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Kartenraum
1938 Zerschlagung der Tschechoslowakei
Das Ergebnis des
Münchner Abkommens 1938 und die Zerschlagung der Tschechoslowakei
zum.de
Sudetendeutsche Gebiete in der Tschechoslowakei 1938
buergerverein-gaustadt.de
Deutsches Reich 1939
de.wikipedia.org

Hitler- Stalin- Pakt: Geheimes Zusatzprotokoll
upload.wikimedia.org
Hitler- Stalin- Pakt: Geheimes Zusatzprotokoll
Ersatzlink
econlog.econlib.org
1939 Polen vor der Besetzung
upload.wikimedia.org
1939 Polen: Besetzung und Teilung durch deutsche und sowjetische
Truppen
upload.wikimedia.org

Karten zum Zweiten Weltkrieg
Weiteste Ausbreitung von Deutschland und Japan
Deutschland 1942: Schweden war nicht deutsch besetzt
20min.ch
Aufteilung Polens 1942
holocaust-education.dk
1940 Besaetzung Dänemarks, Norwegens, Frankreichs
upload.wikimedia.org
Balkanfeldzug 1941
upload.wikimedia.org
Russlandfeldzu 1941/42
upload.wikimedia.org
Gegenoffensive in Europa 1943 - 1945
Achtung Kartenfehler: Finnland war nicht
sowjetisch besetzt!
upload.wikimedia.org
Pazifikkrieg 1937 - 1942
upload.wikimedia.org
Gegenoffensive im Pazifik 1943 - 1945
upload.wikimedia.org
Karte der sowjetischen Annexionen im 2. Weltkrieg
wwnorton.com
Karte Europa nach dem Ersten Weltkrieg
Material Geschichtszentrum
Flash Pazifikkrieg - Die US- Marines im Kampf gegen die Japaner
spiegel.de
Europa 1942
Karte zeigt insbesondere auch die deutschen Annexionen
users.erols.com
Frontverlauf im Westen am 20. Juli 1944
(Attentat auf Hitler)
cache.eb.com
Interaktive Karte mit
Konzentrations- und Vernichtungslagern
Einfachstes Englisch
fcit.coedu.usf.edu
Kartenmaterial zum Holocaust
Wahlweise kolorierte und Umrisskarten
fcit.coedu.usf.edu
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Zentrale
Bilder
Geplante Hauptstadt
"Germania"
Entwurf von Albert Speer
dataphone.se
Näher: Dom, Triumphbogen und
Bahnhof von "Germania"
Entwurf von Albert Speer
dataphone.se
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Weitere
Quellen
Zeitsprung ins Jahr 1945: Der Führerbunker in Berlin; Frontverlauf 1944/45; Radio
1945 (Tondokumente)
spiegel.de
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Personen

Personen
- Die Achsenmächte
- Die Alliierten
- Die Schweizer
Viele Bilder, informativer Text
Bei Mussolini auch seine Ende. Er wurde nach seiner Erschießung mit dem
Kopf nach unten aufgehängt und zur Schau gestellt.
20min.ch
Hitler- Biografie
DHM
dhm.de

Bilderserie: Hitler
Enthält auch die Rednerstudien
20min.ch
Biographie Joseph Goebbels
dhm.de
Biografie Mussolini
dhm.de
Stalin
whoswho.de
Tito
dhm.de
Biografie Franklin D. Roosevelt
dhm.de
Biografie Chuchill
dhm.de
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Impressum

Impressum Das
Geschichtszentrum ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht
verantwortlich.
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|
Basiswissen

Intro zum Zweiten Weltkrieg
20min.ch
| 1.
Übersicht über den Zweiten Weltkrieg |
1939
Der Zweite Weltkrieg
wurde am 1.9.1939 von Deutschland mit dem Angriff auf Polen nach
Abschluss des
Hitler-Stalin-Pakts (23.8.1939)
begonnen (Vgl.zu den Hintergründen
Aufstieg der SU zur Supermacht im Zweiten Weltkrieg;
Aufgaben
zum Hitler-Stalin-Pakt). Daraufhin erklärten
England und Frankreich Deutschland den Krieg, blieben aber an der
deutschen Westgrenze untätig, so dass Hitler Polen überrennen konnte
(vgl.
hier und
Karte
Besetzung und 4. Teilung Polens,
Karte
Aufteilung Polens), unterstützt von seinem Kooperationspartner
Stalin, der gemäß geheimem Zusatzprotokoll zum
Hitler-Stalin-Pakt an der Seite Hitlers in Ostpolen einmarschierte, dann 1939 - 1940 den
finnisch-sowjetischen Winterkrieg vom Zaun brach (SU erhält im Ergebnis
v.a. Karelien) und sich schließlich 1940 Litauen, Lettland und Estland,
Bessarabien und die Nordbukowina einverleibte, vgl.
Karte der
sowjetischen
Annexionen
im 2. Weltkrieg, vgl. auch
Karte der
russischen Gebietsverluste nach dem Ersten Weltkrieg. Die
Kooperation zwischen Hitler und Stalin hielt bis zum Juni 1941, als Hitler
die SU überfiel, um von dieser nicht selbst angegriffen zu werden, und beinhaltete umfangreiche sowjetische Hilfe für
Hitler.

Bilderserie: Einmarsch in Polen
20min.ch

Mehr: Kriegsverlauf 1939 ausführlicher
20min.ch
Deutsche
Besatzungspolitik in Polen
schule-bw.de
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1940
1940 marschierte
Hitler zunächst in Dänemark und Norwegen ein,
um einer Besetzung Norwegens durch Großbritannien und der damit
verbundenen Unterbrechung der schwedischen Erzlieferungen über Narvik
zuvorzukommen, im selben Frühjahr überrannte er
Frankreich,
(vgl.
Hitler und Begleiter in Compiègne, Compiègne
1918, siehe auch
Lernumgebung Erster Weltkrieg) das
in einen deutsch besetzten Teil (Nordfrankreich, Atlantikküste) und das
von Deutschland abhängige Vichy-Frankreich (Marschall Pétain) geteilt
wurde. Über Dünkirchen konnten sich die mit Frankreich verbündeten
englischen Truppen (ca. 300.000 Mann) dem Zugriff Hitlers entziehen.
Die Landung in England (Unternehmen Seelöwe) musste aufgegeben werden,
nachdem die
Luftschlacht um England für Deutschland verloren war: erster
Wendepunkt des Krieges. Wegen der nun entstandenen Pattsituation
macht Deutschland Friedensangebote, die aber von England abgewiesen
werden. England setzt auf eine Ausweitung des Krieges durch Gewinnung
neuer Verbündeter. Churchill sprach mehrfach davon, "to set Europe
alight" (Europa in Flammen zu setzen) gemeint waren z.B. der Balkan
sowie britische Versuche, die USA und die SU in den Krieg zu ziehen.
Ebenfalls 1940 begann der Feldzug in Afrika (Afrika-Korps unter Erwin Rommel). Italiens Diktator
Mussolini attackierte schlecht gerüstet das
zum englischen Empire gehörige Ägypten, kam in Bedrängnis und musste
von Hitler unterstützt werden.

