Lernumgebung Staufer und Welfen

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Personen, Epochen, Ereignisse, Begriffe


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Karte Staufer
Material Geschichtszentrum


Kartenpuzzle Staufer



Material Geschichtszentrum


Drei mächtige Familien im deutschen Südwesten: Staufer, Welfen und Zähringer
Mit Stammburgen, Hausklöstern und einigen wichtigen Städten: Seite von Mike Pantel.
pantel-web.de


Karte Deutscher Orden
Gustav Droysen MGH
141.84.81.24

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Quellen


Stammbaum der Staufer
Sehr anschaulich gemacht, geht bis Friedrich Barbarossa.
Von absoluteswissen.de


Privilegium minus 1156 Friedrichs I. Barbarossa
"Geburtsurkunde Österreichs"
Stauferprojekt Technisches Gymnasium Tübingen
gstue.tue.bw.schule.de


Braunschweig - Burg Dankwarderode und Braunschweiger Löwe
deutsche-schutzgebiete.de


Friedrichs Il. Vereinbarung mit den geistlichen Fürsten, 1220
(Confoederatio cum principibus ecclesiasticis)
smixx.de


Privileg Friedrichs II. zugunsten der deutschen Reichsfürsten, 1232
(Statutum in favorem principum)
smixx.de


Staufischer Krönungsmantel
hochmittelalter.net

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Herrscherbilder



Friedrich II.
Das Falkenbuch Friedrichs II.
Faksimile
br-faksimile.de


Münzbildnis Friedrichs II. von Hohenstaufen (Augustale)
de.wikipedia.org

 
Münzbildnis des römischen Kaisers Augustus
foerderverein-roemermuseum.de


Konradin, der letzte Staufer
Von weltchronik.de

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Impressum


Impressum

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Kloster Lorch, die Grablege der Staufer,
Innenansicht 
Bild: Geschichtszentrum

Inhalt:

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Quellen  
Herrscherbilder  
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Basiswissen:
 



Bamberger Reiter
Briefmarke von 2003
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Bildnachweis

Streit zwischen Staufern und Welfen unter Konrad III. (1137-1152)



Ritter: Aus der Bilderhandschrift der Eneidt
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Aufgaben:
  1. Beschreibe und erkläre die Ausrüstung der Ritter.

     
  2. Du kannst das Bild  herunterladen und ausmalen.


Bildnachweis

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1125 übergibt der letzte Salierkaiser Heinrich V. ( Salier) die Reichsinsignien an den Staufer Friedrich II., den Herzog von Schwaben, der aber nicht zum König gewählt wird. Statt ihm wählen die Großen des Reiches Lothar von Supplinburg (1125 - 1137).  Erst 1137 kommt mit Konrad III. der erste Staufer bei der Königswahl zum Zug.

Der jahrzehntelange Streit zwischen Staufern und Welfen zerstörte den Frieden im Reich. Die Welfen, eigentlich die mächtigere Familie im Reich, hatten ebenfalls Ansprüche auf den Thron angemeldet.

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Die Machtgrundlage der Staufer. Die Ministerialen



Königspfalz Wimpfen
Bild: Geschichtszentrum
Bild anklicken für Vergrößerung

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Staufische Königspfalz Wimpfen
Komplette Unterrichtsstunde mit Aufgaben und Material
schule-bw.de

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Burg Hohenrechberg mit Blick auf den Hohenstaufen,
den Stammsitz der Staufer. Der Rechberg war eine Ministerialenburg.
Bild: Geschichtszentrum

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Auf Pfalzen hielt sich der königliche Hof meist für einige Wochen auf. Ein gutes Beispiel, das heute noch zu sehen ist, ist die  Königspfalz Wimpfen, vgl. Bild und Aufgaben oben.

Königslandpolitik: Durch ein planvoll angelegtes Netz von Burgen, die von dem neuen Stand der Ministerialen verwaltet wurden, und durch zahlreiche Städtegründungen  hat Friedrich Barbarossa dem Königtum in Deutschland eine neue Machtgrundlage geschaffen.

