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Karte Europa um 1500

Kartenpuzzle Europa um 1500
Karte Bauernkrieg im heutigen Baden-Württemberg
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Karte Bauernkrieg
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Karte Ausbreitung der Reformation um 1570
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Glaubensspaltung in Mitteleuropa um 1580
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Gegenreformation und Ansiedlung Glaubensvertriebener 1515 - 1732
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Bilder
Es werden bewusst nicht immer inhaltliche Hinweise gegeben.
Pilgerzug zur Kirche der Schönen
Maria in Regensburg
Von Michael Ostendorfer (†1559) 1520
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Bilderklärung zu Ostendorfers Pilgerzug zur Kirche der Schönen
Maria in Regensburg
ostendorfer.de
Hans Sebald Behaim (1500 -
1550) Allegorie auf das
Mönchtum. 1521
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Holzschnitt 1: "Tafelrunde
des Lasters". Deutscher Holzschnitt, 1546
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Ego sum Papa
(lat.= Ich bin der Papst) Papst Alexander VI. (1431?–1503, Papst
1492–1503) Um 1500
wissdok.com
Holzschnitt 2
von Erhard Schoen (†1542). Der Mönch ist Luther.
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Antiklerikale Karikaturen - Reformation und Gegenreformation
Umfangreiche Sammlung, überwiegend Holzschnitte
16,7 MB!
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Bücher zum Thema Europa um 1500
in der KMG- Schülerbücherei
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Reformation in Deutschland im Überblick
mit Biografien und "12 Artikeln"
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Holzschnitte zur
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Mit
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Ein feste Burg ist unser Gott
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Ein feste
Burg ist unser Gott: Melodie
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Basiswissen
1 - Phasen
der Reformation
1a
Erste
Phase 1517 - 1524: Luther ist die überragende Persönlichkeit, seine
Popularität ist enorm. er wird wird in allen Kreisen des Volkes
unterstützt bis hinein in städtisches Patriziat und sogar
Reichsfürstenstand. Der katholische Einfluss bricht fast zusammen. Luther
und die Reformatoren Huldreich (Ulrich) Zwingli (Schweiz) und Thomas
Müntzer (Thüringen) sind Weggefährten.
1b
Zweite
Phase 1524 - 1525: Die Revolution des "Gemeinen Mannes",
also des einfachen Mannes, der Bauern, bricht aus. Sie wird
"Bauernkrieg" genannt. In vieler Hinsicht kann man auch
von der radikalen Reformation sprechen. Der
Bauernkrieg erfasst v.a. Südwestdeutschland, Thüringen und Tirol.
Er richtet sich gegen Kaiser, Adel,
Patriziat, katholische Kirche, aber in der Konsequenz auch gegen die
Wittenberger Theologen um Luther. Zwingli und Müntzer und viele andere
Theologen schlagen sich auf die Seite der Bauern, die sich bewaffnet
zusammenrotten und damit sogenannte "Bauernhaufen" bilden. Die
Bauern formulieren verschiedene Programme, das bekannteste sind die 1525
in Memmingen verfassten 12 Artikel. Die
Gegner - ihr bekanntester Anführer ist Georg Truchsess von Waldburg -
siegen, es kommt zu einem grausamen Strafgericht unter den Bauern, aber
auch zu einigen Verbesserungen. Die radikalen Theologen, die den
Bauernkrieg gerechtfertigt hatten und von den Bauern gewählt worden
waren, werden verfolgt und müssen fliehen.
1c
Dritte
Phase 1525 - 1555: Es kommt einerseits zu einem Wiedererstarken der
katholischen Partei, andererseits zu einer Festigung des Luthertums. In
der
"Confessio Augustana", dem Augsburger Bekenntnis,
vorgetragen auf dem Augsburger Reichstag, sind die lutherischen Lehren
fixiert. Es bilden sich lutherische Landeskirchen. 1547
kommt es zum ersten Glaubenskrieg, dem Schmalkaldischen Krieg, der mit
einem Sieg des Kaisers endet. Der französisch- habsburgische und der
türkisch- habsburgische Gegensatz (vgl. Basiswissen Habsburgisches
Universalreich) verhindern jedoch einen dauerhaften Sieg des Kaisers, weil
er auf die lutherischen Reichsstände im Kriege angewiesen ist. 1534
gründet Ignatius von Loyola den Jesuitenorden, den Hauptorden der
Gegenreformation. 1545 beginnt das Konzil von Trient, auf dem sich die
katholische Kirche erneuert und festigt.
| Aufgabenvorschlag
Phasen der Reformation

