Lernumgebung Strukturen des Mittelalters - Lehenswesen, Grundherrschaft, Ständeordnung

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Herrschaftsinsignien
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Die Reichskrone
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de.wikipedia.org


Reichsschwert
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Krönung Kaiser Ottos III.


Krönung Kaiser Ottos III.
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Inhalt:

Arbeitsmittel  

Basiswissen
a - Lehenswesen  mit Aufgabenvorschlägen  
b - Grundherrschaft / bäuerliche Leihe  mit Aufgabenvorschlägen  
c - Villikation  mit Aufgabenvorschlag  
d - Grundherr, Leibherr, Gerichtsherr, Kirchenherr mit Aufgabenvorschlag  
e - Ständeordnung mit Aufgabenvorschlag . Mehr: Der himmlische Kaiserhof im Bild

f - Der  christliche Staat und die verschiedenen Formen der Theokratie  

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Arbeitsmittel
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Basiswissen:

 
a - Lehenswesen


Lehenswesen
Schema erklärt sich selbst durch Anklicken.
Aufgabenvorschläge



Bild Geschichtszentrum

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Lehenspyramide
Schema erklärt sich selbst durch Anklicken.
Aufgabenvorschläge



Bild Geschichtszentrum

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Im Römischen Reich entlohnte der Kaiser Beamte mit Geld. Diese erbrachten dafür Dienstleistungen. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches verfällt die Geldwirtschaft  (Gütertausch mit Geld). Damit war das alte System der Entlohnung von Staatsbeamten mit Geld nicht mehr möglich. Auch der spätantike Staat mit seinem Rechtswesen geht unter. Die früh- und zum Teil die hochmittelalterliche Wirtschaft kennt im Vergleich zum Römischen Reich kaum Geld. Statt "Geldwirtschaft", die mit entwickeltem Städtewesen einhergeht, herrscht "Naturalwirtschaft", die mit selbstgenügsamen Höfen und Weilern verbunden ist. Der Übergang zum Mittelalter ist im Vergleich zum Römischen Reich mit einem enormen Kulturverlust verbunden.

Mittelalterliche Lehensherren, z.B. der König, verleihen Rechte, Felder, Wiesen, landwirtschaftliche Gebäude samt dazugehörigen Menschen an ihre Gefolgsleute, die sogenannten Lehensmannen oder Vasallen. Außerdem bieten sie Schutz, eine Leistung, die in einem Zeitalter nicht zu unterschätzen ist, in der man sich sein Recht mangels Gerichtshöfen und unabhängiger Justiz  selbst verschaffen muss. 

Die Vasallen  leisten im Gegenzug einen Treueid, Kriegsdienst und unterschiedliche Verwaltungsaufgaben. Mit dem Treueid geht der Vasall die Verpflichtung ein, nichts gegen die Interessen seines Lehensherrn zu unternehmen. Er kniet dabei nieder und legt seine Hände in die des Lehnsherrn. Es handelt sich um eine persönliche Beziehung zwischen beiden.

Beim Tod des Lehensmanns (= Mannfall) fällt das Lehen an den Lehensherrn zurück und kann dann neu vergeben werden. Wenn Lehen erblich sind, muss das Lehen wieder vergeben werden, und zwar an den rechtlichen Nachfolger des verstorbenen Lehensmanns. In Deutschland werden die Lehen erblich, in Frankreich dagegen gelingt es dem König, ursprünglich erbliche Lehen wieder in nicht erbliche umzuwandeln.

Hintergrund ist die Tatsache, dass So muss man Dienstleistungen mit dem entlohnen, was man hat: eben mit Land, Leuten, usw., siehe oben. Der für die antiken Staaten typische, mit Geld entlohnte Beamte verschwindet zunächst. 

Vasallen können vom Lehensherrn verliehene Lehen weiterverleihen. So entsteht eine sogenannte "Lehenspyramide".

 
Aufgabenvorschläge zum Lehenswesen


Arbeitsblatt Lehenswesen

  1. Lade das Arbeitsblatt herunter, drucke es aus oder übertrage es in dein Heft.
  2. Lehenswesen: Trage in das obere Schema des Arbeitsblattes mit Hilfe des Textes ein, was der Lehensherr, hier der König, verleiht und welche Gegenleistungen die Vasallen erbringen. 
  3. Notiere unter dem Schema, weshalb Geld als Entlohnung im frühen und hohen Mittelalter nicht mehr in Frage kommt.
  4. Notiere, weshalb der Schutz durch einen Lehensherrn im Mittelalter so wichtig ist. 
  5. Überlege und notiere: Welcher Nachteil ergibt sich für den Lehensherrn, wenn Lehen erblich werden?
  6. Lehenspyramide: Zeichne die Lehenspyramide in Dein Heft.
  7. In welche Versuchung geraten Kronvasallen, die über eine riesige Anzahl von Vasallen verfügen?
  8. Überlege und notiere: Welche Bedeutung besitzt der Treuevorbehalt für den König, für die Kronvasallen und für die Untervasallen?
  9. Überlege und notiere: Wovon hängt die Anzahl der Vasallen ab, über die der König verfügen kann? Was wird der König demzufolge versuchen, um möglichst viele Vasallen zu haben?