Die Ministerialen entstanden als Stand aus unfreien Dienstleuten, die aufgrund ihrer Unfreiheit von ihren Herren abhängiger waren als die Lehensleute (Vasallen) von ihren Lehensherren, vgl. Lehenswesen. Die Ministerialen wurden nicht nur als Verwalter von adligem, kirchlichem und königlichem Grundbesitz eingesetzt, sondern mussten bzw. durften auch Waffendienst leisten. Unter den Staufern stiegen sie in den Adel auf. 

Ein Paradebeispiel für den Aufstieg der Ministerialen bietet die Karriere Markwards von Annweiler:

1184 im Gefolge des späteren Kaisers Heinrich VI.
1185 Truchsess 
1186 Teilnahme an der Hochzeit König Heinrichs VI. mit Konstanze von Sizilien in Mailand
1189 mit Kaiser Barbarossa auf dem Dritten Kreuzzug. Gesandter am byzantinischen Kaiserhof in Konstantinopel
1191 Rückkehr nach Deutschland
1194 mit Heinrich VI., der das Normannenreich erbt, in Sizilien
1195 kaiserlicher Oberbefehlshaber der vereinigten Pisaner und Genueser Flotten, Sieg über die normannische Partei in Sizilien
1195 Er erhält vom Kaiser für seine Dienste die Freiheit, wird Herzog der Romagna und von Ravenna
1197 Nach Heinrichs Tod unterstützt er dessen Witwe Konstanze zunächst bei der Regierung Siziliens, wird aber vom Papst exkommuniziert und von Konstanze des Landes verwiesen
1198 Regent des Königreiches Sizilien (procurator regni Siciliae) durch Ernennung von Philipp von Schwaben, dem Nachfolger Heinrichs VI. . Er kämpft hinfort für die staufischen Interessen in Süditalien gegen den Papst.
1201 Herrschaft über Palermo, faktisch Vormund für den noch unmündigen Friedrich II., den Sohn Heinrichs VI. und Konstanzes und künftigen König und Kaiser
1202 


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Aussöhnung und erneuter Kampf mit den Welfen unter dem Staufer Friedrich I. Barbarossa

 

Kaiser Barbarossa mit seinen Söhnen Heinrich VI. zu seiner Rechten mit Königskrone und Friedrich, Herzog von Schwaben
(Aus der Welfenchronik, Weingartner Fassung)
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Aufgabe:

Beschreibe und erläutere das Bild.




Bildnachweis

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Krönungsbild aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen
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Oberes Bild:
Christus mitSchriftband mit Bibeltext, daneben Apostel, Heilige und Erzbischöfe
Unteres Bild:
Von links: Die Großeltern Heinrichs des Löwen: Kaiser Lothar mit Gemahlin; davor die Eltern Heinrichs des Löwen: Herzog Heinrich der Stolze mit Gemahlin Gertrud, der Tochter Kaiser Lothars
Mitte: Heinrich der Löwe knieend mit Gemahlin Mathilde; zwei gekreuzte Hände krönen die beiden vom Himmel herab.
Weiter nach rechts: König Heinrich II. von England, der Schwiegervater Heinrichs des Löwen, mit Mathilde, der Mutter des englischen Königs und Witwe des deutschen Kaisers Heinrich V..
Die Namen stehen über den Personen.


Bildnachweis
 

Aufgaben zum Krönungsbild aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen
  1. Was soll die Darstellung im Evangeliar Heinrichs des Löwen aussagen?

     
  2. Klicke den folgenden Link an: Können die Staufer auf eine ebenbürtige Verwandtschaft hinweisen? Wie leitet sich ihr Anspruch auf den Königsthron ab?


    Gesamter Stammbaum der Staufer auf einen Blick



    Mit anklickbaren Biografien. Von Peter Heinsch

    rz-home.de



Wahl Friedrichs I. Barbarossa und Entstehung Österreichs
: Mit Friedrich I. Barbarossa wurde 1152 ein starker Herrscher gewählt (vgl. Stammbäume und Quelle hier), dem es zunächst gelang, die verfeindeten Familien ( Karte "Drei mächtige Familien") zu versöhnen und dem Reich Frieden zu schenken, indem er Heinrich dem Löwen das um Österreich verkleinerte Herzogtum Bayern zu Lehen gab (Entstehung Österreichs 1156, vgl. privilegium minus). Damit konnte sich der Welfe auf zwei Herzogtümer stützen: Sachsen und Bayern. Die Babenberger, die ursprünglich dieses ganze Herzogtum besessen hatten, wurden entschädigt.

