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Karte 1 Venedig heute
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Karte 2 Venedig heute
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Venezianische Besitzungen um 1000 n.Chr.
it.wikipedia.org
Karte Lateinisches
Kaiserreich
de.wikipedia.org

Venezianische Besitzungen in der Ägäis um 1450
it.wikipedia.org
Ausdehnung Venedigs auf der Terraferma bis zur Schlacht von Agnadello
1509
it.wikipedia.org

Venezianische Besitzungen im 16. Jahrhundert (Maximale Ausdehnung)
it.wikipedia.org

Venezianische Besitzungen 1796
it.wikipedia.org
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Ein Tag in
Venedig: Tourenvorschlag
- Mit
dem Vaporetto (Dampfer) zur Anlegestation San Zaccaria. Eine 12-
Stunden- Karte kostet 16 € (Stand 2009, mit dieser können Sie
unbegrenzt fahren. Im anderen Fall kann man auf dem Dampfer jeweils
einzeln bezahlen.)

Venice welcome - Venedig Vaporetto
Preisliste veraltet, sonst wichtige Infos, am unteren Seitenende
Linienplan zum Ausdrucken
venicewelcome.com

Città di Venezia - Online buchen in Venedig
Offizielle Stadtseite Venedig
comune.venezia.it
- Von
dort an der Seufzerbrücke (Brücke zwischen Dogenpalast und
Staatsgefängnis) und dem Dogenpalast vorbei zur
Piazzetta und zur Piazza San
Marco (Politisches Zentrum Venedigs. Das Gesamtensemble ist auf einem
Werbeplakat im
Detail zu sehen.) Beachten Sie die
Rosse von San Marco und das
Mosaik mit der Überführung der Reliquien
des Heiligen Markus, des Stadtpatrons von Venedig. Den
Markuslöwen finden Sie oft in der
Stadt.
Dann nicht dem Touristenstrom
zum Rialto folgen, sondern
- von
der Schmalseite des Platzes gegenüber der Markuskirche unter der Ala
Napoleonica hindurch wieder Richtung Wasser halten zur
Dampferanlegestelle Vallaresso und mit der Linie 1 zur Rialtobrücke.
Man sieht dann die Paläste beiderseits des unteren Teils des Canal
Grande und kommt auch an der ehemaligen Zollstation
Dogana und an der bekannten Salute- Kirche
vorüber.
- Auf
der Seite der Anlegestelle
Rialto das Hauptpostamt aufsuchen. Es handelt
sich um den
Fondaco dei Tedeschi (gesprochen: Tedeski), den Handelshof der
Deutschen.
- Wieder
umkehren und über die Rialtobrücke weg geradeaus durch den Markt,
dann rechts halten und wieder links parallel zum Canal Grande bis zur
Pescaria.
- Hinter
der Pescaria den Traghetto Gondola benutzen, um mit der Gondel billig
über den Canal Grande zu setzen. (Die touristische Gondelfahrt kostet
80 € die halbe Stunde, hier fahren Sie mit einem Bagatellbetrag
Gondel.)
- Auf
der anderen Seite des Kanals nach der ersten Möglichkeit links
halten, dann wieder links zur Dampferanlegestelle Ca` d`Oro. Die Ca`
d`Oro ist ein gotischer Palast mit einer Bildergalerie, er kann also
besichtigt werden. Man muss dann aber auf der Tour wegen des
Zeitaufwands Abstriche machen.
- Mit
dem Dampfer auf dem Canal Grande weiterfahren zur Dampferstation
Ferrovia (Hauptbahnhof von Venedig), von dort rechts halten und zu
Fuß die breite Straße hinabgehen bis zu den Fondamenta di Canareggio
(breiter Kanal). Dort die Brücke überqueren.
- Nach
der Brücke links halten und unter einem Sottoportego (Unterführung)
durch einen Abstecher ins
Ghetto machen. Synagogen, koscheres Essen, sehen
Sie selbst.
- Den
gleichen Weg zurück zu den Fondamenta di Canareggio und in der
Dampferanlegestelle Ponte d. Guglie mit der Linie 51 oder 52 (nicht
mehr zurück zum Canal Grande, sondern entgegengesetzte Richtung) bis
zu der Haltestelle Ospedale Civile fahren.
- Von
dort am Ufer entlang zurückgehen und dann nach links einbiegen zur
Kirche SS. Giovanni e Paolo. Davor das Reiterstandbild des
Söldnerführers Colleoni, in der Kirche selbst jede Menge Dogengrabmäler. Die größten sind die jüngsten.
- Kirche
an der Westseite verlassen, und in der Verlängerung die C. Larga G.
Gallina hintergehen zur Kirche Santa Maria dei Miracoli. Schönste
Renaissance-Kirche Venedigs. Von dort zum Rialto durchfragen oder
Karte benutzen (nicht weit).
- Vom
Rialto entweder mit dem Dampfer zurück zum Ausgangspunkt oder der
Beschilderung nach San Marco folgen (Touristenrennstrecke,
normalerweise einzige Strecke, die der Venedigtourist macht.)
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Venezianische
Malschule 
Gentile Bellini
www.wga.hu