Arbeitsblatt Phasen der
Reformation und Lebenslauf Luthers
Lade Seite 1 des Arbeitsblatts
herunter und fülle den oberen Teil (1a - 1c) in Stichworten aus.
Der untere Teil sollte später ausgefüllt werden.
|
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2 - Kirche am Vorabend der Reformation
Das
Renaissance-Papsttum: Der Papst ist nicht nur Oberhaupt der
geistlichen Institution Kirche, sondern des Kirchenstaates, somit
zugleich geistlicher Fürst. Die päpstliche Armee umfasst
zeitweilig die Hälfte bis drei Viertel der französischen. Die Päpste
führen häufig Krieg. Repräsentation wird groß geschrieben, man feiert,
festet, turniert und geht zur Jagd. Die Stellvertreter Christi verstehen
sich als Humanisten und fördern Renaissance-Kunst und Wissenschaft. Ihr
Lebenswandel (Söhne und Töchter, usw.) ist alles andere als vorbildlich.
Der Bau des Petersdoms verschlingt Unsummen, die zum Teil über
Ablassgelder und
Simonie
(Ämterkauf) aufgebracht werden. Überall herrscht
Nepotismus (Vetterleswirtschaft).
Hoher
Klerus: Er macht es nicht anders als das Oberhaupt der Kirche.
Ämterkauf und Ämterhäufung sind ein Ärgernis. Kirchenfürsten feiern
selten die
Messe
und
beichten
oft Jahre lang nicht. Die Kirche erhöht
Abgaben und Dienste für die Bauern oder beteiligt sich am Bauern legen
(vgl.
Basiswissen Adel und Bauern beim Übergang zur
Neuzeit).
Niederer
Klerus: Habgier, Genusssucht, Nichtstun und
Konkubinat
beim niederen
Klerus geben Anlass zu heftigen Klagen. Niedere Kleriker können oft kein
Latein, die Klosterzucht verfällt. Während die Seelsorge vernachlässigt
wird, steigen die Gebühren für kirchliche Dienste. Mit
Dispensgeldern
und
Ablassbriefen
kann man sich von Sünden befreien. Natürlich gibt es
auch andere Geistliche, aber der Verfall war insgesamt eben allzu
deutlich.
Volksfrömmigkeit:
Aberglaube, Magie, Wunderglaube und Antisemitismus allerorten.
Reliquienkult und
Wallfahrten
(siehe
Holzschnitt
Ostendorfer mit
Beschreibung) bestimmen das Bild genauso wie Stiftungen
und neue Formen der Religiosität. Neben den Klöstern entstehen
Laienbruderschaften.
Das religiöse Bedürfnis sitzt tief, die religiöse
Inbrunst wird aus den spätgotischen Andachtsbildern noch heute
eindringlich sichtbar.
Aufgabenvorschläge
zu "Kirche am Vorabend der Reformation"

Arbeitsblatt
"Kirche am Vorabend der Reformation"
Fülle das Arbeitsblatt mit Hilfe von Abschnitt "2 - Kirche
am Vorabend der Reformation" aus.
- Bildinterpretationen:
a: Hans Sebald
Behaim (1500 -
1550) Allegorie auf das
Mönchtum. 1521.
Superbia = Hochmut / Luxuria = Luxus / Avaricia = Habgier /
Paupertas = Armut
b:
Holzschnitt 1
c:
Ego sum Papa (= Ich bin (der)
Papst.)
d:
Holzschnitt 2 (Der Mönch
stellt Luther dar.)
Interpretiert arbeitsteilig in Gruppen die Bilder vor dem
Hintergrund der Kirche am Vorabend der Reformation.
- Was wird dargestellt? Versuche Figuren zu deuten.
- Worin besteht die Bildaussage?
- Inwiefern handelt es sich um Propaganda und zu wessen
Gunsten?
- Gehe auch auf den Holzschnitt als Propagandamittel sowie die
Rolle des Druckes (Gutenberg!) ein.
- Expertenauftrag:
Farbholzschnitt Ostendorfer

Holzschnitt Pilgerzug zur Kirche der Schönen
Maria in Regensburg

Bilderklärung zu Ostendorfers Pilgerzug...
a -
Sieh die beiden Links an, mache stichwortartige Notizen von der
Bildbeschreibung und stelle dann das Bild kurz vor
der Klasse vor. Ordne es in den Zeitzusammenhang ein.
- Luther und die Juden

Luther und die Juden
de.wikipedia.org
b -
Schreibe Luthers Verhältnis zum Judentum in Stichworten für
einen Kurzvortrag vor der Klasse heraus. Stelle dabei der Klasse
seinen Sieben- Punkte- Plan zum Umgang mit den Juden vor.
"Ob diese Judenfeindschaft in Luthers Theologie angelegt war oder nur dem Zeitgeist folgte, ist umstritten".
Nimm Stellung zu dieser Frage, ziehe dabei auch folgende Stelle
aus dem ersten Brief des Paulus an die Thessalonicher
1
Thess. 2,13 - 2,16 zu Rate sowie die sogenannte
"Judensau"
an der Stadtkirche zu Wittenberg..
Konnte sich der NS- Ideologe Julius Streicher mit seinem
hasserfüllten rassischen Antisemitismus vor dem Nürnberger
Kriegsverbrechertribunal zu Recht auf Luther berufen?