Auseinandersetzung mit dem Welfenherzog Heinrich der Löwe: Herzog Heinrichs des Löwen zielstrebiger Auf- und Ausbau seiner Macht (siehe Karte, Burg Dankwarderode und Evangeliar Heinrichs des Löwen) u.a. mit Hilfe der Ostkolonisation und sein selbstbewusstes Auftreten forderten Friedrich heraus und gefährdeten die Macht des Königs. Als Heinrich der Löwe Friedrich Barbarossa 1176 in Chiavenna die Heeresfolge gegen die oberitalienischen Städte verweigerte, führte das zur Niederlage des Kaisers in Italien in der Schlacht von Legnano und zum Sturz Heinrichs des Löwen 1179/80.

Stärkung der Macht der Fürsten: Dass Friedrich die Machtprobe mit dem Sturz des Löwen nach einem landrechtlichen Prozess und einem Lehensprozess beenden konnte, hat sein Ansehen gesteigert, aber auch die Rechtsentwicklung im Reich beeinflusst. Da der Kaiser den Herzog nur mit Hilfe der Fürsten stürzen konnte, deren Feindschaft sich Heinrich durch sein schroffes Auftreten geschaffen hatte, musste er diesen wichtige Zugeständnisse machen. Er war gezwungen, die heimgefallenen Lehen verkleinert wieder auszugeben. So gingen die Fürsten als eigentliche Sieger aus dem Kampf Friedrichs mit Heinrich dem Löwen hervor, und nicht der König.

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Italienpolitik Barbarossas (Text)



Karte des Stauferreiches 

 
Vergrößerte Karte, Kartenerläuterung und Umrisskarte

Zum Anhang: Bilderserie "Italienpolitik Barbarossas"

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Quelleninterpretation:


Italien in der Stauferzeit
Otto von Freising: Die Taten Friedrichs, Buch II,13

schule-bw.de

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Der angebliche Fußfall Friedrich Barbarossas vor Heinrich dem Löwen in Chiavenna
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Bildnachweis

 
Aufgaben:
  1. Beschreibe das Bild. Welche Situation ist dargestellt? Nimm bitte den nachfolgenden Text unter dem roten Aufgabenkasten zu Hilfe.

     
  2. Warum ist das im Bild dargestellte Ereignis für den Kaiser unannehmbar? Welche Folgen hatte es? Nimm bitte den nachfolgenden Text unter dem roten Aufgabenkasten zu Hilfe.



Barbarossa brauchte die militärische Unterstützung Heinrichs des Löwen gegen die oberitalienischen Städte. Dieser verweigerte sie, der Kaiser wollte die Silberstadt Goslar nicht an Heinrich geben. In der Folge verliert Friedrich Barbarossa die Schlacht bei Legnano gegen die lomardischen Städte 21176 und muss Frieden schließen. Heinrich wird 1180 der Lehensprozess gemacht, in dem er seine Lehen verliert.

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Heinrich der Löwe verweigert 1176 die Gefolgschaft
Aus der Chronik Arnolds von Lübeck, Zweites Buch, Kapitel 1

schule-bw.de

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Kampf mit den italienischen Städten: Die reichen und wirtschaftlich aufstrebenden Handelsstädte Oberitaliens hatten allmählich die Selbstverwaltung ihrer Stadtstaaten durchgesetzt. Diese wollten sie im Rahmen des Gewohnheitsrechts behalten. Viele, darunter das mächtige Mailand, schlossen sich in der "Lombardischen Liga" gegen den Kaiser zusammen ( Karte Staufer, dort Lombardische Liga). Andere hielten aus Gegnerschaft zu Städten der Liga  zum Kaiser.