Giovanni Bellini
www.wga.hu

Vittore Carpaccio
www.wga.hu

Canaletto
www.wga.hu

Giorgione
www.wga.hu

Baldassare Longhena
de.wikipedia.org

Andrea Palladio
de.wikipedia.org

Jacopo Sansovino
www.wga.hu

Giovanni Battista
Tiepolo
www.wga.hu

Jacopo Tintoretto
www.wga.hu

Tizian
www.wga.hu

Paolo Veronese
www.wga.hu
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Bilder
besichtigen in Venedig

Frari-Kirche
G. Bellini, Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Petrus und Nikolaus, Benedikt und Markus
de.wikipedia.org

Frari- Kirche
Tizian: Assunta/Maria Himmelfahrt
de.wikipedia.org

Scuola Grande di San Rocco
Tintoretto total
venedig.jc-r.net

Scuola di S. Giorgio degli Schiavoni
Carpaccio total
wga.hu

Accademia
Schwerpunkt venezianische Malerei
venedig-infos.de

Sammlung Peggy
Guggenheim
Moderne Kunst, Intimer Garten
de.wikipedia.org

Dogana
Foundation Francois Pinault
Moderne Kunst
artnet.de
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Impressum

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Basiswissen
Entstehung
Venedigs
Bis
ins 5. Jahrhundert nach Christus war die Lagune von Venedig menschenleer.
Erst der Untergang Westroms in der Völkerwanderung führte zu einer
Besiedlung in mehreren Schüben. Der erste war die Reaktion auf den
Einfall der Westgoten in Italien unter Alarich (410 n. Chr. Eroberung Roms
durch die Westgoten), der zweite Schub wurde durch den Einfall der Hunnen
in Italien 452 n.Chr. ausgelöst, der dritte durch den Einfall der
Langobarden in Oberitalien 568 n. Chr. (
Basiswissen Völkerwanderung und
Germanenreiche). Malamocco, Murano und Torcello
wurden nun bedeutende Siedlungen. Aber Venedig wurde nicht langobardisch,
sondern verblieb bei Byzanz, das einen Gebietsstreifen von der Romagna bis
Rom (Exarchat von Ravenna) und den südlichen Teil der italienischen
Halbinsel mit Apulien und Kalabrien sowie die Insel Sizilien bis auf
Weiteres behalten konnte (
Basiswissen Entwicklung zum
byzantinischen Reich).
Im 7. Jahrhundert, als Byzanz durch die Kämpfe mit Slawen, Bulgaren,
Gepiden, den Sassaniden und danach v.a. durch die Ausbreitung des Islam
geschwächt war - es verlor die ganzen nordafrikanischen und asiatischen
Gebietsteile außer Kleinasien -, wurde Venedig in der Praxis ziemlich
unabhängig. Ein Aufstand gegen Byzanz im 8. Jh. blieb allerdings
erfolglos.
Als die Franken 810 die Lagune erobern wollen, wurde der Sitz des Dogen an
den
Rialto verlegt, wo die nun rasch wachsende Stadt nicht nur die
Vorherrschaft in der Lagune errang, sondern auch zur Brücke zwischen
Orient und Okzident, also zwischen byzantinischem und islamischem Osten
einerseits und westlichem Abendland andererseits wurde. Venedig verteilte
sich in Zukunft auf 118 durch Brücken verbundene Inseln, das
Geschäftszentrum entwickelte sich am
Rialto, gleich nach der Behauptung
der Unabhängigkeit gegen die Franken wurde der
Dogenpalast als
Regierungssitz an die Mündung des Canal Grande verlegt.
Luxusgüter aus dem Orient wurden eingeführt und über Pavia, später
Mailand, nach Norden geliefert. Umgekehrt führte Venedig Öl aus Istrien
und Salz aus der Lagune aus.
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Aufstieg
vom 9. - 15. Jahrhundert
Ein
wichtiges Ereignis in der Geschichte Venedigs war die
Überführung der
Gebeine des Evangelisten Markus aus Alexandria nach Venedig. Dabei soll
nach dem Diebstahl der Reliquie aus einer Kirche der islamische Zoll
