Aufstieg und Fall Venedigs
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Karte 1 Venedig heute

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Karte 2 Venedig heute
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Venezianische Besitzungen um 1000 n.Chr.
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Karte Lateinisches Kaiserreich
de.wikipedia.org



Venezianische Besitzungen in der Ägäis um 1450
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Ausdehnung Venedigs auf der Terraferma bis zur Schlacht von Agnadello 1509
it.wikipedia.org


Venezianische Besitzungen im 16. Jahrhundert (Maximale Ausdehnung)
it.wikipedia.org


Venezianische Besitzungen 1796
it.wikipedia.org

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Ein Tag in Venedig: Tourenvorschlag 

  1. Mit dem Vaporetto (Dampfer) zur Anlegestation San Zaccaria. Eine 12-  Stunden- Karte kostet 16 € (Stand 2009, mit dieser können Sie unbegrenzt fahren. Im anderen Fall kann man auf dem Dampfer jeweils einzeln bezahlen.)


    Venice welcome - Venedig Vaporetto
    Preisliste veraltet, sonst wichtige Infos, am unteren Seitenende Linienplan zum Ausdrucken
    venicewelcome.com


    Città di Venezia - Online buchen in Venedig
    Offizielle Stadtseite Venedig
    comune.venezia.it

  2. Von dort an der Seufzerbrücke (Brücke zwischen Dogenpalast und Staatsgefängnis) und dem Dogenpalast vorbei zur Piazzetta und zur Piazza San Marco (Politisches Zentrum Venedigs. Das Gesamtensemble ist auf einem Werbeplakat im Detail zu sehen.) Beachten Sie die Rosse von San Marco und das Mosaik mit der Überführung der Reliquien des Heiligen Markus, des Stadtpatrons von Venedig.  Den Markuslöwen finden Sie oft in der Stadt. 

    Dann nicht dem Touristenstrom zum Rialto folgen, sondern

  3. von der Schmalseite des Platzes gegenüber der Markuskirche unter der Ala Napoleonica hindurch wieder Richtung Wasser halten zur Dampferanlegestelle Vallaresso und mit der Linie 1 zur Rialtobrücke. Man sieht dann die Paläste beiderseits des unteren Teils des Canal Grande und kommt auch an der ehemaligen Zollstation Dogana und an der bekannten Salute- Kirche vorüber.

  4. Auf der Seite der Anlegestelle Rialto das Hauptpostamt aufsuchen. Es handelt sich um den Fondaco dei Tedeschi (gesprochen: Tedeski), den Handelshof der Deutschen.

  5. Wieder umkehren und über die Rialtobrücke weg geradeaus durch den Markt, dann rechts halten und wieder links parallel zum Canal Grande bis zur Pescaria.

  6. Hinter der Pescaria den Traghetto Gondola benutzen, um mit der Gondel billig über den Canal Grande zu setzen. (Die touristische Gondelfahrt kostet 80 € die halbe Stunde, hier fahren Sie mit einem Bagatellbetrag Gondel.)

  7. Auf der anderen Seite des Kanals nach der ersten Möglichkeit links halten, dann wieder links zur Dampferanlegestelle Ca` d`Oro. Die Ca` d`Oro ist ein gotischer Palast mit einer Bildergalerie, er kann also besichtigt werden. Man muss dann aber auf der Tour wegen des Zeitaufwands Abstriche machen.

  8. Mit dem Dampfer auf dem Canal Grande weiterfahren zur Dampferstation Ferrovia (Hauptbahnhof von Venedig), von dort rechts halten und zu Fuß die breite Straße hinabgehen bis zu den Fondamenta di Canareggio (breiter Kanal). Dort die Brücke überqueren.

  9. Nach der Brücke links halten und unter einem Sottoportego (Unterführung) durch einen Abstecher ins Ghetto machen. Synagogen, koscheres Essen, sehen Sie selbst.