Ihnen gegenüber wollte Friedrich Barbarossa auf dem Reichstag von Roncaglia 1158 die Reichsrechte wieder geltend machen ( Mehr). Dies hätte bedeutet, dass die Städte von Vertretern des Kaisers regiert worden wären. Der Kaiser wollte sich mit dem Reichtum der Städte auch neue Einnahmequellen erschließen.

Das fünfundzwanzigjährige Ringen endete jedoch 1183 mit einem Kompromissfrieden in Konstanz. Dieser sah die Selbstverwaltung für die Städte vor. Die Städte durften ihre Konsuln selbst wählen , der Kaiser hatte diese anzuerkennen. Sie nutzen die königlichen Rechte (Zölle; Gebühren für den Verkehr auf Brücken und Wasserwegen; Einkünfte aus Fischfang, Bergbau und Salzherstellung; Marktrecht; Münzprägung) gegen eine für die Städte erträgliche jährliche Pacht. Dafür schwören die Städte dem Kaiser Treue und anerkennen seine Oberhoheit.

Kampf mit dem Papst: Gegensätzliche Auffassungen über das Verhältnis von Kaisertum und Papsttum (vgl. Investiturstreit) und die Angst vor einem Machtzuwachs des Kaisers in Italien führten zu einem neuen Kampf zwischen Kaiser und Papst, bei dem sich der Papst mit den lombardischen Städten verbündete.

1177 kam es in Venedig zum Frieden. Der Kaiser musste Papst Alexander III. anerkennen. Vor der Markuskirche kniet Barbarossa vor dem Papst, dieser richtet den Kaiser wieder auf. Die beiden reichen sich die Hände und geben sich den Friedenskuss.

1190 ertrank der Kaiser auf dem 3. Kreuzzug in Kleinasien im Fluss Saleph.

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Heinrich VI. (1190-1197) und seine Nachfolger
 



Reichsburg Trifels bei Annweiler
1193/94 wird der englische König Richard Löwenherz in Deutschland gefangen gehalten, darunter für mindestens drei Wochen auf dem Trifels. 
Mit dem Lösegeld, gegen das er frei kam, bestritt Heinrich VI. seinen Feldzug in Süditalien. Nach seiner Rückkehr verwahrte er hier den Normannenschatz, z.B. dem Krönungsmantel Rogers II. von Sizilien.  Auf dem Trifels wurden bis 1298 auch die Reichskleinodien aufbewahrt: Reichskrone, Reichsschwert, Reichsapfel, Szepter und Heilige Lanze. Mehr
Bild: Geschichtszentrum
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Krönungsmantel der römisch-deutschen Könige und Kaiser aus dem Normannenschatz
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Bildnachweis

 
Aufgaben zum Krönungsmantel
  1. Beschreibe den Krönungsmantel. Wie wurde er offenbar getragen?

     
  2. Weshalb kann der Krönungsmantel nicht in Deutschland entstanden sein?

     
  3. Hole dir mehr Info zum Krönungsmantel für einen kleinen Vortrag vor der Klasse mit Hilfe eines Stichwortzettels.

Wie der Krönungsmantel nach Deutschland kam und zum Krönungsmantel der Römisch- Deutschen Kaiser wurde, erfährst du im nachfolgenden Text unter dem roten Kasten.


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Heinrich VI. hatte 1186 die Erbin des normannischen Königreichs Sizilien, Konstanze, geheiratet (Vgl. Lernumgebung "Normannen in Unteritalien und Sizilien"). Als der Erbfall eingetreten war, vereinigte Heinrich VI. gegen den Widerstand der Bevölkerung, des Adels und des Papstes (Sizilien war päpstliches Lehen) in zwei Feldzügen Sizilien mit dem Reich (vgl. Karte Staufer) und ließ sich 1194 im Dom von Palermo zum König von Sizilien krönen. Die päpstliche Lehenshoheit anerkannte er nicht, sondern berief sich auf Reichsrecht und sein Erbe.

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Kloster S.Giovanni degli Eremiti in Palermo aus normannischer Zeit
Die Kuppeln zeigen arabischen Einfluss. Wie ist das möglich?
Bild: Geschichtszentrum
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Sein Plan, im Deutschen Reich die Erbfolge der erstgeborenen Söhne der jeweiligen Herrscher einzuführen, scheiterte am Widerstand der deutschen Fürsten. 1197 verstarb Heinrich VI..