angeblich dadurch getäuscht worden sein, dass die Reliquien des Heiligen
unter Schweinespeck versteckt und so unentdeckt außer Landes geführt
wurden. Schweinefleisch gilt im Islam als unrein. Die Reliquie wurde in
die neu errichteten
Markuskirche überführt, die Hauskapelle des Dogen
und zugleich Staatskirche Venedigs. Der
Markuslöwe ziert das Staatswappen
der Republik.
Im Innern wurde die Erblichkeit der Dogenwürde verhindert, entsprechende
Versuche wurden mit der Todesstrafe geahndet. Nach außen wurde das
Territorium der Republik entlang der Adria, also entlang dem Hauptweg
Venedigs nach Osten, erweitert. So wurden im Jahr 1000 unter dem Dogen
Pietro Orseolo II. die Städte Zadar, Trau und Split an der Küste
Dalmatiens (Dalmatien ist heute der an die Adria grenzende Teil Kroatiens) erobert und
so der Piraterie der Slawen Einhalt geboten. Seither wurde alljährlich an
Himmelfahrt Venedigs mystische "Vermählung mit dem Meer"
durchgeführt, wobei der Doge mit dem Staatsschiff auf die Adria fuhr und
dort einen Ehering ins Wasser warf.
Der weitere Aufstieg Venedigs wurde dadurch begünstigt, dass der
byzantinische Kaiser im Kampf gegen die Normannen, die sich in
Unteritalien und Sizilien festgesetzt hatten, auf die venezianische Flotte
angewiesen war (
Basiswissen Normannen in
Unteritalien und Szilien). Die Byzantiner mussten für die Dienste der venezianischen
Flotte gegen die Normannen jährlich 20 Pfund Gold für die Markuskirche
stiften. Als die Venezianer schließlich das Vordringen der Normannen nach
Osten endgültig verhinderten, gewährte ihnen der byzantinische Kaiser
Alexios I. Komnenos 1083 völlige Abgabefreiheit, was ein entscheidender
Vorteil gegenüber allen Konkurrenten im Orienthandel war. Es wurde zur
Grundlage der venezianischen Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer.
Die Kreuzzüge (
Basiswissen Kreuzzüge), die 1096 begannen, trugen weiterhin zum steilen Aufstieg
Venedigs bei. Mit ihrer mächtigen Flotte verdienten sie, nachdem sie die
Entwicklung anfangs verschlafen hatten, an der Ausrüstung und Überfahrt
der Kreuzfahrer sowie am militärischen Einsatz der Flotte auf Seiten der
Kreuzfahrer. Nach dem Feldzug König Balduins II. von Jerusalem 1123
erhielten die Venezianer für ihre Verdienste je ein Drittel der
Hafenstädte Tyros und Askalon, an deren Eroberung sie mitgewirkt hatten,
und verfügten damit über wichtige Handelsstützpunkte in der Levante.
1104
wurde als Rückgrat der venezianischen Seemacht das
Arsenal, die
Schiffswerft Venedigs, gegründet. Der Schiffsbau wurde Staatsmonopol.
Berühmt waren die
Galeeren, die im Mittelmeer bis zum Ende des 16.
Jahrhunderts eine große Rolle spielten. Im 16. Jahrhundert umfasste das
von zinnenbewehrten Mauern begrenzte Gelände des Arsenals mehr als 30
Hektar. 16.000 Arbeiter waren dort beschäftigt, außerdem war es das
Rüstungszentrum der Republik (
Droste, 238 f.). Das enorme Ausmaß der
Betriebe ist heute noch sichtbar, wenn man das Arsenalgelände mit dem
Schiff umfährt. Der venezianische Schiffsbau und Holzbau in der
Architektur (Brücken, usw.) führte zur Verkarstung Istriens, von wo
große Mengen an Holz herkamen.
Ein weiterer Glanzpunkt in der venezianischen Geschichte war das Treffen
zwischen dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. in
Venedig unter dem Dogen Sebastiano Ziani (
Basiswissen Staufer). "Der Doge legte die Hände
der großen Kontrahenten ineinander. [...] Der deutsche Kaiser gab eine
Garantieerklärung auf sicheres Geleit für venezianische Händler im
