Wiener Kongress, Restauration und Vormärz
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Inhalt:

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Basiswissen
1 - Wiener Kongress 1815  
1a - System Metternich
1b - Territoriale Veränderungen
1c - Heilige Allianz
1e - Verfassungen?

2 - Restauration und Vormärz

2a - Wartburgfest 1817
2b - Karlsbader Beschlüsse 1819
2c - Julirevolution von 1830
2d - Hambacher Fest 1832
2e - Der Frankfurter Wachensturm 1833
2f - Göttinger Sieben 1837

Aufgabenblatt zum Vormärz

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Wiener Kongress (1815)
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Basiswissen 

1 - Wiener Kongress 1815

Der Wiener Kongress mit dem österreichischen Fürsten Metternich an der Spitze wollte eine Restauration (Wiederherstellung der Zustände von 1792), aber nicht 1:1, sondern so, dass nach dem Zeitalter der Vorherrschaft Frankreichs unter  Napoleon verhindert wurde, dass Revolutionen oder ein neuer Napoleon das monarchische Europa nochmals in Angst und Schrecken versetzen konnten.

1a - System Metternich

Folgende Prinzipien werden als "System Metternich" bekannt: Monarchische Legitimität (gegen einen neuen Usurpator im Stile Napoleons), monarchische Autorität (gegen alle revolutionäre Bestrebungen, dahinter steht das "monarchische Prinzip") und die monarchische Solidarität (Stabilität in Europa durch das Gleichgewicht der Mächte und durch Zusammenhalten gegen revolutionäre Umtriebe).

1b - Territoriale Veränderungen

Zur Sicherung der Stabilität wurden auch territoriale Veränderungen vorgenommen: Preußen wuchs nach Deutschland hinein und wurde Nachbar Frankreichs (Wacht am Rhein), Österreich wuchs aus Deutschland heraus und erwarb Gebiete in Italien, um die Apenninenhalbinsel (=geografischer Begriff für Italien) gegen Frankreich zu sichern. Weiter wurde ein Kranz mittelgroßer Staaten an der französischen Grenze als Puffer errichtet. 36 Fürsten und vier Freie Reichsstädte schlossen sich locker im Deutschen Bund zusammen, der Bundestag in Frankfurt am Main war ein ständiger Gesandtenkongress der deutschen Staaten. Durch ein System von Personalunionen wurden auch ausländische Mächte in den Deutschen Bund einbezogen und wären somit im Fall eines französischen Angriffs sofort in eine Auseinandersetzung verwickelt.

Siehe Karte hier

1c - Heilige Allianz

Darüber hinaus bildet die großen Monarchien Österreich, Preußen und Russland die "Heilige Allianz", einen "Bund von Thron und Altar" zur Verhinderung revolutionärer Umtriebe.

1d - Verfassungen?

Nur wenige deutsche Staaten erhielten Verfassungen, der preußische König brach sein Verfassungsversprechen. Es begann ein Zeitalter der Restauration.

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2 - Restauration und Vormärz

Die Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und den Revolutionen von 1830 nennt man "Restauration", die Zeit zwischen 1830 und der europäischen Revolution von 1848 nennt man Vormärz. Manchmal wird auch der gesamte Zeiraum zwischen 1815 und 1848 als "Vormärz" bezeichnet. Die überragende Persönlichkeit dieses Zeitalters ist im Deutschen Bund der österreichische Staatskanzler Clemens Fürst von Metternich.

Konservative Kräfte um die  Monarchen  bekämpfen die   liberalen und nationalen Revolutionäre und umgekehrt. Insbesondere studentische  Burschenschaften und einige Professoren, aber auch Handwerker, besitzende Bürger und andere tragen die liberale und nationale Bewegung. Die Konservativen stützen sich auf die Monarchen, den Adel, die Kirchen, die Mehrheit der Bauern sowie auf die Offiziere und Beamten in den Einzelstaaten. Auf jeden liberalen und nationalen Anlauf folgt ein konservativer Gegenschlag.

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2a - Wartburgfest 1817  


Wartburg: Eingang, ein Innenhof  Wartburg - Unesco Kulturerbe

Anlass war der 300. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag an die Kirchentür von Wittenberg, die als Beginn der Reformation in Deutschland gilt, sowie das Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813, die einen wichtigen Schritt zur Niederlage Napoleons in den Befreiungskriegen darstellte. Tieferer Grund waren die enttäuschten Hoffnungen auf Demokratie und nationale Einigung, die von der Französischen Revolution und Napoleon geweckt worden waren. Nur wenige deutsche Staaten hatten sehr konservative Verfassungen bekommen, an die Stelle der nationalen Einheit war der Deutsche Bund getreten.