1198 war ein entscheidendes Jahr: In Deutschland gab es eine Doppelwahl, bei der zwei unterschiedliche Könige gewählt wurden: Der Staufer Philipp wurde im Zuge einer Privatfehde 1208 ermordet, der Welfe Otto IV. setzte sich durch.

1198 starb Konstanze, die vorher die päpstliche Lehensherrschaft über Sizilien anerkannt hatte. Friedrich II., ihr Sohn aus der Ehe mit Heinrich VI., wurde nach ihrem Tod unter die Vormundschaft Papst Innozenz III. gestellt. Innozenz dehnt den Kirchenstaat bis an die Adria aus ("Rekuperationen", vgl. Karte Staufer). Unter Innozenz III. stand das Papsttum auf dem Höhepunkt seiner Macht.

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Friedrich II. von Hohenstaufen (1212-1250)
 

 

Friedrich II. : Aufstieg



Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen
Aus seinem Buch „De arte venandi cum avibus“ („Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen“)
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Bildnachweis
 

Aufgaben:

Beschreibe und erläutere das Bild. Woran erkennt man, dass ein Kaiser dargestellt ist? Woran sieht man, dass es sich um eine Erläuterung zum Falkenbuch Kaiser Friedrichs handelt?

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Bildausschnitt: Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (rechts) mit seiner Gemahlin Isabella von England (Mitte) und Sohn Konrad IV. (links)
Fresko aus der Höhlenkirche S. Margarita in Melfi
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Bild: Geschichtszentrum



Es handelt sich um einen Bildausschnitt. Friedrich ist unter anderem erkennbar an seinem purpurfarbenen Mantel mit Hermelin. Er ist als Falkner abgebildet und trägt einen rötlichen Bart wie sein Großvater Barbarossa. Wegen der zeitlichen Nähe zwischen der Entstehung des Freskos und der Lebenszeit Barbarossas werden porträthafte Züge des Kaisers nicht ausgeschlossen. Isabella hat als einzige Gestalt in der völlig ausgemalten Kirche blaue Augen.
Bild: Geschichtszentrum
Für den Fall eines Besuchs der Kirche: Info unter www.prolocomelfi.com



Das ganze Bild, aus dem der Bildausschnitt oben stammt.
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Bild: Geschichtszentrum

( Herrscherbilder: Falkenbuch, Münzbildnis Friedrichs II. im Vergleich zu Kaiser Augustus)
 

Aufgaben:

Gehe für eine Kurzvorstellung des Bildes vor der Klasse folgendermaßen vor:

  1. Notiere auf einem Stichwortzettel die Kurzinfo zum Bildausschnitt. Warum ist das Fresko wohl so bedeutend?

     
  2. Beschreibe das ganze Bild und erkläre, was die Skelette sollen. Versuche eine Deutung des Bildes.


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Unter Friedrich II. - er war 1194 in Jesi in der Mark Ancona geboren, in Palermo auf Sizilien aufgewachsen, wurde 1212 zum König von Sizilien, 1215 in Aachen zum deutschen König, 1220 in Rom zum Kaiser gekrönt - verlagerte sich das Schwergewicht der staufischen Herrschaft vom Norden nach Sizilien. Als König von Sizilien war Friedrich II. Lehensmann des Papstes, Reich und Sizilien durften nicht wie unter Heinrich VI. vereinigt werden, dies war Vorbedingung für seine Kaiserkrönung.

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Friedrich II. : Die Politik Friedrichs in Sizilien und Deutschland



Kastell von Melfi
Hier erließ Friedrich II. von Hohenstaufen die "Konstitutionen von Melfi", das sogenannte "Grundgesetz" für das Königreich Sizilien. Die Konstitutionen  bildeten die rechtliche Grundlage seiner zentralistischen Herrschaft. Ältere Gesetze wurden hier zusammengefasst.
Bild: Geschichtszentrum
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Friedrich II. schuf in Unteritalien-Sizilien in normannischer Tradition einen straff durchorganisierten, modern anmutenden Staat (vgl. Reorganisation Siziliens). Der Adel wurde entmachtet. Der König regierte zentralistisch, gestützt auf besoldete Beamte, direkte und indirekte Steuern und Staatsmonopole. Die Juristen wurden an der von ihm errichteten Universität Neapel ausgebildet.

