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Die Staufer erben das Normannenreich

Im Jahre 1184 verlobten sich Heinrich VI., der Sohn Kaiser Friedrichs I. Barbarossa, mit Konstanze, der Erbin des Normannenreiches. "Anlässlich der Verlobung wurde ein Vertrag zwischen den beiden Seiten geschlossen. Die Vereinbarungen sahen vor, dass Konstanze im Falle eines erbenlosen Todes König Wilhelms II. die Herrschaft des Königreiches zufallen sollte. König Heinrich wurde in diese Regelung einbezogen: Als Gemahl der Erbin des Reiches sollte auch er die Herrschaft ausüben.

Diese Vereinbarungen wurden von beiden vertragschließenden Partnern beschworen; von deutscher Seite zu Augsburg, von den sizilischen Baronen (Fürsten) in Troia." (Baaken, S. 279)

1186 wurde die Hochzeit in Mailand vollzogen.

Die Reaktion des Papstes

Das Papssttum sah seine elementarsten Interessen berührt, was nicht nur ein Blick auf die Karte lehrt, sondern auch die Tatsache, dass nach dem Eintreten des Erbfalles nach dem Tode Wilhelms II. am 18. November 1189 Heinrich und Konstanze es vermieden, Schritte zur Erneuerung des Lehensverhältnisses mit dem Papst zu tun (vgl. Datei: Lehensverhältnis zwischen Papsttum und Normannen). Aufgrund der alten Rechtsansprüche des Kaisertums auf Unteritalien (Reichsrechte) betrachtete Heinrich die normannische Erbschaft nicht als päpstliches Lehen, sondern als einen Teil des Reiches. Er betrieb also den Anschluss von Sizilien an das Reich.

Im Gegenzug betrachtete sich Papst Clemens III. seiner lehensherrlichen Pflichten gegenüber Heinrich und Konstanze als ledig und bestätigte den Gegenkönig Tankred, der von den Baronen (Fürsten) Siziliens gegen Heinrich VI. zum König von Sizilien gewählt wurde. Tankred leistete dem Papst den Lehenseid.

Es blieb das oberste Ziel päpstlicher Politik, eine Vereinigung Siziliens mit dem Reich auf jeden Fall zu verhindern. Ein Staufer auf dem Kaiserthron war für die Päpste immer eine Bedrohung. Deshalb unterstuetzte Papst Innozenz III. im deutschen Thronstreit (Doppelwahl von 1198) den Welfen Otto IV. gegen den Staufer Philipp. Nicht zuletzt die Politik der "Rekuperationen" ("Wiederaneignungen") verlorener Gebiete in Mittelitalien (vgl. Karte) sollte Reich und Unteritalien trennen.