  10. Den gleichen Weg zurück zu den Fondamenta di Canareggio und in der Dampferanlegestelle Ponte d. Guglie mit der Linie 51 oder 52 (nicht mehr zurück zum Canal Grande, sondern entgegengesetzte Richtung) bis zu der Haltestelle Ospedale Civile fahren.

  11. Von dort am Ufer entlang zurückgehen und dann nach links einbiegen zur Kirche SS. Giovanni e Paolo. Davor das Reiterstandbild des Söldnerführers Colleoni, in der Kirche selbst jede Menge Dogengrabmäler. Die größten sind die jüngsten.

  12. Kirche an der Westseite verlassen, und in der Verlängerung die C. Larga G. Gallina hintergehen zur Kirche Santa Maria dei Miracoli. Schönste Renaissance-Kirche Venedigs. Von dort zum Rialto durchfragen oder Karte benutzen (nicht weit).

  13. Vom Rialto entweder mit dem Dampfer zurück zum Ausgangspunkt oder der Beschilderung nach San Marco folgen (Touristenrennstrecke, normalerweise einzige Strecke, die der Venedigtourist macht.)
 

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Venezianische Malschule


Gentile Bellini
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Giovanni Bellini
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Vittore Carpaccio
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Canaletto
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Giorgione
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Baldassare Longhena
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Andrea Palladio
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Jacopo Sansovino
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Giovanni Battista Tiepolo
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Jacopo Tintoretto
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Tizian
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Paolo Veronese
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Bilder besichtigen in Venedig


Frari-Kirche
G. Bellini, Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Petrus und Nikolaus, Benedikt und Markus
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Frari- Kirche
Tizian: Assunta/Maria Himmelfahrt
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Scuola Grande di San Rocco
Tintoretto total
venedig.jc-r.net


Scuola di S. Giorgio degli Schiavoni
Carpaccio total
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Accademia
Schwerpunkt venezianische Malerei
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Sammlung Peggy Guggenheim
Moderne Kunst, Intimer Garten
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Dogana
Foundation Francois Pinault
Moderne Kunst
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Inhalt:

Basiswissen

Entstehung Venedigs
Aufstieg vom 9. - 15. Jahrhundert
Schwieriges 16. Jahrhundert, Stagnation und Untergang

Linke Spalte

Kartenraum
Ein Tag in Venedig: Tourenvorschlag
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Arbeitsmittel
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Literaturtipps

Basiswissen 

Entstehung Venedigs

Bis ins 5. Jahrhundert nach Christus war die Lagune von Venedig menschenleer. Erst der Untergang Westroms in der Völkerwanderung führte zu einer Besiedlung in mehreren Schüben. Der erste war die Reaktion auf den Einfall der Westgoten in Italien unter Alarich (410 n. Chr. Eroberung Roms durch die Westgoten), der zweite Schub wurde durch den Einfall der Hunnen in Italien 452 n.Chr. ausgelöst, der dritte durch den Einfall der Langobarden in Oberitalien 568 n. Chr. ( Basiswissen Völkerwanderung und Germanenreiche). Malamocco, Murano und Torcello wurden nun bedeutende Siedlungen. Aber Venedig wurde nicht langobardisch, sondern verblieb bei Byzanz, das einen Gebietsstreifen von der Romagna bis Rom (Exarchat von Ravenna) und den südlichen Teil der italienischen Halbinsel mit Apulien und Kalabrien sowie die Insel Sizilien bis auf Weiteres behalten konnte ( Basiswissen Entwicklung zum byzantinischen Reich).

Im 7. Jahrhundert, als Byzanz durch die Kämpfe mit Slawen, Bulgaren, Gepiden, den Sassaniden und danach v.a. durch die Ausbreitung des Islam geschwächt war - es verlor die ganzen nordafrikanischen und asiatischen Gebietsteile außer Kleinasien -, wurde Venedig in der Praxis ziemlich unabhängig. Ein Aufstand gegen Byzanz im 8. Jh. blieb allerdings erfolglos.