Mehr: Kriegsverlauf 1940 ausführlicher
20min.ch
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1941
Im Jahr 1941 führte Hitler zunächst den „Balkan-Feldzug“ durch, d.h.
er ließ Jugoslawien und Griechenland besetzen, erstens wegen eines von
Großbritannien, den USA und der SU betriebenen antideutschen Staatsstreichs in Belgrad
am 27. März 1942, der eine militärische Zusammenarbeit zwischen England,
Griechenland und Jugoslawien gegen Deutschland in den Bereich des
unmittelbar Möglichen rückte und die für Deutschland lebenswichtigen
Verbindungen zum rumänischen Erdöl gefährdete, zweitens um
Mussolini, der Griechenland von Albanien aus erfolglos
angegriffen hatte, erneut unter die Arme zu greifen. In Jugoslawien
entwickelte sich ein heißer
Partisanenkrieg unter
Tito.
Am 13. April
unterzeichneten Russland und Japan ein Neutralitätsabkommen, das beiden
den Rücken frei hielt.
Wegen des "Balkan-Feldzugs" verzögerte sich der Termin für den
deutschen Angriff auf die Sowjetunion auf den 22. Juni
1941. Hitler rechtfertigte den Angriff als Präventivkrieg, denn die
Rote Armee war in Angriffsstellung aufmarschiert, die politischen
Beziehungen hatten sich zwischen beiden Länden kontinuierlich
verschlechtert. Hitler war sich über
die tatsächliche Stärke der Roten Armee nicht im Klaren. Der deutsche
Schlag traf Stalin vom Termin her überraschend, obwohl er über die deutschen
Angriffsabsichten informiert war.

Mehr: Die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg
Mehr zu Stalins Aufrüstung und seiner Konzeption des Blitz- und
Vernichtungskrieges

Mehr zum Krieg im Osten und zum Aufstieg der Sowjetunion zur Supermacht im Zweiten Weltkrieg
Nach Anfangserfolgen kam der deutsche Vorstoß 20 km vor Moskau im
Dezember 1941 zum Stehen: Dies war ein zweiter Wendepunkt des Krieges, er bezeichnet das Ende der
Blitzkriege.
Auch in Russland kam es zum
Partisanenkrieg.
Von Anfang an handelte es sich bei dem Krieg gegen die Sowjetunion um einen
Vernichtungskrieg,
siehe unten
Der Krieg gegen die Sowjetunion als
Vernichtungskrieg.
Während des Zweiten
Weltkrieges wurden die Juden überall in Europa systematisch
vernichtet, soweit der deutsche Machtbereich reichte (Auschwitz und andere
Vernichtungslager): Es gab ca. 6 Mio ermordete Juden. ( Interaktive Karte mit
Konzentrations- und Vernichtungslagern,
Kartenmaterial zum Holocaust;
"Rassische Verfolgung
und Vernichtung/ Holocaust" befindet sich auf der Lernumgebung "Nationalsozialismus").
Am 7. Dezember 1941 überfiel
Japan, das in den 1930er Jahren weite
Küstenregionen Chinas erobert und in der Mandschurei einen Vasallenstaat
errichtet hatte, Pearl Harbor auf Hawaii, den wichtigsten
US-Flottenstützpunkt im Pazifik (
Flash
Pazifik- Krieg). Auch Deutschland erklärte den USA den Krieg, diese
waren ohnehin praktisch schon weitgehend Kriegspartei: Ausweitung des Krieges zum Weltkrieg. England, die USA und die
Sowjetunion verbündeten sich gegen Deutschland und Japan und bestanden auf
bedingungsloser Kapitulation. Die Alliierten führten im Gegenzug gegen
deutsche Terrorangriffe einen strategischen
Bombenkrieg gegen deutsche
Städte, vgl. auch
Battle of the Ruhr,
Das
zerstörte Dresden aus der Luft,
Friedrichshafen im Zweiten Weltkrieg.

Bilderserie: Zerstörte Städte
20min.ch

Mehr: Kriegsverlauf 1941 ausführlicher
20min.ch
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1942/43
Der Seekrieg im Nordatlantik wendete sich zunehmend zu Gunsten der
Alliierten.
Die endgültige Kriegswende kam mit der Schlacht um
Stalingrad an der
Jahreswende 1942/43, die mit der Vernichtung bzw.
Gefangennahme der
deutschen 6. Armee endete (31.1.1943). Russland marschierte nun
unaufhaltsam nach Westen, der „totale Krieg“
(vgl. Goebbels
Sportpalastrede;
Goebbels-Biografie)
Deutschlands änderte
daran nichts.
1943 kapitulierte das Afrika-Korps, die Alliierten landeten auf Sizilien,
Mussolini wurde abgesetzt, Italien trat aus dem Krieg aus. Die Wehrmacht
konnte den alliierten Vormarsch in Italien nicht aufhalten.

Mehr: Kriegsverlauf 1942 ausführlicher
20min.ch

Mehr: Kriegsverlauf 1943 ausführlicher
20min.ch
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1944
Die alliierte
Landung in der Normandie im Juni 1944 leitete die Endphase
des Krieges in Europa ein.