Pogrome, Holocaust und Martin Luther
Mehr zum Thema zur selbstständigen Vertiefung bei Interesse.
Untersucht werden auch heutige Stellungnahmen evangelischer
Kirchen zum Thema Luther und die Juden.
hpd-online.de
|
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3 - Luthers
Lehre
Katholische
Lehre zur Zeit Luthers: Nach katholischer Lehre besteht ein
unüberbrückbarer Unterschied zwischen
Laien
und
Priestern. Die Priester
vermitteln zwischen Gott und den Laien, sie spenden sieben
Sakramente
(Taufe, Firmung, Abendmahl, Beichte, Krankensalbung [früher: Letzte Ölung oder
Sterbesakrament], Weihe/Ordination, Ehe) und legen die Schrift aus. Der
Papst ist als angeblicher Nachfolger Petri Oberhaupt der katholischen Kirche, die
streng hierarchisch organisiert ist (Papst, Kardinäle, Erzbischöfe,
Bischöfe, ...; seit der 2. Hälfte des 20.Jhs. auch demokratische Elemente).
Märtyrer - sie starben, weil sie ihren Glauben bekannten - und die Verehrung der
Heiligen
spielen eine wichtige Rolle,
ebenso
Orden. Gute Werke
(
Jak
2,24) sind für die Erlösung des Menschen entscheidend
wichtig (katholische Werkgerechtigkeit). Die
Messe
wird auf Latein gelesen
(heute nicht mehr). Es gelten Schriftprinzip (Bibel) UND Tradition
(Heilige, Märtyrer,
Reliquienkult,
Wallfahrt
...). Dagegen steht
Luthers
Lehre: Auch Laien seien durch die Taufe Priester, es bedürfe
keiner Vermittlung zwischen Gott und den Gläubigen. Daraus folgert er
eine demokratische Kirchenverfassung (von unten nach oben organisiert),
die er nach dem Bauernkrieg aber zurücknimmt (Evangelische Landeskirche).
Außerdem legen demnach auch die Laien die Bibel aus, was nach dem
Bauernkrieg (viele verschiedene konkurrierende religiöse Richtungen, v.a.
wenn jedermann die Bibel auslegen kann!)
ebenfalls revidiert wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Bibel in der
Volkssprache vorliegt, daher die Bibelübersetzung Luthers.
Luther lehnt Orden und Heilige ab: Nur was in der Bibel steht, ist
verbindlich, die Offenbarung geschieht nur durch die Bibel: Schriftprinzip
(sola scriptura = nur die Schrift)! Entscheidend für die Erlangung des
Seelenheils sind der Glaube (sola fide = nur durch den Glauben) und die Gnade
Gottes (sola gratia = nur durch die Gnade Gottes) (
Röm
3,28).
Aufgabenvorschläge
zu Luthers Lehre

