ritterkreuzzug: Der Ritterkreuzzug war dagegen professionell organisiert. Wichtige  Führer waren Gottfried von Bouillon, sein Bruder Balduin von Boulogne, Raimund von Toulouse, Robert von der Normandie und Bohemund von Tarent. Auf unterschiedlichen Wegen, auch zu Schiff, zog man nach Konstantinopel, eine Stadt, wie man sie noch nie gesehen hatte. Kaiser Alexios verlangte von den Rittern, ihm den Lehenseid zu schwören, was diese widerstrebend, teils erst nach militärischem Druck, auch taten. Nur Raimund von Toulouse gab ein ehrenwörtliches Versprechen, nichts gegen Leben, Interessen und Ehre des byzantinischen Kaisers zu unternehmen, verweigerte aber den eigentlichen Lehenseid.

Nach der Eroberung Nicäas auf der kleinasiatischen Seite des Meeres mit Hilfe der byzantinischen Flotte ging es durch Kleinasien nach Syrien. Balduin von Boulogne machte sich unterwegs selbstständig und gründete den ersten Kreuzfahrerstaat: Edessa. Nach der Eroberung Antiochias 1097 wurde Bohemund von Tarent zum Fürsten von Antiochien, einem weiteren neuen Kreuzfahrerstaat. Der Rest zog weiter nach Süden.

6c - Eroberung Jerusalems: Im Juni 1099, nach fürchterlichen Strapazen, kam es zur blutigen Eroberung Jerusalems, der für drei Religionen heiligen Stadt, durch die Kreuzfahrer. Die muslimischen Kämpfer, die sich in den Felsendom geflüchtet und sich ergeben hatten, wurden erschlagen, die Ritter wateten im Blut. In den Straßen und Häusern wurde gnadenlos gemordet und geraubt. Die Juden wurden in ihrer Synagoge angezündet. Am nächsten Morgen lebte kein Moslem und kein Jude mehr in der Stadt. Zum Schluss zogen sich die Eroberer weiße Leinenhemden über und dankten Gott in der Grabeskirche für den Triumph. Das Verhältnis zwischen Kreuzfahrern und Moslems war irreparabel beschädigt, das zu den Juden sowieso. Es entstand nun ein weiterer Kreuzfahrerstaat: Jerusalem. Die Grafschaft Tripolis, Klein-Armenien und Zypern waren die restlichen Kreuzfahrerstaaten.

Karte Kreuzfahrerstaaten

Karte Byzantinisches Reich, 9. - 12. Jh.

 
Aufgabenvorschläge zu Verlauf und Ergebnissen des Ersten Kreuzzugs

  1. Arbeitsblatt Verlauf und Ergebnisse des Ersten Kreuzzugs

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von Abschnitt 6 aus. Öffne auch die Karte des Ersten Kreuzzugs. Du solltest die im Text genannten Städte auf der Karte finden.

  2. Erkläre: Warum kommt es auf dem Weg nach Konstantinopel beim Armenkreuzzug wohl zu Plünderungen?

  3. Erkläre: Warum verlangt der byzantinische Kaiser Alexios I. von den Führern der Kreuzfahrer den Lehenseid? Warum sträubten sich diese? Warum fügten sie sich zuletzt doch? Betrachte dazu auch die Karte Byzanz um 1000  

  4. Wenn Du auf die Ergebnisse des Ersten Kreuzzugs schaust: Ging es den Führern nur um die heiligen Stätten?

  5. Das Massaker in Jerusalem wird in der Forschung unter anderem mit den Strapazen des Marsches erklärt, den die Kreuzfahrer hinter sich hatten. Was hältst du davon?

  6. Lade die Umrisskarte Kreuzfahrerstaaten herunter und male sie mit Hilfe der Karte Kreuzfahrerstaaten aus.

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7 - Instabile Kreuzfahrerstaaten 

Die Kreuzfahrerstaaten waren ein christlicher Fremdkörper in einer islamischen Umwelt und krankten zudem an innerer Schwäche. Die zentrale Schwäche war, dass es nicht gelang, die einheimische Bevölkerung zu integrieren. 

Nun zahlten die Moslems, die auf dem Land die große Mehrheit der Bevölkerung stellten, die Dschizya, die Kopfsteuer, die vorher die Nichtmoslems bezahlt hatten. Dazu wurden eine Grundsteuer erhoben und Frondienste zur Errichtung von Bauten erzwungen. Vor allem aber war es für Moslems unannehmbar, dass sie moslemisches Gebiet an Christen verloren hatten und unter christlicher Herrschaft leben mussten. Bisher hatten meist die Moslems Dschihad geführt, erobert und gesiegt, moslemische Niederlagen blieben Randerscheinungen und betrafen nicht moslemisches Kerngebiet.