Mehr: Kriegsverlauf 1944 ausführlicher
20min.ch
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1945 Amerikaner, Briten und Russen marschierten in
Deutschland ein, die Russen eroberten Berlin,
Hitler beging
in seinem
Führerbunker Selbstmord. Am
7. und 8. Mai
kapitulierte Deutschland in Reims und Berlin-Karlshorst
bedingungslos und wurde in Besatzungszonen eingeteilt (vgl. Jalta
und Potsdam). (Vgl. zum Kriegsende
die folgenden Links:
Schicksalsjahr 1945,
Diadochenkämpfe und Bewertung des Nationalsozialismus.)
Auch Japan musste nach dem Abwurf amerikanischer Atombomben auf
Hiroshima
und Nagasaki (6. und 9. August 1945) kapitulieren (2.9.1945).
Die großen Sieger des Zweiten Weltkriegs waren die Sowjetunion unter
Stalin - allerdings um den Preis der völligen Zerstörung der von
Deutschland besetzten Gebiete und von über 20 (23?) Mio. Toten - und die USA mit ihrem Präsidenten
Harry S. Truman (Präsident Franklin Delano
Roosevelt war am 12. April 1945, also
kurz vor der deutschen Kapitulation verstorben), für Großbritannien aber,
das unter
Churchill erfolgreich
gekämpft hatte, folgte auf den Zweiten Weltkrieg die Auflösung des
British
Empire und dessen Umwandlung in den
Commonwealth.
Auch das französische Kolonialreich war auf Dauer nach verlorenen
Kolonialkriegen in Indochina und Algerien nicht mehr zu retten. Ca. 55 Mio. Menschen
wurden im Zweiten Weltkrieg getötet, Europa war zerstört und in jeder
Hinsicht am Boden, Millionen wurden vertrieben oder deportiert (
Flucht),
vgl. Lernumgebung Bundesrepublik Deutschland
hier. 
Mehr: Kriegsverlauf 1945 ausführlicher
20min.ch
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Aufgaben zum Zweiten Weltkrieg
- Erläutere den Verlauf des
Zweiten Weltkriegs anhand der einschlägigen Karten im
Kartenraum mit Hilfe von Aufschrieben
aus dem
Basiswissentext.
- "Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein. Es ist nicht notwendig, auf die Grundlagen, die das deutsche Volk zu seinem primitivsten Weiterleben braucht, Rücksicht zu nehmen. Im Gegenteil, es ist besser, selbst diese Dinge zu zerstören. Denn das deutsche Volk hat sich als das schwächere erwiesen (...). Was nach diesem Kampf übrigbleibt, sind ohnehin nur die Minderwertigen, denn die Guten sind gefallen".
Schreibe eine Erwiderung auf diese Äußerungen Hitlers.
- Löse die Aufgaben zur
deutschen
Besatzungspolitik in Polen.
|
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oben
| 2. Die Sowjetunion im Zweiten
Weltkrieg |
| 2.1 -
Die Aufteilung Polens zwischen Hitler und Stalin und Revision der territorialen Ergebnisse des Ersten Weltkriegs |
Der Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939 war ein Nichtangriffspakt zwischen den beiden Mächten Deutschland und Sowjetunion. In einem geheimen Zusatzprotokoll, das auf Stalins Initiative zurück ging, wurde die Aufteilung Osteuropas in eine deutsche und russische Einflusssphäre vereinbart.
Stalin verleibte sich als Folge der Vereinbarungen des Zusatzprotokolls noch vor 1941 diejenigen Gebiete weitgehend wieder ein, die das Zarenreich als Folge der Niederlage im Ersten Weltkrieg verloren hatte: Er marschiert am 17. September 1939 an der Seite Hitlers von Osten in Polen ein, annektierte Ostpolen (4. Teilung Polens) und brach zwischen September 1939 und Sommer 1940 die bestehenden Nichtangriffsverträge mit allen sechs westlichen Nachbarstaaten von Finnland bis Rumänien. Der sowjetisch- finnische Winterkrieg endete dabei mit kleinen russischen Gebietsgewinnen vor allem im Vorfeld von Leningrad, die Eroberung Finnlands insgesamt misslingt aber. Als die deutschen Armeen 1940 in Frankreich stehen, annektiert Stalin im Windschatten Hitlers die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland sowie Bessarabien und die Nordbukowina. Danach begann Stalin mit der Ansiedlung von Russen in die baltischen Staaten, bis dort Russen in den größten Städten die ethnische Mehrheit stellten. Ein Teil der Litauer, Letten und Esten wurden dagegen nach Sibirien deportiert.
Neben dem dringend benötigten Zeitgewinn hofft er in der Folge des Hitler- Stalin- Pakts auf einen "zweiten imperialistischen Krieg", einen "Erschöpfungskrieg" der "imperialistischen Mächte" Deutschland, England und Frankreich sowie weiterer Staaten untereinander, in den er als letzter eingreifen konnte "mit dem Endziel der Wiederaufnahme des `revolutionären Weltprozesses`, der Sowjetisierung Europas". (Klaus Hornung: Der lachende Dritte, in: Junge Freiheit, vom 22.08. 2008, S. 18).
Aufgabenvorschläge zur Aufteilung Polens zwischen Hitler und Stalin und
zur Revision der territorialen Ergebnisse des Ersten Weltkriegs
-
Rufe den Text
2.1 - Aufteilung Polens zwischen Hitler und Stalin und Revision der territorialen Ergebnisse des Ersten Weltkriegs auf und notiere die Information über den Hitler- Stalin- Pakt und das geheime Zusatzprotokoll in Stichworten. Welche Vorteile zieht Stalin dagegen aus dem Pakt mit Hitler? Denke auch an die Säuberungen in der Roten Armee!
- Was hätte Stalin von einer Zusammenarbeit mit Großbritannien gegen Hitler gehabt? Wie hätte Polen in diesem Fall reagiert?
- Welches Kriegsergebnis wäre für Stalin optimal gewesen?
|
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| 2.2 - Sowjetische Kollaboration mit Nazi- Deutschland in der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs
|
Sowjetische Kommunisten und Nationalsozialisten kooperierten nicht nur militärisch und politisch, sondern auch ideologisch. In einer Ansprache vor dem Obersten Sowjet im Kreml erklärte nun der sowjetische Premier Molotow, dass es kriminell wäre, gegen die Naziideologie vorzugehen. Entsprechende Berichte in den großen Zeitungen des Landes verschwanden nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion aus den öffentlichen Büchereien des Landes, ebenso wie andere Aussagen zugunsten des Nationalsozialismus.
Als Hitler Westpolen besetzt hatte, flohen viele Juden vor Hitler in die SU, doch Stalin ließ sie verhaften und als Geste der Freundschaft der Gestapo übergeben. Es gab sogar eine enge Kooperation zwischen sowjetischem NKWD und SS. Die Sowjets lieferten schon 1937 und 1938 Listen deutscher Kommunisten und Juden an die Nazis, worauf die meisten von ihnen in den Konzentrationslagern der Nazis verschwanden. Die Sowjetunion half nun im Krieg auch bei der Koordination der Deportation der Juden im besetzten Polen, die zunächst in das Warschauer Ghetto, später in die Vernichtungslager verbracht wurden. Die Tatsache einer solchen Kooperation wird von russischer Seite heute nicht mehr bestritten.
Das Massaker von
Katyn vom Mai 1940 war die erste Massenexekution im Zweiten Weltkrieg. Polnische Armeereservisten, Ärzte, Ingenieure und Lehrer wurde vom sowjetischen NKWD durch Genickschuss ermordet. Während des Kriegsverbrecherprozesses von Nürnberg, wo die Sowjetunion über Verbrechen der Nationalsozialisten gegen die Menschlichkeit und Verbrechen und Verstöße gegen das Kriegsrecht miturteilte, schob sie dieses Verbrechen Hitlerdeutschland zu. Nach Katyn wurden sowjetische Massenmorde und Folter auch im Zweiten Weltkrieg zum Alltag. Massaker fanden zum Beispiel in Riga oder Minsk statt. Die Täter wurden hinterher hoch dekoriert.
Stalin unterstützte Deutschland durch sowjetische Lieferungen Tausender von Tonnen von Öl, Getreide und sonstigen Rohstoffen sowie Baumaterial. Die UdSSR wurde Hauptrohstofflieferant des Naziregimes. Es gelang Stalin sogar bis zu einem gewissen Grade, Hitler von sich abhängig machen.
Stalin veranlasste in dieser Zeit die kommunistischen Parteien Europas, die Nazis zu unterstützen und Widerstandsbewegungen zu sabotieren. Die Kommunistische Partei ließ im Juli 1940 wissen: "Gut gemacht, Kameraden. Weiter so! Selbst wenn es der Mittelklasse missfällt: Die Bruderschaft aller wird keine ewige Hoffnung bleiben. Sie wird Realität werden."