Als die Franken 810 die Lagune erobern wollen, wurde der Sitz des Dogen an den Rialto verlegt, wo die nun rasch wachsende Stadt nicht nur die Vorherrschaft in der Lagune errang, sondern auch zur Brücke zwischen Orient und Okzident, also zwischen byzantinischem und islamischem Osten einerseits und westlichem Abendland andererseits wurde. Venedig verteilte sich in Zukunft auf 118 durch Brücken verbundene Inseln, das Geschäftszentrum entwickelte sich am Rialto, gleich nach der Behauptung der Unabhängigkeit gegen die Franken wurde der Dogenpalast als Regierungssitz an die Mündung des Canal Grande verlegt.

Luxusgüter aus dem Orient wurden eingeführt und über Pavia, später Mailand, nach Norden geliefert. Umgekehrt führte Venedig Öl aus Istrien und Salz aus der Lagune aus. 

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Aufstieg vom 9. - 15. Jahrhundert

Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte Venedigs war die Überführung der Gebeine des Evangelisten Markus aus Alexandria nach Venedig. Dabei soll nach dem Diebstahl der Reliquie aus einer Kirche der islamische Zoll angeblich dadurch getäuscht worden sein, dass die Reliquien des Heiligen unter Schweinespeck versteckt und so unentdeckt außer Landes geführt wurden. Schweinefleisch gilt im Islam als unrein. Die Reliquie wurde in die neu errichteten Markuskirche überführt, die Hauskapelle des Dogen und zugleich Staatskirche Venedigs. Der Markuslöwe ziert das Staatswappen der Republik.

Im Innern wurde die Erblichkeit der Dogenwürde verhindert, entsprechende Versuche wurden mit der Todesstrafe geahndet. Nach außen wurde das Territorium der Republik entlang der Adria, also entlang dem Hauptweg Venedigs nach Osten, erweitert. So wurden im Jahr 1000 unter dem Dogen Pietro Orseolo II. die Städte Zadar, Trau und Split an der Küste Dalmatiens (Dalmatien ist heute der an die Adria grenzende Teil Kroatiens) erobert und so der Piraterie der Slawen Einhalt geboten. Seither wurde alljährlich an Himmelfahrt Venedigs mystische "Vermählung mit dem Meer" durchgeführt, wobei der Doge mit dem Staatsschiff auf die Adria fuhr und dort einen Ehering ins Wasser warf.

Der weitere Aufstieg Venedigs wurde dadurch begünstigt, dass der byzantinische Kaiser im Kampf gegen die Normannen, die sich in Unteritalien und Sizilien festgesetzt hatten, auf die venezianische Flotte angewiesen war ( Basiswissen Normannen in Unteritalien und Szilien). Die Byzantiner mussten für die Dienste der venezianischen Flotte gegen die Normannen jährlich 20 Pfund Gold für die Markuskirche stiften. Als die Venezianer schließlich das Vordringen der Normannen nach Osten endgültig verhinderten, gewährte ihnen der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos 1083 völlige Abgabefreiheit, was ein entscheidender Vorteil gegenüber allen Konkurrenten im Orienthandel war. Es wurde zur Grundlage der venezianischen Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer.

Die Kreuzzüge ( Basiswissen Kreuzzüge), die 1096 begannen, trugen weiterhin zum steilen Aufstieg Venedigs bei. Mit ihrer mächtigen Flotte verdienten sie, nachdem sie die Entwicklung anfangs verschlafen hatten, an der Ausrüstung und Überfahrt der Kreuzfahrer sowie am militärischen Einsatz der Flotte auf Seiten der Kreuzfahrer.  Nach dem Feldzug König Balduins II. von Jerusalem 1123 erhielten die Venezianer für ihre Verdienste je ein Drittel der Hafenstädte Tyros und Askalon, an deren Eroberung sie mitgewirkt hatten, und verfügten damit über wichtige Handelsstützpunkte in der Levante.