ganzen Territorium des Reiches ab und senkte die Zölle auf venezianisches
Handelsgut. Der Papst seinerseits gewährte jedem Besucher der
Markuskirche Ablass. Das bedeutete konkret einen Zuwachs an Pilgern, die
im Mittelalter immer eine sichere Einnahmequelle versprachen." (
Droste: Venedig, S.20)
Seit dem 12. Jahrhundert verschlechterte sich Venedigs Verhältnis zu
Byzanz, das sich an die Genuesen annäherte und die Abgaben für
venezianische Kaufleute drastisch heraufsetzte. 1177 wurden sogar
venezianische Schiffe in Byzanz beschlagnahmt. Als sich auf dem
Vierten
Kreuzzug die Gelegenheit bot, ein ganzes Kreuzfahrerheer für die eigenen
politischen Zwecke einzuspannen - die Kreuzfahrer konnten die vereinbarte
Summe für Ausrüstung und Überfahrt der Kreuzfahrer nicht aufbringen und
mussten sich deshalb den politischen Wünschen der Venezianer fügen-,
ließ sich Venedig nicht nur das abtrünnige Zara zurückerobern, sondern
ließ unter Ausnutzung byzantinischer Thronstreitigkeiten nun sogar
unter dem über 90jährigen Dogen Enrico Dandolo (seine Grabplatte ist in
der Hagia Sophia im heutigen Istanbul zu sehen) 1204 Byzanz selbst erobern und plündern. Dies
hatte weit reichende Folgen:
- Byzanz
wurde aufgeteilt. Auf seinem Boden entstanden griechische
Teilstaaten und das auf byzantinischem Boden neu geschaffene
Lateinische Kaiserreich. Dieses dauerte bis 1261. In diesem Jahr wurde
es von Michael Palaiologos zurückerobert.
- Venedig
dominierte die Küste von Epiros bis zum Peloponnes und erhielt
Euböa, Kreta, Rhodos und viele weitere Inseln in der Ägäis. Seine
Vorherrschaft in der Ägäis war bis auf Weiteres gesichert (
Karte). Das
wichtigste Beutestück Venedigs aus dem Vierten Kreuzzug sind die
"Rosse von San Marco", die vom
Hippodrom in Konstantinopel
(
Boxen
mit den Rossen) entwendet wurden und heute die Markuskirche zieren.
- Das
spätbyzantinische Paläologenreich war von Anfang an schwach und
konnte seine Aufgabe als Prellbock gegen den vordringenden Islam nicht
mehr erfüllen. 1453 eroberten die Türken unter Mehmet Fatih (=der
Eroberer) Konstantinopel, aus dem nun Istanbul wurde. Die
Hagia Sophia
wurde zur Moschee (heute Museum). Anschließend breiteten sich die
Osmanen auf dem Balkan aus und bedrohten 1529 zum ersten Mal Wien (
Basiswissen
Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches).
- Der
Bruch zwischen Ost- und Westkirche wurde nun dauerhaft und ist bis
heute nicht überwunden.
1271
trat Marco Polo seine Reise nach China ins
Reich des Großkhans
Kublai
Khan an, ein Enkel von
Dschingis Khan, in dessen Dienste er trat. Erst
1295 kehrte er heim und berichtete in Genueser Haft von seinen
Erlebnissen. Er fand wenig Glauben.
1297 schufen die Venezianer das "Goldene Buch", in das alle
Familien eingetragen wurden, die das Recht hatten, in der Regierung der
Adelsrepublik Venedig mitzumachen. Auch das höchst komplizierte Verfahren
zur Dogen wurde endgültig festgelegt. Ein Doge musste 9 Wahl- und
Losvorgänge durchlaufen, bis er sein Amt antreten konnte. Dennoch war er
machtlos, war aber geehrter Repräsentant der Republik.
Neben Großem Rat und Senat gab es den Zehnerrat. Er war eine
Geheimpolizei und diente auch als Inquisitionsgericht (
Inquisition).
Der Pest von 1348 (
Schwarzer
Tod) erlag die Hälfte der venezianischen Bevölkerung.
1372 kam es zum Krieg zwischen Venedig und seiner Hauptkonkurrentin Genua
und gegen Ungarn, in dessen Verlauf Venedig an den Rand des Zusammenbruchs