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b - Grundherrschaft (Bäuerliche Leihe)



Grundherrschaft interaktiv




Material Geschichtszentrum

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Grundherren verleihen wie oben Felder, Wiesen, landwirtschaftliche Gebäude an Bauern. Diese leisten dafür Abgaben - z.B. Eier, Geflügel oder andere Naturalabgaben zu bestimmten festgelegten Terminen; später auch Geld - und Dienste - z.B. Erntehilfe, Botengänge, usw.. 

Die Bauern können in diesem System persönlich entweder frei, hörig (minderfrei) oder leibeigen sein. Im Falle der Leibeigenschaft sind die Dienste (Fronen) und Abgaben normalerweise höher, der/die Leibeigene ist an den Boden gebunden und  muss z.B. bei Heirat um die Erlaubnis des Herrn nachsuchen. Die Höhe von Diensten und Abgaben schwankt je nach Zeit, Region und einzelner Abmachung.

 
Aufgabenvorschläge zur bäuerlichen Leihe


Arbeitsblatt zur bäuerlichen Leihe

  1. Lade das Arbeitsblatt (noch nicht ausdrucken!) und trage mit Hilfe des Textes Grundherrschaft ein, was der Grundherr verleiht, was der Bauer im Gegenzug gibt und über welche drei Grade der Freiheit bzw. Unfreiheit ein Bauer verfügen kann.
  2. Überlege und notiere: Welche Vorteile hat der Bauer, welche hat der Grundherr?
  3. Oft ist der Sitz eines Grundherrn eine Turmhügelburg ("Motte"). Beschreibe diese und die Aufgabe ihrer Teile (Eintrag in das Arbeitsblatt). Lade das Bild in den vorgesehenen Kasten.
  4. Vergleiche die bäuerliche Leihe mit dem Lehenswesen. Lege dazu eine Tabelle mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden an.

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c - Villikation - eine Organisationsform der Grundherrschaft


Großgrundbesitzer organisieren im Frühmittelalter ihren Landbesitz oft so: Ein Teil des Landes wird mit Knechten und Mägden in Eigenregie bewirtschaftet (Salland). Dabei helfen Pachtbauern im Rahmen ihrer Dienstleistungen z.B. bei der Ernte mit. 

Der andere Teil des Landes wird an Pachtbauern vergeben (siehe oben Grundherrschaft / bäuerliche Leihe). Ein Pachtbauernhof im Rahmen der Villikation heißt "Hufe" (Die Hufe, Mehrzahl: Die Hufen). Der Grundherr profitiert über Abgaben und Dienste, die Pachtbauern finden ebenfalls ihr Auskommen. Dienste sind z.B. Erntehilfe, Botengänge, Holz schlagen, Tuch weben, usw., je nach Vereinbarung. Ist Grundbesitz auf diese Weise organisiert, spricht man von Villikation. 

Im Hoch- und Spätmittelalter geht die Tendenz aber dahin, das gesamte grundherrliche Land zu verleihen und Naturalabgaben in Geldabgaben umzuwandeln.

 
Aufgabenvorschlag zur Villikation

Zeichne ein Schema der Villikation.

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d - Grundherr - Leibherr - Gerichtsherr - Kirchenherr


Insofern ein Großgrundbesitzer Land zur Bewirtschaftung verleiht, ist er Grundherr. Besitzt er darüber hinaus Leibeigene, ist er auch Leibherr. Dazu kommt, dass er oft noch zu Gericht sitzt, also Gerichtsherr ist, und in vielen Fällen auch noch eine oder mehrere Kirchen besitzt und betreibt (Eigenkirchenrecht; heute abgeschafft). In diesem Falle ist er dann auch noch Kirchenherr.

 
Aufgabenvorschlag Grundherr - Leibherr - Gerichtsherr - Kirchenherr

Zeichne ein entsprechendes Schema.

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e - Ständeordnung




Mittelalterliches Ständebild
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Bildnachweis

 
Aufgaben zum mittelalterlichen Ständebild
  1. Beschreibe das Bild. Welche Personengruppen sind erkennbar? Woran?