1104 wurde als Rückgrat der venezianischen Seemacht das Arsenal, die Schiffswerft Venedigs, gegründet. Der Schiffsbau wurde Staatsmonopol. Berühmt waren die Galeeren, die im Mittelmeer bis zum Ende des 16. Jahrhunderts eine große Rolle spielten. Im 16. Jahrhundert umfasste das von zinnenbewehrten Mauern begrenzte Gelände des Arsenals mehr als 30 Hektar. 16.000 Arbeiter waren dort beschäftigt, außerdem war es das Rüstungszentrum der Republik ( Droste, 238 f.). Das enorme Ausmaß der Betriebe ist heute noch sichtbar, wenn man das Arsenalgelände mit dem Schiff umfährt. Der venezianische Schiffsbau und Holzbau in der Architektur (Brücken, usw.) führte zur Verkarstung Istriens, von wo große Mengen an Holz herkamen.

Ein weiterer Glanzpunkt in der venezianischen Geschichte war das Treffen zwischen dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. in Venedig unter dem Dogen Sebastiano Ziani ( Basiswissen Staufer). "Der Doge legte die Hände der großen Kontrahenten ineinander. [...] Der deutsche Kaiser gab eine Garantieerklärung auf sicheres Geleit für venezianische Händler im ganzen Territorium des Reiches ab und senkte die Zölle auf venezianisches Handelsgut. Der Papst seinerseits gewährte jedem Besucher der Markuskirche Ablass. Das bedeutete konkret einen Zuwachs an Pilgern, die im Mittelalter immer eine sichere Einnahmequelle versprachen." ( Droste: Venedig, S.20)

Seit dem 12. Jahrhundert verschlechterte sich Venedigs Verhältnis zu Byzanz, das sich an die Genuesen annäherte und die Abgaben für venezianische Kaufleute drastisch heraufsetzte. 1177 wurden sogar venezianische Schiffe in Byzanz beschlagnahmt. Als sich auf dem Vierten Kreuzzug die Gelegenheit bot, ein ganzes Kreuzfahrerheer für die eigenen politischen Zwecke einzuspannen - die Kreuzfahrer konnten die vereinbarte Summe für Ausrüstung und Überfahrt der Kreuzfahrer nicht aufbringen und mussten sich deshalb den politischen Wünschen der Venezianer fügen-, ließ sich Venedig nicht nur das abtrünnige Zara zurückerobern, sondern ließ  unter Ausnutzung byzantinischer Thronstreitigkeiten nun sogar unter dem über 90jährigen Dogen Enrico Dandolo (seine Grabplatte ist in der Hagia Sophia im heutigen Istanbul zu sehen) 1204 Byzanz selbst erobern und plündern. Dies hatte weit reichende Folgen:

  • Byzanz wurde  aufgeteilt. Auf seinem Boden entstanden griechische Teilstaaten und das auf byzantinischem Boden neu geschaffene Lateinische Kaiserreich. Dieses dauerte bis 1261. In diesem Jahr wurde es von Michael Palaiologos zurückerobert. 
  • Venedig dominierte die Küste von Epiros bis zum Peloponnes und erhielt Euböa, Kreta, Rhodos und viele weitere Inseln in der Ägäis. Seine Vorherrschaft in der Ägäis war bis auf Weiteres gesichert ( Karte). Das wichtigste Beutestück Venedigs aus dem Vierten Kreuzzug sind die "Rosse von San Marco", die vom Hippodrom in Konstantinopel ( Boxen mit den Rossen) entwendet wurden und heute die Markuskirche zieren.
  • Das spätbyzantinische Paläologenreich war von Anfang an schwach und konnte seine Aufgabe als Prellbock gegen den vordringenden Islam nicht mehr erfüllen. 1453 eroberten die Türken unter Mehmet Fatih (=der Eroberer) Konstantinopel, aus dem nun Istanbul wurde. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee (heute Museum). Anschließend breiteten sich die Osmanen auf dem Balkan aus und bedrohten 1529 zum ersten Mal Wien ( Basiswissen Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches).
  • Der Bruch zwischen Ost- und Westkirche wurde nun dauerhaft und ist bis heute nicht überwunden.