Arbeitsblatt Luthers Lehre
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es so aus, dass
Zusammengehöriges in der gleichen Zeile steht.
- Erkläre die Begriffe und
Gegensätze.
- Die Auseinandersetzung
zwischen den beiden Konfessionen steigert sich bis hin zu den
Glaubenskriegen, die im Dreißigjährigen Krieg 1618 - 1648
ihren Höhepunkt finden, der für Deutschland schlimmer endete
als der Zweite Weltkrieg.
Wie erklärst du dir die maßlose Schärfe der
Auseinandersetzung?
a)
Gehe vom jeweiligen theologischen Anspruch der Konfessionen und
ihrer jeweiligen Gläubigen aus.
b)
Untersuche dann, was Papst und katholische Kirche alles zu
verlieren haben.
c)
Betrachte die Sache aus dem Blickwinkel Kaiser Karls V. und
ziehe dabei die Karte zu Rate.
- Wer hat
eigentlich von der Bibel her gesehen Deiner Meinung nach in
der Sache recht?
a)
Ziehe die Bibelzitate heran:
Jak
2,24 und
Röm
3,28.
b)
Zum Verhältnis von kirchlicher Einheit und Bibeltext siehe
hier. Wo liegt das Problem?
|
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4 - Lebenslauf Martin Luthers (1483
- 1546)
4a - Vor
der Reformation Martin Luther,
geboren 1483 in Eisleben, wird zum Reformator der Deutschen.
Der halbwegs wohlhabende Vater ist Hüttenmeister im Kupferschieferbergbau
von Mansfeld, wo Luther aufwuchs.
1501 - 1505 studiert Luther in Erfurt Rechtswissenschaften,
tritt gegen den Willen des Vaters in Erfüllung eines Gelöbnisses am 17. Juli
1505 in das Kloster der Augustinereremiten in Erfurt ein.
1508 wird er zum Theologiestudium nach Wittenberg versetzt. 1508
wird er Professor der Bibel, reist 1510 nach Rom, wo ihn
der dortige Sittenverfall und Zustand der Kirche schockieren, und wird endlich in Wittenberg 1512 Doktor der Theologie.
Da er sich außer Stande sieht, Gottes Forderung aus Liebe statt aus Angst
zu erfüllen, und weil er deshalb an der Vergebung der Sünden zweifelt,
kommt er in schwere seelische Bedrängnis. Unter diesem Druck entwickelt er
seine von der römisch- katholischen abweichende Lehre,
was dann zum Bruch mit dem Katholizismus und dem Papst führt. 4b
- Während der
gemäßigten Phase der Reformation
1517 schlägt er (angeblich?) seine 95 Thesen, in
denen kirchliche Missstände wie das Ablasswesen [
Ablassbrief
] öffentlich diskutiert
werden sollten, an die
Kirchentür der Schlosskirche zu
Wittenberg: Das ist der Beginn der Reformation.
So kommt es 1518 auf dem Reichstag zu Augsburg zum Verhör
Luthers durch Kardinal Cajetan wegen Ketzerei. Einen Widerruf seiner
Lehre verweigert er, wenn er nicht durch die Bibel widerlegt würde.
Einer Verhaftung kann er sich durch Flucht entziehen.
Luthers Konflikt mit dem Papsttum eskaliert zusehends, 1520 wird in Rom eine
Bannandrohungsbulle des Renaissance-Papstes Leo X. gegen Luther
veröffentlicht, die dessen Widerruf binnen 60 Tagen und die Verbrennung
seiner Werke verlangt. Am 10. Dezember 1520 verbrennt Luther
diese, das Kirchenrecht, ein Beichthandbuch sowie die Schriften seiner
Gegner öffentlich in Wittenberg. Am 3. Januar 1521 wird dann der Kirchenbann über Luther verhängt. Mit diesem verbunden ist ein
Fluch und ein Ausschluss aus der christlichen Gemeinschaft. Die weltliche
Folge ist die Acht, die auf dem Wormser Reichstag 1521
über Luther verhängt wird, weil dieser sich nach wie vor weigert, seine Lehre zu widerrufen.
(Sein Ausspruch: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen"
ist historisch nicht verbürgt.) Damit ist Luther vogelfrei, das heißt,
dass jedermann ihn straffrei töten, verletzen oder ausrauben kann.
Aber sein Landesherr, Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen, lässt ihn
am 4. Mai 1521 entführen und versteckt ihn als Junker Jörg auf der
Wartburg, wo Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzt, siehe
Lutherstube
und
Tintenfleck. Mit seiner Übersetzung, die
sich durch die Druckkunst rasend schnell verbreitet, macht Luther dieses
Werk dem Volk zugänglich und leistet einen entscheidenden Beitrag zur
Entwicklung der deutschen Sprache. Details siehe
Lutherbibel.
1525 heiratet er die ehemalige Nonne
Katharina von
Bora. 4c
- Während des
Bauernkriegs (Revolution des Gemeinen Mannes)
Die Reformation spaltet sich nun zunehmend auf in gemäßigte Kräfte um
Luther und radikalere Kräfte. So setzt sich Luther zum Beispiel 1522
von
seinem Kollegen Karlstadt ab, der den Bildersturm befürwortet, ebenso
von dem noch radikaleren Thomas Müntzer.
Im Bauernkrieg 1524/25 (in Tirol bis 1526), der Revolution des
Gemeinen Mannes, ruft er nach anfänglichen Vermittlungsversuchen in seiner Schrift
"Wider die mörderischen und räuberischen Bauern" dazu auf, diese
"zu würgen
und zu stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, und gedenken,
dass nichts ... Schädlicheres und Teuflischeres sein kann denn ein
aufrührerischer Mensch". Er wendet sich gegen Sozialreformen, z. B.
die Abschaffung der Leibeigenschaft, die von radikalen Theologen aus der
Bibel hergeleitet werden, und unterstützt die Fürsten, die über die
"Bauernhaufen" siegen und Rache nehmen. Mit seiner gegen
sozialen Umsturz und gegen soziale Gleichheit gerichteten Auffassung und
mit seiner Treue gegenüber der Obrigkeit steht Luther ganz in
mittelalterlich- kirchlicher Tradition (vgl. dieses
Wandgemälde
des Jüngsten Gerichts aus Ravensburg sowie in paulinischer Tradition, vgl.
Röm
13,1 und
Röm.
13,2. Paulus hatte ja auch die Sklaverei in
1.
Kor. 7,20ff.) ausdrücklich
gerechtfertigt hatte.
Auch für die
Juden hat Luther wie viele seiner
Zeitgenossen nichts übrig.
4d - Nach
dem Bauernkrieg Nach
dem Bauernkrieg, also nach 1525, sind die radikalen
Geistlichen getötet oder müssen fliehen. Unter dem Schutz seines Landesherren,
des sächsischen Kurfürsten, begründet Luther die Evangelische
Landeskirche in Kursachsen und fordert Andersgläubige zum Verlassen des
Landes auf. Andere evangelische Landesherren ziehen nach diesem Vorbild
nach. Katholische Klöster und Stifte werden zugunsten der Landesfürsten,
zugunsten der Ritterschaft bzw. der Städte und zugunsten gemeinnütziger
Zwecke (z.B. Ausbildungsstätten für Pfarrer, Schulen, Universitäten und
Armenversorgung) enteignet.
Gegen die Aufhebung der Duldung der Evangelischen durch den Kaiser legen
diese 1529 die Protestation von Speyer auf dem dortigen
Reichstag ein. Von daher kommt der Name "Protestanten". Auf dem
Augsburger Reichstag 1530, an dem der immer noch geächtete
Luther nicht teilnehmen kann, legt Philipp Melanchthon, ein Gefährte
Luthers, das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) vor. Kaiser Karl
V. duldet dieses Bekenntnis.
Bis zu seinem Ende hält Luther Vorlesungen, arbeitet als Seelsorger und
verfasst weitere Schriften. Luther stirbt am 18. Februar 1546 in Eisleben
und wird in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt.
| Aufgabenvorschläge
Lebenslauf Martin Luthers

Arbeitsblatt Phasen der
Reformation und Lebenslauf Martin Luthers
- Lade Seite 1 des Arbeitsblatts
herunter und fülle den unteren Teil (2a - 2d) in Stichworten aus.
Falls der Platz nicht reicht, müsste Seite 2 nachgeladen werden
(oder Tabelle von Hand erweitern).
- Erläutere die juristischen
Schritte bis zu Luthers Ächtung:
Bannandrohungsbulle, ..... bis Vogelfreiheit. (Begriffe
erläutern)
- Notiere in Stichworten für
eine Diskussion: Wie beurteilst du Luthers Haltung
zu anderen reformatorischen Kräften?
Wie kommt es, dass sich die
Lehre Luthers in vielen Teilen Deutschlands durchsetzen konnte, diejenige der anderen
Reformatoren in den meisten Territorien dagegen nicht? War es
pure Überzeugungskraft?
|
Nach oben 5
- Die Radikale Phase der Reformation: Der Bauernkrieg 1524/25 oder Die
Revolution des Gemeinen Mannes 5a
- Der Rahmen
Wo sich der Bauernkrieg abgespielt hat, ist diesen
Karten
zu entnehmen. Wie Adel und Bauern am Übergang zur Neuzeit leben und wie
es zu einer revolutionären Situation kommen kann, steht in der
entsprechenden
Lernumgebung. Einen Überblick über den Verlauf des Bauernkriegs
erhältst du
hier. (Entschieden
ausführlicher steht es bei
Wikipedia.)
Aufgabenvorschläge
Bauernkrieg: Der Rahmen
- Wechsle zur Lernumgebung
"Adel
und Bauern beim Übergang zur Neuzeit" und löse die
dortige Aufgabe, um dich über die Vorgeschichte des
Bauernkrieges zu informieren.