     
  2. Deute das Bild. Beachte Hierarchien im Bild. Was bedeutet der Baum?

     
  3. Das Bild wurde im Auftrag der Kirche hergestellt. Woran wird das deutlich?

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Basiswissentext Ständeordnung:

Die Ständeordnung wird als Spiegelbild der himmlischen Ordnung gerechtfertigt. An der Spitze steht im Himmel Gott, auf Erden der Monarch, der von Gottes Gnaden herrscht. Gott im Himmel stellt man sich ebenfalls als Monarch auf dem Thron vor. Die Übertragung von Vorstellungen aus dem Kaiserkult auf den Himmel werden am Mittelstreifen dieser Abbildung in der Pilgerkirche Santa Maria Maggiore in Rom deutlich.

Den irdischen, übereinander geordneten Ständen entsprechen im Himmel ebenfalls übereinander geordneten Gruppierungen von besonders prominenten Heiligen, Heiligen und Seligen. Daneben gibt es - ebenfalls in übereinander geordneten Abstufungen - verschiedene Engel, z.B. Erzengel und Engel. 

Heilige sind im römischen Sinne Patrone (von lat. pater = Vater) ihrer Klienten. Ein Patron ist im römischen Recht der Antike ein Herr, der seine Freigelassenen und Schutzbefohlenen (= seine Klientel) als Schutzherr vor Gericht oder anderen Stellen, z.B. beim Kaiserhof, vertritt. Diese halten ihm im Gegenzug die Treue und unterstützen ihn. Man spricht von Klientelwesen. Siehe hierzu die Abbildung einer Deësis.

Auf Erden existieren folgende drei Stände

Der 1. Stand - die Geistlichkeit bzw. der Klerus - ist idealtypisch für das Beten da. In der frühmittelalterlichen Wirklichkeit stellt die Kirche aber circa zwei Drittel des deutschen Heeres. Mitglied des 1. Standes wird man durch die Priesterweihe. Deshalb kann man aus dem zweiten und dritten Stand in den Klerus aufsteigen.

Der 2. Stand ist der Adel. Seine Aufgabe ist es (idealtypisch im Sinne einer Arbeitsteilung) zu kämpfen. Mitglied des 2. Standes wird man durch Geburt.

Der 3. Stand besteht aus den Bauern, Handwerkern und Händlern und anderen. Mitglied des 3. Standes wird man ebenfalls durch Geburt. Seine Aufgabe ist die alltägliche Arbeit.


Aufgabenvorschläge zur Ständeordnung

 
Aufgabenblatt Ständeordnung

  1. Lade das Arbeitsblatt herunter und fülle es mit Hilfe des Basiswissentextes Ständeordnung aus.
  2. Überlege und notiere: In welchem Verhältnis stehen Himmel und Erde zueinander?
  3. Überlege und notiere: Kann man die Ständeordnung auf Erden abschaffen? Begründung?
  4. Zeige an diesem Bild des Jüngsten Gerichts, wie die himmlische Rangordnung dargestellt ist. Erkennst du bestimmte Heilige? 
    Das ganze Bild findest du hier.


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Mehr: Der himmlische Kaiserhof im Bild am Beispiel der...


... Deësis- Ikone vom Katharinenkloster auf dem Sinai



Eine Deësis zeigt den thronenden Christus am Jüngsten Gericht. Ihm zur Rechten steht
Maria, zu seiner Linken Johannes der Täufer. Beide leisten Fürbitte für die zu richtenden Seelen. Bei einer großen Deesis können weitere Heilige hinzukommen. Es handelt sich um eine Projektion des Kaiserhofs und des Klientelwesens auf den Himmel. 
Anklicken für Vergrößerung


Bildnachweis

 
Aufgaben zur Deësis- Ikone
  1. Woran erkannt man Christus, Maria und Johannes den Täufer? Achte auf BIldaufbau, Figurengröße, Kleidung und Attribute (=kennzeichnende Beifügungen, z.B. Heiligenschein).

     
  2. Woran erkennt man, dass Maria und Johannes der Täufer Fürbitte leisten?

     
  3. Inwiefern kann man sagen: Es handelt sich um eine Projektion des Kaiserhofs und des Klientelwesens auf den Himmel?

 

Weitere Darstellung des himmlischen Kaiserhofes:


Mosaik vom Triumphbogen der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, 5. Jh.
Drei Könige aus dem Morgenland (Huldigung der Magier)
paradoxplace.com


Ersatzlink: Mosaik vom Triumphbogen der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, 5. Jh.
arteefede.com


Mosaik vom Triumphbogen der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, 5. Jh.
Alle drei Streifen
Alle Größen
Fotos von HEN-Magonza
flickr.com

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f - Der  christliche Staat und die verschiedenen Formen der Theokratie



Der  christliche Staat und die verschiedenen Formen der Theokratie
Bereichswechsel!

Siehe auch: Reichskleinodien

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