geriet. Chioggia befand sich in genuesischer Hand. Doch Venedig konnte
sich halten, musste aber 1381 im Frieden territoriale Verluste hinnehmen,
auch auf dem Festland. Seine Vormachtstellung war angeschlagen. Es erholte
sich aber.
Im 15. Jahrhundert erreichte Venedig unter dem Dogen Francesco Foscari den
Höhepunkt seiner Macht. In der Auseinandersetzung mit Mailand unter
den Visconti gelang es Venedig, sich ein umfangreiches Hinterland zu
sichern, die sogenannte Terraferma. Dazu gehörten Friaul, Ravenna, Padua,
Treviso, Verona, Vicenza, Brescia, Bergamo und Teile der Lombardei (
Karte). Venedig stützte sich dabei auf eine
Reihe von Söldnerführern, in Italien Condottieri (Sing. Condottiere)
genannt. Ein Denkmal vor der Kirche SS. Giovanni e Paolo erinnert noch
heute an den Condottiere Bartolomeo Colleoni.
"In der Zwischenzeit hing [...] der Lebensnerv der Serenissima
(Venedigs) nicht mehr nur an dem einzigen Faden des Fernhandels. In der
Stadt selbst war eine umfangreiche Industrie entstanden. Schon bald nach
der Erfindung der Buchdruckerkunst sicherte sich Venedig auf diesem neuen
Gebiet eine überragende Stellung. Gegen Ende des 15. Jh. übertraf der
Ausstoß venezianischer Druckereien jenen der großen Metropolen Rom,
Mailand und Florenz zusammen. Die Stadt [...] wurde zur Geburtsstätte des
Musikaliendrucks. (Der Doge) Tomaso Mocenigo nannte [...] 16.000 Arbeiter,
die in der Seiden- und Baumwollweberei tätig waren. Aus den kleinen
Glasbläsereien des Mittelalters waren mittlerweile Großbetriebe geworden,
die ihre Kunst auf
Murano ausübten. In dieser vielgestaltigen und
betriebsamen Industrie muss man sich ferner die Arbeit der Mosaizisten,
Holzschnitzer, Geschützgießer, Schiffsbauer, Elfenbeinschnitzer
vorstellen; auch die großen Färbereien, Zuckerraffinerien, Seifen-und
Kerzenfabriken gehören in dieses Bild. Man genierte sich auch nicht,
trotz aller päpstlichen Verdikte, alljährlich zweimal einen großen
Sklavenmarkt abzuhalten." (
Droste, S.31f.)
Das Aussehen der Stadt veränderte sich. Steinbau löste den Holzbau ab,
das heutige Stadtbild begann sich zu entwickeln.
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Schwieriges
16. Jahrhundert, Stagnation
und Untergang
Seit
dem Ende des 15. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert veränderte sich das
wirtschaftliche und politische Umfeld Venedigs entscheidend zu dessen
Ungunsten.
Seit den Entdeckungen um die Wende zum 15. Jahrhundert (
Basiswissen
Entdeckungen und Kolonialreiche) verlagerte sich der
Handel zunehmend vom Mittelmeer weg auf die Weltmeere. Die an den Atlantik
angrenzenden Mächte stiegen politisch, wirtschaftlich und militärisch
auf, zunächst vor allem Portugal und Spanien. "Innerhalb weniger
Jahre entriss Lissabon Venedig seine Monopolstellung im Pfeffer- und
Gewürzhandel. Die Portugiesen konnten ihre Waren um zwanzig Prozent
günstiger anbieten als die Venezianer, die nicht nur durch höhere
Transportkosten, sondern auch durch einen Preisfestlegungsvertrag mit dem
Sultan ins Hintertreffen geraten waren. [...] Bereits um 1510 war der
Handel mit Flandern ganz eingestellt worden, der Gewürzhandel um 60
Prozent zurückgegangen." (
Droste, S. 33) Dazu kamen im 16.
Jahrhundert der Zusammenbruch mehrerer Banken, Pest und Syphilis.
Auf dem italienischen Festland bildete sich 1508 eine Koalition gegen
Venedig, die Liga von Cambrai, mit dem Ziel, das oberitalienische
Territorium Venedigs zu erobern und die Beute unter sich aufzuteilen.