Das Vorgehen der Kreuzfahrer in Jerusalem ruinierte den Ruf der Franken (=Kreuzfahrer) nachhaltig: Am Morgen nach dem Morden "soll, nach Berichten jener Zeit, kein Moslem und kein Jude mehr in Jerusalem gelebt haben. [...] Keiner ließ sich davon abbringen, jetzt die Häuser nach Gold, Silber, Edelsteinen, schönen Stoffen, nach Pferden und Eseln zu durchsuchen. Jeder fand mehr, als er mir sich nehmen konnte. [...] Die Moslems sahen die Europäer als lustvoll mordende Banditen, die ohne Gewissen handelten, die an sich nahmen, was sie nur finden konnten. Edle Motive für die Inbesitznahme Jerusalems konnte kein Moslem erkennen. Was an jenen beiden Tagen (der Eroberung Jerusalems) geschah, belastete das Verhältnis zwischen der islamischen Bevölkerung und dem Kreuzfahrerheer derart, dass eine Aussöhnung nicht mehr möglich war." ( Konzelmann, 374)

Der syrische Ritter Ibn Munqidh, der unter Kreuzfahrern lebte, schrieb ein Tagebuch, in dem sich folgende Urteile finden: "Die Franken (damals Bezeichnung für alle westlichen Kreuzfahrer, Cu) - Allah verdamme sie - haben keine Qualität außer im Bereich der Ausübung militärischer Macht". Ansonsten "haben sie keine Ehre" und pflegen "keine Eifersucht in bezug auf ihre Frauen". ( Tibi, S. 132).

Professor Bassam Tibi, ein gebürtiger Syrer, aus dessen Buch diese Zitate stammen, kommentiert: "Im Orient, wo die Ehre großgeschrieben wird, ist dies ein schwer wiegendes Urteil." Ibn Munqidhs Tagebuch zeige, "wie radikal unterschiedlich die Sitten und Gebräuche der Menschen beider Zivilisationen waren und bis heute noch sind (...)." Sie entsprächen auch dem heutigen Europa- Bild der Muslime.

Aber auch die einheimischen Christen machte man sich zum Feind. Nach der Eroberung Jerusalems kamen die einheimischen Christen, die von den Moslems während der Kampfhandlungen zuvor aus der Stadt verwiesen worden waren, "voll Freude über den Sieg der Ritter Christi" zurück" und "sahen, dass ihre Häuser von den Eroberern bewohnt wurden, dass ihr Eigentum von den Franzosen und Deutschen als Beute betrachtet wurde. Sie wollten in der Grabeskirche Dankgottesdienst abhalten in ihrem gewohnten oströmischen Ritus - und wurden von den Geistlichen aus dem Westen hinausgeworfen. Die Kreuzfahrer sorgten dafür, dass an der Stelle von Jesu Tod und Grab nur Gottesdienst nach lateinischem Brauch gehalten wurde." (Konzelmann, 378) Als die oströmischen Geistlichen unter diesen Umständen eine Kreuzesreliquie nicht herausrücken wollten, wurden sie unter der Folter gezwungen, diese doch herauszugeben. 

Die Kreuzfahrer anerkannten weder die Selbstständigkeit der orthodoxen noch der anderen Kirchen an, sondern unterstellten sie der Hierarchie der lateinischen (römisch- katholischen) Kirche. So kam es, dass die meisten orientalischen Kirchen sich mit Nur ad-Din und Saladin verbündeten, unter denen es ihnen besser erging als unter den Franken. ( Tate, S.70)

Kraks und Ritterorden: Gesichert wurden die Kreuzfahrerstaaten durch große Festungen, sogenannte Kraks ( Kreuzfahrerburgen), und in starkem Maße durch neu gegründete Ritterorden, die Mönchtum und Soldatenleben vereinigten. Die wichtigsten waren der Johanniterorden, der Templerorden und der Deutsche Orden. Die Zahl der Ritter war immer zu gering, zwar kamen regelmäßig Ritter und teils auch Siedler über See, aber die Rückkehrerzahlen waren hoch. 

Solange die islamische Umwelt gespalten war, war die von ihr für die Kreuzfahrerstaaten ausgehende Bedrohung allerdings noch beherrschbar.