Die Teilnehmer der Kundgebung zogen auf die Wartburg, wo Luther die Bibel übersetzt hatte und von seinem Landesfürsten vor der Verfolgung geschützt wurde. Sie traten mit ihren Parolen „Ehre, Freiheit, Vaterland“ für einen deutschen Nationalstaat und eine freiheitliche Verfassung ein und schwenkten schwarz-rot-goldene Flaggen. Zopf ( "alter Zopf") und Korporalstock als Zeichen altmodischer, überholter Gesinnung wurden verbrannt, leider auch Bücher, sogar der Code Napoleon (= Code civil).

Die Veranstaltung wurde von Studenten und einigen Professoren getragen, sie wurde einer der Anlässe für die Karlsbader Beschlüsse.


Mehr zum Wartburgfest
de.wikipedia.org

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2b - Karlsbader Beschlüsse 1819

Anlass war die Ermordung des damals in Deutschland bekannten Dichters August von Kotzebue durch den Studenten Karl Ludwig Sand, aber dahinter stand die Angst der Monarchen vor revolutionären Bestrebungen, die man unterdrücken wollten, wie es im System Metternich vorgesehen war.

Metternich und verschiedene Staatsminister beschlossen in Karlsbad,  dass die Presse zensiert, Burschenschaften ( Urburschenschaft) und Universitäten überwacht und liberal und national gesinnte Professoren entlassen werden sollten. Diese Professoren sollten darüber hinaus ein Berufsverbot erhalten.

Die Folge war eine Verfolgung der "Demagogen" genannten revolutionär gesinnten Kräfte ( "Demagogenverfolgung").

 
Mehr zu den Karlsbader Beschlüssen
heinrich-heine-denkmal.de

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2c - Julirevolution von 1830

Die Julirevolution von 1830 ging von Frankreich aus, wo der "Bürgerkönig" Louis Philippe an die Macht kam. Die Revolution griff auf Europa über, zum Beispiel auf Italien und Polen.

Die Folgen waren unterschiedlich: In Italien und Polen scheiterten die Aufstände. Im Ergebnis wurde Polen 1832 russische Provinz. Das Königreich der Vereinigten Niederlande zerfiel und es entstand Belgien. In Deutschland erhielten einige Staaten Verfassungen, z.B. Hannover.

 
Mehr zur Julirevolution 1830
de.wikipedia.org

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2d - Hambacher Fest 1832

Schloss Hambach liegt in der Pfalz, die nach dem Wiener Kongress an Bayern gefallen war, was zur Unzufriedenheit mit Bayern geführt hatte. Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik der Reaktion war gewachsen.

Die Journalisten Siebenpfeiffer und Wirth organisierten das Hambacher Fest, etwa 30.000 Menschen begaben sich auf Schloss Hambach. Sie forderten die deutsche Einheit sowie Freiheit und Demokratie, Volkssouveränität und religiöse Toleranz. Sie schwangen schwarz-rot-goldene Trikoloren.

Auch jetzt reagierten die Monarchen mit Verfolgungen, sie verschärften die Karlsbader Beschlüsse.

 
Mehr zum Hambacher Fest
demokratiegeschichte.eu

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2e -  Der Frankfurter Wachensturm 1833  

Den Hintergrund bildete die verschärfte Repression der Monarchen. Träger der Aktion waren vor allem Burschenschafter aus Heidelberg und Würzburg. Sie versuchten, Frankfurter Polizeiwachen zu stürmen, Waffen zu erbeuten und dann die Gesandten des Deutschen Bundestages zu verhaften und die Bundeskasse an sich zu nehmen, in der Hoffnung, dass der revolutionäre Funke einen allgemeinen Volksaufstand entzünden würde. Das Unternehmen scheiterte aber, da es verraten wurde und weil das Militär die revolutionären Studenten bereits erwartete.

Viele Verschwörer mussten nach Amerika fliehen oder wurden verhaftet, was lange Haftstrafen zur Folge hatte.


Mehr zum Frankfurter Wachensturm
lexikon.freenet.de

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2f - Göttinger Sieben 1837

Weil der neue König von Hannover die erst 1830 zugestandene Verfassung wieder außer Kraft setzte, protestierten sieben Professoren dagegen. Darunter waren auch die Brüder Grimm. Sie erhielten allesamt Berufsverbot.

Der Vormärz mündet konsequent in die Revolution von 1848.

 
Mehr zu den Göttinger Sieben
stadtarchiv.goettingen.de

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Aufgabenblatt zu Restauration und Vormärz
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