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Geografische Lage Taiwans Republic
of China, (Formosa)
in Ostasien
taiwan-info.de

Karte Taiwans (Republic of China, Formosa) mit vorgelagerten Inseln
welt-atlas.de

Taiwan in der Reichweite chinesischer Trägersysteme
Seite von Stefan Krekeler
home.arcor.de
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Bilder

Bilder Formosas im 19. Jahrhundert
academic.reed.edu
Zusammensetzung der Bevölkerung Taiwans
- Hoklo Chinese = Han- Chinesen
- Hakka Chinese = Hakka- Chinesen
- Indigenous Peoples = Eingeborene
Völker
- Mainland Chines =
Festlandchinesen
news.bbc.co.uk

A Glance at Taiwan -
Fotogalerie der taiwanesischen Tourismusbehörde
man kann sich an den fotografischen Meisterwerken und der atemberaubenden Vielfalt Taiwans erfreuen!
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Bücherecke

Bücher zum Thema 20. Jahrhundert
in der KMG- Schülerbücherei
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Impressum

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Taiwan auf
einen Blick
Offizieller
Name: Republik China (ROC)
Staatsgebiet: Taiwan, Pescadoren, Kinmen, Matsu
Hauptstadt: Taipei (2,7 Mio. Einwohner)
Fläche: ca. 36.000 km²
Einwohnerzahl: 22,6 Millionen
Einwohner pro km²: 623
Klima: subtropisch/tropisch
Amtssprache: Chinesisch (Mandarin)
Politisches System: Präsidial- und Kabinettsystem
Währung: New Taiwan Dollar (NT$)
Religion: Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus
Pro-Kopf-Einkommen: 14.000 €
Anteil an der Wirtschaft (BSP): Dienstleistungen 59%,Industrie 37%, Landwirtschaft 4 %
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Basiswissen
Zeittafel: Geschichte Taiwans
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Ureinwohner
Forschungen haben gezeigt, dass die erste Besiedelung vor mindestens 10.000 Jahren mit Einwanderern von den Pazifischen Inseln begonnen hat. Von den Nachkommen
der Ureinwohner malayo- polynesischer Herkunft haben 11 Stämme überlebt, die heute aber nur noch einen kleinen Anteil der taiwanesischen Bevölkerung
ausmachen, siehe hier.
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Erste chinesische Einwanderer
Die erste große Welle chinesischer Einwanderer begann im 15. Jahrhundert. Insbesondere
die Festlandchinesen aus der Provinz Fujian in Südchina sowie aus der nordchinesischen Provinz Henan trieb es nach
Taiwan. Die Einwanderer aus Fujian brachten ihren Dialekt mit sich, aus dem sich Taiwans zweite offizielle Sprache, Taiwanesisch, entwickelte.
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Europäische Kolonialherren
Die Portugiesen entdeckten 1542 als erste Europäer die Insel Taiwan und nannten es „Ilha Formosa“ (schöne Insel). Die einzig einflussreiche
europäische Kolonialmacht auf Taiwan waren jedoch die Niederländer. Sie erlangten nach der Vertreibung von Spaniern, Portugiesen und Japanern
die Kontrolle über Taiwan und verwalteten Taiwan mit seinen damals etwa 100.000 Einwohnern von 1642-1661.
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Manschu-Herrschaft
1644 löste die mandschurische Qing (Manschu, auch Mandschu) - Dynastie auf dem Festland die Ming-Dynastie ab und herrschte über China (bis 1911).
General Cheng Ch‘eng-kung (Koxinga), der zwölf Jahre für die Erhaltung der Ming-Dynastie gekämpft hatte und dieses Interesse von Taiwan aus weiter verfolgen wollte, floh 1661 mit 25.000 Soldaten nach Taiwan. Nachdem er die Holländer vertrieben hatte, versuchten er und seine Anhänger 20 Jahre lang, die Ming-Dynastie in China wieder einzusetzen; seine Nachfolger mussten jedoch nach 1682 kapitulieren und Taiwan wurde Teil der Provinz Fujian (Eigenständige Provinz von China wurde Taiwan erst 1885). Koxinga legte zu seiner Zeit durch Landwirtschaftsreformen schon Grundsteine für Taiwans bessere Entwicklung im Vergleich
zu Festland- China.