Deutschland, das er 1212 betrat, ließ er nur stellvertretend regieren. In den sogenannten Fürstengesetzen von 1220 und 1231 hat der Kaiser den deutschen Fürsten wichtige Hoheitsrechte bestätigt oder zugestanden und damit die Entwicklung zur staatlichen Aufsplitterung gefördert.

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Kastell Lagopésole
In dieser quadratischen Anlage, flankiert von 4 Türmen, praktisch einer befestigten Kaserne, waren die Truppen Friedrichs II. stationiert. Diese Kastelle sorgten dafür, dass der Adel nicht zu mächtig wurde.
Bild: Geschichtszentrum
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Friedrich II. : Bildung und relative Toleranz



Castel del Monte, Apulien
Möglicherweise von Friedrich II. selbst entworfen.
Bildnachweis: Bild mit freundlicher Genehmigung von Herrn Koch
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Er war bekannt für seine relative Toleranz gegenüber anderen Religionen. Seine Leibwache bestand aus Muslimen, die er von Sizilien, das sie unsicher gemacht hatten, nach Lucera in Apulien deportierte. Dort gewährte er ihnen freie Religionsausübung. Auch orthodoxe Christen durften ihre Religion ausüben.


Kultur im Königreich Sizilien / Friedrich II. von Hohenstaufen

Bekannt waren auch seine Bildung, sein Interesse für Naturwissenschaften (sein auf eigener Beobachtung fußendes Falkenbuch), Philosophie (Korrespondenz mit arabischen Philosophen), Architektur (berühmt ist das von ihm möglicherweise entworfene Castel del Monte), Musik und Literatur (Sizilianische Dichterschule!). Er sprach Provenzalisch (Französisch), Latein, Italienisch, Griechisch und Arabisch, Deutsch aber nur schlecht. Sein Hof war ein kulturelles Zentrum. In Neapel gründete Friedrich II. eine Universität.

Auch in Deutschland entwickelten sich in staufischer Zeit Kunst und Kultur. Weltberühmt sind z.B. die Stifterfiguren des Naumburger Doms und der Bamberger Reiter. Viele Städte werden gegründet.

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Friedrich II. : Fünfter Kreuzzug / Deutscher Orden


Im 5. Kreuzzug 1228 - 29 (vgl. Lernumgebung "Kreuzzüge") gewann er die Heiligen Stätten Jerusalem, Bethlehem und Nazareth durch Verhandlungen vorübergehend zurück und krönte sich zum König von Jerusalem. Die während seiner Abwesenheit in Sizilien eingedrungenen päpstlichen Truppen vertreibt er nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land schnell wieder.

Der Deutsche Orden wurde in seiner Regierungszeit (Goldene Bulle von Rimini 1226) gegründet. Der Orden errichtete den Deutschen Ordensstaat ( Karte Deutscher Orden) und erwarb Ostpreußen und einen Teil des heutigen Litauen, sowie das heutige Estland und Lettland.

Scheitern Friedrichs II.

Sein Versuch, von Unteritalien aus die oberitalienischen Städte ( Karte Staufer, dort Lombardische Liga) zu unterwerfen, scheitert an deren Widerstand und am Widerstand des Papsttums. Friedrich starb, 1247 als Ketzer gebannt und dann abgesetzt, 1250 mitten im Krieg.

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Das Ende der Staufer




Konradin, der letzte Staufer, auf Beizjagd
Codex Manesse
Konradin wurde 1268 in Neapel enthauptet.
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Bildnachweis

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Palazzo del Re Enzo in Bologna
Palast König Enzos von Sardinien in Bologna
Enzio, ein unehelicher Sohn Kaiser Friedrichs II., wurde 1249 in der Schlacht von Fossalta von den Bolognesern gefangen genommen und in diesem Palast bis zu seinem Lebensende 1272 eingekerkert.
Bild: Geschichtszentrum
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Ein weiterer Sohn Friedrichs, König Manfred, wird 1266 in der Schlacht von Benevent von Karl I. von Anjou besiegt und verliert dabei sein Leben. Karl I. von Anjou, der Bruder des französischen Königs Ludwig IX., wird vom Papst nach der Absetzung Kaiser Friedrichs II. als neuer Lehensmann im Königreich Sizilien eingesetzt. 