 
Aufgabenvorschläge zur Instabilität der Kreuzfahrerstaaten

  1. Aufgabenblatt Instabilität der Kreuzfahrerstaaten

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von
    Abschnitt 7 aus.

  2. Erläutere die Stellung der orientalischen Christen unter dem Islam als Dhimmis ( Erlass des Abbasidenkalifen al-Mutawakkil gegen die Dhimmis) mit der Stellung, die sie unter den Kreuzfahrern hatten. Erkläre, warum sie lieber mit den Moslems kooperierten.

  3. Wie erklärst du dir, dass sich die lateinischen (=römisch-katholischen) Christen auf diese Weise gegenüber den orientalischen Christen verhielten? Berücksichtige auch den Hintergedanken des Papstes bei den Kreuzzügen.

  4. Hätten die Kreuzfahrer durch ein toleranteres Verhalten die moslemische Bevölkerung gewinnen können? Begründe deine Meinung, indem du 

    a
    kulturelle Unterschiede und historische Erfahrungen der Moslems und Europäer miteinander benennst.

    b
    auf deine Kenntnisse des Islam zurückgreifst. (Glaubensbekenntnis, Scharia, ...)

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8 - Islamische Einigung und Erfolge

In der Folge wurde der islamische Bereich aber von Syrien aus durch Zengi, dessen Nachfolger Nur ad-Din und Sultan Saladin geeinigt. Saladin eroberte nach der Schlacht von Hattin im Jahre 1187 Jerusalem. Die Kreuzfahrer wurden auf die Küstenregion Palästinas zurückgetrieben.

Karten zu Saladin

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9 - Kreuzzüge außerhalb Palästinas: Sizilien, spanische Reconquista, ..

Die Eroberung Siziliens durch die Normannen im 11. Jahrhundert wurde schon vor dem Beginn der eigentlichen Kreuzzüge als Kreuzzug geführt. Die christliche Rückeroberung Spaniens, die Reconquista, zog sich über mehrere Jahrhunderte hin und endete erst 1492 mit der Eroberung Granadas. 1492 entdeckte Kolumbus mit drei spanischen Schiffen Amerika.

Auch ein Teil der Eroberungen östlich der Elbe wurde als Kreuzzug geführt, aber die Kreuzzugsidee verkam immer mehr zur Rechtfertigung rein politischer, militärischer und wirtschaftlicher Interessen, so zum Beispiel auch der Vierte Kreuzzug.

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10 - Der Vierte Kreuzzug

Alle Kreuzzüge außer dem ersten waren mehr oder weniger Misserfolge. Der 4. Kreuzzug ragt aber unter anderem  wegen seiner fatalen Folgen für das Verhältnis zwischen griechischer Ostkirche und lateinischer Westkirche und wegen der langfristigen politischen Folgen heraus.

Der 4. Kreuzzug wurde von den Venezianern dazu benutzt, Konstantinopel zu erobern. Da sie über die Transportschiffe verfügten, die Kreuzfahrer aber nicht genügend Geld für den Transport aufbrachten, überredete Enrico Dandolo, der Doge von Venedig, die Ritter, für Venedig die dalmatische Küstenstadt Zara zu erobern. Dann zog man statt nach Ägypten weiter nach Konstantinopel, um den byzantinischen Prinzen Alexios zum oströmischen Kaiser zu erheben, der dafür märchenhafte Summen versprach. Als er diese aber nicht zahlen konnte, wurde Byzanz von den Kreuzfahrern erobert und geplündert. 

Folgen: Das Verhältnis zwischen Ost- und Westkirche ist bis auf den heutigen Tag zerrüttet. Die italienischen Seestädte Genua, Pisa und vor allem Venedig stiegen durch die Kreuzzüge wegen ihrer Flotten zu bedeutenden Handels- und Seemächten auf, die den Mittelmeerhandel beherrschten. Auf den Trümmern des byzantinischen Reiches wurde unter anderem das Lateinische Kaiserreich ( Karte Lateinisches Kaiserreich) errichtet, das 1261 aber dem spätbyzantinischen Reich weichen musste. Dieses war aber so geschwächt, dass der Vorstoß des Islam nicht länger gestoppt werden konnte. 1453 eroberten die osmanischen Truppen im Zuge des Dschihad Konstantinopel und machten es als Istanbul zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Die Osmanen breiteten sich auf dem Balkan und entlang den Ufern des Schwarzen Meeres aus. 

Karte: Das Osmanische Reich bis 1556

Näheres zum IV. Kreuzzug

 
Aufgabenvorschläge zum Vierten Kreuzzug

  1. Arbeitsblatt Vierter Kreuzzug

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von
    Abschnitt 10 aus.