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Japanische Kolonisation
Als Folge der Niederlage Chinas im chinesisch-japanischen Krieg (Streit um Korea, 1894/95) wurde Taiwan im Vertrag von Shimonoseki 1895 zur japanischen Kolonie. Trotz der Ausbeutung durch die Japaner führte diese Zeit zur Modernisierung und zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes.
In Auflehnung gegen die japanische Herrschaft und Chinas „Verrat“ wurde 1895 die Demokratische Republik Taiwan als erste Republik Asiens ausgerufen, jedoch sofort wieder zerschlagen.
Mit der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg endete auch die Kolonialherrschaft. Gemäß dem Kairoer Vertrag von 1943 fiel Japan an China und 6 Millionen Taiwanesen wurden über Nacht zu chinesischen Staatsbürgern.

Lernumgebung
Japan
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Republik China auf Taiwan
Am 28.2.1947 kam es zu einem Aufstand der Taiwanesen gegen den von der chinesischen KMT-Regierung eingesetzten Gouverneur, bei dem 10.000 – 30.000 Taiwanesen ums Leben kamen. Das Kriegsrecht wurde ausgerufen (und nicht mehr aufgehoben bis 1987); die brutale Niederschlagung des Aufstands wurde bis in die 80er Jahre totgeschwiegen und war in keinem Geschichtsbuch zu finden. Dieser Vorfall, genannt „2-28 Zwischenfall“ belastete das Verhältnis der Taiwanesen zu der späteren KMT-Regierung auf Taiwan erheblich.
Auf dem chinsischen Festland zerbrach 1911 die Manschu-Dynastie nach einer Revolution, angeführt von Dr. Sun Yatsen. Daraus resultierte die Gründung der Republik China (RoC – Republic of China). Dem darauf folgenden Bürgerkrieg wurde erst ein Ende gesetzt, als die KMT (Kuomintang, Nationale Volkspartei) gewaltvoll die Herrschaft
übernahm.
Als jedoch 1949 die Kommunisten die Macht erlangten und die Volksrepublik (VR) China gründeten, floh die Nationalregierung der Republik China nach Taiwan. Ihr Anführer war Chiang Kai Shek, der mit 1,5 Millionen Chinesen, darunter mehrere 100.000 Soldaten nach Taiwan übersiedelte. (Parallelen mit Koxinga!)
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China-Taiwan Konflikt
Laut der VR China war – und ist – Taiwan nur abtrünnige Provinz, die eigentlich zu China gehöre. Als Japan 1951 im Frieden von San Francisco auf Taiwan verzichtete, wurde nicht festgelegt, an wen die Rückgabe erfolgte.
In den 50er Jahren bombardierten die Festlandchinesen mehrfach die taiwanesische Insel Kinmen, die nur wenige Kilometer vom chinesischen Festland entfernt ist. Die USA kamen Taiwan zu Hilfe und unterzeichneten 1954 den Verteidigungs-Vertrag zwischen den USA und Taiwan.
1971 musste Taiwan den Sitz für China in der Vollversammlung der UN als auch im Sicherheitsrat an die Volksrepublik abgeben, und seit 1979 die USA die VR anerkannt und ihre Beziehungen zu Taiwan abgebrochen haben, sind die meisten Länder so verfahren. Bis heute haben nur 22 Länder, hauptsächlich kleine pazifische Inselstaaten oder beispielsweise der Vatikan, ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan aufrecht erhalten. Trotzdem haben die meisten Länder wichtige Beziehungen mit Taiwan auf wirtschaftlicher oder kultureller Ebene.
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Demokratisierungs-Prozess
Die ursprüngliche Position der KMT war, dass sie nur vorübergehend auf Taiwan seien und das Festland wiedererobern
wollten. Während dieser Zeit duldeten sie absolut keine Opposition.
Trotz dem Verbot der KMT kam es 1986 zur Gründung der ersten Oppositionspartei, der Demokratisch-Progressive Partei (DPP) und bei den Parlamentswahlen im folgenden Jahr erlangte die DPP Sitze und durfte diese auch beanspruchen.
Nachdem 1987 dann das Kriegsrecht aufgehoben wurde und 1988 ein neuer Präsident, der Taiwanese Lee Tenghui („Mr. Democracy“) vereidigt wurde, gab es viele wichtige Reformen, z.B. das aufgehobene Zeitungsverbot oder Parteienverbot, Pensionierung von KMT-Funktionären, die noch auf dem Festland gewählt worden waren, freie Wahlen usw. Taiwan äußerte außerdem, dass es keine Ambitionen
mehr habe, die VR zu übernehmen.
