|
Britische merkantilistische Kolonialpolitik "Schon im 17.
Jahrhundert knüpfen die Engländer ihr Monopolnetz um
den Erdball. 1660 wird gesetzlich verankert, dass nur englische Schiffe den Güterverkehr zwischen Mutterland und Kolonien besorgen
dürfen. Es folgen Gesetze, die selbst die Einfuhren, die britische
Kolonien aus anderen europäischen Ländern beziehen, über
englische Häfen (und englische Schiffe) leiten. Gesetze, deren Ziel
es ist, konkurrierende Wirtschaften in den Kolonien zu bremsen oder ganz
zu vernichten. So wird 1699
verboten, Wolle, Wollgarn oder
Stoffe, die in den Kolonien produziert werden, auf Schiffe zu verladen.
So wird die koloniale Textilproduktion auf örtliche
Bedürfnisse beschränkt. Selbst die englische Hut-Fabrikation
kommt in den Genuss derartiger Schutzgesetze, 1732:
Das Gesetz
verbietet, Hüte von den Kolonien in andere Kolonien oder ins
Ausland zu verschiffen. Es erlaubt jedem Hutmacher in den Kolonien nur
zwei Lehrlinge, setzt die Lehrzeit auf sieben Jahre fest (!)
und verbietet, in der
Hutindustrie Neger zu beschäftigen. 1750
wird in den britischen Kolonien die Errichtung neuer Eisenschneidewerke,
Walzwerke, Plattenschmieden und Hochöfen verboten.
Es dauert ein (entscheidendes) Jahrhundert, bis sich in England
die Anhänger des Freihandels durchsetzen. Das ändert aber natürlich
nichts daran, dass die überseeische Wirtschaft den Bedürfnissen des »Mutterlandes«
unterworfen bleibt. (...)" |