(Der Abschnitt "Sowjetische Kollaboration mit Nazi- Deutschland in der ersten Phase des Zweiten Weltkriegs" basiert
bis hierher auf dem Dokumentarfilm
The Soviet Sory. Europa- Premiere hatte der Film im April 2008 im Europäischen Parlament.)
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oben
| 2.3
Die Kontroverse um den deutschen Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 |
Vorbemerkung:
Es geht um die
Bewertung des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941.
Handelte es sich um einen deutschen Präventivschlag oder um einen heimtückischen
Überfall auf die friedliebende Sowjetunion zur Eroberung von Lebensraum
im Osten? Die Behauptung vom Präventivkrieg wurde von der
nationalsozialistischen Propaganda verwendet, die Behauptung vom Überfall
auf die friedliebende Sowjetunion zur Eroberung von Lebensraum im Osten
von der sowjetischen Propaganda.
Rechtsextremisten versuchen aus der Präventivkriegtheorie politisches Kapital zu schlagen,
Linksextremisten umgekehrt aus der Theorie vom Überfall auf die friedliebende
Sowjetunion. Während Autoren der revisionistischen
Geschichtsschreibung dem "rechten", teilweise
rechtsradikalen Umfeld zugeordnet werden, gab zum Beispiel Gerd Überschär,
ein führender Vertreter der antirevisionistischen Richtung, zusammen mit
dem Kommunisten Lew Besymenski, der unter Stalin hohe Funktionen
bekleidete und auch danach in der Sowjetunion Karriere machte, ein Buch
heraus.
Soweit im Folgenden revisionistische Autoren (Albert Weeks, Stefan Scheil, Dmitrij
Chmelnizki) zitiert werden, handelt es sich um Quellen, die für mich
sonst nicht greifbar waren.
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oben
| 2.3.1
Die konventionelle Deutung |
Mat. 1
Auf der Seite der
Bundeszentrale für politische Bildung steht zu lesen:
Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, bei dem
die Wehrmacht mit drei Millionen Mann in Russland einmarschierte, war von
langer Hand geplant. Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion hatte
zentrale Bedeutung in der nationalsozialistischen Ideologie: Neuer
"Lebensraum" sollte gewonnen werden, das Territorium sollte
deutscher Kolonialbesitz werden.
Zur Rechtfertigung nach der Niederlage 1945 entstand die Legende, Hitler
sei mit einem Präventivkrieg aggressiven Absichten Stalins zuvor
gekommen. Diese Behauptung wird immer wieder durch Veröffentlichungen
unterstützt, die den angeblichen Nachweis kriegerischer Absichten der
Sowjetunion zum Gegenstand haben. Unter dem Pseudonym Viktor Suworow
erschien 1989 ein Buch mit dem Titel "Der Eisbrecher. Hitler in
Stalins Kalkül", das die These vom Präventivkrieg verbreitete.
Hinter dem Pseudonym verbarg sich der 1978 vom sowjetischen militärischen
Spionagedienst abgesprungene Wladimir Resun. Die Behauptungen "Suworows"
hielten der Prüfung durch seriöse Historiker nicht stand. Sie sind schon
deshalb nicht stichhaltig, weil die sowjetischen Streitkräfte damals in
keinem kriegsfähigen Zustand waren. Die "Zitate aus Memoiren
sowjetischer Militärs", mit denen "Suworow" arbeitet,
"erweisen sich bei Prüfung als dreiste Verfälschungen der
Originaltexte", schreibt der Historiker Hermann Graml.
Mat.2
"Die konventionelle Deutung der Geschehnisse, die nicht nur in den sowjetischen Geschichtsbüchern, sondern auch im Ausland bis vor kurzem fast unangefochten dominierte, lautet wie folgt: Von 1939 bis zum deutschen Einmarsch [in die Sowjetunion] am 22. Juni 1941 trug die sowjetische Militärpolitik weitgehend defensiven Charakter. Stalin verfolgte gegenüber Deutschland sowie anderen potentiellen Gegnern in der kapitalistischen Welt keine aggressiven Pläne und dachte nicht im entferntesten an einen Angriffskrieg. Es ging ihm einzig und allein darum, die UdSSR möglichst lange aus dem kommenden, laut den Lehren des Marxismus- Leninismus `unvermeidlichen` Weltkrieg herauszuhalten und ihr hierdurch Zeit zum Ausbau ihres Verteidigungspotentials zu verschaffen, ehe sie schließlich selbst in den Krieg hineingezogen wurde.
Als `defensiv` stufen die Anhänger dieser These auch die territorialen Gewinne der UdSSR in den Jahren 1939 und 1940 ein, als der Sowjetstaat sich halb Polen, die drei Baltenstaaten [Litauen, Lettland, Estland], einen Teil Finnlands sowie die Nordbukowina und Bessarabien einverleibte. Für die Apologeten [=Rechtfertiger] der sowjetischen Politik war diese keineswegs expansionistischer Natur, sie verfolgte lediglich das Ziel, eine Pufferzone zu schaffen, und war ein Teil der weiteren Vorsichtsmaßnahmen, die Stalin für den Fall eines deutschen Angriffs traf. Dass die betreffenden Gebiete nach dem Krieg durchwegs Bestandteil der UdSSR blieben, halten diese Historiker für ein unbedeutendes Detail.
Dieser Version der Ereignisse zufolge war der deutsche Einmarsch vom 22. Juni 1941 ein heimtückischer Überfall, der Stalin vollkommen unvorbereitet traf, weil sich die Sowjetunion unter seiner Führung viel zu untätig verhalten hatte. Törichterweise hatte Stalin geglaubt, sein Bündnis mit Hitler werde Bestand haben, obwohl letzterer im Frühling 1941 große Truppenverbände an die sowjetische Westgrenze verlegt hatte."
Zit nach: Prof. Dr. Albert L. Weeks: 70 Jahre nach dem deutsch- sowjetischen Pakt - Was plante Stalin am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges? in: Dmitrij Chmelnizki
(Hrsg.): Die Rote Walze - Wie Stalin den Westen überrollen wollte, Selent, 2011, S.
154 f.
Dieses Buch vertritt die Positionen der revisionistischen
Geschichtsschreibung.
Mat.3
"Weitere historische Forschungsarbeiten brachten den Nachweis, daß der Überfall des „Dritten Reiches“ auf die Sowjetunion programmatisch begründet und konsequent ausgerichtet war auf die dogmatische Verfolgung der in großen Zügen seit den zwanziger Jahren festgeschriebenen Ziele und Absichten im Rahmen der Hitlerschen Rassen- und Lebensraumpolitik im Osten. Hitlers Entschluß zum Angriff auf die UdSSR war das wohlüberlegte, immer wieder angestrebte und seit seinem Buch „Mein Kampf“ von 1925 und seinem „Zweiten Buch“ von 1928 schon lange beschlossene Hauptziel seines außenpolitischen Grundmusters. Daran hat Hitler auch nach seinem Regierungsantritt im Januar 1933 festgehalten. Schon in seiner Ansprache vor der Reichswehrgeneralität im Februar 1933 hat er die Absicht, „Lebensraum im Osten“ erobern zu wollen, bekräftigt.
Innerhalb des Hitlerschen „Ostprogramms“ lassen sich nach den Forschungsergebnissen von
Andreas Hillgruber vier politisch-wirtschaftliche Zielkomplexe als Motive des NS-Regimes
für den Krieg gegen die Sowjetunion feststellen:
– die Ausrottung der „jüdisch-bolschewistischen“ Führungsschicht sowie der Juden in Ostmitteleuropa,
– die Gewinnung von Kolonial- und Lebensraum für das „Dritte Reich“,
– die Dezimierung und Unterwerfung der slawischen Bevölkerung unter deutscher Herrschaft in neu zu errichtenden sogenannten „Reichskommissariaten“ und
– die Errichtung eines autarken, blockadefesten „Großraumes“ Kontinentaleuropas unter Hitlers Herrschaft, wobei die eroberten sowjetischen Gebiete die ökonomischen Ergänzungsräume bilden und die kontinentale Vorherrschaft Deutschlands gewährleisten sollten, um schließlich das Fernziel einer „Weltmachtstellung“ erreichen zu können.
In seiner grundlegenden Studie über Hitlers Strategie zog der 1989 verstorbene Kölner Historiker Andreas Hillgruber ferner den Schluß, „daß bei Hitlers Angriff auf die Sowjetunion von einem ‚Präventivkrieg‘ im üblichen Sinne des Begriffs, einer Kriegshandlung, die unternommen wird, um einem zum Angriff bereiten oder schon dazu ansetzenden Gegner durch die Auslösung eines eigenen Angriffs zuvorzukommen, keine Rede sein kann"."