Gründe für die neue Reformbereitschaft der KMT gab es einige, u.a. die
Hongkong Frage, der Zusammenbruch des kommunistischen Osteuropas, das Massaker von Tianmen in Peking 1989, der Handel u.v.m.
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Neueste Entwicklungen
In den 90er Jahren kam es wieder zu „Kriegsspielen“ Chinas in der Straße von Taiwan; diese schreckten jedoch die Taiwanesen nicht ab, und 2000 hatte die DPP erstmals mehr Stimmen als die KMT. Neuer Präsident ist seit 2000 Chen Shui-bian.
Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2004 erreichte die DPP nur einen knappen Vorsprung, Ursache für den Rückgang der Unterstützung könnte die Angst vor China
sein. Die VR wollte 2004 ein Gesetz verabschieden, das einen Krieg legitimieren würde, wenn Taiwan je Unabhängigkeit erkläre.
Zum Chinesischen Neujahr am 9. Februar 2005 gab es zum ersten Mal Direktflüge vom Festland nach Taiwan – ein neuer Fortschritt.
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Orientierung am Westen
Wie viele andere asiatische Länder orientiert sich Taiwan sehr am Westen, insbesondere an den USA. US-amerikanische Filme – immer im Originalton – sind sehr beliebt auf Taiwan, genauso wie MTV oder VIVA.
Die englische Sprache ist allgegenwärtig: Viele Grußkarten oder
Agendas, Zeitschriften oder Filme sind ganz oder teilweise Englisch, manchmal auch bilingual Englisch-Chinesisch. Viele Taiwanesen sind davon besessen, gut Englisch zu lernen, denn dies bedeutet für sie das Sprungbrett zu einer Karriere und es öffnet das Tor zum Westen. Dementsprechend gibt es viele spezielle Englisch-Kurse und Schulen und die Kinder fangen früh an, die Sprache zu lernen.
Auch Japan hat eine Vorbildfunktion für Taiwan. Vor wenigen Jahren gab es einmal einen regelrechten Boom der japanischen Comic-Figur
„Hello Kitty“; Hello Kitty war überall, so dass sogar McDonalds Taiwan ein besonderes
„Hello Kitty Menü“ nur für Taiwan schuf.
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Taiwan und Deutschland
Wie die meisten Länder der Welt unterhält Deutschland keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, jedoch gibt es wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit sowie das Deutsche Institut Taipei bzw. die Taipeh Vertretung in Deutschland als indirekte Vertretungen.
Vor allem durch die engen wirtschaftlichen Kontakte sind Taiwan und Deutschland sehr zusammengewachsen.
Der Kulturaustausch, wenn auch noch in den Kinderschuhen, entwickelt sich kontinuierlich weiter. So war beispielsweise 2004 Gunter von Hagens „Körperwelten“ Ausstellung in Taipei, genauso wie eine im selben Jahr eine Ausstellung der Staatlichen Museen Berlin in Taiwan gastierte.
Wichtige Kunstwerke des National Palace Museum wurden in Berlin gezeigt.
Jedoch gilt in der ganzen EU ein Einreiseverbot für den taiwanesischen Präsidenten/ Vize-Präsidenten; nicht einmal auf privater Basis würde ihnen ein Visum gewährt werden. Deutschland behält immer noch seinen Kurs der
„Ein-China-Politik“, die jedoch, wie z.B von der FDP, immer wieder kritisch in Frage gestellt wird.
Im Dezember 2004 plädierte Bundeskanzler Schröder für eine Aufhebung des Waffenembargos für China; die EU entschied sich im Januar 2005 jedoch dagegen. „Tausche Insel gegen Wirtschaftsbeziehungen“ ließ die Schlagzeile einer Computerzeitschrift verlauten.
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Landeskunde
Allgemein
Der Name Taiwan (aus dem Chinesischen, übersetzt: Terrassenbucht) bezeichnet im alltäglichen Gebrauch vor allem die Insel Taiwan vor der Südostküste Chinas.
Auf Taiwan befindet sich die Republik China – im Gegensatz zur Volksrepublik China –, die de facto unabhängig ist, obwohl sie von vielen Ländern nicht als Staat anerkannt wird. Zum Staatsgebiet der Republik China gehören neben der Hauptinsel Taiwan noch mehrere kleinere Inseln, u.a. die Pescadoren, Kinmen und Matsu in der Straße von Taiwan. Die gesamte Fläche des Landes beläuft sich auf etwa 36.000 km², das entspricht etwa dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg.