Arbeitsblatt Verlauf und
Ergebnisse des Bauernkriegs
Lade das Arbeitsblatt herunter und rufe den Link
Bauernkrieg
auf.
a)
Rufe die Karte auf und kopiere sie in das linke Feld des
Arbeitsblattes.
b)
Schreibe in das rechte Feld eine Legende. Die Nummern im Text
entsprechen den Nummern auf der Karte. Trage jeweils die
Bauernhaufen und ihre Führer ein, gegebenenfalls auch noch ein
wichtiges Ereignis. In Blau der Zug des Truchsess.
|
Nach oben
5b - Radikale(re)
Reformatoren: Ulrich (Huldreich) Zwingli (1484 - 1531) - Thomas
Müntzer (um 1490 - 1525)
Die Reformation bringt eine lange Reihe bedeutender Reformatoren hervor,
die sich alle mit Gründen auf die Bibel berufen können, siehe
hier. Hier werden nur
exemplarisch zwei weitere Reformatoren vorgestellt. Für Tirol besonders
wichtig ist
Michael Gaismair. 5b
- 1 Ulrich
Zwingli (1484 - 1531) Zwingli
wird am 1.1.1484 in Wildhaus im Toggenburg/ St.Gallen
geboren. Sein Vater ist begüterter Landwirt und Gemeindeammann (Heute
würde man Bürgermeister sagen). Nach
seiner Ausbildung an der Universität in Wien und in Basel erhält er eine
Pfarrstelle in Glarus/ Einsiedeln. Ab 1519 versieht er
den Dienst als Leutpriester am Großmünster in Zürich. Eine schwere
Erkrankung an der Pest führt zu seinem Glauben, dass nur die Gnade Gottes
den Menschen retten könne, was eine Abwendung von der katholischen Kirche
in einer zentralen Frage und eine Parallele zu Luther bedeutet. Auch
dessen Schriften und die des Humanisten Erasmus von Rotterdam veranlassen
ihn dazu, für antipäpstliche Reformen einzutreten. Wie
Luther vertritt er gegen die katholische Kirche das Schriftprinzip. Die
politische und soziale Wirklichkeit misst er an den Vorgaben der Bibel,
wie er sie versteht, und kommt teilweise zu ähnlichen Schlussfolgerungen
wie Luther: Reliquien und Heiligenlehnt er ebenso ab wie den
Zölibat, das Fastengebot, Klöster, Beichte und die
katholische Auffassung der Eucharistie (Abendmahl).
Er hat den Bilderkult der Katholiken vor Augen mit wundertätigen
Gnadenbildern an vielen Wallfahrtsorten, verurteilt deshalb die Verehrung
von Bildern und unterstützt die Abschaffung der Bilder in den Kirchen. Zwingli
ist der Auffassung, die geistliche Herrschaft komme der weltlichen Obrigkeit,
also dem Staat, zu; die weltliche Ordnung muss wie bei Müntzer dem Evangelium entsprechen; tut sie das nicht, so haben die Gläubigen ein Widerstandsrecht.
Wegen seiner Übertretung des Fastengebots kommt es dann 1522
zu einem Disput mit dem Bischof von Konstanz, dem Müntzer untersteht.
Papst Hadrian VI. erteilt ihm Kanzelverbot und fordert den Rat der Stadt
Zürich auf, Zwingli als Ketzer zu ächten, aber nach einem
Streitgespräch über Zwinglis Lehre, die dieser in den sogenannten 67
Artikeln zusammenfasst, schlägt sich der Rat auf Zwinglis Seite und der
Reformator darf nun unter der Leitung des Rats der Stadt die Züricher Reformation
durchführen. Bei der Abschaffung der Bilder kommt es zur Zerstörung
bedeutender Kunstwerke.
1522 heiratet er Anna Reinhart, zunächst heimlich,
1524 dann öffentlich. 1524 und 1529 übersetzt er die Bibel
zusammen mit Leo Jud ins Deutsche (Züricher Bibel). Zum
Bruch mit Luther kommt es 1529 auf dem Marburger
Religionsgespräch zwischen Zwingli einerseits und Luther und Melanchthon
andererseits über die Frage des Symbolcharakters des Abendmahls, den
Luther verneint. Zwingli sorgte dafür, dass die Täufer aus Zürich
vertrieben bzw. nach Gefangennahme und Folterung hingerichtet wurden.
Die Züricher Reformation unter Zwingli erzielt eine große Wirkung auf Oberdeutschland.
Die Verfasser der
Zwölf Artikel, einem in
Memmingen während des Bauernkrieges verfassten Bauernprogramm, sind von
Zwingli inspiriert.
V. a. die Schweiz selbst aber spaltet sich nun konfessionell. Auf der
einen Seite stehen die Innerschweizer Kantone, die dem Katholizismus treu
bleiben, auf der anderen Seite die Kantone Basel, Bern, Schaffhausen, St. Gallen, Graubünden und Appenzell,
die Zwingli anhängen.
Der Konflikt eskaliert militärisch, 1531
fällt Zwingli in der Schlacht bei Kappel als Feldgeistlicher der reformatorischen
Truppen, die Leiche wird gevierteilt und verbrannt (keine Auferstehung des
Leibes).
1549 schließen sich
Zwinglianer und Calvinisten zusammen. Bis heute ist die Schweiz
ebenso wie Deutschland konfessionell geteilt.
Nach oben
5b
- 2 Thomas
Müntzer (um 1490 - 1525)
Thomas Müntzer wird um 1490 in Stolberg im Harz geboren. Nach
dem Studium der Theologie wird er
Lehrer und Geistlicher an verschiedenen Orten. 1520 wird er
auf Empfehlung Luthers, den er 1519 in Leipzig kennen
gelernt hat, Pfarrer in Zwickau. Er schließt sich den
"Propheten von Zwickau" an, die zu den (Wieder)täufern
gehören, also die Erwachsenentaufe befürworten, weil sie die Taufe
unmündiger Kinder als unbiblisch und ungültig verwerfen. Er
sympathisiert mit den Armen. Von Zwickau wird er nach Böhmen vertrieben,
wo er 1521 das "Prager
Manifest" verfasst, in dem er seine Gedanken zusammenfasst.
Müntzer glaubt nicht einfach an die Wirkung und Offenbarung von Gottes Wort allein durch
die Schrift wie Luther, sondern auch an die unmittelbaren Wirkung des göttlichen Wortes
auf den Gläubigen durch den
Heiligen Geist (
Joh
3,1 - 3,8). Die Bibel berichtet
für ihn v.a. vom Umgang erleuchteter Seelen mit Gott. Bücherwissen
reicht ihm nicht aus.
Darüber hinaus befürwortet und unterstützt Müntzer die Verwirklichung des Evangeliums in einem
Reich Gottes auf Erden. Man lebe in einer apokalyptischen Zeit, in der das göttliche
Gericht anbreche (Apokalypse = schreckliches Weltende). Er versteht die Bibel also auch als Aufforderung, die
Gebote Gottes politisch in der Welt umzusetzen, denn die weltliche Ordnung
muss biblischen Vorschriften entsprechen. Er beruft sich dabei zum
Beispiel auf
Ex
22,20 , in dem es um Schutz vor
Unterdrückung und Ausbeutung geht. Damit trifft er auf den Widerstand der
Mächtigen und Reichen seiner Zeit, der Fürsten, des Adels und der
Patrizier in den Städten, die dies zu verhindern suchen, und denen er
vorwirft, den von ihm befürworteten Widerstand der Armen
heraufzubeschwören und "Gottlose" zu sein. Die Gewalt
wird auch neutestamentlich gerechtfertigt mit
Mt
10,34, aber auch alttestamentlich z.B. mit
Dtn 13,5.
1523/24 wirkt er als Pfarrer in Allstedt. Schon vor Luther
führt er die deutsche Sprache für Liturgie, Predigt und Lied ein. Er
gründet dort einen "Bund" aus Bürgern, Bauern und Bergleuten gegen die "Gottlosen";
die politische Radikalisierung hat begonnen.
Mit der Fürstenpredigt von 1524 unternimmt er den Versuch, den Kurfürsten von Sachsen von seinen
Auffassungen zu überzeugen, scheitert aber. Er wird auf Betreiben Luthers
entlassen und verfasst weitere Schriften
gegen diesen.
1525 ist Müntzer Pfarrer in
Mühlhausen/ Thüringen. Er wird Anführer des Bauerkrieges in Thüringen.
Nach der Schlacht von Frankenhausen im Mai 1525 wird er von
den Truppen Philipps von Hessen gefangen genommen, gefoltert und danach
enthauptet.
Thomas Müntzer steht in der sozialen Tradition des Christentums, die bis
auf das Urchristentum zurückgeht, siehe z.B. die Geschichte vom Betrug des Hananias und der Saphira
Apg
5,1 ff. .
Aufgabenvorschläge
zu Zwingli und Müntzer