1271 trat Marco Polo seine Reise nach China ins  Reich des Großkhans Kublai Khan an, ein Enkel von Dschingis Khan, in dessen Dienste er trat. Erst 1295 kehrte er heim und berichtete in Genueser Haft von seinen Erlebnissen. Er fand wenig Glauben.

1297 schufen die Venezianer das "Goldene Buch", in das alle Familien eingetragen wurden, die das Recht hatten, in der Regierung der Adelsrepublik Venedig mitzumachen. Auch das höchst komplizierte Verfahren zur Dogen wurde endgültig festgelegt. Ein Doge musste 9 Wahl- und Losvorgänge durchlaufen, bis er sein Amt antreten konnte. Dennoch war er machtlos, war aber geehrter Repräsentant der Republik.

Neben Großem Rat und Senat gab es den Zehnerrat. Er war eine Geheimpolizei und diente auch als Inquisitionsgericht (
Inquisition).

Der  Pest von 1348 (
Schwarzer Tod) erlag die Hälfte der venezianischen Bevölkerung.

1372 kam es zum Krieg zwischen Venedig und seiner Hauptkonkurrentin Genua und gegen Ungarn, in dessen Verlauf Venedig an den Rand des Zusammenbruchs geriet. Chioggia befand sich in genuesischer Hand. Doch Venedig konnte sich halten, musste aber 1381 im Frieden territoriale Verluste hinnehmen, auch auf dem Festland. Seine Vormachtstellung war angeschlagen. Es erholte sich aber.

Im 15. Jahrhundert erreichte Venedig unter dem Dogen Francesco Foscari den Höhepunkt seiner Macht. In der  Auseinandersetzung mit Mailand unter den Visconti gelang es Venedig, sich ein umfangreiches Hinterland zu sichern, die sogenannte Terraferma. Dazu gehörten Friaul, Ravenna, Padua, Treviso, Verona, Vicenza, Brescia, Bergamo und Teile der Lombardei ( Karte). Venedig stützte sich dabei auf eine Reihe von Söldnerführern, in Italien Condottieri (Sing. Condottiere) genannt. Ein Denkmal vor der Kirche SS. Giovanni e Paolo erinnert noch heute an den Condottiere Bartolomeo Colleoni.

"In der Zwischenzeit hing [...] der Lebensnerv der Serenissima (Venedigs) nicht mehr nur an dem einzigen Faden des Fernhandels. In der Stadt selbst war eine umfangreiche Industrie entstanden. Schon bald nach der Erfindung der Buchdruckerkunst sicherte sich Venedig auf diesem neuen Gebiet eine überragende Stellung. Gegen Ende des 15. Jh. übertraf der Ausstoß venezianischer Druckereien jenen der großen Metropolen Rom, Mailand und Florenz zusammen. Die Stadt [...] wurde zur Geburtsstätte des Musikaliendrucks. (Der Doge) Tomaso Mocenigo nannte [...] 16.000 Arbeiter, die in der Seiden- und Baumwollweberei tätig waren. Aus den kleinen Glasbläsereien des Mittelalters waren mittlerweile Großbetriebe geworden, die ihre Kunst auf Murano ausübten. In dieser vielgestaltigen und betriebsamen Industrie muss man sich ferner die Arbeit der Mosaizisten, Holzschnitzer, Geschützgießer, Schiffsbauer, Elfenbeinschnitzer vorstellen; auch die großen Färbereien, Zuckerraffinerien, Seifen-und Kerzenfabriken gehören in dieses Bild. Man genierte sich auch nicht, trotz aller päpstlichen Verdikte, alljährlich zweimal einen großen Sklavenmarkt abzuhalten." ( Droste, S.31f.)