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Geographie
Trotz der recht kleinen Größe kann Taiwan eine erstaunlich diverse Landschaft aufweisen: In der flachen Ebene im Westen befinden sich zahlreiche Großstädte, darunter die Hauptstadt Taipei im Norden (2,7 Mio. Einwohner), Taichung in der Mitte (800.000 Einwohner) und Kaohsiung im Süden (1,6 Mio. Einwohner). Der westliche Teil des Landes ist fast gänzlich von einer Gebirgskette ausgefüllt, deren Gipfel bis zu 3952 m (Mount Yushan, Jadeberg) ansteigen – die höchsten Berge in Asien außerhalb des Himalayas. Gegen Osten fallen die Berge dann steil ab und es ergibt sich eine wunderschöne, bizarre Küstenformation (siehe Bild oben).
Klimatisch fällt Taiwan ins subtropisch bis tropische Gebiet, das gelegentliche Taifune und einen kräftigen Wintermonsun mit sich bringt. Die Winter sind für süddeutsche Verhältnisse recht mild, die Sommer sehr heiß und feucht. Durch die geographische Lage in Südostasien ergeben sich auch regelmäßige Erdbeben.
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Menschen
Aus Taiwans hoher Einwohnerzahl von 22,6 Mio. Menschen resultiert ein sehr dicht besiedeltes Gebiet – auf einem Quadratkilometer der Insel leben durchschnittlich 623 Menschen.
Ethnisch setzt sich die Bevölkerung Taiwans aus drei großen Gruppen zusammen: Den größten Anteil stellen mit 69% die Han-Chinesen, Einwanderer aus der chinesischen Provinz Fujian (auf dem chinesischen Festland direkt gegenüber gelegen), die auch auf dem Festland den größten Anteil der Bevölkerung ausmachen
(98%), vgl. hier. Was ein Europäer also gemeinhin als „Chinesen“ bezeichnet, sind zum größten Teil die Han-Chinesen. Eine weitere große Einwanderergruppe kam aus der nordchinesischen Provinz Henan (Guangdong), deren Nachkommen, die Hakka-Chinesen 15% der taiwanesischen Bevölkerung stellen. Außerdem machen die Festlandchinesen, die 1949 mit der KMT (Nationalen Volkspartei) aus China kamen, 14% der Bevölkerung aus. Leider eine nur noch untergeordnete Rolle mit 2% Bevölkerungsanteil spielen die elf
eingeborenen Volksstämme, deren Vorfahren als erste Einwanderer von den Pazifischen Inseln eingewandert sind.
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Politik
Amtssprache auf Taiwan ist Chinesisch (Mandarin), des weiteren ist Taiwanesisch (ähnlich dem Dialekt der Fujian-Provinz) sehr verbreitet und manche der eingeborenen Stämme sprechen ihre eigenen Sprachen.
Nach den Reformen in den 1980er und 1990er Jahren hat sich inzwischen politisch ein Präsidial- und Kabinettsystem herausgebildet, mit dem Legislativ-Yuan (direkt gewähltes Parlament – es gibt auch noch eine Nationalversammlung, die jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt), dem Exekutiv-Yuan, also der Regierung mit dem Präsidenten (momentan: Chen shui-bian) an der Spitze, dem Judikativ-Yuan (oberstes Gericht) sowie dem Kontroll-Yuan (kontrolliert Regierung und Staatshaushalt) und dem Prüfungs-Yuan (prüft
die Staatsverwaltung).
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Wirtschaft
Made in Taiwan: Vor allem für seine Wirtschaft ist die kleine Insel bekannt. Viele Dinge aus unserem Alltag werden in Taiwan hergestellt, z.B. Computerbildschirme, Spielzeug, Kleidung etc.
Die Grundlagen für das taiwanesische Wirtschaftswunder (1960-1980) wurden bereits vor dem
Zweiten Weltkrieg durch die chinesischen Manschu-Herrscher und die japanischen Kolonialherren gelegt, nach dem Krieg war Taiwans Wirtschaft jedoch wegen der Unterstützung Japans genauso in Schutt und Asche wie in anderen Teilen der Welt. Das kleine Land mauserte sich jedoch schnell vom Agrar- zum Schwellenstaat und schließlich zum High-Tech-Produzenten. Die zentrale Organisation der Wirtschaft, bedingt durch die Alleinherrschaft der KMT nach 1949, brachte einen eindrucksvollen Aufschwung.