Quelle: Gerd R. Ueberschär: Das „Unternehmen Barbarossa“ gegen die Sowjetunion – ein Präventivkrieg?
Zur Wiederbelebung der alten Rechtfertigungsversuche des deutschen Überfalls auf die UdSSR 1941, S.3
Aufgaben
zur konventionellen Deutung der ersten Kriegsphase:
- Fasse die in Mat 1.
genannten Argumente in Stichworten zusammen.
- Wo an der Wiedergabe der
konventionellen Deutung der sowjetischen Außenpolitik zwischen
1939 und Juni 1941 (Mat. 2) wird klar, dass der Autor mit dieser nicht
sympathisiert?
- Fasse die Thesen von Mat. 2
und Mat. 3 stichwortartig zusammen. Passt der Angriff des
NS-Staates auf die Sowjetunion zur NS-Ideologie?
|
Nach
oben
| 2.3.2
Die revisionistische Deutung |
Die revisionistische Geschichtsschreibung vertritt eine klare
Minderheitenposition, ihr wird Nähe zu rechten Positionen, auch zu
Rechtsradikalismus vorgeworfen, vgl. konventionelle Deutung
Mat. 1
Nach revisionistischer Darstellung war der deutsche Angriff auf die Sowjetunion ein Präventivkrieg. Nach Hitlers Siegen im Westen 1940 hätten sich die Hoffnungen Stalins auf eine Selbstzerfleischung der imperialistischen Mächte nicht erfüllt.
Im Schatten der Erfolge Hitlers annektierte Stalin die baltischen Staaten, Bessarabien und die Nordbukowina. Dadurch sei er den für Deutschland kriegswichtigen Ölfeldern Rumäniens bedrohlich nahe gerückt.
Danach hätten sich die diplomatischen Beziehungen verschlechtert. Beim Gipfeltreffen zwischen Molotow und der NS- Führung in Berlin Mitte November habe Molotow auf Stalins Vorgabe neue Gebietsforderungen (Finnland, Balkan, Türkei, Iran, Kontrolle der Ostsee- Eingänge, Spitzbergen) gestellt und das geheime Zusatzprotokoll für überholt und erschöpft erklärt. Einem Kontinentalblock sei Russland nicht beigetreten. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Moskau habe Hitler am 18.12.1940 die "Weisung Barbarossa" herausgegeben (-> Quellen).
England habe 1940 nach dem deutschen Sieg über Frankreich mehrere Friedensfühler abgelehnt, darunter das Angebot auf weitgehenden Rückzug aus den im Westen besetzten Gebieten gegen Verzicht auf Vergeltung sowie einen souveränen polnischen Staat. Am 13. 4. 1941 habe der Neutralitätsvertrag mit Japan Moskau den Rücken frei gemacht.
Danach habe er mit der durch einen Putsch an die Macht gekommenen neuen
deutschfeindlichen Regierung Jugoslawiens im April 1941 einen
Freundschaftspakt abgeschlossen.
Stalin habe seit 1929 geheim und damit nicht auf Abschreckung berechnet massiv aufgerüstet. Die Rote Armee sei im Frühsommer 1941 in Angriffsstellung aufmarschiert. Sie sei militärisch beträchtlich stärker als Deutschland gewesen, besonders bei Panzern und Flugzeugen. Die deutsche Führung sei über das wahre Ausmaß des sowjetischen Aufmarsches nur teilweise im Bild gewesen, aber soweit, um sich ernsthaft bedroht zu fühlen.
Die Vertreter der Revisionisten berufen sich auf geheime oder offene Äußerungen führender sowjetischer Funktionäre sowie auf die militärischen Pläne der UdSSR, insbesondere auf Stalins Ansprache vor den Absolventen der Frunse- Militärakademie am 5. Mai 1941, auf zwei vor dem Juni 1941 erschienene Handbücher für Rotarmisten, in denen ausschließlich offensive Verhaltensweisen gelehrt wurden, vor allem auf ein Memorandum vom 15. Mai 1941 höchstrangiger Offiziere der Roten Armee (Alexander M. Wassiljewski, Semjon K. Timoschenko und Georg Schukow für Stalin verfasst hatten, in dem unverhüllt ein Angriffskrieg propagiert wurde.
Die Revisionisten verweisen auf die sowjetische Außenpolitik, die schon im Anschluss an den ersten Weltkrieg versucht habe, die kommunistische Revolution auf den Spitzen der Bajonette der Roten Armee bis nach Berlin vorzutragen.
Für Hitler habe sich angesichts dieser Situation nur die Alternative
Hegemonie oder Untergang gestellt.
Aufgaben
zur revisionistischen Deutung der ersten Kriegsphase:
- In welchen Punkten
unterscheidet sich die revisionistische von der konventionellen
Deutung der ersten Kriegsphase 1939 - 1941?
- Nimm Stellung zur
revisionistischen Deutung der sowjetischen Außenpolitik vom
September 1939 bis zum Juni 1941.
Folgende Definition könnte dir eine Hilfe sein:
"Als Präventivschlag oder Präventivkrieg wird ein militärischer Angriff bezeichnet, der einem angeblich oder tatsächlich drohenden Angriff eines Gegners zuvorkommen und diesen vereiteln soll, also eine Offensive in defensiver Absicht."
(Wikipedia)
- Mit welchem umstrittenen
Faktum steht und fällt die revisionistische These bezüglich
dem 22. Juni 1941?
- Wie verhält sich die
revisionistische Position zur Alleinschuld Deutschlands?
|
Nach
oben
| 2.3.3
Eine
vermittelnde Position zwischen traditioneller Deutung und
Revisionismus? |
Auch das Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. schreibt über die nationalsozialistischen Kriegsziele.
Nach Bezugnahme auf die Argumente Hillgrubers (siehe oben
Mat.3) wird das Motiv der Gewinnung neuen "Lebensraums im Osten" betont und aus Hitlers Rede von 1933 vor den Befehlshabern der Reichswehr, einer Denkschrift des Heeresbefehlshabers von Fritsch 1937 und dem Expansionsprogramm und den Kriegszielen des Kaiserreiches ("radikalisierte Wiederauflage der imperialistischen Kriegsziele") hergeleitet.
Sodann heißt es:
"Nicht verkannt werden sollte, daß Hitlers "Ostprogramm" ein Amalgam von strategischen, ökonomischen und rassenideologischen Elementen darstellt. Dessen rassenideologische Basis hatte auch eine praktische, sozusagen für den intendierten Eroberungskrieg funktional günstige Seite. Der Kampf um "Lebensraum im Osten" rechtfertigte den Krieg als Recht des Stärkeren zur Durchsetzung machtpolitischer und wirtschaftlicher Interessen in einer nach der vermeintlichen rassischen Wertigkeit ihrer Völker eingeteilten Welt. Für die geplante Unterwerfung der Sowjetunion war es von Vorteil, die slawischen Völker als "Untermenschen" anzusehen. Deren entmenschlichter Status ermöglichte den Abbau moralischer Barrieren für die notwendige Entgrenzung von Gewalt im "totalen Krieg", der zwecks Optimierung seiner Erfolgsaussichten auch mit inhumansten Mitteln geführt werden sollte. Jürgen Förster konstatiert eine weitgehende "Übereinstimmung von Militärs, Wirtschaftlern und Diplomaten mit Hitler in bezug auf die Gewinnung des ,russischen Raumes', auf seine Nutzung sowie die Behandlung der slawischen Bevölkerung."(23)
Diese Lebensraumprogrammatik war auch "kompatibel" mit der veränderten militärstrategischen Situation im Sommer 1940, nachdem England und Frankreich schon im September 1939 aufgrund des deutschen Überfalls auf Polen entgegen Hitlers Erwartungen Deutschland den Krieg erklärt hatten und auch jetzt - nach der militärischen Niederwerfung Frankreichs - England nicht zum "Einlenken" genötigt werden konnte. Mit der Wendung des Krieges gegen die Sowjetunion schien ein Konglomerat von Problemen und Zielsetzungen einer Lösung bzw. Realisierung greifbar nahe: Hier konnten Ernährungsbasis und Rohstoffe für einen langen Krieg gewonnen, Deutschland unangreifbar gemacht, der "jüdische Bolschewismus" vernichtet, "Lebensraum" erobert und Großbritannien auf indirektem Wege in die Knie gezwungen werden. "Präventiv", so der langjährige Leitende Historiker des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr Manfred Messerschmidt, "war er (= der Krieg gegen die Sowjetunion) mit Blick auf die Sorge vor dem Auftreten der vereinigten angelsächsischen Mächte."(24)
Im Gegensatz zu dieser Einschätzung Messerschmidts behaupten die Vertreter der sog. Präventivkriegsthese, daß Hitler mit dem Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 lediglich einem sowjetischen Angriff zuvorgekommen sei.(25) Nachdem seit Beginn der 90er Jahre vorher nicht erreichbare Quellen aus russischen Archiven zugänglich sind, steht fest, daß es auch vom sowjetischen Generalstab konkrete Angriffsplanungen und militärische Optionen für einen "präventiven" Schlag gegen einen bevorstehenden deutschen Überfall gab. Es fehlt allerdings jeglicher Nachweis, daß Stalin militärstrategische Optionsmodelle des Generalstabs in einen politischen Entschluß zum Angriff auf Deutschland umsetzen wollte. Zwar spielte in Stalins Langzeitstrategie der Gedanke eine Rolle, in einem Abnutzungskrieg der kapitalistischen Länder gegeneinander als letzter entscheidend aufzutreten, um das volle militärische Gewicht der UdSSR dann zum richtigen Zeitpunkt in die Waagschale werfen zu können. Ob er jedoch bereit gewesen wäre alleine gegen Hitler-Deutschland anzutreten, das 1941 zweifellos auf dem Gipfel seiner Macht stand und im Westen kaum angreifbar war, erscheint mehr als spekulativ.
Entscheidend aber für die Widerlegung der Präventivkriegsthese ist, daß Mutmaßungen über Angriffsabsichten Stalins nicht nur unbewiesen sind, sondern bei der Entscheidungsfindung der deutschen politischen und militärischen Führung an keiner Stelle eine Rolle gespielt haben. Nach Einschätzung des deutschen Generalstabes trugen die Maßnahmen der Roten Armee vor dem deutschen Überfall im wesentlichen defensiven Charakter und fanden als zeitlich nachgeordnete Reaktionen auf die Truppenmassierungen der Wehrmacht in Grenznähe statt.
Die Forschung hat die wichtigsten Stationen der Argumentations- und Motivationskette der deutschen Entscheidungsträger für diesen Krieg, an ihrer Spitze Adolf Hitler, bruchlos nachgewiesen: von der militärstrategischen Begründung der Entscheidung Hitlers zum Krieg im Juli 1940 - "Rußland (muß) erledigt werden. Frühjahr 1941 (...) dann ist Englands letzte Hoffnung getilgt"(26) - bis zur offenen Wendung zum ideologischen Vernichtungskrieg gegen den "jüdischen Bolschewismus" in seiner Rede vor den Oberbefehlshabern und Chefs der Generalstäbe am 30. März 1941.(27) Bedrohungsvorstellungen spielten dabei keine Rolle. Im Gegenteil, man war sich der eigenen Überlegenheit absolut sicher und erwartete einen glänzenden Sieg: "Der Führer schätzt die Aktion auf etwa 4 Monate, ich schätze auf weniger. Der Bolschewismus wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wir stehen vor einem Siegeszug
ohnegleichen."(28)