Das Aussehen der Stadt veränderte sich. Steinbau löste den Holzbau ab, das heutige Stadtbild begann sich zu entwickeln.

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Schwieriges 16. Jahrhundert, Stagnation und Untergang

Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert veränderte sich das wirtschaftliche und politische Umfeld Venedigs entscheidend zu dessen Ungunsten. 

Seit den Entdeckungen um die Wende zum 15. Jahrhundert ( Basiswissen Entdeckungen und Kolonialreiche) verlagerte sich der Handel zunehmend vom Mittelmeer weg auf die Weltmeere. Die an den Atlantik angrenzenden Mächte stiegen politisch, wirtschaftlich und militärisch auf, zunächst vor allem Portugal und Spanien. "Innerhalb weniger Jahre entriss Lissabon Venedig seine Monopolstellung im Pfeffer- und Gewürzhandel. Die Portugiesen konnten ihre Waren um zwanzig Prozent günstiger anbieten als die Venezianer, die nicht nur durch höhere Transportkosten, sondern auch durch einen Preisfestlegungsvertrag mit dem Sultan ins Hintertreffen geraten waren. [...] Bereits um 1510 war der Handel mit Flandern ganz eingestellt worden, der Gewürzhandel um 60 Prozent zurückgegangen." ( Droste, S. 33) Dazu kamen im 16. Jahrhundert der Zusammenbruch mehrerer Banken, Pest und Syphilis. 

Auf dem italienischen Festland bildete sich 1508 eine Koalition gegen Venedig, die Liga von Cambrai, mit dem Ziel, das oberitalienische Territorium Venedigs zu erobern und die Beute unter sich aufzuteilen. Beteiligt waren Spanien, der deutsche Kaiser Maximilian, Frankreich unter Ludwig XII. und Papst Julius II. 1509 erltt Venedig in der Schlacht bei Agnadello eine vernichtende Niederlage, konnte aber auf Dauer seinen Kern retten, weil es dem Dogen Leonardo Loredan gelang, die Gegner zu trennen, die sich untereinander auch über die Vorherrschaft in der Lombardei (Mailand) stritten. So wurde das Territorium Venedigs in Oberitalien lediglich reduziert auf Verona, Piacenza und Padua. An den Papst mussten finanziell ergiebige kirchenpolitische Zugeständnisse gemacht werden.

Ein viel schlimmerer und dauerhafterer Gegner erwuchs den Venezianern in den Türken, die seit der Eroberung Konstantinopels 1453 ständige und rasche Fortschritte bei ihrer Ausbreitung im Mittelmeer und auf dem Balkan machten. Im 16. Jahrhundert standen sie unter Sultan Süleyman dem Prächtigen auf ihrem Höhepunkt, 1529 belagerten sie zum ersten Mal Wien ( Basiswissen Aufstieg und Krise des Osmanischen Reiches).

So erlitt Venedig Verlust auf Verlust: 1466 Teile des Peloponnes, 1470 Euböa. Als der Sultan 1517 Ägypten eroberte, verlor Venedig seinen wichtigsten Handelspartner. 1522 fiel das von den Johannitern beherrschte Rhodos, der Johanniterorden zog nach Malta um und baute es zur Festung aus. 1540 verlor Venedig Ägina, Mykonos, die nördlichen Sporaden und Monemvassia, 1571 Zypern, das durch die Heirat zwischen der Venezianerin Caterina Cornaro und König Jakob II. von Zypern im Jahr 1472 für hundert Jahre an Venedig gefallen war. Zwar siegte die Flotte der daraufhin zwischen Venedig, Papsttum und Spanien gebildete "Heilige Liga" in der Seeschlacht von Lepanto (Naupaktos) im Golf von Korinth (letzte große Galeerenschlacht), aber Zypern fiel nicht an Venedig zurück.