Heutzutage hat Taiwan eine sehr geringe Arbeitslosenquote von 2-3%; allgemeiner Wohlstand ist weit verbreitet. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 2004 nach Schätzungen rund 14.000 Euro, ein sehr beachtlicher Betrag, vor allem in dieser Region der Welt.
Rückgrat der Wirtschaft sind viele kleine Privatunternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und es sind vor allem Exportgüter, die die Wirtschaft stützen. Haupthandelspartner sind China, die USA und Japan.
Die Schattenseite der Wirtschaft ist der enorm florierende Schwarzmarkt, der nach den Prinzipien „Beziehung“ und „nach Belieben“ schamlos ausgenutzt wird.
Die Währung in Taiwan ist der New Taiwan Dollar (NT$).
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Kultur
und Traditionen
Es gibt Stimmen, die sagen, die chinesische Kultur und Tradition sei auf Taiwan besser erhalten als auf dem chinesischen Festland. Beispielsweise – was auch mit dem angespannten Verhältnis zur VR China zu tun hat – verwendet Taiwan immer noch die traditionellen Langzeichen, wohingegen die Volkrepublik vereinfachte Kurzzeichen eingeführt hat.
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Kunst und Musik
Die traditionelle chinesische Kunst und Kultur ist auf Taiwan weit verbreitet und geschätzt. So gibt es in Taipei zahlreiche Aufführungen der besonderen Theaterart „Peking Oper“ und das National Palace Museum in Taipei hat eine der besten Sammlungen traditioneller chinesischer Kunst.
Taiwanesische Kinder und Jugendliche führen die Tradition der „chinese knots“,
des Knüpfens kleiner Figuren, oder der alten Kalligraphie chinesischer Schriftzeichen fort.
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Wichtige Feiertage
Taiwan hat sehr viele Feiertage über das Jahr verteilt: Der Nationalfeiertag ist der 10. Oktober, außerdem werden die Geburtstage von Dr. Sun Yatsen und Chiang Kai Shek gefeiert, es wird an einem Tag der Jugend, der Verliebten und der Lehrer gedacht und viele weitere, zum Teil religiös geprägte Festtage wie der Ahnengedenktag („Gräberputztag“) zelebriert.
Die drei wichtigsten Feiertage fallen nach dem Mondkalender und sind das chinesische Neujahr, das Drachenbootfest und das Mondfest
(Mittherbstfest).
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Das chinesische Neujahr wird am 1.Tag des 1.Mondes (Januar/Februar) gefeiert und dauert drei Tage lang. In dieser Zeit ruht (fast) alle Arbeit; oft sogar für eine ganze Woche. Familien kommen zusammen und bereiten ein traditionelles Gericht zu, es gibt Feuerwerke und monumentale Verziehrungen der Städte. Kinder und Jugendliche bekommen von ihren Eltern und Verwandten
Geschenke, oft Geld, das in einem roten Umschlag überreicht wird. Außerdem nehmen sich die Taiwanesen neue Vorsätze für das neue Jahr, und reflektieren über das alte. Die Jahre werden nach Tieren des chinesischen Kalenders bezeichnet – am 9. Februar 2005 endet so das Jahr des Affen (2004) und das Jahr des Hahns (2005) beginnt.
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Das Drachenbootfest findet am 5. Tag des 5. Mondes (Juni) statt und das größte Spektakel dieses Feiertags sind die Drachenbootrennen, die ernsten sportlichen Charakter haben. Zu den Rennen und Feierlichkeiten auf den Straßen und in den Häusern kommt oft die ganze Familie zusammen und feiert.
Die Tradition der Drachenbootrennen entspringt einer alten chinesischen Legende, nach der die Menschen eines Dorfes den altertümlichen Denker Chu Yuan aus den Fluten retten wollten, weil dieser sich aus Protest gegen die totalitäre Regierung in den Fluss gestützt hatte.