Beteiligt waren Spanien, der deutsche Kaiser Maximilian, Frankreich unter
Ludwig XII. und Papst Julius II. 1509 erltt Venedig in der Schlacht bei
Agnadello eine vernichtende Niederlage, konnte aber auf Dauer seinen Kern
retten, weil es dem Dogen Leonardo Loredan gelang, die Gegner zu trennen,
die sich untereinander auch über die Vorherrschaft in der Lombardei
(Mailand) stritten. So wurde das Territorium Venedigs in Oberitalien
lediglich reduziert auf Verona, Piacenza und Padua. An den Papst mussten
finanziell ergiebige kirchenpolitische Zugeständnisse gemacht werden.
Ein viel schlimmerer und dauerhafterer Gegner erwuchs den Venezianern in
den Türken, die seit der Eroberung Konstantinopels 1453 ständige und
rasche Fortschritte bei ihrer Ausbreitung im Mittelmeer und auf dem Balkan
machten. Im 16. Jahrhundert standen sie unter Sultan Süleyman dem
Prächtigen auf ihrem Höhepunkt, 1529 belagerten sie zum ersten Mal Wien
(
Basiswissen
Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches).
So erlitt Venedig Verlust auf Verlust: 1466 Teile des Peloponnes, 1470
Euböa. Als der Sultan 1517 Ägypten eroberte, verlor Venedig seinen
wichtigsten Handelspartner. 1522 fiel das von den Johannitern beherrschte
Rhodos, der Johanniterorden zog nach Malta um und baute es zur Festung
aus. 1540 verlor Venedig Ägina, Mykonos, die nördlichen Sporaden und
Monemvassia, 1571 Zypern, das durch die Heirat zwischen der Venezianerin
Caterina Cornaro und König Jakob II. von Zypern im Jahr 1472 für hundert
Jahre an Venedig gefallen war. Zwar siegte die Flotte der daraufhin
zwischen Venedig, Papsttum und Spanien gebildete "Heilige Liga"
in der Seeschlacht von Lepanto (Naupaktos) im Golf von Korinth (letzte
große Galeerenschlacht), aber Zypern fiel nicht an Venedig zurück.
Im 17. Jahrhundert wuchsen die Verluste durch zunehmende Piraterie, der
Schiffsbau im
Arsenal ging zurück, die Galeeren verloren an
militärischer Bedeutung, Venedig zog im Bau der neuen Schiffstypen nicht
genügend nach. Das wichtige Kreta ging an die Türken verloren. Zwar
konnten die Venezianer in den Türkenkriegen einen Beitrag zur Schwächung
der Türken leisten, Hauptgewinner war jedoch Österreich, das mit seinem
Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen bei Peterwardein (1716) und Belgrad
(1717) große Siege errang und im
Frieden von Passarowitz 1718 die Türken
auf dem Balkan gewaltig zurückdrängte. Das osmanische Reich konnte trotz
an Europa orientierten Reformen im 19. Jahrhundert nur noch bis 1923
bestehen.
Im 18. Jahrhundert zog sich Venedig immer mehr auf sich selbst zurück und
vermarktete sich touristisch. Am 15. Mai 1797 nahmen Truppen Napoleons die
Stadt ohne ernsthaften Widerstand ein, der letzte Doge Ludovico Manin
dankte ab. Der französischen Fremdherrschaft unter Napoleon folgte dann
die österreichische nach dem Wiener Kongress 1815 (
Basiswissen Wiener
Kongress). 1866, nach der
Niederlage Österreichs gegen Preußen (Deutsche Einigungskriege) und
Italien (Italienische Einigung) (
Basiswissen
Einigungskriege) stimmten die Venezianer dann mit
überwältigender Mehrheit für den Anschluss an den 1959 ff. entstandenen
italienischen Nationalstaat.
(Basiswissentext nach
Thorsten Droste: Venedig, S. 12 ff.)
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Piazzetta
mit Dogenpalast rechts, Markuskirche hinten und Biblioteca Marciana links
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Weitere
Bilder von Venedig

