Fachbegriffe Klassenstufe 9











 

INHALT IN ALPHABETISCHER REIHENFOLGE:

Absolutismus
Absolutismus, Aufgeklärter
Aufklärung
Bundesstaat
Bürgerwehr
Demokraten von 1848
Demokratie
Diktatur
Erbkaisertum
Föderalismu
s, föderall
Fraktion
Gewaltfreiheit
Gleichgewicht, (Europäisches)
Gottesgnadentum
Grundrechte
Hegemonie
Imperialismus
Industrialisierung Klasse
Katholizismus, politischer
Kolonialismus
Konservatismus
Liberalismus
Menschenrechte
Merkantilismus
Militarismus
Monarchie
Monarchie, Absolute
Monarchie, Konstitutionelle
Monarchie, Parlamentarische
Nachtwächterstaat
Nationalismus
Nationalstaat
Partei
Protektionismus
Republik
Soziale Frage
Sozialismus
Sozialismus, reformerische Richtung
Sozialismus, revolutionäre Richtung
Sozialstaat
Staatenbund
Staatsform
Ständeordnung
Stand
unitarisch
Verfassung

Verlag, Verlagswesen
Veto(recht)
Vielvölkerstaat
Volkssouveränität
Wahlkaisertum
Wahlrecht, Allgemeines, gleiches und geheimes
Wirtschaftsliberalismus
Zentralstaat
Zensuswahlrecht


IN CHRONOLOGISCHER REIHENFOLGE

Absolute Monarchie

Ein Alleinherrscher (Mono = gr. ein) regiert losgelöst (absolutus = lat. losgelöst) von der Kontrolle bzw. Mitsprache einer Ständeversammlung (z.B. der Generalstände in Frankreich); Der Herrscher regiert von Gottes Gnaden. Motto: "L`Etat, c`est moi." (Ludwig XIV.)

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Konstitutionelle Monarchie

Es herrscht Gewaltenteilung. Der Herrscher ist als Haupt der Exekutive Regierungschef. Die Legislative wird durch ein Parlament gebildet. Zensuswahlrecht. Volkssouveränität statt Gottesgnadentum.

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Parlamentarische Monarchie

Der Herrscher übernimmt nur noch Repräsentationsaufgaben. Chef der Regierung ist z.B. ein Kanzler oder Premierminister. Allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht.

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Gottesgnadentum

Ein Herrscher regiert durch die Gnade Gottes.

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Volkssouveränität

Alle Gewalt geht vom Volke aus.

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Stand

In einen Stand wird man hineingeboren, z.B. wird man als Adliger oder als Angehöriger des Dritten Standes geboren.

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Klasse

Gesellschaftliche Klassen unterscheiden sich nach Vermögen (Besitz) und Bildung

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Ständeordnung

Die Gesellschaft ist in Stände eingeteilt. Der erste Stand ist der Klerus, der zweite der Adel, der Rest der Dritte Stand (in Frankreich). Jeder Stand hat unterschiedliche Rechte und Pflichten und ist z.T. sogar an der Kleidung oder sonstigen Merkmalen kenntlich. Jeder Stand hat v.a. unterschiedliche Rechte in Politik und vor der Justiz.

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Absolutismus

Kombination aus absoluter Monarchie und Ständeordnung. Bsp.: Frankreich unter Ludwig XIV.

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Aufklärung

Geistige Bewegung des 18.Jhs, die alle Dinge dieser Welt unter dem Gesichtspunkt der Vernunft betrachtet. Folgen sind z.B. neö Staatstheorien (John Locke; Montesquieu; Rousseau); Religionskritik (Lessing, Voltaire, Diderot, usw.); mächtiger Aufschwung der Naturwissenschaft; Aufkommen von Pädagogik und frühe Frauenemanzipation. Die Aufklärung schafft die geistigen Voraussetzungen für die Überwindung des Absolutismus und für die moderne Demokratie.