Arbeitsblatt Thomas Müntzer und Huldreich Zwingli
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es aus. Falls der
Platz für die Lebensläufe nicht reicht, einfach Tabelle auf
einem weiteren Blatt nach unten verlängern.
- Vergleiche
Zwingli und Müntzer hinsichtlich
a)
ihrer Gemeinsamkeiten
b)
ihrer Unterschiede
c)
ihrer Gegner
d)
ihrer Unterstützer
- Vergleiche
Zwingli und Müntzer mit Luther hinsichtlich
Lehre
und
Lebenslauf.
- Wollen
Zwingli und Müntzer einen Gottesstaat (= eine
Theokratie)
errichten? Nenne heutige Theokratien.
|
Nach oben
5c
- Die Forderungen der Bauern: Die zwölf Artikel
Die zwölf
Artikel sind ein Bauernprogramm, verfasst unter Federführung von Dr.
Christoph Schappeler, dem Memminger Reformator, und Sebastian Lotzer in
Memmingen. Es steht hier als Beispiel für typische Auffassungen und
Forderungen der aufständischen Bauern.
In der Einleitung berufen sich die Artikel auf das Evangelium und
wenden sich gegen die "Beschwerung" der Bauern durch geistliche
und weltliche Obrigkeit (vgl.
Lernumgebung
"Adel und Bauern beim Übergang zur Neuzeit"). Im Einzelnen
werden gefordert:
- Freie Pfarrerwahl durch
Dorfgemeinden
- Keine Zehntabgaben an Grundherren
- Abschaffung der Leibeigenschaft
- Freier Fisch- und Geflügelfang;
freie Jagd
- Kostenloses Schlagen von Brenn-
und Bauholz
- Keine Mehrung von Diensten,
sondern dienen, "wie unsere Eltern gedient haben" (altes,
herkömmliches deutsches Recht statt neu eingeführtes römisches
Recht)
- Weitere Dienste nur gegen
Bezahlung und zu günstiger Zeit (z.B. nicht während der Ernte)
- Neueinschätzung des Pachtzinses
- Strafgewalt der Grundherren nur
aufgrund herkömmlichen Rechts (vgl. Artikel 6)
- Gemeindebesitz an Wiesen und Äckern
(Allmende)
- Abschaffung des Todfalls (Abgabe
beim Tod eines Pachtbauern)
- Wenn ein Artikel nicht der
Schrift entspricht, wird er zurückgezogen.
Aufgabenvorschläge:
Zwölf Artikel