Kunststadt Venedig heute
Plakat an einer Dampferanlegestelle
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Detail
mit Piazzetta und Markusplatz und angrenzenden Gebäuden

San Marco: Hauptportal
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Rosse von San Marco (Kopie)
Beute von der Eroberung Konstantinopels im Vierten Kreuzzug 1204,
angebracht über dem Hauptportal von San Marco
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Überführung der Reliquien des Heiligen Markus in die Markuskirche
Mosaik von der Frontseite der Markuskirche
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Markuslöwe
Bild anklicken für Vergrößerung

Dogana
Blick auf die Dogana (Zollstation) von Venedig und die Salute-Kirche
am Canal Grande
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San Giorgio Maggiore
Gegenüber vom Dogenpalast
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Rialto
Rialtobrücke, daneben Kirchturm von San Bartolomeo, der Kirche der
Deutschen in Venedig, hinter der Brücke der Fondaco dei Tedeschi, der
Handelshof der Deutschen (heutiges Postamt)
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Fondaco dei Tedeschi
Handelshof der Deutschen, aufgenommen von der Rialtobrücke
Hier weilten auch Jakob Fugger der Reiche und Albrecht Dürer
Bild
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Fondaco dei Tedeschi innen
Hier mussten die deutschen Kaufleute ihre Waren lagern und verzollen
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Mercato del Pesce
Fischmarkt am Handelsviertel um Rialto
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Fondaco dei Turchi
Handelshof der Türken im veneto- byzantinischen Stil, der die engen
Beziehungen Venedigs zu Byzanz widerspiegelt.
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Gotischer Palazzo Bembo am Rialto
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Palazzo Dolfin- Manin mit Renaissance- Fassade, am Rialto
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Arsenal
Blick in das mit einer zinnenbewehrten Mauer umgebene Arsenal, das
Rückgrat der Seemacht Venedigs, wo die Galeeren gebaut wurden. Zugleich
Rüstungszentrum.
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Synagoge im Ghetto
Der Begriff "Ghetto" kommt aus Venedig.
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Rio
Einer der vielen Kanäle, aus denen Venedig besteht. Die Stadt ruht auf
118 Inseln, die durch Brücken untereinander verbunden sind.
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Venezianische Karnevalsmasken
Der venezianische Karneval unterscheidet sich sowohl vom rheinischen
Karneval als auch erst recht von der schwäbisch- alemannischen Fasnet
Bild
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Byzantinischen Reich /
Früh- und Mittelbyzanz

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