  2. Zeige mit Hilfe der Karte: Das Osmanische Reich bis 1556, welche heutigen europäischen Staaten 1566  osmanisch waren. Verwende zum Vergleich diese Karte.  

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11 - Das Ende der Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten

1291 eroberten die islamischen Mamelucken die letzte christliche Bastion in Palästina: Akkon. Zypern bestand weiter, die Johanniter zogen sich auf die Insel Rhodos zurück, nach deren Eroberung 1523 nach Malta. Der Deutsche Orden beherrschte später Ostpreußen und das Gebiet des heutigen Litauen, Lettland und Estland (Deutschordensstaat). Die Templer wurden später vom französischen König aufgelöst. 

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12 - Kulturelle Folgen der Kreuzzüge

Die "Begegnung" mit der Kultur des Islam und der Kultur von Byzanz führte zu einem kulturellen Aufschwung in Europa. Das Rittertum als Lebensform und Ideal nahm einen Aufschwung, man verfeinerte seine Sitten, der Bau von Kirchen, Palästen und militärischen Anlagen erhielt einen Anstoß, Wissen und Bildung erweiterten sich. Die Begriffe "Algebra" oder "Ziffer" kommen z.B. aus dem Arabischen. Arabische Philosophen vermittelten u.a. griechisch-antikes Gedankengut (Aristoteles) und beeinflussten damit die Theologie (Thomas von Aquin). Insbesondere auch Sizilien (Palermo) und Spanien waren Zentren des kulturellen Austauschs.

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13 - Theologische Rechtfertigung der Kreuzzüge 

"Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." ( Mt 26,52) Dieser pazifistische Grundsatz galt im ganzen Frühchristentum. Bis das Christentum von Kaiser Konstantin protegiert und von Kaiser Theodosius 391 n.Chr. zur Staatsreligion erhoben wurde, galt der Wehrdienst als widerchristlich. 

Nach dem Sieg des Christentums dagegen war klar, dass nur Soldaten den römischen Staat gegen äußere Feinde (Germanen, Hunnen, Perser, ...) und im Innern gegen sogenannte Ketzer schützen konnte. Der christliche Staat war Beschützer und Garant der Lehre Christi.

Den entscheidenden Schritt zur Versöhnung von Krieg und christlicher Friedensethik vollzog Kirchenvater Augustinus in seinem Buch "Der Gottesstaat", das unter dem Eindruck der Gotenkriege und der Plünderung Roms durch die Goten 410 geschrieben wurde. "Auch Augustin war weit davon entfernt, den Krieg zu verherrlichen, [...] doch vertrat er die Meinung, dass es selbst für einen gerechten Christen Situationen gebe, in denen er, ohne sündig zu werden, zur Waffe greifen müsse. Wer angegriffen werde, so lautet sein simpler Leitsatz, habe das Recht, sich zu verteidigen, er dürfe auch versuchen, geraubtes Gut zurückzuholen und zu diesem Zwecke Krieg zu führen, denn dieser Krieg sei ein gerechter Krieg. Mit anderen Worten - der heilige Augustin erfand den Unterschied zwischen gerechtem und ungerechtem Krieg. [...] Der Gute darf einen Krieg nur aus Notwendigkeit führen, und sein Zweck soll dabei immer der Friede und letztlich auch das Wohl des Gegners sein." ( Pörtner, 36f.) 

Die Verfolgung der Donatisten, einer in Nordafrika stark sozial orientierten christlichen Richtung, rechtfertigte Augustin als Heiligen Krieg (bellum Deo auctore). Der Ketzerkrieg war also legitim.

Papst Gregor I. (590 - 604 n.Chr.) legitimierte im nächsten Schritt den Missionskrieg: "Der Grundsatz des `Unterwerfens, um zu taufen` wurde von ihm formuliert, so dass damit außer dem `Ketzerkrieg zur Erhaltung der Kirche im Innern` auch der `Missionskrieg zur Verbreitung des Glaubens nach außen` seine theoretische Rechtfertigung fand. ( Pörtner, 38f.) Diese Doktrin wurde dann bei den Sachsenkriegen unter Karl dem Großen konsequent angewandt.

Die politische Situation war so, dass die Kirche oft genug Verteidigungsaufgaben übernehmen musste. Die Araber griffen die Küsten des Mittelmeers an, die Wikinger die Küsten auch des Atlantiks und die heidnischen Ungarn griffen von Osten aus an. Es war üblich, dass Kirchenfürsten in die Schlacht zogen. Zwei Drittel des deutschen Heeres wurde im Hochmittelalter von der Kirche gestellt.