Im 17. Jahrhundert wuchsen die Verluste durch zunehmende Piraterie, der Schiffsbau im Arsenal ging zurück, die Galeeren verloren an militärischer Bedeutung, Venedig zog im Bau der neuen Schiffstypen nicht genügend nach. Das wichtige Kreta ging an die Türken verloren. Zwar konnten die Venezianer in den Türkenkriegen einen Beitrag zur Schwächung der Türken leisten, Hauptgewinner war jedoch Österreich, das mit seinem Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen bei Peterwardein (1716) und Belgrad (1717) große Siege errang und im Frieden von Passarowitz 1718 die Türken auf dem Balkan gewaltig zurückdrängte. Das osmanische Reich konnte trotz an Europa orientierten Reformen im 19. Jahrhundert nur noch bis 1923 bestehen.

Im 18. Jahrhundert zog sich Venedig immer mehr auf sich selbst zurück und vermarktete sich touristisch. Am 15. Mai 1797 nahmen Truppen Napoleons die Stadt ohne ernsthaften Widerstand ein, der letzte Doge Ludovico Manin dankte ab. Der französischen Fremdherrschaft unter Napoleon folgte dann die österreichische nach dem Wiener Kongress 1815 ( Basiswissen Wiener Kongress). 1866, nach der Niederlage Österreichs gegen Preußen (Deutsche Einigungskriege) und Italien (Italienische Einigung) ( Basiswissen Einigungskriege) stimmten die Venezianer dann mit überwältigender Mehrheit für den Anschluss an den 1959 ff. entstandenen italienischen Nationalstaat.

(Basiswissentext nach Thorsten Droste: Venedig, S. 12 ff.)

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mit Dogenpalast rechts, Markuskirche hinten und Biblioteca Marciana links
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Weitere Bilder von Venedig


Kunststadt Venedig heute
Plakat an einer Dampferanlegestelle
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Detail mit Piazzetta und Markusplatz und angrenzenden Gebäuden


San Marco: Hauptportal
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Rosse von San Marco (Kopie)
Beute von der Eroberung Konstantinopels im Vierten Kreuzzug 1204, angebracht über dem Hauptportal von San Marco
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Überführung der Reliquien des Heiligen Markus in die Markuskirche
Mosaik von der Frontseite der Markuskirche
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Markuslöwe
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Dogana
Blick auf die Dogana (Zollstation) von Venedig und  die Salute-Kirche am Canal Grande
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San Giorgio Maggiore
Gegenüber vom Dogenpalast
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Rialto
Rialtobrücke, daneben Kirchturm von San Bartolomeo, der Kirche der Deutschen in Venedig, hinter der Brücke der Fondaco dei Tedeschi, der Handelshof der Deutschen (heutiges Postamt)
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Fondaco dei Tedeschi
Handelshof der Deutschen, aufgenommen von der Rialtobrücke
Hier weilten auch Jakob Fugger der Reiche und Albrecht Dürer
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Fondaco dei Tedeschi innen
Hier mussten die deutschen Kaufleute ihre Waren lagern und verzollen
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Mercato del Pesce
Fischmarkt am Handelsviertel um Rialto
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Fondaco dei Turchi
Handelshof der Türken im veneto- byzantinischen Stil, der die engen Beziehungen Venedigs zu Byzanz widerspiegelt.
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Gotischer Palazzo Bembo am Rialto
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Palazzo Dolfin- Manin mit Renaissance- Fassade, am Rialto
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Arsenal
Blick in das mit einer zinnenbewehrten Mauer umgebene Arsenal, das Rückgrat der Seemacht Venedigs, wo die Galeeren gebaut wurden. Zugleich Rüstungszentrum.
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Synagoge im Ghetto
Der Begriff "Ghetto" kommt aus Venedig.
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Rio
Einer der vielen Kanäle, aus denen Venedig besteht. Die Stadt ruht auf 118 Inseln, die durch Brücken untereinander verbunden sind.
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Venezianische Karnevalsmasken
Der venezianische Karneval unterscheidet sich sowohl vom rheinischen Karneval als auch erst recht von der schwäbisch- alemannischen Fasnet
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