Arbeitsblatt Die zwölf Artikel der Bauernschaft gegenüber dem Schwäbischen Bund
Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es
aus.
Die Aufgaben auf der Lernumgebung
"Adel und Bauern beim Übergang zur Neuzeit" solltest du
vorher gelöst haben.
- Notiere
Stichworte zu folgender Situation: Die Bauern des Dorfes X haben
die Wahl zwischen Pfarrern, die Luther, Müntzer und Zwingli
anhängen. Vor der Wahl kommt es zu einer Veranstaltung,
in der diskutiert wird, welcher Pfarrer gewählt werden
soll.
- Notiere
als Vorbereitung auf eine Diskussion Stichwörter
zu der Frage: Handelt es sich um einen Bauernkrieg oder um eine
Revolution des Gemeinen (=einfachen) Mannes?
|
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6
- Kirchenordnungen Die
katholische Kirche sieht über sich Gott, an ihrer Spitze den Papst,
darunter den hohen Klerus, unter diesem wieder den niederen Klerus. Ganz
unten stehen die Laien. Zwischen Gott und Laien schiebt sich vermittelnd
das Priestertum, das den direkten Zugang zu Gott außer über das Gebet
durch Sakramente, Lehrautorität und lateinische Messe (heute entfallen)
einschränkt.
Als Luther klar wird, dass innerhalb der katholischen Kirche für ihn kein
Platz ist und als die Reformation fortschreitet, stellt sich die Frage
nach der Organisation der lutherischen Kirche. Vor (!) dem
Bauernkrieg entwirft er folgendes Modell: Laien sind Priester, die
Trennung ist aufgehoben. Laien übernehmen damit auch ursprünglich
priesterliche Funktionen. Die Prediger werden von den Laien gewählt. Die
Laien haben direkten Zugang zu Gott über die volkssprachliche Bibel.
Nach (!) dem Bauernkrieg haben sich Luthers Vorstellungen
von einer Kirchenordnung verändert. Die Kursächsische Visitationsordnung
von 1528 sieht Folgendes vor: Im Unterschied zum Modell vor dem
Bauernkrieg unterliegen die Pfarrer einer theologischen Ausbildung und
werden staatlich besoldet. Sie sind vom Landesherrn, also dem Kurfürsten,
eingesetzt und werden von kurfürstlich eingesetzten Visitatoren in der
Ausübung ihres Amtes kontrolliert. Die Wahl der Pfarrer durch die Laien
entfällt. Die Enteignung der katholischen Einrichtungen kommt teilweise
der Pfarrerausbildung und -besoldung zugute.
Aufgabenvorschläge
zu den Kirchenordnungen