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Aufgeklärter Absolutismus

Spielart des Absolutismus, die die Herrschaft des Monarchen nichtreligiös begründet, das Wohlergehen des Staates statt die Person des Herrschers in den Mittelpunkt rückt und religiöse Toleranz praktiziert. "Jeder soll nach seiner Facon selig werden." (Friedrich der Große)

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Menschenrechte

Die angeborenen unveräußerlichen Rechte jedes Menschen. Menschenrechte sind stehen über den Rechten des Staates, sind also höher gestellt. Beispiele für Menschenrechte sind:

  • Recht auf Leben, Unversehrtheit und Sicherheit
  • Recht auf (Meinungs-, Glaubens-, Gewissens-)Freiheit
  • Eigentum
  • Verbot rassistischer, geschlechtlicher, religiöser, politischer und sonstiger Diskriminierung und Verfolgung
  • Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung
  • Freizügigkeit
  • Versammlungsfreiheit
    Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit (d.h. auch Streikrecht)
  • Wahlrecht
  • Recht auf Erwerbsmöglichkeit und gerechten Lohn (wird nicht immer dazu gerechnet)
  • Recht auf Bildung

In Rechtsform, also als Bestandteile von Verfassungen, heißen Menschenrechte "Grundrechte". Kein nachgeordnetes Recht darf gegen sie verstoßen.

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Grundrechte

In Rechtsform, also als Bestandteile von Verfassungen, heißen Menschenrechte "Grundrechte". Kein nachgeordnetes Recht darf gegen sie verstoßen. Siehe Menschenrechte

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Protektionismus

Staat schützt die einheimische Wirtschaft durch Zollmauern wie im Merkantilismus oder durch Währungsmaßnahmen.

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Merkantilismus

Wirtschaftssystem aus der Zeit des Absolutismus mit dem Ziel erhöhter Staatseinnahmen für Hof und Armee.

Merkmale und Grundsätze:

Einfuhr billiger Rohstoffe aus Kolonien mit eigenen Schiffen; Export von Fertigwaren; Rohstoffe sollen nicht exportiert, sondern im eigenen Land verarbeitet werden; Herstellung von Fertigwaren in Manufakturen; Zollmauer gegen Einfuhr von Fertigwaren; aktive Handelsbilanz; einheitlicher Binnenmarkt; Ausbau der Infrastruktur (Straßen, Kanäle); Eingreifen des Staates in die Wirtschaft. Staat tritt auch als Unternehmer auf. Die Landwirtschaft erfuhr keine Dynamisierung.

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Zensuswahlrecht

Wahlrecht nach Vermögen
.

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Allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht

Wahlrecht unabhängig von Stand und Besitz; jeder Wähler besitzt gleich viele Stimmen. Der Wahlzettel wird in der Wahlkabine ausgefüllt, ohne dass jemand zusehen kann.

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Bürgerwehr

Bürgerwehren sind bewaffnete Verbände von Bürgern, die meist in Revolutionszeiten geschaffen werden, um die Revolution gegen Angriffe der Gegner der Revolution, z.B. der Fürsten, zu verteidigen und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

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Gewaltfreiheit

Verzicht auf Anwendung von Gewalt in der Politik.

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Veto(recht)

Recht des Oberhauptes der Exekutive, also z.B. eines Königs oder Präsidenten, gegen Beschlüsse des Parlaments Einspruch zu erheben. "Veto" heißt lateinisch "ich verbiete". Mit einem aufschiebenden (sogenannten "suspensiven") Veto wird ein Gesetz des Parlaments auf befristete Zeit am Inkrafttreten gehindert, mit einem "absoluten Veto" kann das Inkrafttreten eines Gesetzes auf Dauer verhindert werden.

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Monarchie

Staat mit einem Herrscher (Fürst, König, Kaiser, usw.) an der Spitze

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Republik

Staat ohne Herrscher an der Spitze. Staatsoberhaupt ist normalerweise ein Präsident; Gegenbegriff zu Monarchie

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Staatsform

Z.B. Monarchie oder Republik

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Demokratie

Volksherrschaft (Demos = griech. Volk; kratein = griech. herrschen); Staat mit Verfassung

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Diktatur

Gegenteil von Demokratie

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Verfassung

Grundgesetz eines Staates mit folgenden Grundsätzen: Grund- bzw. Menschenrechte; Gewaltenteilung; (allgemeines) Wahlrecht. Zweck: Schutz des Bürgers vor Übergriffen des Staates

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Erbkaisertum

Das Kaisertum ist in einer Familie erblich, z.B. in der Familie der Habsburger oder der Hohenzollern. Der Kaiser wird also nicht gewählt, sondern beim Tode eines Kaisers wird der/die Erbberechtigte Nachfolger(in).

