Die
christliche Eroberung Jerusalems 1099 nach Steven Runciman, wiedergegeben
von Bassam Tibi
An dieser Stelle
(schreibt Bassam Tibi, Cu) halte ich mich jedoch an die Autorität Runciman; er beschreibt die Vorgänge vom Juli 1099 so:
"Die Kreuzfahrer rasten wie Besessene durch Straßen, Hauser und Moscheen und machten jedermann nieder, der ihnen in den Weg kam, Männer, Frauen und Kinder ohne Unterschied. Das Massenmorden währte den ganzen Nachmittag und die ganze folgende Nacht hindurch... Die al-Aqsa-.Moschee bot keinen
Schutz. Früh am nächsten Morgen erzwang sich eine Rotte Kreuzfahrer Eintritt in die Moschee und erschlug sie (die Geflüchteten,
BassamTibi) samt und sonders. Als Raimund von Aguilers sich später an jenem Morgen zum Tempelviertel begab,
musste er sich seinen Weg durch Leichen und Blutströme suchen, die ihm bis zum Knie reichten- (ebd., S. 273 f.).
(...) Den Juden erging es natürlich nicht anders als den Muslimen. Runciman führt dazu aus:
»Die Juden Jerusalems hatten sieh geschlossen in ihre Hauptsynagoge geflüchtet.
Aber sie standen im Verdacht, den Mohammedanern geholfen zu haben; und so gab
es kein Mitleid für sie .Das Gebäude wurde in Brand gesteckt, in seinem Inneren
fanden sie alle den Feuertod. Das Blutbad an Jerusalem machte auf die ganze Welt einen tiefen Eindruck (ebd.).
Aus: Bassam Tibi: Kreuzzug und Dschihad _ Der Islam und die christliche
Welt, Goldmann Taschenbuch, Dezember 2001, S. 122