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Kirchenpolitik der Normannen

Förderung des Katholizismus

Als Lehensmannen des Papstes und entsprechend ihrer katholischen Herkunft förderten die Normannen in ihrem Machtbereich die lateinische Kirche. Während die Langobarden ohnehin der römischen Kirche angehörten, wurde der Einfluss der orthodoxen Kirche im ehemals byzantinischen Bereich nach und nach zurückgedrängt.

Lateinische Bischöfe traten z.B. in Kalabrien mit zwei Ausnahmen an die Stelle griechischer Bischöfe, neu gegründete lateinische Klöster drangen auf Kosten griechischer Klöster vor, wobei sie mit deren Landbesitz ausgestattet wurden. Andere griechische Klöster wurden großen lateinischen Abteien wie Montecassino oder La Cava unterstellt.

In Sizilien war der Fall sowieso klar: Eine neue Kirchenorganisation musste erst aufgebaut werden, und diese bestand selbstverständlich aus Lateinern.

Relative Toleranz

Dennoch kam es aus Gründen der politischen Vernunft nicht zu ausgesprochenen Ketzerverfolgungen gegen Orthodoxe und Moslems. Schon Roger I. der Grosse Graf räumte Moslems, Juden und Christen gleiche Rechte ein und billigte der Bevölkerung Religionsfreiheit zu. So waren die Normannen in einem Zeitalter der Kirchenspaltung und der Kreuzzüge vergleichsweise tolerant.

Stellung des Herrschers in der Kirche

Auch gelang es den Normannenherrschern - im Zeitalter des Investiturstreits - die Besetzung der führenden Kirchenposten in der Hand zu behalten: Der König musste zustimmen und setzte nur ihm genehme Persönlichkeiten ein. Erst Innozenz III. konnte 1198 Konstanze unter besonderen politischen Umstaenden die Kirchenfreiheit aufzwingen, die auch der Staufer Friedrich II. zu beachten hatte.