Arbeitsblatt
Kirchenordnungen
Lade das Arbeitsblatt herunter und ergänze es, indem Du die
beiden lutherischen Modelle grafisch darstellst. Gott und die
Laien als grafische Elemente kannst du, gegebenenfalls
verändert, übernehmen.
- a)
Erläutere vor der Klasse, welcher grundsätzliche Unterschied
zwischen den lutherischen Kirchenordnungen und der katholischen
Kirchenordnung besteht.
b)
Erläutere, welche Veränderungen die Kursächsische
Visitationsordnung gegenüber dem früheren lutherischen Modell
bringt.
c)
Zeige, wer von der Kursächsischen Visitationsordnung in welcher
Weise profitiert und wer der Verlierer ist. In welchem
Verhältnis stehen Staat und Religion zueinander?
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7 - Ergebnisse
der Reformation Kaiser
Karl V. will im Hinblick auf seine kaiserliche Herrschaft und auf seine
ausgedehnten Territorien in Europa und Amerika die Einheit im katholischen
Glauben bewahren (Karte). Die Habsburger
verstehen sich als katholische Universalmacht. Aber ihr Anspruch scheitert an der Reformation, an den Bestrebungen der Reichsstände, am
habsburgisch- türkischen und am habsburgisch- französischen Gegensatz.
Immer wenn der Kaiser von Franzosen oder Türken oder beiden bedroht wird,
ist er auf die militärische Hilfe der protestantischen
Reichsstände angewiesen und muss ihnen deshalb konfessionelle
Zugeständnisse machen.
Als zum Beispiel der Kaiser 1544 mit Frankreich Frieden schließen kann,
hat er Zeit und Möglichkeiten, den Schmalkaldischen Bund, einen
Zusammenschluss der protestantischen Reichsstände, im Schmalkaldischen
Krieg 1547 (erste kriegerische Auseinandersetzung der verfeindeten
Konfessionen auf deutschem Boden) zu besiegen. 1548 müssen die
Protestanten Rückschläge hinnehmen, aber schon 1552 zwingt eine
Verschwörung lutherischer UND katholischer Reichsstände, die sich im
Bündnis mit den Franzosen befinden, den Kaiser zur Flucht, zu einem neuen
(fünften!) französisch- habsburgischen Krieg und zur Rücknahme der den
Protestanten abgerungenen Zugeständnisse nach dem Schmalkaldischen Krieg.
Weil
keine Seite - weder Katholiken noch Protestanten - gewinnen kann,
schließt man 1555 den
Augsburger Religionsfrieden mit dem Prinzip: "cuius
regio - eius religio", was frei übersetzt heißt, dass der
Landesfürst (genauer: die Reichsstände) die Religion der Untertanen
bestimmt: Ist er katholisch, dann auch die Untertanen. Ist er evangelisch,
dann auch die Untertanen. Wenn der nachfolgende Landesherr den Glauben
wechselt, ziehen die Untertanen mit. Man darf auswandern. Geistliche
Territorien bleiben katholisch: Tritt ein geistlicher Fürst zum Luthertum
über, muss er sein Amt niederlegen ("Geistlicher Vorbehalt").
Die evangelischen Stände dürfen das (von der katholischen Kirche
beschlagnahmte) Kirchengut behalten, das sie 1552 besaßen.
Die Reichsstädte sind von dem Grundsatz cuius regio, eius religio ausgenommen.
Man spricht von "Parität". Die Reichsstädte sind die einzigen Gebiete des Alten Reiches, in denen die Bevölkerung der beiden zugelassenen Konfessionen nebeneinander
lebt. Das
reformierte Bekenntnis (Anhänger Calvins)
wird nicht anerkannt. Kaiser Karl V. gibt auf und dankt 1556 ab. Deutschland
ist nun konfessionell geteilt. Die Argumente sind auf beiden Seiten
ausgeschöpft. Die religiösen Parteien stehen sich in wachsendem Hass und
Misstrauen gegenüber. Die endgültige Entscheidung, ob die konfessionelle
Teilung rückgängig gemacht werden kann, fällt erst im Dreißigjährigen
Krieg 1618 - 1648: Sie kann nicht.
Aufgabenvorschläge
zu den Ergebnissen der Reformation
- Betrachte die Karte
"Ausbreitung der Reformation um 1570".
Notiere:
Wo liegt der Schwerpunkt des Protestantismus, wo der Schwerpunkt
des Katholizismus?
Welche Gebiete sind reformiert?
Wo liegt das Gebiet der Hussiten?
Notiere Gebiete, die heute wieder die Konfession gewechselt
haben.
- "Ohne die Türken
gäbe es in Deutschland heute keine Protestanten."
Notiere die Ursachen für die Selbstbehauptung der
Protestanten und den Rücktritt Kaiser Karls V.
und nimm Stellung zu dem obigen Satz.
- Augsburger
Religionsfrieden 1555
a)
Notiere die Beschlüsse des Augsburger Religionsfriedens.
b)
In seiner Rede aus dem Jahr 2005 zum 450. Jahrestag des Augsburger Religionsfriedens behauptete Bundespräsident Köhler, dass die dortige Friedensformel "cuius regio, eius religio" der Einstieg in die moderne Demokratie gewesen sei.
Stimmst Du mit dieser Behauptung überein? Begründe Deine
Meinung.
c)
Heute herrschen in Deutschland Religionsfreiheit und Toleranz.
Gegen wen und gegen welche Interessen mussten diese offenbar
durchgesetzt werden? Wo konnten die Kräfte der Toleranz
anknüpfen?
- Toleranz
Hältst du Toleranz für einen christlichen Wert? Argumentiere
mit Beispielen aus dem Basiswissentext. Ziehe auch
Bibelzitate
zu Rate.
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Kirchentür der Schlosskirche zu
Wittenberg mit Luthers 95 Thesen in Bronze
625x1181 Pixel

Lutherstube auf der
Wartburg
Hier hat Luther die Bibel ins Deutsche übertragen. Über dem Tisch Luther
als Junker Jörg.
961x1280
Pixel

An der Wandstelle ohne Verputz
(Touristen- Vandalismus) soll sich früher der Tintenfleck
befunden haben, der entstanden sein soll, als Luther mit dem Tintenfass
nach dem Teufel geworfen haben soll.
955x1278 Pixel

Sogenannte "Judensau"
an der Stadtkirche zu Wittenberg. Auf dem Platz davor befindet sich heute
ein Mahnmal mit folgender Aufschrift: Gottes eigentlicher Name / der
geschmähte Schem Ha Mphoras / den die Juden vor den Christen / fast
unsagbar heilig hielten / starb in sechs Millionen Juden / unter einem
Kreuzeszeichen
Vgl.
Luther und die Juden
903x591 Pixel
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2 Petr. 2; 10 ff. (Zweiter
Petrusbrief)
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Markus 12,31
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Vergleiche auch den

Hl. Thomas von Aquin
Basiswissen
"Gegenreformation"
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