Friedrichs II. Enkel Konradin (Bild Konradin) wird 1268 bei Tagliacozzo in den Abruzzen von Karl von Anjou besiegt und im selben Jahr in Neapel geköpft. Karl von Anjou wird vom Papst mit Sizilien belehnt. In der "sizilianischen Vesper", einem Aufstand, werden sie aber 1282 von der Insel Sizilien vertrieben. 

1250 - 1273 gibt es in Deutschland eine königslose Zeit, das sogenannte Interregnum. Danach beginnt mit dem Habsburger Rudolf I. (Regierungsantritt 1273) das Spätmittelalter.

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Anhang: Italienpolitik Barbarossas: Bilderserie

 



San Michele in Pavia
Krönungskirche der langobardischen Könige und der deutschen Könige und Kaiser. 1155 geweihter Neubau, zugleich ließ sich Barbarossa hier zum König von Italien krönen
Bild: Geschichtszentrum
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San Michele in Pavia, Chor

Der König wurde auf der Empore gekrönt.
Bild: Geschichtszentrum
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Casa Isolani, Bologna
Typischer mittelalterlicher Stadtpalast des 13. Jahrhunderts. Vergleiche mit der Burg Hohenrechberg oben und beachte dabei auch das folgende Bild. Bedenke, dass viele italienische Stadtpaläste bürgerlichen Familien gehörten. Welche Folgerung ziehst du aus dem Vergleich?
Bild: Geschichtszentrum

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Casa Isolani, Bologna
Durchblick in den Innenhof
Bild: Geschichtszentrum
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Heute noch stehende mittelalterliche Geschlechtertürme in Pavia
Was sagen die Geschlechtertürme über Einfluss und Selbstverständnis der führenden bürgerlichen Geschlechter in Pavia?
Bild: Geschichtszentrum
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Fresko in S.Teodoro in Pavia
Man sieht ein typisch mittelalterliches italienisches Stadtbild mit den charakteristischen Geschlechtertürmen. Im Vordergrund der Tessin mit Schiffen. Pavia liegt am Zusammenfluss von Tessin und Po. Erläutere den Vorteil dieser Lage.
Bild: Geschichtszentrum
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Fresko mit der mittelalterlichen Brücke über den Tessin in Pavia
Was tun die Menschen? 
Bild: Geschichtszentrum
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Dieselbe Brücke heute
Bild: Geschichtszentrum
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Roncaglia
Hoftag von Roncaglia kurz erklärt
de.wikipedia.org


Die Reorganisation des Königreichs Sizilien durch Friedrich II.
de.wikipedia.org

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Geschlechter


Die Staufer: Ursprung des Staufergeschlechtes; Macht und Herrschaft; Kultur und Religion
Der Beitrag des Technischen Gymnasiums Tübingen zum Projekt "Kreuzzüge und Stauferzeit". Dahinter verbirgt sich auch eine ganze Seite zum Wäscherschloss sowie Stichworte wie "Investiturstreit", "Friedrich Barbarossa", "Ministerialschaft", "Personenverbandsstaat" und "Territorialstaat".
gstue.tue.bw.schule.de


Die Welfen
Der offizielle Server der Welfen, u.a. mit dem Krönungsbild aus dem Evangeliar Herzog Heinrichs des Löwen samt Erklärung. Stammtafel, Links usw.
welfen.de

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Kloster Lorch
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Castel del Monte
aus der Vogelperspektive. Repetitorium Mittelalter der Universität Tübingen
commons.wikimedia.org

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Kunst


Stifterfiguren des Naumburger Doms
Bild
Brandenburg 1260.de


Glasfenster und Stifterfiguren des Naumburger Domes
Erklärungen und weitere Bilder.
Brandenburg 1260.de


Bamberger Reiter
Bilder und Bildbeschreibung
de.wikipedia.org

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