Quelle: Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.
Aufgaben:
- Handelt es sich hier um
eine vermittelnde Position zwischen traditioneller Auffassung
und Revisionismus?
- Nimm Stellung zu der
Position des Instituts für Friedenspädagogik e.V.
|
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| 2.4
Quellen zum Ausbruch des Krieges mit der Sowjetunion |
| 2.4.1 „Weisung Barbarossa“ am 18.12. 1940
|
Am 18.12. 1940 gibt Hitler die „Weisung Barbarossa“ aus:
„Die deutsche Wehrmacht muß darauf vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrußland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen (Fall "Barbarossa").
Das Heer wird hierzu alle verfügbaren Verbände einzusetzen haben mit der Einschränkung, daß die besetzten Gebiete gegen Überraschung gesichert sein müssen. ...
Der Schwerpunkt des Einsatzes der Kriegsmarine bleibt auch während eines Ostfeldzuges eindeutig gegen England gerichtet.
Den Aufmarsch gegen Sowjetrußland werde ich gegebenenfalls acht Wochen vor dem beabsichtigten Operationsbeginn befehlen. Vorbereitungen, die eine längere Anlaufzeit benötigen, sind, soweit noch nicht geschehen, schon jetzt in Angriff zu nehmen und bis zum 15.4.41 abzuschließen. ...
Die im westlichen Rußland stehende Masse des russischen Heeres soll in kühnen Operationen unter weitem Vortreiben von Panzerkeilen vernichtet, der Abzug kampfkräftiger Teile in die Weite des russischen Raumes verhindert werden.
In rascher Verfolgung ist dann eine Linie zu erreichen, aus der die russische Luftwaffe reichsdeutsches Gebiet nicht mehr angreifen kann. Das Endziel der Operation ist die Abschirmung gegen das asiatische Rußland auf der allgemeinen Linie Wolga-Archangelsk. So kann erforderlicherweise das letzte Rußland verbleibende Industriegebiet am Ural durch die Luftwaffe ausgeschaltet
werden."
(
Quellenangabe)
Am 5./6. 4. 1940 unterzeichnen die Sowjetunion und die deutschfeindliche, durch einen Putsch an die Macht gekommene Regierung in Jugoslawien einen
Freundschaftspakt.
Am 13.4.1941 unterzeichnen Russland und Japan ein Neutralitätsabkommen, das beiden Mächten den Rücken frei hält.
Aufgaben:
Deute die "Weisung Barbarossa".
|
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oben
| 2.4.2
Stalin in einer Rede vom Mai 1941 vor den Absolventen der 16
Militärakademien |
Gegenüber einem
Generalmajor der Panzertruppen, der einen Trinkspruch auf die friedliche
Außenpolitik der Sowjetunion ausgebracht hatte, äußerte Stalin vor
versammelter Mannschaft:
"Gestatten Sie mir eine Korrektur. Die friedliche Politik hat für
unser Land den Frieden gesichert. Die friedliche Politik ist eine gute
Sache. Bis zu einer bestimmten Zeit haben wir die Linie der Verteidigung
vertreten, bis zum Zeitpunkt, bis wir unsere Armee noch umgerüstet haben,
die Armee noch nicht mit modernen Kampfmitteln ausgerüstet haben.
Jetzt aber, da wir unsere Armee umgestaltet haben, sie reichlich mit
Technik für den modernen Kampf ausgestattet haben, da wir stark geworden
sind, jetzt muss man von der Verteidigung zum Angriff übergehen."
(Stefan Scheil: Präventivkrieg Barbarossa - Fragen, Fakten, Antworten,
Schnellroda 2011, S. 59f. Scheil gehört zu den revisionistischenAutoren.)
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| 2.4.3
Aus dem Schukow- Plan |
"Das Dokument wies
die Gestalt eines Memorandums [Denkschrift] an den `Vorsitzenden des
Rats der Volkskommissare der UdSSR, Genosse Stalin` auf. Es stammte
aus der Feder des stellvertretenden Operationschefs, General Wassiljewski,
und war von Generalstabschef Schukow sowie Verteidigungsminister Marschall
Timoschenko unterzeichnet. Die Frage, ob Stalin dieses strategische
Dokument gelesen hat, ist umstritten. Im Jahre 1998 wurden diese `Erwägungen`
erstmals vollständig abgedruckt. Der entscheidende Abschnitt lautet wie
folgt:
`Um [einen deutschen Angriff] zu vermeiden, halte ich es für
erforderlich, dem Feind beim Angriff nicht die Initiative zu überlassen,
sondern seinem Aufmarsch zuvorzukommen und die deutsche Armee zu einem
Zeitpunkt anzugreifen, wenn ihr Aufmarsch noch nicht abgeschlossen ist, so
dass sie nicht in der Lage ist, die Front zu organisieren und all ihre
Truppengattungen zu koordinieren.`
Einer der Autoren, Juri A. Gurkow, hat hier das Wort `zuvorkommen`
unterstrichen,
Zit nach: Prof. Dr. Albert L.
Weeks: 70 Jahre nach dem deutsch- sowjetischen Pakt - Was plante Stalin am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges? in: Dmitrij Chmelnizki
(Hrsg.): Die Rote Walze - Wie Stalin den Westen überrollen wollte, Selent, 2011, S.
166 f.
(Es handelt sich um eine Publikation revisionistischer Autoren.)
In einem abschließenden Kapitel des Memorandums heißt es, Befehle für
den "Übergang zum Angriff" seien bereits gegeben.
(Stefan Scheil: Präventivkrieg Barbarossa - Fragen, Fakten, Antworten,
Schnellroda 2011, S. 61. Scheil gehört zu den revisionistischen Autoren.)
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| 2.4.4
Auszug aus Joseph Goebbels` Tagebuch vom 16. Juni 1941 (Am 22. Juni griffen deutsche Truppen die Sowjetunion an): |
"Der Führer erläutert mir ausführlich die Lage: Der Angriff auf Russland beginnt, sobald unser Aufmarsch beendet ist. Das wird im Laufe etwa einer Woche der Fall sein. [...] Die Russen sind genau an der Grenze massiert, das Beste, was uns überhaupt passieren kann. Wären sie weitverstreut ins Landgezogen, dann stellten sie eine größere Gefahr dar. Sie haben etwa 180 - 200 Divisionen zur Verfügung, vielleicht auch etwas weniger, jedenfalls ungefähr so viel wie wir. An personellem und materiellem Wert sind sie mit uns überhaupt nicht zu vergleichen. [...] Der Führer schätzt die Aktion auf etwa vier Monate, ich schätze viel weniger. Der Bolschewismus wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. [...] Wir müssen handeln. Moskau will sich aus dem Kriege heraushalten, bis Europa ermüdet und ausgeblutet ist. Dann möchte Stalin handeln, Europa bolschewisieren und sein Regiment antreten. Durch diese Rechnung wird ihm ein Strich gemacht. Unsere Aktion ist so vorbereitet, wie das überhaupt menschenmöglich ist.
So viele Reserven sind eingebaut, dass ein Misslingen glatt ausgeschlossen ist. Der Aktion ist geographisch keine Grenze gesetzt. Es wird so lange gekämpft, bis keine russische Heeresmacht mehr existiert. [...]
