| Mittelalter in Frankreich und England | ||
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Die letzten Karolinger in Frankreich hatten Mühe, sich gegen ihre die weltlichen Lehnsleute und gegen die von außen einfallenden Normannen (Wikinger) zu behaupten. 911 mussten sie den Normannen die nach ihnen benannte Normandie als erbliches Lehen überlassen. Capetinger; französisches Lehenswesen 987 - 1328 herrschten in Frankreich nach dem Aussterben der Karolinger die Capetinger. Sie stützten sich anfangs hauptsächlich auf ihr Kernland um Paris und Orléans. Im Laufe der Zeit gelang es ihnen aber, ihrer Widersacher im Inneren Frankreichs, gestützt auf das Lehenswesen, Herr zu werden. Im Unterschied zu Deutschland gelang es dem französischen König, Lehen widerspenstiger Vasallen wieder an sich zu ziehen und den Treuvorbehalt der Vasallen im Unterschied zu Deutschland konsequent durchzusetzen. Dadurch wurde der König auf Kosten seiner Vasallen stark und konnte auf Dauer eine Erbmonarchie durchsetzen. Frankreich entwickelte sich zu einem vom König zentral regierten Staat. Wesentliche Erfolge des französischen Königs waren folgende: 1 - die Kriege gegen England im 12./13. Jh.. Philipp II. Augustus (1180 - 1223) besiegt den englischen König Johann Ohneland 1204 und nimmt ihm alle Gebiete nördlich der Loire ab. England besaß vorher zeitweilig nach der Heirat zwischen Eleonore von Aquitanien und dem englischen König Heinrich Mitte des 12. Jhs. alle Küstengebiete zwischen der Normandie und den Pyrenäen. 2 - In den Albigenserkriegen (1209 - 1229), geführt als Kreuzzüge gegen sogenannte Ketzer, verleibten sich die frz. Könige einen ordentlichen Teil Südfrankreichs ein. 3 - Der frz. König erlangt Einfluss auf das Papsttum. Im 14. Jahrhundert verlegen die Päpste ihren Sitz von Rom nach Avignon. 4 - Im Hundertjährigen Krieg (1339 - 1453) siegte trotz englischen Anfangserfolgen der französische König. Die Engländer hatten nach dem Aussterben der Capetinger 1328 Erbansprüche angemeldet. Der Umschwung zugunsten Frankreichs trat durch das Bauernmädchen Johanna ein: Jeanne d`Arc. 1453 besaßen die Engländer auf französischem Boden nur noch Calais, die französischen Könige aus dem Hause Valois hatten gesiegt. Umgekehrte Entwicklung in Deutschland In Deutschland verlief die Entwicklung umgekehrt: Ein anfänglich starker König wurde von seinen Kronvasallen immer abhängiger, die Lehen wurden früh erblich, zersplitterten, andere Lösungen als das Lehenswesen funktionierten auf Dauer nicht, und am Ende des Mittelalters bzw. am Ende des 30-jährigen Krieges 1648 existierten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation mehrere hundert mehr oder weniger unabhängige Staaten und Herrschaften: Deutschland wurde dezentral regiert. Der König wurde gewählt, ursprünglich von vielen, im Spätmittelalter nur noch von 7 Kurfürsten: Wahlmonarchie. Angeln, Sachsen, Dänen und Normannen: Als sich die Römer im 5.Jh. aus England zurückzogen, drangen die Angeln, Sachsen und Jüten ein und bildeten eine Reihe von kleinen Reichen. Im 9. Jahrhundert drangen die Dänen ein und unterwarfen einen großen Teil der Insel. 1066 eroberte der Herzog der Normandie, Wilhelm (daher Wilhelm der Eroberer; vgl. auch den Teppich von Bayeux oder Ivanhoe oder Robin Hood), England. Am englischen Hof sprach man seither Französisch. Die Normannen bildeten die lehensrechtlich organisierte ritterliche Oberschicht, der König belehnte sie mit erobertem Land. Die Angelsachsen blieben Bauern oder Händler. Englisch-Französischer Gegensatz: 1154 kam das Haus Plantagenet in England auf den Thron. König Heinrich war Herzog der Normandie, hatte die geschiedene frz. Königin, Eleonore von Aquitanien (siehe oben Frankreich), mit ihrem Erbe geheiratet und gebot so über den größten Teil der Ländereien entlang der frz. Küste. Da der englische König zugleich Vasall des frz. Königs und mächtiger als dieser war, kam es zum englisch- französischen Gegensatz. Dessen Verlauf und Ergebnis siehe oben Frankreich. Magna Charta: Der schwache König Johann Ohneland (1199 - 1216), der gegen den frz. König Philipp II. August mehrere bedeutende Niederlagen erlitt und England vom Papst zu Lehen nahm, musste unter dem Druck des englischen Adels und des englischen Klerus die "Magna Charta Libertatum", einen Großen Freiheitsbrief, erlassen. Die Magna Charta mit ihren Bestimmungen wurde später zum Ausgangspunkt für die Ausbildung des englischen Parlamentarismus.
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