Ein weiterer Schritt zur Militarisierung der Kirche ergab sich im  11. Jahrhundert aus der Reconquista in Spanien und aus der Indienstnahme der Normannen durch das Papsttum für die Eroberung des byzantinischen Unteritalien und des muslimischen Sizilien. Der militante Geist wurde durch auch durch die Reformbewegung von Cluny und den Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst gefördert.

Die endgültige geistige Grundlage für die Kreuzzüge legten im 11. Jahrhundert Anselm von Lucca und Bonizo von Sutri. Nach Anselm von Lucca "ist der Krieg `an sich` verwerflich, doch wird er zu einem sittlichen Gebot, wenn man dabei das Heil des Feindes im Auge hat. Ein `Kampf gegen die Bösen` ist deshalb `keine eigentliche Verfolgung, sondern eine Äußerung der Liebe`" ( Pörtner, 48f.)

Die Sache gipfelt mit Bonizo von Sutri, der in seiner Schrift `Liber ad amicum` (Buch an einen Freund) äußert: "Wenn es erlaubt sei, für den irdischen König Krieg zu führen, sollte man dann nicht auch für den Himmelsfürsten zur Waffe greifen dürfen? `Wenn für den Staat, dann nicht für die Gerechtigkeit?`" ( Pörtner, 49)

Christus wurde nun zum christlichen Lehensherrn, für den die christlichen Ritter kämpften und ihr Leben gaben.

Wer nun in der Bibel nach Bestätigung suchte, konnte z.B. beim Brief des Apostels Paulus an die Epheser fündig werden ( Eph 6,10). Was dort  symbolisch gemeint war, konnte nun schnell ganz realistisch umgedeutet werden.

Nur vereinzelt gab es zeitgenössische Kritik an den Kreuzzügen. Deren grundsätzliche Rechtmäßigkeit wurde kaum bezweifelt.

 
Aufgabenvorschläge zur theologischen Rechtfertigung der Kreuzzüge

  1. Arbeitsblatt Theologische Rechtfertigung der Kreuzzüge

    Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe von
    Textabschnitt 13 aus.

  2. Welche der in  Textabschnitt 13 genannten Positionen überzeugt dich? Welche überzeugen dich nicht? Begründe.

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14 - Literatur:

Konzelmann, Gerhard: Jerusalem - 4000 Jahre Kampf um eine heilige Stadt, 5. Auflage April 1991, München

Pörtner, Rudolf: Operation Heiliges Grab. Legende und Wirklichkeit der Kreuzzüge (1095 - 1187), Febr. 1980, München/Zürich, Lizenzausgabe

Tate, Georges: Die Kreuzzüge, ohne Angaben, Reihe Abenteuer Geschichte, Ravensburger

Tibi, Bassam: Kreuzzug und Djihad - Der Islam und die christliche Welt, Goldmann Verlag, 2001


Zöllner, Walter: Die Geschichte der Kreuzzüge, ohne Angaben, Panorama Verlag, Wiesbaden

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Jerusalem: Grabeskirche -  Hauptheiligtum der Christen
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Jerusalem: Grabeskirche - orthodoxe Golgatha- Kapelle.
Unter dem Altar markiert eine Silberplatte den angeblichen Standort des Kreuzes Jesu. Man kann den Felsen durch ein Loch in der Platte berühren
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Jerusalem: Grabeskirche - Salbungsstein
Das Bild dahinter zeigt, was es mit dem Salbungsstein auf sich hat.
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Jerusalem: Grabeskirche - Grabkapelle über dem angeblichen Grab Jesu
"Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden" (Lk 24,6)
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Grundriss der Grabeskirche


Jerusalem: Via Dolorosa
Rechts im Bild: Kirche am Ort der Gerichtsverhandlung
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Jerusalem: Himmelfahrtskirche
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Jerusalem: Klagemauer - Hauptheiligtum der Juden
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Jerusalem: Davidsgrab auf dem Berg Zion
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Jerusalem: Felsendom - Hauptheiligtum der Moslems in Jerusalem
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Jerusalem: Al-Aqsa-Moschee
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Näheres zu Jerusalem siehe unten


Jerusalem: Zitadelle
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Kreuzritterfestung Belfort
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Kreuzritterfestung Belfort: Dimension 
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Kreuzritterfestung Krak des Chevaliers
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Beyond the Walls: Churches of Jerusalem
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Via Dolorosa


Via Dolorosa
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