Aber Russland würde uns angreifen, wenn wir schwach werden, und dann hätten wir den Zweifrontenkrieg, den wir durch diese Präventivaktion verhindern. Dann erst haben wir den Rücken frei. [...]
Wir müssen auch Russland angreifen, um Menschen frei zu bekommen. Ein ungeschlagenes Russland zwingt uns dauernd 150 Divisionen auf, deren Menschen wir dringend für unsere Kriegswirtschaft brauchen. Die muss intensiviert werden, um unser Waffen-, U-Boot- und Flugzeugprogramm durchzuführen, so, dass uns auch die USA nichts mehr anhaben können. Material, Rohstoffe und Maschinen sind da für Dreischichtenproduktion, aber die Menschen fehlen. Ist Russland niedergeworfen, dann können wir ganze Jahrgänge entlassen und bauen, rüsten, vorbereiten. Dann auch erst kann man den Angriff auf England durch die Luftwaffe in ganz großem Stile beginnen. Eine Invasion ist sowieso nur sehr schlecht möglich. Also heißt es, sich andere Sicherheiten zum Siege zu schaffen. [...]
Die Tendenz des ganzen Feldzugs liegt auf der Hand: Der Bolschewismus muss fallen, und England wird seine letzte auch nur denkbare Festlandswaffe aus der hand geschlagen. Das bolschewistische Gift muss aus Europa heraus. Dagegen können wohl auch Churchill oder Roosevelt wenig sagen. [...] In Russland wird nicht der Zarismus zurückgeholt, sondern entgegen dem jüdischen Bolschewismus der echte Sozialismus
durchgeführt [Die Nationalsozialisten verstanden sich als Sozialisten]. [...] Das Zusammengehen mit Russland war eigentlich ein Flecken auf unserem Ehrenschild. Der wird nun abgewaschen. Wogegen wir unser ganzes Leben gekämpft haben, das vernichten wir nun
auch."
Rechtschreibung aktualisiert.
Zit nach: Dmitrij Chmelnizki: Stalins einzige Niederlage, in: Dmitrij Chmelnizki
(Hrsg.): Die Rote Walze - Wie Stalin den Westen überrollen wollte, Selent, 2011, S. 244 f.
|
Aufgaben
zum Auszug aus Goebbels` Tagebuch vom 16. Juni 1941:
- Aus welchen Motiven greift Deutschland die Sowjetunion laut Goebbels Tagebucheintrag die
Sowjetunion an und welche Ziele werden damit verfolgt?
- Will Goebbels die Öffentlichkeit
täuschen? Diskutiere die Quellengattung
(Tagebuch).
- Interpretiere die Quelle.
|
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| 2.5 Wechsel der Seite und Kriegsverlauf
|
Nach Hitlers Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 („Unternehmen Barbarossa“) wechselte Stalin die Seite und wurde Alliierter der USA und der Westmächte.
Die Wehrmacht errang gewaltige Anfangserfolge. Innerhalb weniger Stunden errangen die Deutschen die totale Luftherrschaft
und nahmen annähernd eine halbe Million
Rotarmisten gefangen.
Die Wehrmacht drang nach erfolgreichen
Kesselschlachten im Dezember 1941 bis 20 Kilometer vor Moskau vor. Dort blieb der Angriff
allerdings liegen und zunehmend machten sich der harte Winter und die mangelnde Ausrüstung sowie die Erschöpfung der deutschen Truppen bemerkbar. Dennoch gelang es den deutschen Truppen im folgenden Jahr, bis kurz vor die Ölfelder von Baku im Kaukasus vorzudringen, aber danach musste der geordnete Rückzug angetreten werden.
Der entscheidende Wendepunkt des Krieges war die Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/43, die mit der Einkesselung und Vernichtung der 6. deutschen Armee unter Generalfeldmarschall Paulus endete.
Danach drang die Rote Armee unaufhaltsam nach Westen vor, unterstützt auch von gefürchteten Partisanen. Die KPdSU mobilisierte alle Mittel, auch den Nationalismus ("Sowjetpatriotismus"). In Russland heißt der Zweite Weltkrieg "Großer Vaterländischer Krieg". Die USA lieferten in großem Umfang Kriegsgüter.
1944 stand die Rote Armee bereits in Rumänien, Ungarn und Jugoslawien, betrat dann deutschen Boden und eroberte 1945 Berlin. Am 8. Mai 1945 erfolgte die Kapitulation Deutschlands gegenüber der Sowjetunion in Berlin- Karlshorst.
Als Folge des Zweiten Weltkrieges stieg die Sowjetunion zur zweiten Supermacht nach den USA auf, zahlte aber mit ca. 23 Mio. Kriegstoten und einem zerstörten Land ("verbrannte Erde") einen verheerenden Preis. Sowjetische Truppen hielten den größten Teil Osteuropas besetzt. Sowjetische Truppen standen von nun an an der Elbe, Osteuropa wurde in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre sowjetisiert und Westeuropa lehnte sich hinfort an die USA an, der Kalte Krieg folgte seit 1947.
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| 2.6 Sowjetische Maßnahmen hinter der eigenen Front
|
Mehr als eine Million (nach anderen Informationen fast 1 Million) Sowjetbürger schlossen sich während des deutschen Vormarschs wegen der Verbrechen des kommunistischen Regimes in der sogenannten Wlassow- Armee den Nazis an. Die Aushungerung der Ukraine in den 1930er Jahren rächte sich nun.
Stalin reagierte mit der Deportation ganzer Nationen bzw. Völker des Sowjetreiches in Viehwaggons ins Exil nach Zentralasien, sogar Mitglieder der KPdSU wurden nicht ausgenommen. Betroffen waren zum Beispiel Tschetschenen, Inguschen, Kalmücken und Krimtataren und natürlich
die Deutschstämmigen in der Sowjetunion.
Als nach dem Krieg die sowjetischen Kriegsgefangenen frei kamen, wurden diese sofort nach Sibirien in die Lager des GULAG weitertransportiert, weil sie
sich hatten gefangen nehmen lassen und in Mitteleuropa Verhältnisse gesehen hatten, die zu der sowjetischen Propaganda in eklatantem Widerspruch standen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die sowjetischen Methoden von Deportation, Exekution und Folter weitergeführt. Sogar ehemalige Nazi- Konzentrationslager wurden weiter verwendet. Millionen kamen zu Tode. In den Lagern wurden sogar wie in Nazi-Deutschland medizinische Experimente an Menschen durchgeführt, zum Beispiel im Lager Butugychag in Magadan, wo an lebenden Menschen Versuche am menschlichen Gehirn stattfanden.
(Der Abschnitt "Sowjetische Maßnahmen hinter der eigenen Front" basiert überwiegend auf dem Dokumentarfilm
The Soviet Sory. Europa- Premiere hatte der Film im April 2008 im Europäischen Parlament.)
Aufgabe
zur Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg
-
Die Hauptanklagepunkte im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher von Nürnberg lauten:
1. Verschwörung gegen den Weltfrieden
2. Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges
3. Verbrechen und Verstöße gegen das Kriegsrecht
4. Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Die Sowjetunion anerkannte diese Grundsätze, sie saß in Nürnberg gegen Deutschland auf der Richterbank und trat als Ankläger auf. Wende die in Nürnberg verwendeten Grundsätze auf die Politik der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg an und verwende dabei alle Unterabschnitte von Kapitel 2. Die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.
|
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oben
| 2.7
Der
Krieg gegen die Sowjetunion als Vernichtungskrieg
|
Von Anfang an handelte es sich bei dem Krieg gegen die Sowjetunion um einen
im Kern
rassistisch
motivierten
Vernichtungskrieg.
Der Chef des Generalstabs des Heeres, Generaloberst Franz Halder, notierte am 30. März 1941 im Hinblick auf einen Kampf gegen die Sowjetunion in sein
Tagebuch, was Hitler vor führenden Generalen geäußert hatte:
„11.00 Uhr Generalversammlung beim Führer. Fast 2 1/2stündige Ansprache: Lage nach dem 30.6. 1940. [...] Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander. Vernichtendes Urteil über Bolschewismus, ist gleich asoziales Verbrechertum. Kommunismus ungeheure Gefahr für die Zukunft. Wir müssen von dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken. Der Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad. Es handelt sich um einen Vernichtungskampf. Wenn wir es nicht so auffassen, dann werden wir zwar den Feind schlagen, aber in 30 Jahren wird uns wieder der kommunistische Feind gegenüberstehen. Wir führen nicht Krieg, um den Feind zu konservieren.“
(
Quelle)
Die
Dokumentation Obersalzberg schreibt unter dem entsprechenden Stichwort: "Der Krieg gegen die Sowjetunion war von Anfang an mit Massenmorden verbunden. Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Brigaden der Waffen-SS, Bataillone der Ordnungspolizei und Geheime Feldpolizei ermordeten kommunistische Funktionäre und spätestens ab August 1941 auch Juden in großer Zahl. Den Massenerschießungen fielen auch "Zigeuner" und andere Gruppen von Zivilisten zum Opfer. Die sowjetische Bevölkerung, kollektiv als minderwertig abgestempelt, sollte zu Millionen
verhungern: Die ersten Opfer dieser Hungerpolitik waren die 1941 gefangenen Rotarmisten, ihnen folgten die Bewohner der Großstädte. Unter dem Deckmantel der Partisanenbekämpfung töteten SS, Polizei und Wehrmacht Hunderttausende von Zivilisten."
Viele Menschen wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland
verschleppt.
Bekannteste Untat gegen die Juden
in der Ukraine war das Massaker von Babi Jar. Hier der
Bericht
aus der Ereignismeldung UdSSR Nr. 106.
Grundlage der Ermordung kommunistischer Funktionäre und der Partisanenbekämpfung waren der
Kriegsgerichtsbarkeitserlass und der Kommissarbefehl.
Der Kriegsgerichtsbarkeitserlass setzte das Völkerrecht für den Krieg in der UdSSR außer
Kraft. Die UdSSR war den entsprechen Konventionen selbst nicht beigetreten.
Dort heißt es zum Beispiel:
"1. Für Handlungen, die Angehörige der Wehrmacht und des Gefolges gegen
feindliche Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfolgungszwang, auch dann nicht,
wenn die Tat zugleich ein militärisches Verbrechen oder Vergehen ist.
2. Bei der Beurteilung solcher Taten ist in jeder Verfahrenslage zu berücksichtigen,
dass der Zusammenbruch im Jahre 1918, die spätere Leidenszeit des deutschen
Volkes und der Kampf gegen den Nationalsozialismus mit den zahllosen Blutopfern
der Bewegung entscheidend auf bolschewistischen Einfluss zurückzuführen war und
dass kein Deutscher dies vergessen hat." (
Wortlaut
des Kriegsgerichsbarkeits - Erlasses)
Der
Kommissarbefehl bestimmte: Politische Kommissare „sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu
erledigen.“ (
Wortlaut
des Kommissarbefehls) Eine Überprüfung des Kommissarbefehls auf Betreiben der Wehrmachtsführung lehnt Hitler ab.
Der rassistische Charakter dieses Krieges wird aus Himmlers Niederschrift über die
„Behandlung der Fermdvölkischen im
Osten“ vom 15. Mai 1940 deutlich, wo es zum Beispiel heißt:
„Eine grundsätzliche Frage bei der Lösung aller dieser Probleme ist die
Schulfrage und damit die Frage der Sichtung und Siebung der Jugend. Für die nichtdeutsche Bevölkerung des Ostens darf es keine höhere
Schule geben als die vierklassige Volksschule. Das Ziel dieser
Volksschule hat lediglich zu sein:
Einfaches Rechnen bis höchstens 500, Schreiben des Namens, eine Lehre, daß es ein göttliches Gebot ist, den Deutschen gehorsam zu sein und
ehrlich, fleißig und brav zu sein. Lesen halte ich nicht für erforderlich.
[...]
Diese Bevölkerung wird als führerloses Arbeitsvolk zur Verfügung stehen und Deutschland jährlich Wanderarbeiter und Arbeiter für besondere Arbeitsvorkommen (Straßen, Steinbrüche, Bauten), stellen; sie wird selbst dabei mehr zu essen und zu leben haben als unter der polnischen Herrschaft und bei eigener Kulturlosigkeit unter der strengen, konsequenten und gerechten Leitung des deutschen Volkes berufen sein, an dessen ewigen Kulturtaten und Bauwerken mitzuarbeiten und diese, was die Menge der groben Arbeit anlangt, vielleicht erst ermöglichen.“
(
Wortlaut)
Die Rolle der Wehrmacht bei den Verbrechen ist nach wie vor umstritten. Die
berühmt gewordene Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1945" von 1995 musste aber wegen schwerwiegender Mängel und Fehler geschlossen
werden, vgl. den Text des Historikers Jörg Friedrich:
Die 6. Armee im Kessel der Denunziation - Ende der Legende von der sauberen Wehrmachtsausstellung
Zum
Vergleich:
Deutsche
Besatzungspolitik in Polen
schule-bw.de
Aufgaben
zum Vernichtungskrieg:
- Der Zweite Weltkrieg wird
auch als "Vernichtungskrieg" bezeichnet. Nimm zu
dieser Aussage mit Hilfe des Textes
Der
Krieg gegen die Sowjetunion als Vernichtungskrieg Stellung. Worin unterscheidet sich ein
"Vernichtungskrieg" von einem "nationalen
Krieg"?
- Im Kriegsgerichtsbarkeitserlass
steht unter I. 2. "Freischärler [=Partisanen, irreguläre Kämpfer statt regulärer Soldaten] sind durch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen."
Ist das völkerrechtswidrig?
- Lese den Text von Jörg
Friedrich: Die 6. Armee ... durch und notiere, welche
Argumente er gegen die These ins Feld führt, jeder Mitmacher
des Krieges sei Mitschuldiger. Nimm selbst zu dieser
These Stellung.
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Nationalismus

Nationalismus - Ein historischer Längsschnitt
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"Rassische Verfolgung
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Widerstand:
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