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Das Mondfest oder Mittherbstfest ist jedes Jahr am 15. Tag des 8. Monds, meistens im September. Genau wie um das Drachenbootfest ranken sich auch Legenden um das Mondfest, und es gibt zwei verschiedene Variationen, wie das Fest entstanden ist. Beide beginnen mit Schütze HouYi, der 9 der 10 Sonnen der Erde abschoss und so die Erde vor dem Verbrennen rettete. Als Dank machten ihn die Menschen zu ihrem König, er war jedoch ein schlechter Herrscher. Außerdem bekam er von einem dankbaren Bürger einen Unsterblichkeitstrank, der wenn einer ihn alleine trinkt, ihn zum Gott macht, wenn man ihn teilt, beide unsterblich macht. Er wollte ihn mit seiner Frau Chang-e teilen, doch diese wollte die Menschen vor seiner Herrschaft bewahren und drank ihn allein. Sie stieg als Göttin hinauf zum Mond und die Menschen feiern sie am Mondfestival und versuchen, sie im Mond zu entdecken. Das andere mögliche Ende der Geschichte ist, das Chang-e hinterhältig heimlich den Unsterblichkeitsdrank drinkt und auf den Mond verbannt wird. Das Mondfest soll in diesem Fall die Bande zwischen Mann und Frau stärken und ist einer der romantischsten Feiertage.
Am Mondfest gibt es ebenfalls Feuerwerke, und entsprechend dem Namen, Mondspaziergänge. Eine besondere Spezialität sind Mondkuchen, gefüllte Teigtaschen, die nur zu dieser Zeit hergestellt werden.
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Religion
Die drei großen religiösen Strömungen in Taiwan sind Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Die verschiedenen Denkrichtungen und Religionen schließen sich gegenseitig nicht aus, und so glauben viele Taiwanesen an mehrere oder an einen Mix aus allen dreien. Das Christentum wurde durch europäische und amerikanische Missionare gebracht, ihm gehören jedoch nur 2% der Bevölkerung an. Überall in Taiwan findet man Tempel, wie z.B. den buddhistischen Tempel auf dem Bild im Nationalpark Taroko Gorge.
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Umgangsformen / Sitten
Unter anderem auch durch die Religionen, z.B. die vielen Riten des Konfuzianismus, vor allem aber die chinesische Kultur und Tradition prägen die taiwanesischen Umgangsformen und die Mentalität.
Für die Taiwanesen ist es sehr wichtig, ihr Gesicht zu wahren. Dies zieht mehrere Folgen nach sich: Viele Menschen würden z.B. jemanden eher in die falsche Richtung schicken, als zuzugeben, dass sie den Weg nicht wissen. Außerdem ärgern sich Taiwanesen in der Regel nicht in der Öffentlichkeit, dies würde ja ebenfalls den Gesichtsverlust bedeuten. Ein Teil des „face game“ sind auch die Visitenkarten, die man für alle erdenklichen Berufe finden kann. Ein Zimmermädchen im Hotel hätte z.B. womöglich eine Karte, die sie als „Professionelle Reinigungskraft auf Teilzeitbasis“ auszeichnet.
Lächeln und Lachen hat manchmal eine etwas andere Bedeutung als in Europa und Amerika. Lachanfälle wie hier im Westen gibt es kaum, das Lächeln dient viel mehr auch als Entschuldigung. Wenn z.B. der Bedienung im Restaurant der Suppenteller auf das Abendkleid einer Dame fällt, wird diese lächeln. Ihr Lächeln ist jedoch als Entschuldigung gemeint, nicht als Belustigung über die unangenehme Situation.
Der Tod ist ein Tabuthema in Taiwan, denn viele Taiwanesen glauben, dass wenn man über den Tod spricht, er eher eintreten wird. Auch die Zahl 4, die dem chinesischen Wort für Tod ähnlich ist, ist Tabu. Krankenhäuser und Hochhäuser haben kein 4. Stockwerk oder eine Station 4.
Farben haben ebenfalls wichtigen Symbolcharakter. Rot ist die Farbe der Freude, des Glücks und der Fröhlichkeit, Weiß die des Todes und Gelb steht sowohl für den Buddhismus als auch für Wohlstand.
Mit Geschenken und dem Geschenke geben sind eigene Riten verbunden. Man darf ein Geschenk zunächst einmal nur mit zwei Händen überreichen (sonst bringe das Unglück). Des weiteren muss der Beschenkte in einer komplizierten Abfolge das Geschenk zunächst einmal verweigern, bis der Geschenkgeber absolut darauf besteht.
