Steven Runciman über den Vierten Kreuzzug, zitiert nach Bassam Tibi
"Die Plünderung Konstantinopels hat in der Geschichte nicht ihresgleichen. Neun Jahrhunderte lang war die große Stadt die Hauptstadt der christlichen Zivilisation gewesen. (Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge, S.899)
lm April 1204 bemächtigten sich Venezianer unter den Kreuzzüglern der Kunst- und Meisterwerke,
"ergriffen Besitz von diesen kostbaren Schätzen und führten sie hinweg... Die Franzosen und Flamen waren von wildem Zerstörungsdrang getrieben. Sie stürmten als eine heulende und brüllende Masse die Strassen hinab und durch die Häuser, ergriffen alles, was glitzerte, zerstörten alles, was sie nicht wegtragen konnten und hielten nur inne, um zu morden und zu vergewaltigen oder zu ihrer Erfrischung die Weinkeller aufzubrechen." (ebd)
"Weder Klöster noch Kirchen noch Bibliotheken werden verschont. Selbst in der St. Sophien-Kirche (hagia Sophia, Cu) konnte man betrunkene Soldaten sehen, wie sie die seidenen Wandbehänge herunterfetzten und den groben silbernen Altarschirm in Stücke rissen und wie sie auf Heiligenbildern herumtrampelten. Indes sie in ausgelassener Fröhlichkeit aus den Altargefäßen tranken, setzte sich eine Hure auf den Thron des Patriarchen" (...).
"Nonnen wurden in ihren Klostern geschändet. Die Plünderer drangen gleicherweise in Paläste und armselige Hütten ein und schlugen sie in Trümmer. Verletzte Frauen und Kinder lagen sterbend in den Straßen. Drei Tage lang hielt dieses Grauen der Plünderung und des Blutvergießens an. (ebd., S. 891 f.)
Aus: Bassam Tibi: Kreuzzug und Dschihad _ Der Islam und die christliche
Welt, Goldmann Taschenbuch, Dezember 2001, S. 123f.