| Mittelalterliche deutsche Ostsiedlung | |||
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Die Slawen stammen ursprünglich aus dem Gebiet der Pripjet-Sümpfe im heutigen Weißrussland. Der Pripjet ist ein Nebenfluss des Dnjepr. Als die Germanen im Zuge der Völkerwanderung ihre Wohnsitze an Weichsel, Oder und Elbe im Zuge der Völkerwanderung verließen, breiteten sich die Slawen aus. Sie bevölkerten nun die ehemals germanischen Gebiete, wanderten aber auch auf den Balkan ein und drangen auf byzantinisches Gebiet und bis ans Schwarze Meer vor (vgl. Entwicklung zum Byzantinischen Reich). Im 10. Jahrhundert begann der slawische Stamm der Poleni, der ursprünglich an der Warthe, einem östlichen Nebenfluss der Oder, siedelte, mit der Unterwerfung der Elb- und Ostseeslawen, wobei ein slawischer Staat, das Herzogtum Polen, entstand. Die slawischen Bauern wohnten in Weilern und Einzelgehöften, bebauten das Land mit der Feld-Gras-Wirtschaft, d.h., dass auf den Feldern im jährlichen Wechsel Getreide angebaut und Gras wachsen gelassen wurde. Ernten waren so auf einem Feld nur jedes zweite Jahr möglich. Dazu nutzte man den hölzernen Hakenpflug. Getreide mahlte man mit der Handmühle. Die Religion war heidnisch, die Festungen Holz-Erde-Bauwerke. Städte mit steinernen Mauerringen und Gotteshäusern aus Stein mit Glasfenstern waren unbekannt. Die deutschen Bauern wohnten in Dörfern. Es bestand das System der Drei-Felder-Wirtschaft (Wechsel von Sommergetreide - Wintergetreide - Brache). Der eiserne Räderpflug, Wasser- und Windmühlen wurden verwendet. Im 12./13. Jahrhundert gab es in Deutschland eine große Welle von Stadtgründungen (vgl. Städte im Mittelalter). Die Religion war das Christentum. Deutsche Eroberung, Siedlung und Mission Franken und Ottonen: Schon in fränkischer und ottonischer Zeit kam es zu Auseinandersetzungen zwischen fränkischem bzw. deutschem Königreich und den Elbslawen, die in den Eroberungen Ottos I. östlich der Elbe und in der Gründung der (Erz)bistümer Magdeburg, Brandenburg, Havelberg und Meißen und in der Errichtung von Marken gipfelten. Dabei ging es nicht nur um die Slawenmission, sondern um Landerwerb zur Stärkung der Macht des Königs, der Markgrafen und Bischöfe (vgl. Ottonen). Nach dem Großen Slawenaufstand 983 waren die Gebiete aber wieder slawisch. Hochmittelalter: Im Hochmittelalter (12./13.Jh.) drangen die Deutschen erneut nach Osten vor, teils mit Gewalt (Beispiel Wendenkreuzzug 1147), teils wurden sie von christianisierten Slawenfürsten ins Land gerufen. So bat zum Beispiel 1226 Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden unter dessen Hochmeister Hermann von Salza um Hilfe gegen die heidnischen Pruzzen (Preußen) und überließ ihm dafür das Culmer Land in Preußen. Nun begann eine intensive deutsche Besiedlung der neuen Gebiete, die sogenannte mittelalterliche deutsche Ostsiedlung (früher: deutsche Ostkolonisation). Bevölkerungsanstieg und Neulandgewinnung Hintergrund für diese Siedlungsbewegung ist u.a. der Bevölkerungsanstieg im Altsiedelland. Dieser führte in den alten Gebieten des Reiches wegen der gesteigerten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und der Notwendigkeit, mehr Menschen Arbeit zu schaffen, einerseits zu einer großen Rodungsbewegung (Ortsnamen auf -reute), um neues Land zu gewinnen, andererseits zur Abwanderung von Kolonisten nach Osten. Im Osten locken bessere Bedingungen als im Westen. Die sogenannten Lokatoren, von Grundherren beauftragte Unternehmer, die Siedler anwarben und das Siedlungsrecht vergaben, konnten z.B. mit einer Reihe von Vorteilen für Bauern locken: Während im Westen vergleichsweise hohe Abgaben zu zahlen waren und in vielen Fällen auch noch Leibeigenschaft und Hörigkeit die Lebensbedingungen verschlechterten, wurden bäuerlichen Neusiedlern im Osten oft für die ersten Jahre die Abgaben erlassen, danach waren sie niedriger als im Altsiedelland. Auch bestimmte Dienste konnte erlassen werden. Man lockte auch mit dem Erbrecht am Boden oder verteilte Rechte, die im Westen schwerer zu bekommen waren. Die slawischen Bauern dagegen wurden überwiegend leibeigen und entrichteten höhere Abgaben. Auf die slawische Bevölkerung sah man eher herab. Es kamen aber nicht nur Bauern, sondern auch Handwerker, Kaufleute und Bergleute, die sich im Osten höhere Verdienste und bessere Verhältnisse versprachen. So entstanden im Osten schnell Städte, Das Magdeburger oder Lübecker Stadtrecht oder süddeutsche Stadtrechte, z.B. das Nürnberger Stadtrecht, fanden auch in den neuen Gebieten Verbreitung. Im Osten besonders verbreitete Orden waren die Zisterzienser und Prämonstratenser. Um 1400 waren Brandenburg, Mecklenburg, Pommern und Schlesien ganz überwiegend, Böhmen und Mähren zum größeren Teil deutsch besiedelt. Rückwirkungen auf das Altsiedelland Dort musste man sich anpassen. Leibeigenschaft und hohe Abgaben gingen zurück. Den Bauern ging es im 12. - 14. Jahrhundert besser.
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