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Wahlkaisertum

Im Unterschied zum Erbkaisertum werden die Kaiser gewählt, könnte also theoretisch aus unterschiedlichen Familien stammen. Wer beim Tode eines Kaisers dessen Nachfolger wird, ist also nicht durch die Erbfolge geregelt.

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Staatenbund

Mehr oder weniger lockerer Zusammenschluss relativ selbständiger Staaten; Bsp.: Kaiserreich 1871 - 1918

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Bundesstaat

Eine Reihe von Staaten schließt sich unter gemeinsamer Zentrale zusammen. Sie geben Souveränitätsrechte an die Zentrale ab (z.B. Außenpolitik, Recht auf Steuererhebung, Militärwesen). Bsp.: Bundesrepublik Deutschland; USA

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Föderalismus

Wenn Staaten einen Bundesstaat oder einen Staatenbund bilden, spricht man von Föderalismus.

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Zentralstaat

Einheitlicher, von einer Zentrale aus regierter Staat; die Ebene der Bundesstaaten fällt weg. Bsp.: Frankreich mit der Zentrale Paris.
Vgl. unitarisch

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unitarisch

Ein einheitlicher, zentral regierter Staat ist unitarisch (unus = lat. eins, einer), im Unterschied zu einem föderalistisch organisierten Staat. Vgl. Zentralstaat

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Fraktion

Gruppe von Abgeordneten, normalerweise Mitglieder der gleichen Partei , zumindest aber vertreten sie die gleiche politische Überzeugung. Sie vertreten ihre Interessen und Ziele im Parlament gemeinsam.

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Partei

Organisation politisch gleich gesinnter Menschen, die bestimmte wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Ziele verfolgen. Diese sind oft in Parteiprogrammen festgelegt. Parteien wollen Regierungen stellen, allein oder mit anderen. Man unterscheidet beispielsweise Klassenparteien, die die Interessen einer bestimmten Klasse (z.B. der Arbeiter) verfolgen, moderne Volksparteien, die eine möglichst große Wählerschaft aus möglichst allen Klassen und Schichten der Gesellschaft zu gewinnen versuchen, und andere, z.B. konfessionelle Parteien (z.B. katholische Zentrumspartei, ...).

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Katholizismus, politischer

Entwickelt sich im 19. Jahrhundert als politische Gegenbewegung zu Liberalismus und Sozialismus. In Deutschland organisierte er sich v.a. in der Zentrumspartei, kurz "Zentrum".

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Liberalismus

Politische Strömung in der Tradition der gemäßigten Phase der Frz. Revolution. Der Liberalismus ruft nach einer Verfassung. "Freiheit". Im 19.Jh. Ruf nach der Konstitutionellen Monarchie.
Im 19. Jh. unterstützt vom besitzenden und gebildeten Bürgertum.

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Demokraten von 1848

Politische Strömung in der Tradition der radikaleren bzw. radikalen Phase der Frz. Revolution. Ruf nach Verfassung, aber im Unterschied zu Liberalen Forderung nach Republik, allgemeinem Wahlrecht, sozialen Maßnahmen des Staates, Volksbewaffnung.
Galten als radikal.

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Konservatismus

Conservare = lat. bewahren. Der Konservatismus betrachtet den Staat als etwas Individuelles, organisch Gewachsenes, das nicht nach einem (z.B. liberalen) Schema verändert werden darf. Reformen ja, aber langsam und ohne Bruch mit dem Gewordenen. Familie, Religion, Tradition, Herkommen, Brauch als wichtige Begriffe. Im 19.Jh. gegen Aufklärung, Rationalismus, Liberalismus. Im 19. Jh. Orientierung am Absolutismus, aber mit Zugeständnissen an modernere Zeiten.

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Nationalismus

Nation als Gruppe mit gemeinsamer Sprache, Geschichte und Kultur. Ruf nach dem Nationalstaat.

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Nationalstaat

Staat auf der Grundlage der Nation. Er umfasst im Idealfall alle Mitglieder einer Nation. Folge im 19.Jh.: Umwälzung der Landkarte. Gegen Vielzahl kleiner Staaten z.B. in Deutschland und Italien; gegen Vielvölkerstaaten.