Auch die Esskultur unterscheidet sich natürlich von der des Westens. Gegessen wird oft auf dem Boden sitzend aus Reisschalen (keinen Tellern) und mit Stäbchen. Ist man fertig, so werden die Stäbchen über die Schale gelegt, niemals jedoch hinein.
Auf den Straßen Taiwans wird man des Öfteren kleine rote Flecken auf der Straße sehen können, die wie Blut aussehen. Dies sind jedoch Überreste der ausgespuckten Betel-Nuss, deren Kauen insbesondere bei Taxifahrern zum Zeitvertreib sehr beliebt ist.
In der Öffentlichkeit gibt es weitere Verhaltensnormen, an die sich die taiwanesische Bevölkerung in der Regel hält. Da Sauberkeit und das Aussehen eine große Rolle spielen, ist es nicht gerne gesehen, wenn Touristen auf der Straße in Spaghetti-Tops und Flip Flops herumspazieren – einem Taiwanesen würde das nie einfallen. Auch Küssen in der Öffentlichkeit ist ein Affront für die meisten Taiwanesen.
Es ist jedoch z.B. gang und gebe, dass ein wildfremder Mensch einen Mitreisenden im Zug sehr persönliche Fragen, z.B. nach dem Familienstand oder dem Einkommen stellt.
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Familie, Jugend und Bildung
Die Familie spielt eine große Rolle in Taiwan und Kinder und Jugendliche wachsen in der Regel behüteter auf als in Europa. Das Alter ist sehr wichtig, selbst Zwillinge oder fast gleichaltrige Arbeitskollegen reden den Erstgeborenen mit „älterer Bruder“ oder „ältere Kollegin“ an.
Das Schulsystem in Taiwan ähnelt dem amerikanischen, ist jedoch mit mehr Arbeit verbunden, als deutsche Jugendliche - selbst in der Oberstufe – es gewöhnt sind. So ist es in den Abschlussklassen nicht unüblich, dass die Jugendlichen Montag bis Samstag von 9 Uhr morgens bis 21 abends in der Schule sind, Mittag- und Abendessen dort einnehmen und zu Hause noch bis 12 Uhr Hausaufgaben haben. Viele Schulen sind zudem recht autoritär, das Färben der normal schwarzen Haare beispielsweise kann unter Umständen zum Unterrichtsausschluss führen.
Da Bildung so groß geschrieben wird (auch der Staat gibt dafür rund 11 Milliarden US$ jährlich aus), floriert auch der Markt an privaten Schulen, so genannten cram schools, und Nachhilfeagenturen.
Für den Eintritt in die Universität ist ein sehr schweres, universelles Examen abzulegen.
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Taiwan – traditonelles oder fortschrittliches Land?
(Persönliche Meinung der Verfasserin)
Ich denke, dass Taiwan immer noch ein traditionelles Land ist. Trotz des technischen Fortschritts und High-Tech-Booms – Handys und Internet sind etwa genauso verbreitet wie in Deutschland – ist die Grundeinstellung der Taiwanesen immer noch traditionell. Die chinesische Kultur und Tradition, alte Riten und Sitten und das Erbe der Vorfahren spielt – selbst bei jüngeren Generationen – eine traditionelle Rolle. Jedoch nimmt diese Einstellung auch langsam ab, und wer weiß wie und was Taiwan in 10 oder 15 Jahren sein wird?!
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Konflikt
zwischen der Volksrepublik China und Taiwan

Taiwan-Konflikt
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Chinas Außenpolitik
In Taiwan sieht Peking eine abtrünnige Provinz
Von Peter Sturm
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Verschiedenes

Taiwan- Info
Website über Taiwan und in Deutschland lebende Taiwanesen mit detaillierter Linkliste, Informationen zu Taiwan und UN, EU etc.
taiwan-info.de

Government Information Office, Republic of China
Informationen der taiwanesischen Regierung über Taiwan (auf Deutsch!) – ebenfalls sehr informativ. Mit weiteren Verweisen auf Mediengalerien usw.
gio.gov.tw

Taiwandesk.com
News-Blogger zum Thema Taiwan, der alle paar Tage aktualisiert wird und über Interessantes und Kurioses aus Taiwan im Spiegel der Weltpresse berichtet.
taiwandesk.com

New Taiwan - Ilha Formosa
The Website for Taiwan`s History, Present and Future.
Englische Internetseite zu Taiwan mit vielen Fotos, Informationen und Links zum Thema
taiwandc.org
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