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Vielvölkerstaat

Staat, der viele verschiedene Völker umfasst. Bsp.: Österreich bis 1918; Osmanisches Reich; Zarenreich.

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Industrialisierung

Übergang von der vorwiegend landwirtschaftlichen (=agrarischen) Produktion zur vorwiegend industriellen Produktion mit Fabriken und Antriebsmaschinen, z.B. der Dampfmaschine. Damit verbunden sind schnelle Fortschritte in Wissenschaft und Technik. Erfindungen revolutionieren die Produktion.

Frühe Industriezweige, die die Industrialisierung fördern, sind Textilindustrie, Eisenbahnbau, Kohle und Stahl. Maschinenbau, Chemie, Elektro usw. folgen.

Arbeitskräfte ziehen vom Land in die Stadt, die Städte wachsen, Stadt- und Industrielandschaften entstehen. Die wirtschaftliche Theorie ist der Wirtschaftsliberalismus.

In der Frühindustrialisierung herrscht der Familienbetrieb vor, es herrscht Konkurrenz.

In der Hochindustrialisierung entstehen Konzerne, die als Aktiengesellschaften organisiert sind. Oft versuchen sie, Märkte untereinander aufzuteilen oder Preisabsprachen zu treffen. Die Banken werden immer wichtiger. In Deutschland halten sie auch Industriebeteiligungen (Aktien). Man spricht von "Universalbanksystem". Die Staaten versuchen den Export von Kapital und (Fertig)waren und den Import von Rohstoffen.

Vor diesem Hintergrund entsteht der Imperialismus.

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Wirtschaftsliberalismus

Die Theorie des Wirtschaftsliberalismus tritt für Konkurrenz, freies Unternehmertum, Freihandel und internationale Arbeitsteilung ein und vertraut auf die Selbstregulierung des Marktes.

Der Staat sollte "Nachtwächterstaat" sein, d.h. er sollte lediglich die Gesellschaft vor Angriffen äußerer Feinde schützen und im Innern Recht und Ordnung gewährleisten.

Eingriffe in die Wirtschaft, also Wirtschafts- und Sozialpolitik, sollte der Staat nicht betreiben.

Der Wirtschaftsliberalismus richtete sich gegen den Merkantilismus des 18. Jahrhunderts. Da England stärkste Industriemacht war und keine Konkurrenz zu fürchten hatte, setzte er sich vor allem in England durch.

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Verlag, Verlagswesen 

Das Verlagswesen ist eine neue Erscheinung, die neben der traditionellen Werkstatt bedeutend wird.

Die traditionelle Werkstatt: Der Handwerker im Mittelalter, z. B. ein Weber, wohnt und arbeitet im gleichen Hause. Er kauft sich auf dem Markt die Rohstoffe, z.B. Garn, und verarbeitet sie in seiner Werkstatt auf dem eigenen Webstuhl zur Fertigware und verkauft diese wiederum in seinem Laden oder auf dem meist lokalen oder auch regionalen Markt. Als Selbstständiger ist er in der Zunft organisiert, deren Zunftzwang und Qualitätskontrolle er unterliegt.

Verlagswesen: Zwischen Markt und Werkstatt des Webers tritt der Verleger. Er kauft auf dem Markt, der lokal, regional oder Weltmarkt sein kann, Rohstoffe, z.B. Baumwolle und heimisches Garn, und stellt dieses einem Weber zur Verarbeitung zur Verfügung. Dieser arbeitet in seinem eigenen Haus  an einem eigenen oder vom Verleger zur Verfügung gestellten Webstuhl. Das Fertigprodukt liefert er beim Verleger ab, der ihn für seine Arbeit bezahlt. Der Verleger verkauft nun die Fertigware auf dem Markt.

Da Webstühle auch auf dem Lande bedient werden konnten und dort ein entsprechende Know How zur Verfügung stand, konnten über das Verlagswesen auch die städtischen Zünfte unter Konkurrenzdruck gesetzt werden.

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Puddelverfahren

Verfahren zur  Stahlherstellung, 1784 in Großbritannien erfunden.

Sozialismus

Der Sozialismus entsteht im 19. Jahrhundert als Reaktion auf die Soziale Frage. Vorläufer in Deutschland waren die Demokraten von 1848.

Der Sozialismus gliedert sich in eine reformerische Richtung im Anschluss an Ferdinand Lassalle und in eine revolutionäre Richtung im Anschluss an Karl Marx und Friedrich Engels. Diese wiederum haben englische und französische Vorläufer.

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Die reformerische Richtung des Sozialismus besteht auf Reformen im Rahmen des bestehenden Staates. Um diese zu erreichen, fordert sie das allgemeine Wahlrecht und versucht mit Hilfe von Arbeiterparteien Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Dabei geht es z.B. um Sozialversicherungsgesetze, usw. Das Ziel ist ein Sozialstaat. Ein wichtiger Begründer der reformerischen Richtung in Deutschland ist Ferdinand Lassalle.

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Die revolutionäre Richtung des Sozialismus sieht im Staat ein Mittel der herrschenden Klasse(n) zur Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiter. Der Staat sei nicht reformbereit bzw. -fähig. Hintergrund sind die konstitutionellen Monarchien mit ihrem Zensuswahlrecht.

Nur eine sozialistische Revolution mit dem Ziel, die Macht im Staat zu ergreifen, eine Diktatur des Proletariats (=der Arbeiterschaft) zu errichten und die kapitalistischen "Ausbeuter" zu enteignen, könne den Arbeitern Freiheit und Wohlstand bringen. Die Klassen würden nach einiger Zeit absterben, statt eines Staates gebe es dann nur noch eine Selbstverwaltung aller Bürger und allgemeines Wohlergehen.

Symbol: Rote Fahne

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Soziale Frage

Die sogenannte "Soziale Frage" gehört in den Bereich der frühen Industrialisierung.

Kennzeichen sind überlange Arbeitszeiten von 14 - 16 Stunden, extrem niedrige Löhne, Kinderarbeit, Frauenarbeit, katastrophale Wohnverhältnisse, Alkoholismus und Krankheiten, keinerlei Versicherungsschutz gegen Unfall oder Krankheit, keine gesetzliche Altersversicherung, kein Kündigungsschutz, keine Gewerkschaften, Streikverbot usw.

Erst mit fortschreitender Industrialisierung entsteht ein Sozialstaat

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Sozialstaat

Ein Staat, in dem es ausgedehnte soziale Sicherungssysteme wie Unfallschutzgesetze, Unfallversicherung, gesetzliche Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Rentenversicherung, usw. gibt. In der Bundesrepublik Deutschland existiert z.B. ein ganzes "Soziales Netz" von Versicherungen und Schutzbestimmungen.

Der Sozialstaat wurde historisch in erster Linie durch den Kampf der Arbeiterparteien und Gewerkschaften durchgesetzt, die wiederum auf die Industrialisierung und die Soziale Frage reagierten.

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Militarismus

Wenn das Militär bzw. militärische Formen Denken und Alltag bestimmen, spricht man von Militarismus. Der Militarismus neigt zu aggressiver Außenpolitik.

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Imperialismus

Imperium = lat. Reich. Politik, die auf die Bildung großer Reiche zielt. Fremde Gesellschaften sollen abhängig gemacht werden, entweder indirekt mit wirtschaftlichen und politischen Mitteln oder direkt als Kolonie. Aggressive Außenpolitik, verknüpft mit übersteigertem Nationalismus. Kampf um Rohstoffe, Absatzmärkte (wirtschaftliche Krisen!) und militärstrategischen Einfluss.

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Kolonialismus

Politik, die auf die Bildung von Kolonien zielt. Kolonien werden von einem sogenannten Mutterland militärisch besetzt und verwaltet. Der Kultureinfluss des Mutterlandes verändert die Kultur in den Kolonien. Wirtschaftliche Ausbeutung. Ansiedlung von Kolonisten (Beseitigung von Arbeitslosigkeit!).
Manche Kolonien sind nur Handelsstützpunkte unter der Flagge des Mutterlandes.

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Hegemonie

Vorherrschaft eines Staates über andere, z.B. Napoleons über das restliche Europa

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(Europäisches) Gleichgewicht

Wenn die Machtverhältnisse zwischen den (europäischen) Staaten ausgeglichen sind, spricht man von Gleichgewicht. Die Hegemonie eines Staates soll vermieden werden.

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